Pardubice (; deutsch: Pardubitz) ist eine Stadt im Okres Pardubice in Tschechien. Sie liegt an der Elbe und ist bekannt für das Pferderennen Pardubitzer Steeplechase. Ihre wichtigste Sehenswürdigkeit ist das im Renaissancestil gebaute Schloss Pardubice. In der Stadt ist die Universität Pardubice angesiedelt.

Geographie Die Stadt Pardubice liegt etwa 100 km östlich der Hauptstadt Prag an der Einmündung der Chrudimka in die Elbe. Die Stadt befindet sich im Gebiet des Elbe-Tieflandes mit einer durchschnittlichen Meereshöhe von 225 m. Das Gebiet besteht meistens aus Tiefland. Eine Ausnahme stellt der unweite Berg Kunětická hora dar.

Geschichte mini|Karte von Stadt und Schloss Pardubitz (um 1760) mini|Hauptplatz mini|Hauptplatz bei Nacht mini|Hauptplatz der Altstadt von Pardubice mini|hochkant|Grünes Tor mini|hochkant|St.-Bartholomäus-Kirche von Pardubice Pardubice wurde erstmals im Jahre 1295 urkundlich erwähnt. Damals stand an der Stelle des heutigen Stadtzentrums eine kleine Siedlung um ein Kloster. Vor 1332 erwarb Ernst d. Ä. von Hostin (Arnošt z Hostýně starši) die Siedlung. Zusammen mit seiner Frau Adlička schenkte er 1332 dem Cyriakus-Orden der Kreuzherren mit dem roten Herzen bei der Pardubitzer St.-Bartholomäus-Kirche aus seinem Besitz das Dorf Pardubičky. Vor 1340 erhob er Pardubitz zu Stadt, nach der sich seine Söhne von Pardubitz nannten. Ernst d. Ä. verwendete ausschließlich die Prädikate „de Hostina“ bzw. „de Stará“. Nach seinem Tod 1342 fiel die Herrschaft Pardubitz dem drittältesten Sohn Smil von Pardubitz zu. Da er noch nicht volljährig war, stand er unter der Vormundschaft seines ältesten Bruders, des ersten Prager Erzbischofs Ernst von Pardubitz. Nach Smils Tod 1358 fiel die Herrschaft Pardubitz an den jüngsten Bruder Vilém/Wilhelm. Ihm folgte 1390 dessen Sohn Smil Flaška von Pardubitz, der 1404 starb.

Ab dem Ende des 14. Jahrhunderts wechselten die Eigentümer der Stadt mehrfach, ab 1490 befand sie sich im Besitz der Herren von Pernštejn, die das Schloss errichten ließ. Jaroslav von Pernstein musste Stadt und Schloss 1560 an an den böhmischen Landesherrn Ferdinand I. verkaufen; ab dieser Zeit war Pardubitz eine königliche Stadt. Verwaltungsmäßig gehörte die Stadt zum Chrudimer Kreis.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften wurde die Stadt zum Sitz des Gerichtsbezirkes Pardubitz. Kaiser Franz Joseph I. verpfändete die k. k. Kameralherrschaft Pardubitz im Jahre 1855 als Staatsschuldverschreibung an die Oesterreichische Nationalbank, die die Herrschaft am 25. Juni 1863 an die k. k. privilegierte Österreichische Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe verkaufte. 1866 erwarb der Großindustrielle Heinrich Drasche die Herrschaft. 1868 wurde die Stadt zur Bezirksstadt und Sitz des Bezirkes Pardubitz. Am 18. Juni 1881 kaufte Richard von Drasche-Wartinberg für 2.080.000 Gulden die Grundherrschaften Pardubitz und Kunětická Hora aus der väterlichen Erbmasse. Nach der Gründung der Tschechoslowakei 1918 wurden die böhmischen Immobilien Drasche-Wartinbergs am 16. Juni 1919 auf der Grundlage des Gesetzes Nr. 215/1919 Sb über die Beschlagnahme des Großgrundbesitzes enteignet. Von 1920 bis 1927 war Pardubice Sitz einer Gespanschaft (Pardubická župa).

Nach der deutschen Besetzung wurde die Stadt ab 1. September 1939 zum Sitz eines Oberlandratsbezirkes, der die politischen Bezirke Chrudim, Hohenmauth, Leitomischl, Pardubitz und Politschka umfasste. Während des Zweiten Weltkrieges entstanden Pläne zur Erweiterung der Stadt, die ca. 35.000 Einwohner und eine Fläche von 1900 ha hatte, zu einem Gebiets-, Industrie- und Verkehrszentrum Velké Pardubice mit dem Ziel eines künftigen Stadtausbaus zu einer Großstadt. Auf Beschluss des Innenministeriums von 21. September 1943 erfolgte deshalb der Zusammenschluss von Pardubice, Rybitví, Blatnikovská Lhota, Doubravice, Rosice nad Labem, Ohrazenice, Trnová, Staré Hradiště, Svítkov, Popkovice, Staré Jesenčany, Nové Jesenčany, Pardubičky, Nemošice, Studánka und Spojil. Dadurch erweiterte sich das Stadtgebiet auf 6000 ha und die Einwohnerzahl wuchs auf rund 50.000 an. Im Jahre 1944 wurde die Stadt dreimal bombardiert. Nach dem Ende des Krieges entstanden im Mai 1945 in den zwangseingemeindeten Ortschaften örtliche Nationalausschüsse (MNV); die Eingemeindungen sollten durch freiwillige Zusammenschlussvereinbarungen erhalten werden, da sämtliche während der deutschen Besetzung geschaffenen Gebiets- und Verwaltungsstrukturen per Dekret Nr. 121/1945 Sb. wieder aufgehoben wurden. Nachdem nicht mit allen MNV die gewünschten Vereinbarungen zustande gekommen waren, entschied das Innenministerium am 6. April 1946 über die Beibehaltung von Pardubice, Ohrazenice, Staré Hradiště, Nové Jesenčany, Blatnikovská Lhota, Doubravice, Nemošice, Ohrazenice, Pardubičky, Popkovice, Rosice nad Labem, Rybitví, Spojil, Svítkov, Studánka und Trnová als eine Verwaltungseinheit. Damit wurde Staré Jesenčany wieder eigenständig.Velké Pardubice auf parpedie.cz Nach dem Februarumsturz von 1948 erfolgte der offizielle Zusammenschluss von Pardubice, Doubravice, Staré Hradiště, Nové Jesenčany, Blatnikovská Lhota, Nemošice, Ohrazenice, Pardubičky, Popkovice, Rosice nad Labem, Rybitví, Spojil, Svítkov, Studánka und Trnová zu einer Gemeinde Pardubice mit den vorstehenden 15 Ortsteilen.Vyhláška č. 22/1949 Sb. Im Zuge der Verwaltungsreform von 1948 wurde die Stadt zum Sitz des Pardubický kraj, von 1960 bis 2000 gehörte sie zum Východočeský kraj mit Sitz in Hradec Králové. Zum 1. Februar 1949 hatte Velké Pardubice 44.337 Einwohner.

Im Juni 1949 erfolgte die Neugliederung der Stadt in neun Stadtbezirke: Pardubice I (Innenstadt), Pardubice II (Karanténa, Skřivánek, Jesničánky, Nové Jesenčany, Nové Nemošice), Pardubice III (Bílé Předměstí, Studánka, Spojil), Pardubice IV (Slovany, Pardubičky, Nemošice), Pardubice V (Přerovsko, Svítkov, Popkovice), Pardubice VI (Rosice nad Labem), Pardubice VII (Rybitví, Blatníkovská Lhotka, Semtín), Pardubice VIII (Trnová, Ohrazenice, Doubravice) und Pardubice IX (Staré Hradiště, Cihelna). Im Jahre 1954 wurde das Projekt Velké Pardubice fallen gelassen; Doubravice, Staré Hradiště (mit Cihelna), Blatnikovská Lhota, Nemošice, Ohrazenice, Popkovice, Rosice nad Labem, Rybitví, Spojil, Svítkov und Trnová wurden wieder eigenständig. Lediglich Nové Jesenčany, Pardubičky und Studánka verblieben als Ortsteile bei der Stadt. Im Jahre 1960 erfolgte die erneute Eingemeindung von Cihelna und Spojil, 1963 von Trnová und Svítkov (mit Popkovice), 1975 von Rosice nad Labem, 1976 von Černá za Bory (mit Drozdice, Mnětice, Staročernsko und Žižín), Semtín (mit Doubravice und Ohrazenice), Dražkovice, Nemošice, und Staré Čívice sowie 1986 von Lány na Důlku (mit Opočínek, Srnojedy und Krchleby). Nach der Samtenen Revolution lösten sich Spojil (1992) und Srnojedy (1994) wieder los und bildeten eigene Gemeinden. Hostovice wurde 2007 eingemeindet.Části Pardubic, parpedie.cz

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1869 1880 1890 1900 1910 1921 1930 1950 1961 1970 1980 1991 2001 2011 2021 Einwohner 13.231 16.281 18.724 25.214 32.024 36.642 42.220 50.211 65.420 79.206 92.486 94.610 90.889 90.767 89.619Zensus 2021, Český statistický úřad, abgerufen am 16. Juli 2025 (tschechisch)

Gemeindegliederung Die Stadt Pardubice besteht aus 8 Stadtteilen, 27 Ortsteilen und 89 Grundsiedlungseinheiten. Das Stadtgebiet gliedert sich in 20 Katastralbezirke.

Stadtteil Ortsteile Grundsiedlungseinheiten Katastralbezirke Pardubice Iuir.cz Bílé Předměstí, Pardubice-Staré Město, Zámek, Zelené Předměstí Horní polabina, Labská, Ležánka, Na Haldě, Na Spořilově, Na špici, Pardubice-Staré Město, Střed, U kostelíčka, Zámek, Zelené Předměstí, Zimní stadion, Židov Pardubice Pardubice IIuir.cz Cihelna, Polabiny Cihelna, Fáblovka-sever, Fáblovka-východ, Na slepých ramenech, Nová Cihelna, Pardubice-sever, Polabiny I, Polabiny II, Polabiny III, Polabiny IV, Polabiny V, Stavařov Pardubice Pardubice IIIuir.cz Bílé Předměstí, Studánka Dubina-jih, Hůrka, Na Drážce-východ, Na Drážce-západ, Nová Hůrka, Nový Svět, Osada Hůrka, Pipenec, Sídliště Dubina, Slovany, Studánka, Velký les u Sezemic, Věznice Studánka Pardubice IVuir.cz Bílé Předměstí, Černá za Bory, Drozdice, Mnětice, Nemošice, Pardubičky, Staročernsko, Studánka, Žižín Černá za Bory, Drozdice, Drozdice-průmyslový obvod, Mnětice, Nemocnice, Nemošice, Pardubičky, Pardubičky-průmyslový obvod, Staročernsko, Studánka-průmyslový obvod, U Jesničánek, U Zámečku-východ, U Zámečku-západ, Žižín Černá za Bory, Drozdice, Mnětice, Nemošice, Pardubičky, Staročernsko Pardubice Vuir.cz Dražkovice, Nové Jesenčany, Zelené Předměstí Dražkovice, Dukla, Jesničánky, Na spravedlnosti, Nové Jesenčany, Obchodní a výrobní areál, Pod vinicí, Skřivánek, U krematoria, U Vinice, Višňovka, Zavadilka, Zborovské náměstí Dražkovice, Nové Jesenčany, Pardubice Pardubice VIuir.cz Lány na Důlku, Opočínek, Popkovice, Staré Čívice, Svítkov, Zelené Předměstí Lány na Důlku, Opočínek, Popkovice, Průmyslová zóna Staré Čívice, Staré Čívice, Svítkov, Svítkov-průmyslový obvod, Za závodištěm, Zadní polabina, Závodiště, Zelenobranská dubina Lány na Důlku, Opočínek, Popkovice, Staré Čívice, Svítkov Pardubice VIIuir.cz Doubravice, Ohrazenice, Rosice, Semtín, Trnová Doubravice, Fáblovka-západ, Kréta, Nová Trnová, Obchodní zóna Trnová, Ohrazenice, Prutina, Rosice, Semtín-jih, Semtín-sever, Trnová, U Polabin IV Ohrazenice, Rosice nad Labem, Semtín, Trnová Pardubice VIIIuir.cz Hostovice Hostovice Hostovice u Pardubic

Veranstaltungen Seit 1874 wird jährlich (meist Mitte Oktober) das bekannte Pferderennen Velká Pardubická (Pardubitzer Steeplechase) durchgeführt, das härteste Galopprennen auf dem europäischen Kontinent.

In den Jahren 2006 und 2010 fanden die Europameisterschaften der Jungen Reiter Vielseitigkeit in Pardubice statt. Des Weiteren findet jährlich im Juli die Amateur-Europameisterschaft im Schach in der Eishalle mit über 1700 Teilnehmern statt.

Wirtschaft Pardubice ist ein Industriezentrum mit chemischer, elektrotechnischer und Maschinenindustrie (Synthesie Pardubice), der Herstellerfirma des Sprengstoffs Semtex (Explosia Semtin), der zu Unipetrol gehörigen Raffinerie PARAMO a.s. der elektrotechnischen taiwanesischen Firma Foxconn, der Automobilzulieferer Kiekert (im ca. 10 km entfernten Prelouc) und Panasonic, einer Produktionsstätte der Andrew Corporation.

Betriebe der chemischen Industrie sind die Firmen Paramo und Explosia-Synthesia, die in Pardubice-Semtín als eine Firma für Sprengstoff gegründet wurde. Insbesondere in den 1960er Jahren erlebte dieses Gebiet sowie auch die Fabrik Synthesia einen Aufschwung. Synthesia, a.s. gehört heute zu den führenden tschechischen Gesellschaften in der Produktion von Zellulose, Pigmenten und Farbstoffen sowie von organischen Verbindungen. Synthesia ist auch ein Exporteur insbesondere in die EU-Länder und wird auch mit der Erfindung des Sprengstoffs Semtex verbunden. Paramo ging aus der 1889 gegründeten Fabrik Fanto hervor. Paramo war bis 2012 eine der größten Gesellschaften ihrer Art in der Republik, jedoch im Verlauf des Jahres entschied der Aktionär über eine Senkung der Produktion und die Zukunft von Paramo ist unsicher.

Im Werk der Explosia Semtin kam es 2011 zu einer Explosion mit 4 Toten und mehreren Verletzten und 2019 wieder zu Verletzungen durch ein Explosionsunglück.Verletzte bei Explosion in tschechischem Sprengstoffwerk orf.at, 1. November 2019, abgerufen am 1. November 2019.

Kulturdenkmäler Das historische Stadtzentrum mit zahlreichen Renaissancehäusern und sehenswerten Baudenkmalen wurde 1964 zum städtischen Denkmalreservat erklärt.

Sehenswürdigkeiten Schloss mit dem Ostböhmischen Museum Grünes Tor (Zelená brána) oder Prager Tor mit den Überresten der Stadtbefestigung Pernstein-Platz (Ring) mit Rathaus Mariensäule (Pestsäule) Jonas-Haus (Dům U Jonáše) Haus zum Weißen Pferd (Dům U Bílého koníčka) Haus zum Goldenen Schaf (Dům U Zlatého beránka) Österreicher-Haus (Oesterreicherův dům) Werner-Haus Europa-Haus