Die Atlantische Hurrikansaison 2009 begann am 28. Mai und endete am 30. November 2009. Innerhalb dieser Periode bilden sich die meisten tropischen Stürme, da nur zu dieser Zeit geeignete Bedingungen, wie etwa ein warmer Ozean, feuchte Luft und wenig Windscherung, existieren, um die Bildung von tropischen Wirbelstürmen zu ermöglichen. Diese Saison begann drei Tage vor dem offiziellen Saisonbeginn.

Stürme im östlichen Pazifischen Ozean sind Bestandteil der Pazifischen Hurrikansaison 2009.

Saisonprognosen + Voraussagen tropischer Wirbelsturmaktivitäten für die Saison 2009 Quelle Datum Stürme Anzahl derHurrikans Kat. 3+ ACE-IndexCSUDurchschnitt (1950–2000) 9,6 5,9 2,3 96,1NOAADurchschnitt (1950–2005) 11,0 6,2 2,7 Rekordwerte (hoch) 28 15 8 248 Rekordwerte (niedrig) 4 2 0 17Aktivität im Jahr 2009 9 3 2 50,8CSU10. Dezember 2008 14 7 3 125CSU7. April 2009 12 6 2 100NOAA21. Mai 20099–144–71–3CSU2. Juni 2009 11 5 2 85UKMO18. Juni 2009 6* × ×CSU4. August 2009 10 4 2 80NOAA6. August 2009 7–11 3–6 1–2* nur Juli–November Voraussagen über die Aktivität der kommenden Hurrikansaison werden jedes Jahr durch die anerkannten Hurrikanexperten Philip J. Klotzbach und William M. Gray und ihren Mitarbeitern an der Colorado State University und separat durch die Meteorologen der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) erstellt.

Klotzbachs Team definiert die durchschnittliche Anzahl von Stürmen pro Saison gemäß ihrem durchschnittlichen Auftreten und kommt dabei von 1950 bis 2000 auf 9,6 tropische Stürme, 5,9 Hurrikane und 2,3 schwere Hurrikane, also solche, die auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala mindestens in die Kategorie 3 eingestuft werden. Eine normale Saison, wie sie durch die NOAA festgelegt wurde, besteht aus 9–12 benannten Stürmen, von denen 5–7 Hurrikanstärke erreichen und 1–3 schwere Hurrikane werden.

Vorsaison-Prognose Am 10. Dezember 2008 veröffentlichte Klotzbach die Langzeitprognose für die Hurrikansaison 2009. Er sagte eine überdurchschnittliche Aktivität voraus (14 benannte Stürme; 7 Hurrikane, davon 3 der Kategorie 3 oder heftiger und einen ACE-Index von 125). Eine abgemilderte Vorhersage wurde von Klotzbach am 7. April 2009 veröffentlicht. Darin geht er von einer fast-durchschnittlichen Saison aus, das bedeutet 12 benannte Stürme, davon sechs Hurrikane von welchen wiederum zwei die Kategorie 3 oder höher erreichen würden. Die ACE werde 100 betragen.

Prognosen zu Beginn der Saison Am 2. Juni 2009 gab Klotzbachs Team eine Aktualisierung der Vorhersage heraus. Man ging nunmehr von einer leicht unterdurchschnittlichen Saison aus, in der man 11 benannte Stürme, 5 Hurrikane und 2 schwere Hurrikane erwartete; den zu erwartenden ACE gab diese Prognose mit 85 an.

Das britische Met Office (UKMO) veröffentlichte am 18. Juni die Vorhersage, dass sich zwischen Juli und November sechs tropische Stürme bilden könnten (die Wahrscheinlichkeit, dass sich 3 bis 9 tropische Stürme bilden würden, nahm man mit 70 Prozent an) und dass der ACE sich auf 60 belaufen werde (eine 70-Prozent-Wahrscheinlichkeit nahm man für die Bandbreite 40 bis 80 an).

Aktualisierte Prognosen im Saisonverlauf In einer am 4. August 2009 veröffentlichten Studie stuften Philip J. Klotzbach und William M. Gray ihre vorherige Saisonprognose herab. Wegen der Entwicklung eines El Niños werde die Saison schwächer ausfallen, als ursprünglich prognostiziert. Demnach wurden nur noch zehn benannte Stürme, davon vier Hurrikane und davon wiederum zwei schwere (Kategorie 3 bis 5) vorhergesagt. Die voraussichtliche ACE wurde auf 80 geschätzt. Die Gesamtaktivität im atlantischen Becken läge damit bei rund 85 Prozent des Durchschnitts des letzten Jahrhunderts. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein schwerer Hurrikan irgendwo an der US-Küste auf Land trifft, wurde mit 46 Prozent angegeben. Der langjährige Durchschnitt liegt bei 52 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein schwerer Hurrikan die Karibik durchquert, liege bei 37 Prozent (Durchschnitt: 42 Prozent).Philip J. Klotzbach, William M. Gray: (PDF-Datei; 1,34 MB) vom 4. August 2009

Auch die NOAA bewertete in einer am 6. August bekanntgegebenen Aktualisierung ihrer Vorhersage die Aktivität der Saison neu; nunmehr erwartete die NOAA nur noch 7-11 benannte Sturme, davon 3-6 Hurrikane, von denen 1–2 sich zu einem schweren Hurrikan entwickeln würden.

Stürme Sturmnamen In der Atlantischen Hurrikansaison 2009 wurden die folgenden Namen verwendet: Ana, Bill, Claudette, Danny, Erika, Fred, Grace, Henri und Ida. Nicht verwendet wurden: Joaquin, Kate, Larry, Mindy, Nicholas, Odette, Peter, Rose, Sam, Teresa, Victor und Wanda.

Diese Liste wurde im Jahre 2015 wieder verwendet, da bei der Frühjahrsitzung 2010 keine Namen von der Liste gestrichen wurden. Diese Liste ist identisch mit der Liste für die Atlantische Hurrikansaison 2003, mit Ausnahme der Namen Fred, Ida und Joaquin, die Fabian, Isabel und Juan ersetzt haben.

Tropisches Tiefdruckgebiet Eins

Das erste Tropische Tiefdruckgebiet des Jahres 2009 bildete sich am 28. Mai 2009, wenige Tage vor offiziellem Saisonbeginn am 1. Juni, an der Ostküste der Vereinigten Staaten etwa in Höhe des Bundesstaates North Carolina und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 25 km/h in Richtung Nordosten. Anfangs wurde noch mit einer eventuellen Verstärkung des Tiefs zu einem Tropischen Sturm gerechnet,TROPICAL DEPRESSION ONE ADVISORY NUMBER 1, National Hurricane Center, vom 28. Mai 2009 jedoch verschlechterte sich die Organisation des Tiefs über zunehmend kälterem Wasser rasch, so dass am 29. Mai nur noch ein schwaches Resttief vorhanden war.TROPICAL DEPRESSION ONE DISCUSSION NUMBER 6, National Hurricane Center, vom 29. Mai 2009

Tropischer Sturm Ana

Der Tropische Sturm Ana bildete sich am 11. August 2009 im Ostatlantik, 455 Kilometer westlich der südlichen Kapverdischen Inseln zunächst als Tropisches Tiefdruckgebiet Zwei und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde westwärts. Auf der westlichen Seite des Wirbelsturmsystems kam es zu mittleren Windgeschwindigkeiten von rund 45 km/hTROPICAL DEPRESSION TWO SPECIAL ADVISORY NUMBER 1, NHC vom 11. August 2009 Am Abend des 13. August zerfiel das System vorläufig in ein Resttief und wurde nicht mehr als Tropisches Tiefdruckgebiet geführt. Zu diesem Zeitpunkt befand es sich mitten im Atlantik rund 1500 Kilometer westlich der Kapverden.TROPICAL DEPRESSION TWO ADVISORY NUMBER 11, NHC vom 13. August 2009 Nach etwas mehr als 24 Stunden später, 1735 Kilometer ostwärts der Inseln über dem Winde, regenerierte sich das System.TROPICAL DEPRESSION TWO SPECIAL ADVISORY NUMBER 12, NHC vom 15. August 2009 Noch am gleichen Tag verstärkte sich das System zum ersten benannten Tropischen Wirbelsturm der Saison im Atlantik und bekam den Namen Ana.TROPICAL STORM ANA ADVISORY NUMBER 13 NHC vom 15. August 2009 Am Nachmittag (Ortszeit) des 16. August, rund 270 Kilometer östlich der Antilleninsel Dominica, wurde Ana wieder zu einem Tropischen Tiefdruckgebiet herabgestuft. Mit der Abschwächung ging eine weitere Erhöhung der Vorwärtsgeschwindigkeit einher, die zu diesem Zeitpunkt 37 km/h betrug.TROPICAL DEPRESSION ANA ADVISORY NUMBER 19, NHC vom 16. August 2009TROPICAL DEPRESSION ANA DISCUSSION NUMBER 19, NHC vom 16. August 2009 Am 17. August verlor Ana auf dem Meer zwischen Puerto Rico und der Dominikanischen Republik jegliche Zirkulation, so dass nur noch ein Resttief verblieb, welches weiter in Richtung Dominikanische Republik zog.TROPICAL DEPRESSION ANA ADVISORY NUMBER 23 vom 17. August 2009

Hurrikan Bill

Hurrikan Bill bildete sich als Tropisches Tiefdruckgebiet Drei am 15. August rund 1190 Kilometer westsüdwestlich der Kapverden aus einem großflächigen Gebiet niedrigen Luftdrucks.TROPICAL DEPRESSION THREE DISCUSSION NUMBER 1, NHC vom 15. August 2009TROPICAL DEPRESSION THREE ADVISORY NUMBER 1, NHC vom 15. August 2009 Noch am selben Tag wurde das System mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 65 km/h zum Tropischen Sturm hochgestuft und bekam den Namen Bill. Das System befand sich zu dieser Zeit 1320 Kilometer westlich der Kapverden und bewegte sich mit 26 km/h weiter westwärts.TROPICAL STORM BILL ADVISORY NUMBER 2, NHC vom 15. August 2009 In der Frühe des 17. August stufte das NHC Bill zum ersten Hurrikan der Saison auf, nachdem Auswertungen von Satelliten-Infrarotaufnahmen, ein TRMM-Scan sowie Dvorak-Auswertungen diese Maßnahme nahelegten. Noch am gleichen Tag (Ortszeit) verstärkte sich das System zu einem Kategorie-2-Hurrikan. Zu diesem Zeitpunkt befand es sich 1395 km östlich der Kleinen Antillen und bewegte sich mit 28 km/h in Richtung West-Nordwesten.HURRICANE BILL ADVISORY NUMBER 11, NHC vom 17. August 2009 Über die nächsten Tage zog der Hurrikan weiter in diese Richtung, schlug dann aber allmählich eine nordwestliche Richtung ein, bevor er an den Bermudas vorbei nach Norden zog. Dabei durchlief der Hurrikan eine zyklische Eyewall-Neubildung. Ein subtropischer Trog lenkte den Hurrikan dann am 23. August ab, sodass die Zugrichtung zunächst nach Nordosten und dann nach Osten drehte.

In der Nähe der Seeprovinzen schwächte sich der Hurrikan zunehmend ab und verlor am 24. August in Höhe von Neufundland die Charakteristika eines Tropensturmes.TROPICAL STORM BILL ADVISORY NUMBER 36, NHC vom 24. August 2009

Im US-Bundesstaat Maine kam ein siebenjähriges Mädchen ums Leben, nachdem mehrere Menschen durch eine von Bill ausgelöste Riesenwelle von einer Aussichtsplattform im Acadia-Nationalpark in den Atlantik gerissen wurden. Neun weitere Personen wurden verletzt. Tausende Menschen wollten die ungewöhnlich hohe Brandung aus nächster Nähe beobachten.Riesenwelle reißt Schaulustige ins Meer, Spiegel Online vom 24. August 2009

Tropischer Sturm Claudette

Das vierte System der Saison, ein relativ kleines tropisches Tiefdruckgebiet, bildete sich am 16. August im östlichen Golf von Mexiko, rund 140 Kilometer westsüdwestlich von Tampa, Florida. Es hatte Windgeschwindigkeiten von 55 km/h und bewegte sich mit 25 km/h nord-nordwestwärts Richtung US-Küste.TROPICAL DEPRESSION FOUR ADVISORY NUMBER 1, NHC vom 16. August Später am Tag wurde das System zum Tropischen Sturm Claudette hochgestuft.TROPICAL STORM CLAUDETTE TROPICAL CYCLONE UPDATE, NHC vom 16. August 2009 Am 17. August gegen 5:10 Uhr UTC gelangte das Zentrum Claudettes bei Fort Walton Beach im Florida Panhandle über Land.

Tropischer Sturm Danny

Das NHC gab am 26. August um 11:00 Uhr Ortszeit bekannt, dass rund 715 Kilometer östlich von Nassau und 1250 Kilometer südsüdöstlich von Kap Hatteras ein tropisches Tiefdruckgebiet genügend bodennahe Zirkulation ausgebildet hat, um direkt als Tropischer Sturm Danny klassifiziert zu werden, wobei das NHC feststellte, dass Danny zu diesem Zeitpunkt eher einem subtropischen Sturm ähnelte. Danny zog entlang der US-Ostküste in Richtung Norden. Am 29. August wurde Danny von einem außertropischen Tief über North Carolina absorbiert und löste sich auf. Die Reste des Systems befanden sich zu diesem rund 130 Kilometer südöstlich von Cape Hatteras, North Carolina.TROPICAL DEPRESSION DANNY ADVISORY NUMBER 12, NHC vom 29. August 2009

Tropischer Sturm Erika