Wilhelm Hein (* 12. Februar 1940 in Duisburg; † 15. März 2025) war ein deutscher avantgardistischer Filmemacher, Filmproduzent, Filmregisseur, Filmtheoretiker und Performancekünstler. Er gilt als einer der wichtigsten „Underground-Filmemacher“ in Deutschland.

Leben und Werk Wilhelm Hein war der Sohn des kaufmännischen Angestellten Wilhelm Hein und seiner Ehefrau Margarete, geborene Schmidt. 1959 machte er sein Abitur in Duisburg.

Er absolvierte ein Studium der Kunst und Ökonomie an der Universität München. Danach folgte ab 1962 ein Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Germanistik an der Universität zu Köln. Hein war jahrelang Assistent von Alphons Silbermann an der von 1963 bis 1969 von Gerd Albrecht geleiteten Abteilung Massenkommunikation des Fortschungsinstituts für SoziologieAlbrecht, Gerd. (2) In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 11. der Universität Köln. 1964 heiratete er die Studentin Birgit Michelis, die er 1959 als Teilnehmerin einer Gruppenausstellung kennengelernt hatte.

Wilhelm Hein war 1968 Mitbegründer von „XScreen“ in Köln für Veranstaltungen der Subkultur und Programmarbeit für diverse Kinos. „XScreen“ war die erste Vorführstelle für unabhängige Filme in Deutschland.

Von 1966 bis 1988 arbeitete er in Form von Performances und Filmen mit seiner Frau Birgit Hein zusammen. Gemeinsam mit Birgit Hein war er mit zwei Filmarbeiten an der Documenta 5 in Kassel im Jahr 1972 in der Abteilung: Filmschau: New European Cinema beteiligt und auch auf der Documenta 6 im Jahr 1977 als Künstler vertreten.

Wilhelm Hein veröffentlichte zahlreiche Publikationen über den Avantgardefilm. Seit dem Jahr 1989 arbeitete er unter anderem an einem 13-Stunden Dokumentarfilm.

Filmografie

1967: Olé 1967: S&W 1967: Und Sie? 1968: Grün 1968: Rohfilm 1968: Werbefilm Nr. 1: Bamberg 1969: 625 1969: Reproductions 1969: Sichtbarmachung der Wirkungsweise optischer Gesetze am einfachen Beispiel 1969: Square Dance 1969: Work in Progress Teil A. 1. Take. – 2. Catania. – 3. Ohne Titel. – 4. Ohne Titel. – 5. Der Raub der Juwelen. – 6. Ohne Titel 1970: Auszüge aus einer Biografie 1970: Foto-Film 1970: Ludwig van Beethoven – Ein Leben für die Musik 1970: Madison/Wis. 1970: Porträts. 1. Charles Manson. – 2. Ronald Biggs. – 3. Wilhelm Hein 1970: Replay 1970: Reproduktionsimmanente Ästhetik 1970: Work in Progress Teil B 1971: Altes Material 1971: Autobahn 1971: Doppelprojektion I 1971: I Want You To Be Rich 1971: Liebesgrüße 1971: Porträts. 4. Nina I-III 1971: Videotape I. 1971: Work in Progress Teil C. 1919. – Spielfilm. – Stierkampf. – Karin Michelis 1936. – Sprecher. – FKK-Akt. – Boxkampf. – Blondie. 1971: Work in Progress Teil D. 1971: Yes to Europe 1971: Zoom – kurze Fassung 1971: Zoom – lange Fassung 1972: Aufblenden/Abblenden 1972: Dokumentation 1972: Doppelprojektionen II-V 1972: Fußball 1972: Porträts. Alte Familienfotos. – 1936. – Altes Material 1972: Porträts. Kurt Schwitters I, II, III 1972/1973: Ausdatiertes Material 1973: God Bless America 1973: London 1973/1974: Stills 1974: Künstlerfilme I 1974: Künstlerfilme II 1974: Strukturelle Studien 1975: Porträts II 1976: Materialfilme I 1976: Materialfilme II 1977: Porträts III (1970–1977) 1978: Kurt Kren. Porträt eines experimentellen Filmmachers 1978/1979: Verdammt in alle Ewigkeit 1980: Superman und Superwoman 1981: Die Medien und das Bild. Andy Warhol Kunst 1982: Love Stinks – Bilder des täglichen Wahnsinns 1984–1986: Verbotene Bilder 1985: Home Movies 1971 – 1981 1985/1986: Monumentalfilm über den Lebens- und Leidensweg unseres Herrn Jesus Christus, kurz: Jesusfilm / Episode: Fußwaschung 1987: Das Innere des Granatapfels 1987/1988: Die Kali-Filme 1989–1994: To Those Who Found no Graves 1996: Der König der Froschschenkel 2002: You Killed the Undergroundfilm Or The Real Meaning of Kunst bleibt …bleibt… (2013 vollendet)Filmmuseum Düsseldorf: ObjektnummerFM.FB.39745 YOU KILLED THE UNDERGROUNDFILM OR THE REAL MEANING OF KUNST BLEIBT ...BLEIBT..., abgerufen am 12. Mai 2025 2000/2009: Materialfilm Performance: Ein 35mm Cinemascope Expanded Cinema Event

Literatur und Quellen Ausstellungskatalog: documenta 5. Befragung der Realität – Bildwelten heute. Katalog (als Aktenordner) Band 1: (Material); Band 2: (Exponatliste); Kassel 1972 Hans-Michael Bock: Wilhelm + Birgit Hein – Filmmacher. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film. Lieferung 6, 1986. documenta Archiv (Hrsg.);: Wiedervorlage d5 – Eine Befragung des Archivs zur documenta 1972. Kassel/Ostfildern 2001, ISBN 3-7757-1121-X. Katalog zur documenta 6: Band 1: Malerei, Plastik/Environment, Performance. Band 2: Fotografie, Film, Video. Band 3: Handzeichnungen, Utopisches Design, Bücher. Kassel 1977, ISBN 3-920453-00-X. XSCREEN, Materialien über den Underground-Film, W + B Hein, Phaidon Vlg 1971 (PDF)

Weblinks

Wilhelm Hein – Persönliche Webseite

Einzelnachweise

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