Crotalaria ist mit etwa 690 Arten eine der artenreichsten Pflanzengattungen der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).
Beschreibung
mini|links|Illustration von Crotalaria incana mini|Hülsenfrüchte von Crotalaria pallida mini|Hülsenfrüchte und Samen von Crotalaria retusa mini|alternativtext=Blüte von Crotalaria cunninghamii|Crotalaria cunninghamii Vegetative Merkmale Die Crotalaria-Arten wachsen als ein-, zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen oder Sträucher und erreichen je nach Art Wuchshöhen von 0,3 bis 3 Metern. Es gibt einige Xerophyten. Oft sind alle Pflanzenteile behaart.
Die wechselständig und spiralig oder zweizeilig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind winzig bis sehr groß, gestielt bis ungestielt und einfach oder zusammengesetzt. Wenn die Blattspreite zusammengesetzt ist dann ist sie einfach unpaarig gefiedert mit einem, oft drei bis selten sieben Fiederblättchen. Die zwei Nebenblätter können mit dem Blattstiel verwachsen sein, manchmal sind sie nur klein, selten fehlen sie.
Generative Merkmale Die Blüten stehen selten einzeln, meist in traubigen, ährigen, kopfigen oder selten bündeligen Blütenständen zusammen. Die Blütenstände stehen end- oder achselständig oder den Blättern gegenüber. Es können kleine bis laubblattähnliche Hochblätter vorhanden sein. Es kann ein Außenkelch vorhanden sein, er besteht dann meist aus verwachsenen Hochblättern.
Die zwittrigen, stark zygomorphen, fünfzähligen Blüten sind winzig bis groß mit doppelten Perianth. Der Blütenboden ist meist mehr oder weniger becherförmig und bildet bei manchen Arten ein Gynophor. Die fünf Kelchblätter sind röhrig verwachsen, wobei die Kelchröhre höchstens gleich lang ist wie die meist gleichen bis manchmal deutlich verschiedenen Kelchlappen. Die Farben der fünf Kronblätter sind meist gelb bis orangefarben oder braun, gelegentlich aber auch rosafarben (Crotalaria cornetii) oder blau (Crotalaria variegata); oft sind deutliche, meist dunklere Muster auf den Kronblättern vorhanden. Die Blüten weisen die typische Form von Schmetterlingsblüten auf. Zwei Kronblätter sind zum Schiffchen verwachsen. Die Flügel sind nicht mit dem Schiffchen verwachsen. Die Fahne ist nur kurz genagelt. Es ist kein Sporn vorhanden. Es sind zehn fertile Staubblätter vorhanden, sie sind fast gleich oder deutlich ungleich. Die Staubfäden sind röhrig untereinander, aber nicht mit den Kronblättern verwachsen. Die meist freien Staubbeutel sind abwechselnd lang und basifixed oder kurz und dorsifixed. Es ist nur ein Fruchtblatt mit zwei bis hundert Samenanlagen vorhanden.
Die langen bis oft relativ kurzen und dicken, fast kugeligen, geraden oder gekrümmten Hülsenfrüchte sind glatt bis behaart. Die Hülsenfrüchte enthalten zwei bis hundert Samen. Die kleinen bis sehr großen Samen sind mehr oder weniger nierenförmig und können manchmal einen Arillus besitzen. Wenn sich die reifen Samen in der Frucht lösen und beim Schütteln gegen die feste Fruchtwand schlagen, entsteht ein Geräusch wie bei einer Rassel bzw. Kastagnette, deshalb erhielt die Gattung den wissenschaftlichen Namen sowie den englischen Namen „rattlepod“.
Ökologie Die Bestäubung erfolgt meist durch Insekten (Entomophilie).
Wie auch viele andere Leguminosen, bilden Arten der Gattung Crotalaria Wurzelknöllchen, in denen symbiontische Bakterien Stickstoff fixieren. Diese Bakterien gehören entweder zu der Gattung Bradyrhizobium, oder aber zur Gattung Methylobacterium, die als stickstofffixierender Symbiont nur auf Crotalaria-Arten bekannt ist.
Verbreitung Crotalaria-Arten gedeihen hauptsächlich in tropischen bis subtropischen Gebieten. Der Verbreitungsschwerpunkt der pantropisch verbreiteten Gattung Crotalaria liegt mit 510 Arten im tropischen Afrika, ein Nebenschwerpunkt ist die Neotropis mit etwas unter 100 Arten. In Simbabwe gibt es etwa 75 Arten, in Madagaskar kommen 48 Arten vor (davon sind 33 Endemiten, 10 kommen ursprünglich vor, sind aber keine Endemiten, 5 sind invasive Pflanzen), 33 Arten gibt es in Westaustralien, in Nepal gibt es 31 Arten, in China und in Pakistan kommen jeweils elf Arten vor. Einige Arten sind in vielen Gebieten der Welt invasive Pflanzen.
Systematik Die Gattung Crotalaria wurde durch Carl von Linné aufgestellt. Der Gattungsname Crotalaria leitet sich von κροταλον, dem griechischen Wort für Kastagnette, her und leitet sich damit gleich her wie der zoologische Gattungsname für die Klapperschlangen Crotalus. Synonyme für Crotalaria sind: Goniogyna , Heylandia , Pentadynamis , Priotropis , Quirosia .
Crotalaria gehört zur Tribus Crotalarieae in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Nahe verwandt sind die Gattungen Lotononis und Bolusia. Die Gattung Crotalaria umfasst etwa 550 bis 690 Arten.
Ausgewählte Crotalaria-Arten: mini|Crotalaria agatiflora mini|Crotalaria albida mini|Blüten und junge Früchte von Crotalaria assamica mini|Crotalaria axillaris mini|Crotalaria beddomeana mini|Crotalaria calycina mini|Crotalaria capensis mini|Crotalaria cunninghamii mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Crotalaria dissitiflora subsp. dissitiflora mini|Crotalaria filipes mini|Crotalaria heyneana mini|Crotalaria holosericea mini|Als Herbarbeleg vorbereitetes Exemplar von Crotalaria incana mini|Ostindischer Hanf (Crotalaria juncea) mini|Crotalaria lanceolata mini|Crotalaria mitchellii mini|Crotalaria novae-hollandiae mini|Crotalaria pumila mini|Crotalaria quinquefolia mini|Blüte von Crotalaria retusa mini|Crotalaria spectabilis mini|Früchte von Crotalaria stipularia mini|Crotalarioa trichotoma mini|Crotalaria verrucosa mini|Illustration von Crotalaria walkeri Crotalaria abbreviata : Sie kommt im tropischen Afrika in Tansania, Sambia, Simbabwe sowie Zaire vor. Crotalaria acicularis : Sie kommt in Indien, Bangladesch, Nepal, Indochina, Indonesien, auf den Philippinen, Taiwan und in China vor. Crotalaria aculeata : Sie kommt im tropischen Afrika und auf Madagaskar vor. Crotalaria agatiflora : Sie kommt in Kenia und im nördlichen Tansania ursprünglich vor und ist in Südamerika ein Neophyt. Crotalaria alata : Sie kommt in Süd- und Südostasien vor. Crotalaria albicaulis : Sie kommt in Äthiopien und im nördlichen Somalia vor. Crotalaria albida : Sie kommt in Süd- und Südostasien bis zu den Inseln im westlichen Pazifik vor. Crotalaria alexandri : Sie kommt im tropischen Afrika vor. Crotalaria anningensis : Dieser Endemit wurde 2007 aus dem Gebiet der kreisfreien Stadt Anning in Yunnan erstbeschrieben. Crotalaria andringitrensis : Dieser Endemit der Provinz Fianarantsoa in Madagaskar ist nur von einem Fundort bekannt. Crotalaria androyensis : Dieser Endemit kommt in Madagaskar nur in der Provinz Toliara vor. Crotalaria angulata : Sie kommt in Indien, Sri Lanka, Java und Mexiko vor. Crotalaria anisophylla : Sie kommt im südwestlichen Angola, in Sambia und in Simbabwe vor. Crotalaria ankaizinensis : Dieser Endemit kommt nur an einigen Fundorten in Madagaskar in den Provinzen Antsiranana sowie Mahajanga vor. Crotalaria ankaratrana : Dieser Endemit kommt im zentralen Madagaskar nur in der Provinz Antananarivo vor. Crotalaria anomala : Dieser Endemit ist nur von zwei bis fünf Fundorten in Madagaskar in der Provinz Mahajanga bekannt. Crotalaria anthyllopsis : Sie kommt im tropischen Afrika vor. Crotalaria arenaria : Sie kommt in Ägypten, Libyen, Sudan, Tschad, Elfenbeinküste, Liberia, Senegal, Mali, Mauretanien, Niger und Nigeria vor. Crotalaria argyraea : Sie kommt im südlichen Angola und in Namibia vor. Crotalaria argyrolobioides : Sie kommt in Tansania, Sambia, Malawi, Mosambik und in der Demokratischen Republik Kongo vor. Crotalaria aridicola : Sie kommt in Australien vor. Crotalaria assamica : Sie kommt in Indien, Laos, Myanmar, Thailand, Vietnam, auf den Philippinen, in China und in Taiwan vor. Crotalaria atrorubens : Sie kommt in Senegal, Ghana, Gambia, Niger, Nigeria, Mali, Kamerun, Sudan und Tschad vor. Crotalaria avonensis : Sie kommt nur in Florida vor. Crotalaria axillaris : Sie kommt im tropischen Afrika vor. Crotalaria balansae : Sie kommt im südlichen Brasilien und in Paraguay vor. Crotalaria barkae : Die Unterarten kommen im tropischen und im südlichen Afrika (in Südafrika nur Limpopo sowie North West) vor. Crotalaria barnabassii : Sie kommt in Tansania, Angola, Malawi, Sambia, Mosambik, Simbabwe und Namibia vor. Crotalaria beddomeana : Sie kommt in Indien vor. Crotalaria bequaertii : Sie kommt im tropischen Afrika vor. Crotalaria bernieri : Sie kommt von Kenia bis Mosambik, auf den Komoren und im nördlichen Madagaskar vor. Crotalaria bosseri : Dieser Endemit ist in Madagaskar nur von zwei bis fünf Fundorten in der Provinz Fianarantsoa bekannt und gilt als vom Aussterben gefährdet. Crotalaria brevidens : Sie kommt ursprünglich im tropischen Afrika vor. Crotalaria breviflora : Sie kommt in Brasilien vor. Crotalaria brevis : Sie kommt in Australien vor. Crotalaria burhia : Sie kommt im Iran, Afghanistan, Pakistan und in Indien vor. Crotalaria burkeana : Sie kommt in Mosambik, Eswatini, im südöstlichen Botswana und im östlichen Südafrika vor. Crotalaria cajanifolia : Sie kommt von Mexiko bis Panama und in Kuba vor. Crotalaria calva : Sie kommt in Madagaskar in der Provinz Mahajanga vor und gilt als gefährdet. Crotalaria calycina : Sie kommt im tropischen Afrika, im tropischen bis subtropischen Asien, in China, Taiwan, auf Inseln im Pazifik und im nördlichen Australien vor. Crotalaria candicans : Sie kommt in Indien vor. Crotalaria capensis : Sie kommt im südlichen tropischen Afrika und im südlichen Afrika vor. Crotalaria capuronii : Sie kommt in Madagaskar in den Provinzen Antsiranana und Mahajanga vor. Crotalaria caudata : Sie kommt im tropischen Afrika vor. Crotalaria cephalotes : Sie ist im tropischen Afrika weit verbreitet. Crotalaria chiayiana : Dieser Endemit gedeiht nur in Höhenlagen von 1400 bis 1600 Metern in Taiwan. Crotalaria chinensis : Sie kommt im tropischen und subtropischen Asien, in Neuguinea und auf den Philippinen vor. Crotalaria chirindae : Sie kommt in Tansania, Mosambik, Malawi und im östlichen Simbabwe vor. Crotalaria chrysochlora : Sie ist im tropischen Afrika weit verbreitet. Crotalaria cleomifolia : Sie ist im tropischen Afrika weit verbreitet. Crotalaria collina : Sie kommt im westlichen Mosambik und im östlichen Simbabwe vor. Crotalaria comosa : Sie ist im tropischen Afrika weitverbreitet. Crotalaria cornetii Crotalaria cornu-ammonis : Sie kommt in Madagaskar in den Provinzen Fianarantsoa sowie Toliara vor. Crotalaria coursii : Sie kommt in Madagaskar in den Provinzen Fianarantsoa sowie Toliara vor. Crotalaria craspedocarpa : Sie kommt nur in der Provinz Fianarantsoa in Madagaskar vor. Crotalaria crispata : Sie kommt in Australien vor. Crotalaria cunninghamii : Sie kommt in Australien vor. Crotalaria cyanoxantha : Sie kommt an relativ vielen Fundorten in Madagaskar in den Provinzen Fianarantsoa, Mahajanga sowie Toliara vor. Crotalaria cylindrocarpa : Sie ist im tropischen Afrika weit verbreitet. Crotalaria cylindrostachys : Sie kommt in Tansania, Angola, Malawi, Sambia und Simbabwe vor. Crotalaria cytisoides : Sie kommt in Indien, Bangladesch, Nepal, Bhutan, im nördlichen Thailand und im nördlichen Myanmar vor. Crotalaria damarensis : Sie kommt im südwestlichen Angola, in Namibia, Botswana, Simbabwe, südlichen Mosambik und in südafrikanischen Provinzen Limpopo, Mpumalanga sowie Nordkap vor. Crotalaria decaryana : Sie kommt in Madagaskar in der Provinz Toliara vor. Crotalaria deserticola : Sie ist im tropischen Afrika weit verbreitet. Crotalaria digitata : Sie kommt in Indien vor. Crotalaria dissitiflora : Sie kommt in Australien vor. Crotalaria distans : Die Unterarten kommen in Sambia, Simbabwe, Malawi, in der Demokratischen Republik Kongo, Botswana, Lesotho, Namibia und im nördlichen Südafrika vor.