In der Liste der Brunnen in Coburg sind Brunnenanlagen in der Coburger Kernstadt aufgeführt. Die Liste ist chronologisch nach der Erbauung geordnet und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Über 30 Brunnen weist die Stadt Coburg auf. Namentlich bekannt sind aus der Vergangenheit über 60 Stück. Diese dienten früher der Versorgung der Bevölkerung mit Trink- und Gebrauchwasser sowie dem Brandschutz. Mit dem Bau der Wasserleitungen ab 1890 verloren die Brunnen ihre ursprüngliche Funktion. Heute sind sie in Coburg noch fünf Kastenbrunnen vorhanden. Im Regelfall sind die Brunnen an das Wasserversorgungsnetz angeschlossen und meist Zierbrunnen.

Albrechtsbrunnen mini|links|Albrechtsbrunnen

Standort: Der Albrechtsbrunnen steht im südlichen Innenhof des Schlosses Ehrenburg (). Geschichte: Der Albrechtsbrunnen wurde als einer der ersten, urkundlich genannten Coburger Brunnen im Jahr 1259 im damaligen Barfüßerkloster errichtet und verblieb in seiner Lage, als der Umbau des Klosters zum Schloss in den Jahren 1542 bis 1549 durchgeführt wurde. Ab 1572 speiste eine Quelle aus Wüstenahorn, ab 1794 eine am Wolfsrangen und an der Weinstraße den Brunnen mit Wasser. 1840 fand eine umfangreiche Restaurierung statt, 1967 wurde der Brunnen stillgelegt, 1972 wieder instand gesetzt und an das Wasserleitungsnetz angeschlossen. Beschreibung: Das achteckige, steinerne Becken des Kastenbrunnens weist Eckpilaster auf. In der Mitte befindet sich ein steinerner Brunnenstock mit vier Löwenmasken, in deren Maul die Röhren für das Brunnenwasser angebracht sind. Auf der Brunnensäule, um 1680 von dem Bildhauer Hans Philipp Langenhan hergestellt, steht ein Löwe mit einem Wappenschild. Auf diesem sind zur Erinnerung an die Ehe von Herzog Johann Ernst mit Charlotte Johanna von Waldeck-Wildungen die Wappen von Sachsen (Rautenkranz mit Löwe) und von Waldeck (Löwe und Scepterkranz) abgebildet. Darunter ist der Elephantenorden dargestellt, den König Christian V. von Dänemark dem Namensgeber des Brunnens Herzog Albrecht verliehen hatte.

Rückertbrunnen mini|links|Rückertbrunnen

Standort: Der Rückertbrunnen steht am Beginn der Rückertstraße an der Steingasse, gegenüber vom Schloss Ehrenburg (). Geschichte: Im Jahr 1279 wurde der Rückertbrunnen als Holzkonstruktion errichtet, seit etwa 1404 ist es ein Steinbrunnen. Nach einer Instandsetzung im Jahr 1550 folgte 1680 durch Hans Philipp Langenhan der Neubau des steinernen Kastens und der heute noch vorhandenen Brunnensäule. Im Jahr 1961 fand eine Sanierung des Brunnens statt. Der Rückertbrunnen war ein wichtiger Bestandteil der Coburger Wasserversorgung, da er das Wasser über ein Leitungssystem zu anderen Brunnen in der Stadt verteilte. Er bezieht sein Wasser noch direkt von einer Quelle im Pilgramsroth. Beschreibung: Der Kasten- oder Stockbrunnen weist ein rundes Becken verstärkt durch acht Pilaster auf, von denen zwei mit Mohrenkopf- und Löwenrelief geschmückt sind. In der Mitte ist ein vierkantiger Brunnenstock mit vier Löwenköpfen angeordnet, von denen einer mit einer Laufröhre Wasser speit. Darüber sind auf jeder Seite Engelsköpfchen mit Fruchtgehängen abgebildet. Auf der Säule steht eine Skulptur, die den Schutzpatron Coburgs, den Heiligen Mauritius mit Blickrichtung Morizkirche darstellt. In der rechten Hand hält er ein Schwert und in der linken ein Schild mit einem Löwenwappen. Der Löwe kann als alter Meißener Löwe angesehen werden, der im Coburger Stadtwappen vor dem Mohrenkopf vorhanden war. Der Brunnen spendet Trinkwasser.Bastian Sünkel: Wo Passanten kostenlos Trinkwasser finden. In: Neue Presse Coburg, 30./31. Mai 2026, S. 17.

Queckbrunnen mini|links|Queckbrunnen

Standort: Der Queckbrunnen steht am Anfang der Queckbrunngasse, an der Einmündung zum Steintor in Höhe des Hauses 17 (). Geschichte: Im Jahr 1325 wurde der Queckbrunnen erstmals in den Chroniken urkundlich erwähnt. Vermutlich hat er schon lange zuvor Wasser gespendet. Der Name bedeutet im Mittelhochdeutschen eine Quelle, wörtlich einen lebendigen Brunnen. Um 1405 versiegte die Quelle. Im Jahr 1601 wurden erneut zwei Quellen unter dem Brunnen entdeckt, die mit Steinen in einer Gewölbenische neu gefasst wurden. 1886 folgte der Umbau zu seiner heutigen Gestalt neben das Haus Steintor 17. Im Jahr 1992 wurde eine Renovierung durchgeführt. Der Brunnen ist bis heute nicht an eine Wasserleitung angeschlossen und wird aus der eigenen Quelle gespeist. Beschreibung: Der Queckbrunnen liegt unter dem Straßenniveau und ist über eine Treppe, flankiert von runden Steinpfosten, mit sechs konvexen Stufen erreichbar. Die Seitenwände aus Natursteinquadern werden oben durch ein Schmiedeeisengitter abgeschlossen. Die tiefer liegende Brunnennische weist an der gekrümmten Rückwand, zwischen zwei Steinbänken, den Brunnenauslass mit einem gusseisernen Löwenkopf auf.

Kindleinsbrunnen mini|hochkant|Kindleinsbrunnen

Standort: Der Kindleinsbrunnen steht am Ende der Brunnengasse, an der Einmündung zum Lohgraben (). Geschichte: Im Jahr 1428 wurde die Brunnengasse erstmals urkundlich erwähnt, woraus sich auf die Existenz eines Brunnens schließen lässt. Er wurde von einer ergiebigen Quelle gespeist. 1570 wurde von einem Kastenbrunnen gesprochen, die erste urkundliche, namentliche Erwähnung des Kindleinsbrunnens stammt von 1783. Der Name beruht auf dem heidnischen Volksglauben, dass die kleinen Kinder aus dem Wasser oder Brunnen kommen. Da das Wasser ab 1870 verunreinigt war und die Quelle aufgrund fortschreitender Bebauung langsam versiegte wurde der Brunnen 1880 zugemauert. 1968 wurden die Reste des Brunnens beseitigt. Im Jahr 1989 kam es im Rahmen der Stadtsanierung zur Wiederherstellung des Brunnens, wobei er an das Wasserleitungsnetz angeschlossen wurde. Beschreibung: Der Coburger Bildhauer Ruggaber baute den heutigen Brunnen, der unter dem Straßenniveau liegt. Eine stählerne Treppe führt zur rundbogig gewölbten Brunnenstube.

Spenglersbrunnen mini|Spenglersbrunnen

Standort: Der Spenglersbrunnen steht auf der Südostseite des Coburger Marktplatzes an der Ecke Ketschengasse (). Geschichte: Im Jahr 1550 wurde der Brunnen als Holzkonstruktion vor dem Anwesen des Bürgers Spengler errichtet, seit 1621 ist es ein Steinbrunnen, der 1673 umgebaut wurde. Sein Wasser bezog der Spenglersbrunnen aus dem Pilgramsroth, ab 1670 mit einer Wasserleitung über den Rückertbrunnen. Heute wird er aus dem Wasserversorgungsnetz gespeist. 1980 und 2005 wurden Renovierungen durchgeführt. Beschreibung: Der achteckige Kastenbrunnen besitzt einen als Baluster gebildeten Brunnenstock mit Perlstab und Blattkranz. Auf der Vorderseite ist eine Laufröhre vorhanden. Die Beckenwand ziert unter anderem ein Relief, das einen Löwen und ein Mohrenkopf darstellt. Auf der Säule steht ein steinerner Löwe, der Richtung Westen blickt und zwei Wappenschilder hält, auf denen wiederum die Stadtwappen, ein Löwe und ein Mohrenkopf, abgebildet sind. Der Brunnen spendet Trinkwasser.

Brunnen „Am Grünen Baum“ mini|Brunnen „Am Grünen Baum“

Standort: Der Brunnen „Am Grünen Baum“, heute auch oft Sparkassenbrunnen genannt, steht vor dem Sparkassengebäude auf der Südwestseite des Coburger Marktplatzes an der Ecke Rosengasse (). Geschichte: Im Jahr 1550 wurde der Brunnen als Holzkonstruktion errichtet. 1677 kam es zum Neubau als Steinbrunnen vor dem Gasthaus Zum grünen Baum im Haus Markt 4. Sein Wasser bezog der Brunnen ab 1670 mit einer Wasserleitung aus dem Rückertbrunnen. Seit 1961 wird er aus dem Wasserversorgungsnetz gespeist. 1977 wurde eine Renovierung durchgeführt. Beschreibung: Das achteckige Becken des Kasten- beziehungsweise Stockbrunnens weist Brüstungen und Eckpilaster auf, die mit Diamantquadern und Schilden mit Löwen- und Mohrenkopfreliefen geziert sind. Der als Baluster gebildete Brunnenstock besitzt auf der Vorderseite eine Laufröhre, darüber sind Pelikane abgebildet. Auf der Säule steht ein steinerner Löwe, der Richtung Osten blickt und ein Wappen mit dem Mohrenkopf als Stadtwappen hält. Der Brunnen spendet Trinkwasser.

Ketschentorbrunnen mini|Ketschentorbrunnen

Standort: Der Ketschentorbrunnen, auch Säumarktbrunnen genannt, steht in der unteren Ketschengasse vor dem Haus 40, an der Einmündung der Kuhgasse (). Geschichte: Im Jahr 1566 wurde der Brunnen als Holzkonstruktion errichtet, seit 1657 ist es ein Steinbrunnen. Im Jahr 1800 kam es zum Umbau. Einen Säumarkt gab es seit etwa 1860 an dem Platz. Quellen des Albrechtsgarten auf der Hut versorgten den Brunnen. 1969 ist er an das Wasserleitungsnetz angeschlossen worden. Beschreibung: Der Kastenbrunnen weist ein achteckiges Becken auf. Der Brunnenstock besteht aus einem rechteckigen, steil gekehlten Sockel, auf dem ein klassizistischer Obelisk angeordnet ist. Die vier Sockelspiegel tragen rosettenförmige Kränze, wobei nur einer mit einer nach Süden gerichteten Brunnenröhre ausgestattet ist. Der Obelisk ist mit Kreisschildern am Bandwerk, von denen zwei mit dem Löwen auf der Südseite und dem Mohrenkopf auf der Ostseite ausgestattet sind, geschmückt. Der Brunnen spendet Trinkwasser.

Bürglaßbrunnen mini|hochkant|Bürglaßbrunnen

Standort: Der Bürglaßbrunnen steht am Ende des Unteren Bürglaß, an der Einmündung zum Steinweg (). Geschichte: Im Jahr 1610 wurde der Bürglaßbrunnen als Kastenbrunnen in Holz errichtet. Ab 1616 speisten Quellen im Hörnleins- und Kürengrund den Brunnen. Im Jahr 1707 folgte ein Neubau, diesmal mit Steinen aus einem Steinbruch bei Füllbach. Da der Brunnen ein Verkehrshindernis war, veranlasste die Stadt 1953 den Abbruch des achteckigen Kastenbrunnens mit einem Brunnenstock und zwei Brunnenröhren. Im Jahr 1954 folgte der Ersatz durch einen kleineren Brunnen an gleicher Stelle. 2010 war die Säule in der Mitte abgerissen worden und der Brunnen längere Zeit trocken. Beschreibung: Der Bildhauer Hans Kohler gestaltete 1954 den Steinbrunnen. In einem kleinen achteckigen Becken steht ein rechteckiger Brunnenstock, den zwei bronzene Fische schmücken, die Trinkwasser spenden.

Sturmsbrunnen mini|hochkant|Sturmsbrunnen

Standort: Der Sturmsbrunnen steht in der oberen Ketschengasse auf einer platzartigen Erweiterung vor dem Haus 13 (). Geschichte: Im Jahr 1618 wurde der Brunnen als Kastenbrunnen unter dem Namen Kasten in der Ketschengasse als Holzkonstruktion errichtet. Nach 1700 war es ein Steinbrunnen, der ab Mitte des 19. Jahrhunderts Sturmsbrunnen, nach dem Wirt und Brauer Anton Sturm, der in Ketschengasse 15 eine Gastwirtschaft betrieb, genannt wurde. Im Jahr 1899 folgte der Abriss des achteckigen Brunnens, da dieser dem wachsenden Straßenverkehr ein Hindernis war. Ein Jahr später wurde der Sturmsbrunnen an fast gleicher Stelle mit alter Säule und kleinem runden Wasserbecken wieder aufgebaut. 1979 wurde eine Renovierung durchgeführt. Anfänglich versorgte der Spenglersbrunnen den Brunnen, später übernahm dies bis zum Anschluss an das Wasserleitungsnetz der Brunnen im Zollhof. Beschreibung: Der rechteckige Brunnenstock, durch zwei Volutenstützen auf quadratischer Plinthe unten seitlich gehalten, besteht aus vier Abschnitten. Über der Brunnenröhre sind in der Mitte drei Löwenköpfe abgebildet. Auf der Säule steht ein steinerner Löwe, der als Hoheitszeichen das Stadtwappen mit einer Mohrenkopfabbildung hält. Der Brunnen spendet Trinkwasser.

Brunnen im Kleinen Rosengarten mini|hochkant|Brunnen Kleiner Rosengarten

Standort: Der Brunnen steht im Kleinen Rosengarten, an der Bruchsteinmauer mit neugotischen Zinnenkranztürmen, die den Rosengarten vom eigentlichen Hofgarten trennt (). Geschichte: Etwa im Jahr 1680 wurde der Brunnen im damals unter Herzog Albrecht neu angelegten fürstlichen Lustgarten, späteren Hofgarten, aufgestellt. Es ist der einzig noch vorhandene Coburger Zierbrunnen aus dieser Zeit. Beschreibung: Der Steinbrunnen weist eine halbrunde Wasserschale auf. Darüber ist ein Relief angeordnet. Ein Knabe zieht dem Wassergott am Bart, der die Stirn runzelnd Wasser speit. Der Brunnen ist trocken.

Brunnen am Bürglaßschlösschen