mini|Olaf Fjord, etwa 1925 Olaf Fjord, gebürtig Amilian Maximilian Pouch (* 3. August 1897 in GrazLandesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin-Wilmersdorf, Nr. 936/1931; † 19. April 1945 in Wien), war ein österreichischer Schauspieler, Filmregisseur und Filmproduzent.
Leben Er kam mit seinen Eltern im Alter von drei Jahren nach Bosnien-Herzegowina und wuchs dort in einem Benediktinerkloster auf. Während des Ersten Weltkrieges diente er zeitweise beim Militär.
Noch während des Krieges ließ er sich in Wien gesanglich ausbilden und absolvierte eine Kaufmannslehre. Im Winter 1917/18 wurde er von dem dänischen Regisseur Einar Zangenberg für den Film entdeckt.
Er nahm den Künstlernamen Olaf Fjord an und war als Schauspieler in zahlreichen österreichischen, französischen, tschechischen und amerikanischen Stumm- und Tonfilmproduktionen zu sehen. Unter anderem verkörperte er 1921 in der Biografie Ludwig II. den Bayernkönig Ludwig II. In seiner Vita bezeichnete er sich wiederholt als Norweger.
mini|Werbung der neugegründeten Fjord-Film in der Neuen Kino-Rundschau Gemeinsam mit Harald Gurschner, dem Sohn des Bildhauers Gustav Gurschner und der Schriftstellerin Paul Althof, gründete er 1920 die Filmproduktionsfirma Fjord-Film.Vgl. Eintragungen im Handelsregister des Handelsgerichts Wien vom 30. Jänner 1920 (Abteilung C) in: Amtsblatt zur Wiener Zeitung vom 19. Februar 1920, S. 148 (Digitalisat bei ANNO). In der Lindengasse 9 – der eingetragenen Adresse der Fjord-Film – befanden sich Wohnung und Bildhauerwerkstatt der Gurschners. Als Produzent trat er mit seiner im Juni 1934 gegründeten Olaf Fjord Film Produktion GmbHBerliner Handelsregister HRB Nr. 49103 durch eine frühe Fassung des mehrfach adaptierten Stoffes Ferien vom Ich (1934, nach dem Roman von Paul Keller) und die Verfilmung der Knut-Hamsun-Novelle Pan (1937), welche er nach der Erkrankung des Regisseurs Josef Rovenský selbst inszenierte und fertigstellte, im nationalsozialistischen Deutschland hervor. Sein Versuch, den Roman Gösta Berling zu verfilmen, scheiterte 1938. Im Januar 1939 wanderte er in die USA aus, wo er eine Zeitlang lebte.Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 3: F – H. Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 10.
Sein Halbbruder war der Schauspieler Oskar Pouché. 1923 spielten sie auch im Film zwei Brüder in „Die Kuriere des Kaisers“Quelle: Die Filmwelt, Nr. 3, Jg. 1923, S. 4f. und standen auch in „Zwei Menschen“ gemeinsam vor der KameraQuelle: Die Filmwoche, Nr. 41, Jg. 1926, S. 974.. Schauspieler Victor Varconi war Fjords Cousin.Quelle: Die Filmwoche, Nr. 48, Jg. 1925, S. 1140.
Filmografie (als Schauspieler) 1920: Der Herzog von Reichstadt 1920: Der Graf von Imola (Kurzfilm nach der gleichnamigen Novelle von Paul Althof; auch Produktion) 1920: Paulchen, das Millionenbaby (auch Regie und Produktion) 1920: Die Pendeluhr (auch Produktion, Regie: Harald Gurschner) 1922: Ludwig II. 1922: Napoleon in Schönbrunn 1922: Monna Vanna 1923: Der Löwe von Venedig 1924: Der Weg zu Gott 1924: Der Mann um Mitternacht 1924: Zwei Menschen 1924: Vitus Thavons Generalcoup 1924: Die schönste Frau der Welt 1925: Ein Lebenskünstler 1925: Frauen, die nicht lieben dürfen 1925: Luxusweibchen 1925: Der Mann, der sich verkauft 1925: Götz von Berlichingen zubenannt mit der eisernen Hand 1926: Ich hatt’ einen Kameraden 1927: Madonna im Schlafwagen (La madone des sleepings) 1927: Napoleon (als Horatio Nelson) 1928: Le désir 1928: Mon coeur au ralenti 1929: Das Geständnis der Drei 1929: Kameradschaftsehe (Kamarádské manzelství) 1929: Erotik (Erotikon) 1929: Indizienbeweis 1930: Dzungle velkomesta 1930: Tarakanova, die falsche Zarentochter (Tarakanova) 1931: 1914, die letzten Tage vor dem Weltbrand 1931: Kennst Du das Land (deutsche Version von Terra madre) 1932: Kavaliere vom Kurfürstendamm 1934: Ferien vom Ich (nur Produktion) 1935: Alles um eine Frau 1937: Pan. Das Schicksal des Leutnants Thomas Glahn (nur Regie und Produktion)Kurzrezension („Filme der Woche“) in: Das Kleine Volksblatt, 3. Juli 1938, S. 18 (Digitalisat bei ANNO).
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