Der Saarländische Rundfunk (SR) ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und die Landesrundfunkanstalt des Saarlands mit Sitz auf dem Halberg in Saarbrücken (Funkhaus Halberg). Der SR ist Mitglied der ARD.

Geschichte mini|Sendezentrum auf dem Halberg (Luftaufnahme von 1965) mini|Logo des SR von 2003 bis 2023

1929 wurde die erste Rundfunksendung aus dem Saarland, das damals noch Saargebiet hieß und unter Verwaltung des Völkerbundes stand, gesendet. Nach der Eingliederung des Saargebiets in das Deutsche Reich infolge der Saarabstimmung 1935 wurde der „Reichssender Saarbrücken“ als Teil der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft gegründet.

Im Nachkriegsdeutschland bildete das Saarland wegen des Vorhabens, die Saar in das französische Staatsgebiet zu integrieren, eine Sonderzone innerhalb der französischen Besatzungszone. Daher errichtete die Militärregierung 1945/46 neben dem in Baden-Baden angesiedelten Sender für die französische Besatzungszone „Radio Sarrebruck“ für das Saargebiet mit einem deutschsprachigen Programm unter dem deutschen Namen „Radio Saarbrücken“ (Sendebeginn 17. März 1946). Der Sender wurde dem neu geschaffenen zivilen Rundfunkamt unterstellt.Verordnung Nr. 46 betreffend Einrichtung eines Rundfunkamtes für das Saargebiet vom 24. Juni 1946, JO.CCFA Nr. 27 (1946) S. 221, geändert durch Verordnung Nr. 124 über den saarländischen Rundfunk vom 16. November 1947, JO.CCFA Nr. 121 (1947) S. 1239 Als die französischen Pläne des „rattachement“ (Angliederung) des Saargebiets an Frankreich aufgegeben wurden, erhielt der Sender am 31. Dezember 1947 einen Intendanten, Frédéric Billmann.Zur Person vgl. . Seit 1948 strahlte „Radio Saarbrücken“ auch Rundfunkwerbung aus. 1952 trat das erste Rundfunkgesetz für das Saarland in Kraft,Gesetz über den Rundfunk vom 18. Juni 1952 (ABl. S. 647) infolgedessen Radio Saarbrücken in eine GmbH umgewandelt wurde. (Ein Jahr später wurde die erste Fernsehsendung im Saarland ausgestrahlt, doch nicht, wie oft angenommen wird, von dieser Gesellschaft, sondern von „Telesaar“, einer deutschen Tochtergesellschaft des französischen Senders „Europe 1“.) Bis 1955 sendete der SR nur ein Hörfunkprogramm auf Mittelwelle 1421 kHz, dann auch auf UKW 88,0 MHz.

Mit dem Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland am 1. Januar 1957 erlosch die Saarländischer Rundfunk GmbH, und die öffentlich-rechtliche Landesrundfunkanstalt für das Saarland mit dem Namen „Saarländischer Rundfunk“ trat ihre Nachfolge an, indem sie laut §27 des Gesetzes über den Saarländischen Rundfunk vom 27. November 1956Gesetz Nr. 538 über den Saarländischen Rundfunk vom 27. November 1956 (Abl. S. 1549) in alle Rechte und Pflichten der Saarländischer Rundfunk GmbH eintrat und gemäß § 5 der ARD beitrat. Ein Vierteljahr nach dem 6. Juli 1959, dem Tag des wirtschaftlichen Anschlusses des Saarlandes an die Bundesrepublik, strahlte der SR erstmals ein Fernsehprogramm aus, eine halbstündige Regionalsendung. 1961 wurde im Abendprogramm vor 20 Uhr ein Regionalprogramm für das Saarland mit der Landesschau „Aktueller Bericht“ eingerichtet. Seither übernimmt der Saarländische Rundfunk auch einen Anteil am Fernsehgemeinschaftsprogramm der ARD.

Am 5. April 1969 starteten die drei damaligen südwestdeutschen Rundfunkanstalten, der Saarländische Rundfunk (SR), Süddeutsche Rundfunk (SDR, auch Südfunk Stuttgart genannt) und der Südwestfunk (SWF), mit einem Sendeabend aus Saarbrücken ihr gemeinsames drittes Fernsehprogramm „Südwest 3“ (zeitweise als „S3“ bezeichnet). Es war das jüngste der insgesamt fünf „dritten Fernsehprogramme“ der ARD-Anstalten. Zunächst wurde es an nur drei, ab September 1969 an vier Wochentagen gesendet und 1971 zu einem über die ganze Woche reichenden Programm ausgeweitet. Über viele Jahre hatte Südwest 3 seine Schwerpunkte in Bildungs- und Ausbildungsprogrammen sowie einem wöchentlichen Regionalabend, der in den drei Bundesländern getrennt veranstaltet und auf Landesebene ausgestrahlt wurde. (In der Austastlücke dieses Programms startete der SR am 2. Oktober 1989 sein regionales Videotext-Angebot unter der Bezeichnung „Saartext“.)

Am 2. Januar 1964 wandelte sich das Mittelwellenprogramm (erstes Programm) des SR-Hörfunks zur „Europawelle Saar“. Zugleich startete das dritte Hörfunkprogramm, zunächst als „Gastarbeiterprogramm“, später aufgefüllt mit anderen Sendungen; am 7. Januar 1980 wurde es unter dem Namen „SR 3 Saarlandwelle“ ein Vollprogramm mit landesbezogenen Inhalten. Das zweite Hörfunkprogramm wurde von 1967 an zur anspruchsvollen „Studiowelle Saar“ weiterentwickelt und Zug um Zug zum Vollprogramm ausgebaut, bis es 1971 erstmals tägliche Sendungen gab. Von 1972 bis 1990 kooperierte die Studiowelle mit dem SDR und dem SWF und übernahm Teile von deren Programmen; von 1991 bis Ende 1994 war die Studiowelle zum großen Teil mit dem zweiten Hörfunkprogramm des Hessischen Rundfunks (hr2-kultur) zusammengeschaltet. Seit dem 1. Januar 1995 trägt die ehemalige Studiowelle den Namen „SR 2 Kulturradio“ und ist seither ein kulturorientiertes Vollprogramm aus Saarbrücken.

Am 6. November 1989 nahm der SR den Sendebetrieb seines vierten Hörfunkprogramms, SR 4, auf. Hierbei handelte es sich um ein Mischprogramm, das seit 1. März 1999 vor allem Ausländerprogramme sowie Direktübertragungen aus dem Bundestag und dem Landtag ausstrahlte. In der übrigen Zeit übernahm SR 4 hauptsächlich das Programm von SR 2 Kulturradio und SR 3 Saarlandwelle. SR 4 übertrug auch die Sendungen des Offenen Kanals im Saarland; am 30. März 2002 wurde dieser nach Beschluss des saarländischen Landtages eingestellt. (PDF; 147 kB)

Mit der Fusion von SDR und SWF zum SWR am 1. September 1998 wurde das bisherige dritte Fernsehprogramm Südwest 3 in die beiden Programme „Südwest Baden-Württemberg“ und „Südwest Rheinland-Pfalz“, zusammen „Südwest Fernsehen“, überführt. Der SR nutzte diese Umstrukturierung zum Start ein drittes Fernsehprogramms unter dem Namen „SR Südwest Fernsehen“, dessen Programm jedoch zum größten Teil gemeinsam mit Südwest Fernsehen ausgestrahlt wird. Am 11. September 2006 erfolgte wegen der Umbenennung von Südwest Fernsehen in „SWR Fernsehen“ die Umstellung auf den Namen „SR Fernsehen“; die Kooperation mit dem SWR blieb bestehen. SR Fernsehen und SWR senden weiterhin ein gemeinsam gestaltetes Mantelprogramm, das v. a. durch regionale Sendungen mittags (Wiederholungen) und am frühen Abend (zwischen 18 und 20 Uhr) sowie durch regionale Nachrichtensendungen (um 16.00, 17.00, 18.00 und 21.45 Uhr) ergänzt wird.mini|hochkant|Werner Zimmer (2008)

Als jüngstes Hörfunkprogramm startete der SR am 1. März 1999 „Unser Ding“ in Kooperation mit dem ebenfalls neu gestarteten „Dasding“ des SWR. Zum Januar 2004 hat der Saarländische Rundfunk seine Hörfunkstruktur umgestellt: SR 4 wurde eingestellt, und Unser Ding ist vom Projekt zum jungen Programm erweitert worden.

Am 26. November 2006 wurde der 50. Geburtstag des SR mit einem Festakt in der Saarlandhalle gefeiert.Das Rundfunk-Sinfonieorchester (RSO) Saarbrücken spielte unter der Leitung von Stanisław Skrowaczewski die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven.

Der Saarländische Rundfunk brachte etliche bundesweit bekannte Journalisten und Reporter hervor. Besonders bekannt wurde Werner Zimmer, der den Beinamen „Mr. Sportschau“ erhielt. Er moderierte die ARD-Sportschau von 1966 bis 1993.

Organisation

Der Saarländische Rundfunk beschäftigte im Geschäftsjahr 2021 durchschnittlich 615 Arbeitnehmer (544 Planstellen) und zusätzlich 198 freie Mitarbeiter. Die Zahl der Planstellen ist damit seit 2009 (581 Planstellen) leicht rückläufig.

Intendanten und Direktoren des SR und seiner Vorgängereinrichtungen: 1935–1938: Adolf Raskin, Intendant des „Reichssenders Saarbrücken“ 1938–1945: Karl Mages 1945–1947: Emanuel Charrin, Officier-Chef du Centre Emetteur, später „Contrôleur Général“ von „Radio Saarbrücken“ 1947–1948: Gérard Losson, Generaldirektor 1948–1955: Frédéric Billmann, neuer Generaldirektor 1953–1954: Hans Wettmann, zweiter Generaldirektor neben Billmann 1954–1955: Hermann M. Görgen, neuer zweiter Generaldirektor 1955–1958: Eugen Meyer, vorläufiger Geschäftsführer der „Saarländischer Rundfunk GmbH“ 1958–1978: Franz Mai, erster Intendant des Saarländischen Rundfunks 1978–1989: Hubert Rohde 1989–1996: Manfred Buchwald 1996–2011: Fritz Raff 2011–2021: Thomas Kleist seit 1. Mai 2021: Martin Grasmück Am 23. Februar 2021 wählte der SR-Rundfunkrat den Hörfunkdirektor und stellvertretenden Programmdirektor Martin Grasmück zum neuen Intendanten des Senders, Amtsantritt ist am 1. Mai 2021.Pressemeldung des Saarländischen Rundfunks zur Intendantenwahl

Die aktuellen Direktoren mit ihren Aufgabengebieten sind: Lutz Semmelrogge: Programmdirektor und stellvertretender Intendant Alfred Schmitz: Verwaltungs- und Betriebsdirektor

Zu den Chefredakteuren für Hörfunk und Fernsehen gehörte Otto Klinkhammer, der Vorsitzende der Landespressekonferenz Saar.Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 650.

Programme des SR Der SR veranstaltet allein oder in Zusammenarbeit mit anderen Hörfunk- bzw. Fernsehanstalten folgende Fernseh- und Hörfunkprogramme:

Fernsehen Das Erste – Gemeinschaftsprogramm der ARD SR Fernsehen – Drittes Fernsehprogramm für das Saarland mit dem regionalen Videotextangebot „Saartext“ (in Kooperation mit dem SWR Fernsehen) Phoenix – gemeinsamer Ereigniskanal der ARD und des ZDF KiKA – Kinderkanal von ARD und ZDF Arte – deutsch-französischer Kulturkanal 3sat – Kulturkanal von ARD, ZDF, ORF und SRG Tagesschau24 – digitaler Informationskanal der ARD One – digitaler Unterhaltungskanal der ARD

Hörfunk SR 1 (ehemals Europawelle) – Radio mit Popmusik und Informationen SR Kultur – Kulturradio mit gehobener Popmusik und Klassik SR 3 Saarlandwelle – Radio mit deutschsprachiger und französischer Musik (insbesondere Chansons), sowie ausführlichen Informationen über das Saarland Dasding – gemeinsam betriebene Jugendwelle in Zusammenarbeit mit HR und SWR Antenne Saar – wortgeprägte Info-Welle mit deutsch-französischem Charakter.

Webchannels SR 1 Just Dance SR 1 Like-O-Mat/Klassiker SR 2 Off-Beat SR 3 Oldiewelt SR 3 Schlagerwelt UnserDing Schwarz UnserDing ZukunftSR: Radiolivestreams

Pausenzeichen, Orchester Als Pausenzeichen verwendete der Saarländische Rundfunk einige Takte der Melodie des Bergmannsliedes Glückauf, der Steiger kommt (zu der Zeile „… und er hat sein helles Licht bei der Nacht …“). Es war im Laufe der Verwendung in unterschiedlichen Variationen zu hören, ist aber durch die Verwendung der heutigen Jingles nicht mehr gebräuchlich.

Orchester: Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, seit 2007 Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern

Digitale Rundfunkübertragung des SR

Der Saarländische Rundfunk strahlt sein Rundfunkprogramm – neben der analogen UKW-Übertragung – seit dem 30. Dezember 2000 auch über DAB aus. Bis zum 31. Dezember 2011 wurden Übertragungskapazitäten im Sendernetz der Digital Radio Saar GmbH genutzt. Seit Anfang 2012 betreibt der SR im Block 9A ein eigenes DAB-Sendernetz, das 2016 auf den aktuellen Standard DAB+ umgestellt wurde.

Block Programme ERP (in kW) Antennendiagrammrund (ND)/gerichtet (D) Gleichwellennetz (SFN) 9ASaarland 1(D__00238) DAB+ Block des SR 2 ND

Am 13. Dezember 2007 wurde die Umstellung auf digital-terrestrische Übertragung (DVB-T) mit vier Multiplexen vollzogen und somit auch die analog terrestrische Ausstrahlung beendet.

+ Die Belegung der DVB-T-Multiplexe im Saarlandteltarif.de – News: DVB-T startet im Schwarzwald und am Hochrhein Multiplex Programme SR-Multiplex Das Erste, SR Fernsehen, Arte, Phoenix SWR-Multiplex SWR-RP, WDR, BR, HR ZDF-Multiplex ZDF, ZDFinfokanal, 3sat, KI.KA/ZDFneo (im Wechsel) Privat-Multiplex Saar TV (wurde Mai 2009 eingestellt), Tele 5, QVC, Bibel TV