Der DEL-Stadion-Punkte-Plan bezeichnet Kriterien an die Stadioninfrastruktur, die Bewerber für den Aufstieg in die Deutsche Eishockey Liga (DEL), der höchsten Liga im deutschen Eishockey, erfüllen müssen. Seit 2021 kann der Meister der DEL2 (zweithöchste Spielklasse) sich für die DEL bewerben. Dabei muss dieser, neben der üblichen Wirtschaftlichkeitsprüfung, ein Stadion mit 9.500 Punkten gemäß dem Punkteplan nachweisen. Daneben bestehen weitere Vorgaben zum Beispiel bezüglich technischer Infrastruktur für Fernsehübertragungen oder auch die Installation einer Flexbande.
Der Plan wurde 2006 ursprünglich als 9000-Punkte-Plan eingeführt. Er führte zum Bau mehrerer Eisstadien mit entsprechendem Fassungsvermögen. Auch für die DEL2 gilt ein Punkteplan. Aufsteiger in die DEL2 müssen ein Stadion mit mindestens 3.000 Punkten haben.
Geschichte
9000-Punkte-Plan Der 9000-Punkte-Plan wurde im Kooperationsvertrag von 2006 zwischen der DEL, der Eishockeyspielbetriebsgesellschaft (ESBG, Betreiber der damaligen 2. Eishockey-Bundesliga) und dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) vereinbart. Dieser legte Kriterien fest, die die Stadien von Aufsteigern aus der von der ESBG organisierten 2. Eishockey-Bundesliga in die DEL – Die 1. Bundesliga erfüllen mussten. Stadien von Clubs, die der DEL bereits vor 2006 angehörten, waren von der 9000-Punkte-Regelung ausgenommen. Aufsteiger wurden dabei nur bis zur Gesamtzahl von 16 Clubs in die DEL aufgenommen.
Gemäß dem Kooperationsvertrag stiegen die Straubing Tigers (2006), die Grizzly Adams Wolfsburg (2007), die Kassel Huskies (2008) und der EHC München (2010) in die DEL auf, während den Bietigheim Steelers (2009) und den Ravensburg Towerstars (2011) der Aufstieg verweigert wurde, da deren Stadien den 9000-Punkte-Plan nicht erfüllten.
Dem Kooperationsvertrag zwischen DEL und DEB von 2011 trat die ESBG nicht bei, wodurch es keinen geregelten Aufstieg in die DEL mehr gab.Sportal.de Möglich war aber der Kauf einer Lizenz, so übernahmen die Schwenninger Wild Wings 2013 die Lizenz der Hannover Scorpions.
2015 bis 2020 2015 veränderte die DEL die Aufnahmekriterien. Danach mussten Bewerber um eine Lizenz der DEL im ersten Jahr ein Stadion mit 6.000 Punkten nachweisen und ab der zweiten Saison 7.000 Punkte garantieren.
Geregelter Auf- und Abstieg ab 2021 Im Juli 2018 vereinbarten DEL und DEL2 den Auf- und Abstieg zwischen den Ligen ab der Saison 2020/21. Der DEL2-Meister muss ein Stadion von 8.000 Punkten und eine Mindestkapazität von 4.500 Zuschauern nachweisen.
Anfang 2024 verlängerten DEL und DEL2 die Vereinbarung. Dabei wurde der Punkteplan modifiziert, so dass ein Aufsteiger 9.500 Punkte nachweisen muss, wobei ein VIP-Platz zukünftig acht statt vier Punkte zählt. Die Mindestkapazität entfällt dagegen.
Punktevergabe Für jeden ordnungsbehördlich genehmigten Stehplatz erhält das Stadion einen Punkt, jeder Sitzplatz ist zwei Punkte und jeder VIP-Platz acht (bis 2024 vier) Punkte wert.
Im ursprünglichen 9000-Punkte-Plan waren zudem 1000 Punkte vorgesehen für das Vorhandensein eines Videowürfels oder einer vergleichbaren, zu einer fernsehtauglichen Produktion geeigneten, Anlage.
Stadien
DEL-taugliche Stadien Folgende Eisstadien erreichen die Schwelle von 8000 Punkten (nach alter Rechnung) und eine Mindestkapazität von 4500 Zuschauern: Stadion Stadt Heimmannschaft AktuelleLigaKapazitätCurt-Frenzel-StadionAugsburgAugsburger PantherDEL6.179Uber ArenaBerlinEisbären BerlinDEL14.200EgeTrans ArenaBietigheim-BissingenBietigheim SteelersOberliga Süd4.517Eisarena BremerhavenBremerhavenFischtown Pinguins BremerhavenDEL4.647Joynext ArenaDresdenDresdner EislöwenDEL24.576PSD Bank DomeDüsseldorfDüsseldorfer EGDEL13.205Eissporthalle FrankfurtFrankfurtLöwen FrankfurtDEL6.990Olympia-EisstadionGarmisch-PartenkirchenSC RiesserseeOberliga Süd6.926Saturn-ArenaIngolstadtERC IngolstadtDEL4.816Eissporthalle IserlohnIserlohnIserlohn RoostersDEL4.967Nordhessen ArenaKasselKassel HuskiesDEL26.100Yayla-ArenaKrefeldKrefeld PinguineDEL28.029Lanxess ArenaKölnKölner HaieDEL18.700SAP ArenaMannheimAdler MannheimDEL13.600SAP GardenMünchenEHC Red Bull MünchenDEL10.796Arena Nürnberger VersicherungNürnbergNürnberg Ice TigersDEL7.672Donau-ArenaRegensburgEV RegensburgDEL24.863Eisstadion am PulverturmStraubingStraubing TigersDEL5.635Helios ArenaVillingen-SchwenningenSchwenninger Wild WingsDEL6.125Eis Arena WolfsburgWolfsburgGrizzlys WolfsburgDEL4.503
Multifunktionshallen Daneben erreichen auch mehrere Multifunktionshallen diese Kriterien, in denen nicht (mehr) regelmäßig Eishockey gespielt wird, unter anderem: Stadion Stadt Heimmannschaft KapazitätBarclays ArenaHamburg Hamburg Freezers (2002–2016)13.000ZAG-ArenaHannover Hannover Scorpions (2001–2013)10.767 Rudolf Weber-ArenaOberhausen Revierlöwen Oberhausen (1997–2002)12.650 Olympiahalle München MünchenEHC Red Bull München (einzelne Spiele bis 2024)12.463Porsche-ArenaStuttgart–6.211
Hallen mit geplanter DEL-Tauglichkeit Stadion Stadt Heimmannschaft AktuelleLigaKapazitätAnmerkungHallenneubauHeilbronnHeilbronner FalkenOberliga-SüdunbekanntEine geplante neue Eishalle an neuem Standort soll DEL-tauglich gebaut werden.
Einzelnachweise
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