Der Ferrari 312T2 war ein Formel-1-Rennwagen, den die Scuderia Ferrari von 1976 bis 1978 in der Formel-1-Weltmeisterschaft einsetzte.

Renngeschichte Das Reglement der Formel 1 wurde für die Saison 1976 von der FIA geändert. Da die ersten drei Rennen von Januar bis März in Brasilien, Südafrika und den USA stattfanden, wohin die Teams üblicherweise die Vorjahreswagen verschifften, wurden die Änderungen erst ab dem Großen Preis von Spanien Anfang Mai wirksam. Das Weltmeister-Auto von 1975, der Ferrari 312T, wurde angepasst und als 312T2 eingesetzt.

Die Rennwagen verloren ihre mächtigen Lufthutzen über dem Cockpit und bekamen größere Cockpitöffnungen. Aufhängungen, Getriebe und der flache 12-Zylinder-Motor wurden völlig überarbeitet. Ferrari experimentierte bei den Testfahrten mit einer De-Dion-Hinterradaufhängung, die im Rennen aber nicht zum Einsatz kam.

Der 312T2 war der Spitzenwagen der Saison 1976 und Niki Lauda hatte einen beruhigenden Vorsprung in der Fahrerweltmeisterschaft, bevor er beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring seinen lebensbedrohenden Unfall erlitt. Die Unfallursache konnte nie restlos geklärt werden. Als Ersatzmann für Lauda kam der Argentinier Carlos Reutemann ins Team, da Ferrari von der Genesung des Österreichers nicht überzeugt war. Aber schon 42 Tage nach seinem Unfall startete Lauda beim Großen Preis von Italien und wurde Vierter. Die Fahrerweltmeisterschaft verlor Lauda, weil er beim letzten Rennen in Japan im strömenden Regen aufgab. Der Konstrukteurspokal war der Scuderia aber nicht zu nehmen.

1977 trat die Scuderia mit dem fast unveränderten 312T2 und der Fahrerpaarung Lauda/Reutemann in der Weltmeisterschaft an. Lauda wurde mit dem 312T2 zum zweiten Mal in seiner Karriere Formel-1-Weltmeister.

Der 312T2 wurde auch noch im Januar 1978 bei den beiden ersten Grand-Prix-Rennen der Saison 1978 in Südamerika eingesetzt. Reutemann gewann den Großen Preis von Brasilien, das letzte Rennen des 312T2, der danach durch den Ferrari 312T3 ersetzt wurde.

Galerie

Ergebnisse Fahrer Nr. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 Punkte Rang Formel-1-Saison 1976 83 1. 1 2 1 1 3 DNF 1 DNF INJ INJ 4 8 3 DNF 2 11 2 14* 6 DNF DNF 9 2 2 6 7 5 35 9 Formel-1-Saison 1977 95 1. 11 DNF 3 1 2 DNS 2 2 DNF 5 2 1 2 1 2 4 DNF 12 3 1 8 DNF 2 3 DNF 3 6 15 4 4 6 DNF 6 DNF 2 21 12 Formel-1-Saison 1978 9 3. 11 7 1 12 8 DNF

Technik mini|Ferrari 312T2 mit teilweise abgenom­mener Verkleidung: Blick auf Fahrwerk, Cockpit und Motor 312T2 Technische Daten Motor Ferrari-12-Zylinder (180° V) Bohrung × Hub 80 × 49,6 mm Hubraum 2993 cm³ Leistung 368 kW (500 PS) bei 12.200/min Max. Drehmoment 320 Nm bei 9000–9500/min Gemischaufbereitung Lucas-Einspritzung Schmierung Trockensumpf Getriebe Ferrari-Fünfganggetriebe (60–80 % Sperre) Radstand 2560 mm Spurweite vorn 1405–1600 mm Spurweite hinten 1430–1600 mm Länge × Breite × Höhe 4316 × 2110 × 990 mm Leergewicht (ohne Fahrer und mit leerem Tank) 575 kg Höchstgeschwindigkeit ca. 280 km/h

Literatur (chronologisch geordnet) Mike Lang: Grand Prix! Race-by-race account of Formula 1. Haynes Publishing Group, Sparkford 1982, ISBN 0-85429-321-3. David Hodges: Rennwagen von A–Z nach 1945. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01477-7. Pino Casamassima: Storia della Scuderia Ferrari. Nada Editore, Vimodrome 1998, ISBN 88-7911-179-5. Leonardo Acerbi: 60 Jahre Ferrari. Heel, Königswinter 2007, ISBN 978-3-89880-815-6. Renn- und Sportwagen Katalog. Nr. 1, 1977, .

Weblinks

Ferrari 312T2. In: Ferrari.com (englisch) Ferrari 312T2. In: F1Technical.net (englisch) Ferrari 312T2. In: Ultimatecarpage.com (englisch)

Kategorie:Rennwagen der Automobil-Weltmeisterschaft 1976 Kategorie:Rennwagen der Automobil-Weltmeisterschaft 1977 Kategorie:Rennwagen der Automobil-Weltmeisterschaft 1978 312T2