mini|Die Diemeltalsperre mini|Mühlrad an der Rhene Diemelsee ist eine Gemeinde in Nordhessen im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Sie liegt im Waldeckschen Upland und damit im hessischen Teil des östlichen Sauerlandes, der hier Upland genannt wird. Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich in Adorf. Die Gemeinde ist Hessens flächengrößte Gemeinde ohne Stadtrecht und findet sich auf Rang 13 in der Liste der 100 flächengrößten Gemeinden Hessens. Diemelsee entstand 1971 durch einen Zusammenschluss von zuvor dreizehn selbstständigen Gemeinden. Namensgebend ist der Stausee der Diemeltalsperre, die in der Umgebung als Diemelsee bezeichnet wird.

Geografie Geografische Lage Adorf als größter Ortsteil liegt etwa 11 km nordwestlich von Korbach und etwa 41 km (jeweils Luftlinie) südlich von Paderborn. Großteile des Gemeindegebiets gehören zum Naturpark Diemelsee. Die westliche Grenze der Gemarkung verläuft in nordöstlicher Richtung entlang der Itter, einem zweiten Zufluss der Diemeltalsperre. Beiderseits des Flusses erheben sich die nordöstlichen Ausläufer des Rothaargebirges. Hier finden sich auch mit Dommel () und Koppen () die höchsten Erhebungen im Gemeindegebiet. Von Usseln her aus Südwesten kommend betritt die Diemel bei Deisfeld das Gemeindegebiet, wendet hier aber ihren Lauf nach Norden und erreicht etwa 1,5 km südlich von Heringhausen ebenfalls den Diemelsee. Dieser ist das größte stehende Gewässer der Gemeinde, die Staumauer liegt aber schon im Stadtgebiet von Marsberg in Nordrhein-Westfalen.

Als weiteres zentrales Gewässer ist die im südlichen Gemeindegebiet bei Schweinsbühl entspringende Rhene zu nennen. Diese fließt vorrangig in nördlicher Richtung durch die Gemeinde. Nach dem Passieren von Adorf verlässt sie ein paar Kilometer nördlich das Gemeindegebiet und mündet wenig später in die Diemel. Mit Höhe liegt im unteren Tal der Rhene, an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen, die tiefste Stelle der Gemeinde.

In Richtung Korbach geht das Gemeindegebiet in die Waldecker Tafel über und im Nordosten gehört es zum südlichen Teil des Roten Landes.

Geologie Die Streichrichtung der gefalteten paläozoischen Gesteinsschichten verläuft meist in Südwest-Nordost-Richtung. Im Norden der Gemeinde Diemelsee findet man stellenweise mit Diabaseinlagerungen durchsetzte paläozoische Schiefer. Im Jahr 1961 wurde der Diabas noch bei Rhenegge abgebaut. Im Raum Adorf gibt es Eisenberg-Quarzit mit Roteisen-Lagerstätten (Grube Christiane). Auf dem nordnordöstlich der Ortschaft liegenden Martenberg () wurde das Eisenerz im Tagebau gewonnen. Südlich des Dorfs schließen sich Kalkschichten des Unterkarbon an. Verschiedenartige Fossilien aus dem Oberdevon finden sich ebenfalls bei Adorf.Franz Lotze (Hrsg.): Sammlung Geologischer Führer. Band 39: Sauerland. bearbeitet von Hermann Schmidt und Werner Pleßmann. Berlin 1961, S. 7, 10, 24, 42, 92, 96–99.

Ausdehnung des Gemeindegebiets Das Gemeindegebiet erstreckt sich über 20,5 km in Ostsüdost-Westnordwest-Richtung von der Grenze zu Westfalen im Tal der Itter bei Bontkirchen (zu Brilon) im Westen bis zur Grenze zum hessischen Massenhausen (Bad Arolsen) auf dem Gipfel der Massenhauser Höhe () im Osten. In Nordnordost-Südsüdwest-Richtung erstreckt es sich über 11 km (jeweils Luftlinie) vom Gipfel des Wartersbergs () an der Grenze zum Stadtgebiet des westfälischen Marsbergs im Norden bis zur Nordflanke des Werbelbergs () beim hessischen Bömighausen (zu Willingen) im Süden.

Nach dem Statistischen Landesamt Hessen sind von den 121,70 km² Gemeindeflächen 73,15 km² landwirtschaftliche Nutzflächen und weitere 35,39 km² Wald. Verkehrsflächen nehmen 6,29 km² und weitere 3,59 km² sind Gebäude-, Betriebs- und Freiflächen. Wasserflächen nehmen 2,13 km² der Gemeindefläche ein.

Der Amtliche Gebietsschlüssel der Gemeinde ist 06 635 007, der Regionalschlüssel ist 06 635 0007 007.

Nachbargemeinden Brilon Marsberg Bad Arolsen 70px Twistetal Willingen Korbach Die Gemeinde Diemelsee grenzt im Westen an Brilon und im Norden an Marsberg. Die beiden Städte gehören zum Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen. Im Nordosten grenzt das Gemeindegebiet an Bad Arolsen, im Osten an die Gemeinde Twistetal, im Süden an die Stadt Korbach und im Südwesten an die Gemeinde Willingen. Diese Städte und Gemeinden gehören zum hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Gemeindegliederung Nach der Hauptsatzung vom 23. November 2007 mit Änderung vom 21. April 2015 ist das Gemeindegebiet in folgende 13 Ortsteile aufgeteilt: (Einwohnerzahlen nach Gemeindestatistik im Februar 2026, Hauptwohnungen.)

Adorf (1494 Einwohner) Benkhausen (138 Einwohner) Deisfeld (80 Einwohner) Flechtdorf (532 Einwohner) Giebringhausen (113 Einwohner) Heringhausen (382 Einwohner) Ottlar (139 Einwohner) Rhenegge (422 Einwohner) Schweinsbühl (107 Einwohner) Stormbruch (228 Einwohner) Sudeck (145 Einwohner) Vasbeck (524 Einwohner) Wirmighausen (366 Einwohner) mini|Gemeindeverwaltung in Adorf Mit Ausnahme des Ortsteils Adorf, in welchem sich der Verwaltungssitz der Gemeinde befindet, sind in den einzelnen Ortsteilen Außenstellen der Verwaltung eingerichtet. Dienstgeschäfte werden dort durch den jeweiligen Ortsvorsteher wahrgenommen.

Kleinster Ortsteil der Gemeinde ist Deisfeld mit einer Größe von 338 Hektar, gefolgt von Benkhausen mit 500 Hektar., abgerufen am 26. April 2014. Die gesamte Gemeinde Diemelsee ist als staatlich anerkannter Tourismusort anerkannt.

Klima Im Gebiet der Gemeinde herrscht gemäßigtes Mittelgebirgsklima. Klimatische Durchschnittswerte können der Klimatabelle entnommen werden, aktualisierte Informationen befinden sich im Abschnitt Weblinks.

Geschichte Gemeindebildung Die Geschichte der Gemeinde Diemelsee beginnt mit ihrer Gründung als Gebietskörperschaft im Jahr 1971. Die Vorgeschichte des räumlichen Gebietes ist mit der Geschichte der Grafschaft Waldeck, der preußische Provinz Hessen-Nassau, dem Oberjustizamt des Eisenbergs und mit der Geschichte vom Regierungsbezirk Kassel verbunden.

Die Gemeinde Diemelsee entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen zum 31. Dezember 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Adorf, Benkhausen, Deisfeld, Flechtdorf, Giebringhausen, Heringhausen, Ottlar, Rhenegge, Schweinsbühl, Stormbruch, Sudeck, Vasbeck und Wirmighausen. Ende 2009 kam es zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen durch einen Staatsvertrag zu einer Grenzbereinigung. Diese hatte zur Folge, dass ein Teil der Gemarkung Stormbruch mit 14 Hektar nach Nordrhein-Westfalen kam. 22 Bewohner waren davon betroffen.Die Welt (Veröffentlichung vom 18. Oktober 2016): Wie unzufriedene Hessen zufriedene Westfalen wurden Abgerufen am 28. April 2020.Staatsvertrag zwischen dem Land Hessen und dem Land Nordrhein-Westfalen über Änderungen der gemeinsamen Landesgrenze Abgerufen am 28. April 2020.

Für die ehemals selbständigen Gemeinden wurden gemäß Hauptsatzung Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet. Die Grenzen der Ortsbezirke folgen grundsätzlich den Gemarkungsgrenzen. Der Ortsbezirk Adorf wurde abweichend davon über die Gemarkung Adorf hinaus um einige angrenzende Neubaugebiete erweitert.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Diemelsee 4971 Einwohner. Darunter waren 96 (1,9 %) Ausländer, von denen 52 aus dem EU-Ausland, 21 aus anderen europäischen Ländern und 24 aus anderen Staaten kamen. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 5,9 %.) Nach dem Lebensalter waren 861 Einwohner unter 18 Jahren, 1902 waren zwischen 18 und 49, 324 zwischen 50 und 64 und 327 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 2070 Haushalten. Davon waren 573 Singlehaushalte, 615 Paare ohne Kinder und 693 Paare mit Kindern, sowie 171 Alleinerziehende und 18 Wohngemeinschaften. In 465 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 1248 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.

Einwohnerentwicklung Nach dem Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzept (IKEK) der Gemeinde Diemelsee ist die Einwohnerentwicklung seit 1995 rückläufig.Die Gemeinde Diemelsee und ihre Ortsteile: Bevölkerungsstruktur / demographische Entwicklung, S. 16 Abgerufen am 29. April 2020. Das IKEK führt den Bevölkerungsrückgang darauf zurück, dass sinkende Geburtszahlen und Wegzug jüngerer Menschen nicht durch entsprechenden Zuzug von Einwohnern ausgeglichen werden.Die Gemeinde Diemelsee und ihre Ortsteile: Bevölkerungsstruktur/ demographische Entwicklung, S. 19 Abgerufen am 29. April 2020.

Religionszugehörigkeit • 1987: 4187 evangelische (= 86,2 %), 455 katholische (= 4,5 %), 217 sonstige (= 4,5 %) Einwohner • 2011: 3601 evangelische (= 72,4 %), 511 katholische (= 10,3 %), 859 sonstige (= 17,3 %) Einwohner

Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Diemelsee erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Diemelsee 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021

Gemeindevertretung – Kommunalwahlen 2026

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 26,9 6 31,9 7 33,7 8 36,2 11 34,7 11 38,3 12 30,2 7 28,0 7 28,1 6 29,4 9 29,3 9 29,6 9 15,6 4 21,8 5 16,1 4 11,5 4 12,8 4 12,9 4 27,3 6 18,3 4 22,0 5 22,8 7 23,2 7 19,3 6 Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 31 100,0 31 100,0 31 Wahlbeteiligung in % 66,6 65,7 63,9 66,1 61,8 66,1

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Diemelsee neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und fünf weitere Beigeordnete angehören.Gremien der Gemeinde, abgerufen am 17. November 2023 Bürgermeister ist seit dem 4. September 2005 der parteiunabhängige Volker Becker. Er wurde als Nachfolger von Hans-Jürgen Fischer, der nach vier Amtszeiten nicht mehr kandidiert hatte, am 8. Mai 2005 in einer Stichwahl bei 71,4 Prozent Wahlbeteiligung mit 53,6 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgten drei Wiederwahlen, zuletzt im März 2023.Votemanager: Bürgermeisterwahl Gemeinde Diemelsee 2023

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden 2005–2029 Volker BeckerHNA, 15. Mai 2023: Parlamentschefin Hannelore Behle führt Diemelseer Bürgermeister Volker Becker ins Amt ein. Bürgermeister Volker Becker tritt am 4. September seine vierte Amtszeit an. 1981–2005 Hans-Jürgen Fischer 1977–1981 Willi Scheuermann 1972–1977 Karl Klemm

Wappen mini|123px|Bannerflagge der Gemeinde Diemelsee

Flagge Die Flagge wurde der Gemeinde am 8. Februar 1980 durch das Hessische Ministerium des Innern genehmigt und wird wie folgt beschrieben:

„Die Flagge zeigt auf der von Blau und Gelb längsgestreiften Flaggenbahn das Wappen der Gemeinde.“

Städtepartnerschaften Städtepartnerschaften bestehen seit 1991 zur thüringischen Gemeinde Geschwenda, seit 2019 Ortsteil der Gemeinde Geratal, und früher auch zum niederländischen Ort Den Ham.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=0.7|Turm der Wehrkirche in Adorf Theater Diemelsee verfügt über keine eigenen Theaterstätten. Die nächstgelegenen Theater sind die Freilichtbühnen in Korbach und Twistetal. In der Stadthalle von Mengeringhausen finden die Veranstaltungen des STATT-Theaters statt, die Aufführungen des BAC-Theaters in Bad Arolsen in einer ehemaligen Fabrikhalle.

Museen