Alfhausen ist eine Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Bersenbrück im Landkreis Osnabrück, Niedersachsen.

Geografie Lage Alfhausen liegt etwa 27 km (Luftlinie) nördlich von Osnabrück zwischen den Südost-Ausläufern der Ankumer Höhe im Westen und dem Alfsee im Südosten. Eine schnelle Erreichbarkeit wird auch durch den nur ca. 10 km entfernten Autobahnanschluss Neuenkirchen-Vörden der Bundesautobahn 1 gegeben. Alfhausen liegt direkt an der Bundesstraße 68 zwischen Bersenbrück im Norden und Bramsche/Hesepe im Süden.

Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete Alfhausen gehört hydrologisch zum Einzugsgebiet der Hase und damit zum Flusssystem der Ems und liegt in einer hydrologisch geprägten Landschaft.

Die Hase fließt durch die östlichen Bereiche der Gemeinde Alfhausen. Hier ist die Hase zunächst noch in die Arme Tiefe Hase und Hohe Hase aufgeteilt. Diese sind am Verteilerbauwerk in Bramsche-Sögeln entstanden und vereinigen sich nach einigen Flusskilometern wieder an der östlichen Gemeindegrenze. Ebenfalls am Verteilerbauwerk zweigt der Zuleiter zum Alfsee ab, welcher nach dem Alfsee als Durchleiter das Reservebecken Alfhausen-Rieste passiert und nach Verlassen des Reservebeckens den Namen Ableiter bekommt.

Die Ueffelner Aue beginnt in Ueffeln zwischen den Ankumer Bergen und dem Höhenzug des Gehn. Im Süden der Gemeinde ist sie Grenzfluss zwischen Alfhausen und Bramsche. An der Dreihausbrücke des Zuleiters zum Alfsee folgt die Aue der Bahnstrecke Oldenburg–Osnabrück bis zum Nordrand des Alfsees. Nach Unterquerung der Bahnstrecke begleitet sie den Deich des Reservebeckens bis zum Ableiter. Die Ueffelner Aue nimmt kleinere Gewässer/Gräben auf wie den Wasserwerksgraben, Thiener Mühlenbach, Thiener Dorfgraben, Alfhausener Dorfgraben (Buschbach) etc.

Der in Bramsche entstehende Nonnenbach mündet in Heeke in die Hase.

Von besonderer Bedeutung ist der Alfsee, ein künstlich angelegter Speicher- und Hochwasserrückhalteraum, der sich im Grenzbereich der Gemeinden Alfhausen und Rieste befindet. Der Alfsee dient dem Hochwasserschutz für die Hase-Niederung sowie der Niedrigwasseraufhöhung und besitzt zugleich hohe naturschutzfachliche Bedeutung. Teile des Gewässers sind als EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesen.

Teile der Gewässerlandschaft sind als Naturschutzgebiet (NSG WE 210) ausgewiesen. Das Rückhaltebecken besteht aus einem ständig wasserführenden Hauptbecken und einem bei Hochwasser genutzten Reservebecken.

Darüber hinaus bestehen kleinere Stillgewässer wie Abgrabungsgewässer, Regenrückhaltebecken und Teiche, die lokal wasserwirtschaftliche Funktionen erfüllen.

Im Gemeindegebiet von Alfhausen treten überwiegend Niedermoore auf, die sich in grundwassernahen Senken mit dauerhaft hohen Wasserständen gebildet haben. Kleinflächige Moor- und Anmoorbereiche sind in der niedersächsischen Moorkartierung ausgewiesen, jedoch vielfach entwässert und landwirtschaftlich genutzt. Restflächen besitzen Bedeutung als Lebensraum spezialisierter Arten und als Kohlenstoffspeicher.

Neben Mooren prägen Feuchtwiesen, Gräben und Bachniederungen das Landschaftsbild. Sie stehen in engem Zusammenhang mit oberflächennahem Grundwasser und tragen zur Rückhaltung und verzögerten Abgabe von Niederschlagswasser bei.

Herausforderungen ergeben sich durch erhöhte Nitratbelastungen im Grundwasser infolge intensiver Landwirtschaft, durch historische Entwässerungsmaßnahmen mit Torfmineralisierung sowie durch zunehmende Starkregen- und Trockenperioden im Zuge des Klimawandels. Zudem beeinträchtigen Gewässerausbau und Begradigungen die ökologische Durchgängigkeit und Artenvielfalt.

Maßnahmen erfolgen im Rahmen landes- und kreisweiter Programme: Der Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz setzt Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie um, etwa durch Gewässerrandstreifen und Strukturverbesserungen. Kooperationen zwischen Wasserversorgern und Landwirtschaft im Landkreis Osnabrück dienen der Reduktion von Nährstoffeinträgen. Darüber hinaus fördert das Land Niedersachsen die Wiedervernässung von Moorstandorten sowie Agrarumweltmaßnahmen und dezentrale Regenwasserbewirtschaftung zur Minderung von Hochwasserspitzen.

Untergrundverhältnisse Alfhausen liegt in der Norddeutschen Tiefebene, die während der Quartär-Eiszeiten (Weichsel-, Saale-, Elster-Kaltzeit) durch glaziale und glazifluviale Ablagerungen geprägt wurde. Der Untergrund besteht überwiegend aus Lockergesteinen wie Sanden, Kiesen, Schluffen sowie geringeren Anteilen von Lehm und Ton, die unterschiedliche Mächtigkeiten und Durchlässigkeiten aufweisen. Diese quartären Sedimente überlagern ältere Schichten und prägen den geologischen Aufbau des Osnabrücker Landes.

Unter dem Gemeindegebiet erstreckt sich die Menslage-Alfhausen-Lembruch-Senke, in welcher sich während des Erdzeitalters des Oberjura Salzablagerungen gebildet hatten. Diese Salzablagerungen formten sich bei Alfhausen durch Halokinese zum 58 km² großen Salzkissen Bersenbrück (Alfhausen).

Im Raum Alfhausen sind zwei hydrogeologisch relevante Grundwasserstockwerke ausgebildet. Der obere Grundwasserleiter besteht aus fein- bis mittelkörnigen Sand- und Kiesschichten jüngerer Quartärablagerungen und liegt meist oberflächennah in etwa 2–6 m Tiefe. Er ist ungespannt und reagiert rasch auf Niederschläge. Ein tiefer liegender, häufig ergiebigerer Grundwasserleiter tritt in älteren Sand- und Kiesschichten auf und beginnt regionaltypisch in etwa 25–30 m Tiefe, wobei Lage und Mächtigkeit variieren können. Dazwischen können schluff- und tonhaltige Schichten als Grundwasserhemmer wirken und den hydraulischen Austausch einschränken.

Auf dem westlichen und südwestlichen Gemeindegebiet von Alfhausen und darüber hinaus erstreckt sich das Wasserschutzgebiet Thiene (Gebietsnummer 03459402103), welches insgesamt eine Fläche von ca. 47 km² hat.

Klima

mini|Klimadiagramm Alfhausen Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Alfhausen 8,5–9,0 °C und es fallen ca. 800 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20–25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 51 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monate ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Juni fallen 1,6 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren kaum und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 7 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Wetterstation mini|Wetterstation Alfhausen am Morgen des 25. Juli 2019 Alfhausen hat seit dem 15. April 1949 eine Messstation des Deutschen Wetterdienstes. Die Station mit der Kennnummer 00078 befindet sich auf einer Höhe von 65 Metern über Normalhöhennull und misst verschiedene Wetterparameter. Bis 2004 war die Station an der Hauptstraße im Dorf, bevor sie nach Thiene verlagert und automatisiert wurde.Stationsatlas des Deutschen Wetterdienstes; Station Alfhausen. Extremwerte Die höchste bisher an der Wetterstation gemessene Temperatur wurde am selben Tag ermittelt wie der deutsche Temperaturrekord der Wetterstation Lingen. Am 25. Juli 2019 sorgte das Hoch Yvonne für einen Temperaturrekord von 39,2 °C. Der vorherige Temperaturrekord wurde am 19. August 2012 mit 36,8 °C aufgestellt.Webseite wetterzentrale.de mit der Top 10 Tabelle der Wetterstation Alfhausen Höchste bisher gemessene Temperatur am 25. Juli 2019: 39,2 °C Tiefste bisher gemessene Temperatur am 8. Januar 1985: −25,2 °CDekadenrekorde (Höchsttemperatur, Tiefsttemperatur) an rund 1000 deutschen Stationen

Gemeindegliederung mini|Ortsteile Alfhausen Die Gemeinde Alfhausen besteht aus vier OrtsteilenAlfhausen 1025 Jahre. Eine Chronik in Wort und Bild. S. 11.

Ortsteil Größe in km² Alfhausen 8,28 Heeke 8,29 Thiene 19,25 Wallen 3,50

Flächennutzung Die 39,33 km² große Gemeinde Alfhausen teilt sich in folgende Flächennutzungen auf(Stand 31. Dezember 2016):Angaben Katasterfläche nach Nutzungsarten des Landesamtes für Statistik Niedersachsen Nutzungsart Fläche in km² Bodenfläche insgesamt 39,33 Siedlungsfläche 2,54 Verkehrsfläche 2,18 Landwirtschaft 25,63 Wald 5,77 Unland 0,08 Gewässerfläche 2,82

Nachbargemeinden Alfhausen grenzt im Nordwesten an Ankum, nördlich an die Stadt Bersenbrück und im Osten an Rieste. Diese Orte sind ebenso wie Alfhausen Mitglied in der Samtgemeinde Bersenbrück. Südlich schließt sich der Bramscher Stadtteil Hesepe an, im Westen die ebenfalls zu Bramsche gehörenden Ortschaften Ueffeln und Balkum.

Geschichte Das im 19. Jahrhundert zerstörte Großsteingrab Wallen, welches auch Heidenaltar genannt wurde, zeugte von der Besiedlung des Ortsgebietes während der Jungsteinzeit. Mit dem Großsteingrab Woltrup-Wehbergen befand sich ein weiteres Großsteingrab im Grenzbereich zu Bersenbrück, auch dieses Großsteingrab wurde im 19. Jahrhundert zerstört. Das wehrhafte Kirchdorf Alfhausen „im sagenumwobenen Giersfeld, zu Füßen des Heiligenberges“ () wurde 977 erstmals in einer Urkunde des Kaisers Otto II. vom 29. Oktober 977 als Alfhuson erwähnt.

Großer Sturm von 1703 Während des großen Sturmes von 1703 wurde die Turmspitze der Kirche am 8. Dezember umgerissen. Die Turmspitze stürzte auf das Kirchenschiff und durchschlug teilweise das Gewölbe, sodass auch der Hochaltar in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Wiederaufbau des Turmes und die Instandsetzung der Kirche erforderte große Mühen der Gemeinde.Helmut Niedernostheide, Franz Huchkemper: Kirchenführer Pfarrkirche St. Johannis Alfhausen. Kath. Pfarrgemeinde St. Johannis Alfhausen, S. 3.

Erdbeben von 1770 Am 3. September 1770 wurde der Ort von einem für norddeutsche Verhältnisse sehr starken Erdbeben getroffen.fzpublic.gfz-potsdam.de/pubman/item/escidoc:230168:1/component/escidoc:230167/4400.pdf Untersuchung des Erdbebens von 1770 Eine erste wissenschaftliche Erwähnung erfolgte 1940 von August Heinrich Sieberg. Eine Abschätzung der Maximalintensität wurde 1970 von Ludwig Ahorner mit VII auf der Medwedew-Sponheuer-Kárník-Skala durchgeführt. So ist dieses Erdbeben das stärkste, welches in Norddeutschland bislang bekannt geworden ist.

Dorfbrand 1775 Im Jahr 1775 am 19. Oktober ereignete sich in Alfhausen ein großer Dorfbrand, bei dem mehrere Häuser und Speicher ein Raub der Flammen wurden. Auch eine Frau starb in den Flammen. So sollen fünf Speicher der Kirchhöfnerei abgebrannt sein, was der Kirchhöfnerei ihr heutiges Aussehen gab.Clemens Wellbrock, Feuerwehr Alfhausen: 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Alfhausen. Alfhausen 1996, S. 21.

Windhose 1934 Am Nachmittag des 19. September 1934 brachte der Durchzug eines Tornado im Ortsteil Thiene großen Schaden an Bäumen, Telegrafenleitungen und auch Häusern. Die Reichsstraße 68 war für längere Zeit unpassierbar.

Einsatzhafen Hesepe Im Zweiten Weltkrieg war im Grenzbereich des damals noch selbstständigen Ortsteils Thiene zum Nachbarort Hesepe der Einsatzhafen „Holstentor“ Hesepe der deutschen Luftwaffe angesiedelt. Der Baubeginn der drei Landebahnen war 1938. Nach dem Krieg wurde das Gelände zum Teil aufgeforstet oder landwirtschaftlich genutzt.

Kriegsende 1945 Nachdem am Vormittag des 10. April die Stadt Bramsche kampflos an die vorrückenden britischen Streitkräfte gefallen war, stießen diese weiter in Richtung Alfhausen vor.