mini|Geschmücktes Haus

Götzmannsgrün ist ein Gemeindeteil der Stadt Schwarzenbach an der Saale im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Götzmannsgrün liegt in der Gemarkung Seulbitz. Aus dem Geographisch-statistischen Orts- und Postlexikon für Bayern des Jahres 1866 geht hervor, dass es in oder bei Götzmannsgrün eine Götzmannsmühle gab.

Geologie und Geografie Lage Der Weiler liegt am westlichen Rand der Förmitztalsperre. Nördlich liegt die Ortschaft Förbau und im Süden Förmitz. Im Westen schließt direkt das Gemeindegebiet der Gemeinde Weißdorf an, zu der die Nachbardörfer Albertsreuth und Bärlas gehören.

Blauer Fels mini|Blauer Fels mini|Serpentinit Der Blaue Fels ist eine Felswand ca. 300 m nördlich von Götzmannsgrün, die beim Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop geführt wird.

Die Felswand liegt auf einer Höhe von und hat eine Länge von ca. 130, eine Breite von 50 und eine Höhe von 4 Metern. Die Gesteinsart ist Serpentinit und die Oberfläche wird forstwirtschaftlich genutzt. Die Serpentinitlinse innerhalb der Prasinit-Phyllit-Serie ist in mehreren kleinen Hanganrissen und lokalen Bruchstein-Entnahmestellen zu erkennen.Bezeichnung im Umweltatlas Bayern

Das Gebiet gehört zur geologischen Raumeinheit des Frankenwaldes und als Naturraum zur Münchberger Hochfläche. Der Wert für die Geowissenschaft wird als bedeutend eingeschätzt.Bayerisches Landesamt für Umwelt, Geotop-Nr. 475A027 Der Landschaftspflegeverband Landkreis und Stadt Hof betreut innerhalb des Biodiversitätsprogrammes Bayern 2030 Lebende Extreme auf blauem Fels – Das Serpentinitprojekt in Nordostoberfranken zum Schutz und zur Wiederherstellung der extrem seltenen Vegetation von Serpentinitstandorten, das Projekt am Blauen Fels. Das Projekt wird von der Regierung von Oberfranken mit Mitteln des Freistaates Bayern gefördert und erfolgt in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Hof. Im Jahr 2021 fand eine Kartierung der Pflanzen und im Jahr 2022 der Flechten und Moose sowie Reptilien des Projektgebietes statt.Landschaftspflegeverband Landkreis und Stadt Hof

Bäche und Mühle in Götzmannsgrün Die Sächsische Saale grenzt das Flurgebiet von Götzmannsgrün sowie die Gemarkung Seulbitz in der nördlichen Richtung zur Gemarkung Förbau ab. Der drei Kilometer lange Göllitzbach entspringt östlich von Weißdorf und fließt im Waldgebiet am Westrand von Götzmannsgrün vorbei zur Saale. Der Lindenbach entspringt südöstlich von Götzmannsgrün und mündet nach ca. einem Kilometer in den Göllitzbach. Der Wendlersbach entspringt südlich von Götzmannsgrün zwischen Albertsreuth und Förmitz. Er durchfließt Götzmannsgrün seit Anfang der 1980er Jahre unterirdisch, als im Zuge der Ortserneuerung das Feuerwehrhaus gebaut wurde und die Straßen asphaltiert wurden. Der Bach hat eine Gesamtlänge von ca. 1,8 km und mündet in die Saale.

Geschichte Der Ort wurde am 12. Juli 1361 als „Goßwinsgrün“ erstmals urkundlich erwähnt.D. Hermann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 223. Hans von Sparneck und seine Söhne Hans, Rüdiger und Nikol verkauften an Konrad von Neuberg aus der Nähe von Asch und seine Gemahlin Petrissa gegen Wiedereinlösung innerhalb zweier Jahre um 3000 Pfund Heller die Burg und das Dorf Sparneck, die Güter in Albertsreuth, Benk, „Nymmersdorf“ (heute Friedmannsdorf), Götzmannsgrün, Förmitz, „Gettengrün“ (das spätere Geilengrün), Gottersdorf, „Meyerhöflein“ (heute Hallerstein), Hildbrandsgrün, Losnitz, Markersreuth, Mussen, Poppenreuth, Reuthlas, Schlegel, Straas, Weißlenreuth, Wüstenselbitz und den Zehnten in Jehsen.

Das Hallersteiner Kastenamt wurde gebildet, als Markgraf Georg Friedrich am 27. Oktober 1562 die Adelsherrschaft Hallerstein mit dem Schloss Hallerstein, dem zugehörigen Meierhof, den Dörfern Benk, Biengarten, Förmitz, Götzmannsgrün, Schweinsbach, Völkenreuth, vier Höfen in Bärlas, je zwei Höfen in Hildbrandsgrün, Rieglersreuth und Wundenbach – alles böhmische Lehen – und etlichen reichslehenbaren Gütern in Martinlamitz von dem böhmischen Grafen Joachim Schlick für 11.500 Taler erwarb. Die Übergabe dieses Komplexes erfolgte am 1. Mai 1563. Im Jahre 1662 gehörten zum Amt Hallerstein Besitzungen in Bärlas, Benk, Biengarten, Förmitz, Götzmannsgrün, Hallerstein, Martinlamitz, Rieglersreuth, Schweinsbach, Seulbitz, Völkenreuth und Wundenbach.

Als Markgraf Christian Ernst 1680 eine Verwaltungsvereinfachung durchführte, schuf er Oberämter, die beieinander liegende Amtsbezirke vereinigten. Götzmannsgrün gehörte zum neu geschaffenen Oberamt Münchberg-Stockenroth, das sich aus den bisherigen Kastenämtern (zuständig für die Verwaltung der landesherrlichen Urbargüter) Münchberg, Stockenroth und Hallerstein zusammensetzte. Götzmannsgrün gehörte zum Kastenamt Hallerstein.

Aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung versuchte Markgraf Karl Alexander die Oberämter aufzulösen. Wegen der vielen Einwände entschied die Regierung erst am 7. Oktober 1777, die Oberämter nach und nach aufzulösen.

Bis zum Frieden von Teschen am 13. Mai 1779 blieben viele Ansitze und Dörfer im Lehensverband mit Böhmen. Es waren dies die Burg Waldstein, Schloss und Dorf Sparneck, die Sitze Stockenroth und Hallerstein mit ihren Zugehörungen und mehr oder weniger große Teile der Dörfer Bärlas, Benk, Förmitz, Germesreuth, Gettengrün, Götzmannsgrün, Großlosnitz, Hildbrandsgrün, Kleinlositz, Mussen, Ober- und Niedermeierhof (davon ging eines in Hallerstein auf, das andere, südlich von Benk in der Nähe der Lohmühle gelegene, ging ab), Poppenreuth, Reinersreuth, Schieda, Straas, Völkenreuth, Wüstenselbitz und Zell.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Götzmannsgrün aus sechs Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtrichteramt Münchberg zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das bayreuthische Amt Hallerstein. Grundherren waren das Amt Hallerstein: 1 Halbhof, 3 Viertelhöfe; die Hofkanzlei Bayreuth: 1 Halbhof; das vogtländische Rittergut Weißdorf: 1 Halbhof.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 410.

Aus einer Beschreibung des Hofer Landeshauptmanns aus dem Jahre 1791 ist ersichtlich, dass Götzmannsgrün mittlerweile zum Rittergut Weißdorf mit seinen Besitzungen in Albertsreuth, Bärlas, Eiben, Götzmannsgrün, Posterlitz, Seulbitz und Wulmersreuth gehörte.Karl Dietel: Geschichte der Amts- und Industriestadt Münchberg, 1. Band. Im gleichen Jahr ging die Herrschaft vom Fürstentum Bayreuth an Preußen über. 1807 stand das Dorf unter der Herrschaft des französischen Kaiserreichs, welches das Gebiet dann im Jahre 1810 an den Freistaat Bayern verkaufte. Von 1797 bis 1810 unterstand Götzmannsgrün dem Justiz- und Kammeramt Münchberg. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Götzmannsgrün dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Seulbitz und der zugleich entstandenen Ruralgemeinde Seulbitz zugeordnet.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 498.

Nach ErnstJ. Erh. Ernst: Geschichte und Beschreibung des Bezirks und der Stadt Münchberg (...). Bayreuth 1868. S. 156 bestand der Ort 1868 aus zwölf Häusern mit 17 Familien bzw. 85 Einwohnern. Bei der Gründung der Bezirke und der Bezirksämter im Jahre 1860 wurde Götzmannsgrün dem Bezirksamt Münchberg zugeteilt. Als aus den Bezirken 1939 die Landkreise wurden, gehörte Götzmannsgrün zum Landkreis Münchberg. Bis 1972 verlief am nördlichen Ortsende die Grenze zwischen den Landkreisen Münchberg und Hof. Für die kommunale Verwaltung war seinerzeit die Gemeinde Seulbitz zuständig. Diese Zuständigkeit endete mit dem 30. April 1978.

Gemeindegebietsreform Vorschlag der Regierung von Oberfranken vom 1. Juli 1975 Mit einem Rundschreiben vom 1. Juli 1975 gab die Regierung Vorschläge für die Neugliederung der Gemeinden des Landkreises Hof bekannt. Gemeindegebietsreform - Neugliederung der Gemeinden des Landkreises Hof und der Stadt Hof - Vorschlag der Regierung von Oberfranken (Anlage zum RS vom 1. Juli 1975 Az. 230-4127-3/75) Die Gemeinde Seulbitz mit 303 Einwohnern war mit dem Vorschlag einverstanden, der die Eingliederung in die Gemeinde Weißdorf vorsah. Der Gliederungsvorschlag 17 sah eine Zuordnung der Gemeinde Weißdorf zur Verwaltungsgemeinschaft Sparneck vor. Weiterhin sollten neben den Gemeinden Sparneck (2.182 Einwohner) und Weißdorf (1.147 Einwohner) auch die Dörfer Benk und Lohmühle der Gemeinde Hallerstein (102 Einwohner), die Gemeinde Zell (2.134 Einwohner) sowie die Gemeinde Friedmannsdorf (213 Einwohner) in dieser Verwaltungsgemeinschaft zusammengefasst werden. Die Verwaltungsgemeinschaft hätte 6.081 Einwohner und eine Gesamtfläche von 65,7 km² gehabt. Da die Märkten Sparneck und Zell etwa die gleiche Bedeutung haben, orientierte sich der Vorschlag für den Sitz der Verwaltungsgemeinschaft an der zentraleren Lage des Marktes Sparneck.

Abschließende Planung Mit dem Schreiben vom 27. Oktober 1975 Gemeindegebietsreform Bayern – Zielplanung für die Neugliederung der Gemeinden im Regierungsbezirk Oberfranken vom 27. Oktober 1975 (Anlage zum Schreiben vom 27. Oktober 1975 Az. 230-4127-3/75). gab die Regierung von Oberfranken die abschließende Neugliederung der Gemeinden im Regierungsbezirk Oberfranken bekannt. Die Zielplanung war im Zusammenwirken mit dem Staatsministerium des Innern und den Landratsämtern erarbeitet worden. Die kreisangehörigen Gemeinden und die kreisfreien Städte hatten in einem Anhörungsverfahren erneut Gelegenheit, zur künftigen Gliederung der gemeindlichen Ebene Stellung zu nehmen. Das Anhörungsverfahren begann am 1. Juli 1975 und endete am 15. September 1975. Aus dieser Zielplanung geht hervor, dass nur noch die Gemeindeteile Albertsreuth und Bärlas aus der Gemeinde Seulbitz der Gemeinde Weißdorf zugeschlagen werden sollten. Die Gemeindeteile Götzmannsgrün, Posterlitz und Seulbitz wurden der Einheitsgemeinde Schwarzenbach a.d. Saale zugewiesen. Grund der Änderungen im Anhörungsverfahren war die sich seit 1973 im Bau befindende Förmitztalsperre. Man wollte für das Gebiet des Förmitzspeichers keine zwei Flächennutzungspläne erstellen. Diese Zielplanung wurde dann in einem weiteren Schreiben der Regierung von Oberfranken vom 20. November 1975 bestätigt.

Am 1. Mai 1978 wurde Götzmannsgrün nach Schwarzenbach an der Saale eingemeindet.

Einwohnerentwicklung Jahr 1799 1812 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 75 42 43 72 83 70 69 75 91 43 34 36HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 15 9 12 12 11 11 9 9Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken., Bd. 2, Sp. 368. Dort als Gözmannsgrün aufgelistet.

Religion Götzmannsgrün war bis Mitte des 20. Jahrhunderts kirchlich geteilt. Die hohenzollerischen Untertanen gehörten zur Kirchengemeinde Hallerstein, die ritterlichen Untertanen eines Anwesens zur adeligen Patronatspfarrei Weißdorf.

Bis 1613 gehörten die Anwesen zur Pfarrei Weißdorf. Eine Stiftung der Kirche in Hallerstein wurde schon 1447 als Schlosskapelle bestätigt. Die Stiftung muss jedoch schon vor 1418 erfolgt sein. Die Götzmannsgrüner Einwohner gingen schon im 15. Jahrhundert nach Hallerstein ins Gotteshaus. Im Jahr 1613 wurde Hallerstein eigenständige Pfarrei, zu der bis auf das genannte Anwesen das gesamte Dorf gehörte.

Die zum Rittergut Weißdorf gehörenden Untertanen waren gemäß den Pfarrbeschreibungen aus den Jahren 1676 und 1774 in Weißdorf gepfarrt. Ob es sich um mehr als den genannten einen Hof handelte, ist nicht bekannt. Schon im Jahr 1590 war in dem erstellten Verzeichnis von diesem Götzmannsgrüner Hof, der zum Rittergut Weißdorf gehörte, die Rede.Annett Haberlah-Pohl: Münchberg

Mitte des 20. Jahrhunderts erfolgte der Wechsel des Anwesens zur Kirchengemeinde Hallerstein, die nun für die evangelische Bevölkerung des gesamten Dorfes zuständig ist. Für die Katholiken ist die Kuratiegemeinde Maria, Helferin der Christen in Sparneck zuständig.

Kunst und Kultur mini|Pechölstein Baudenkmäler