Der SV Waldhof Mannheim 07 ist ein Sportverein aus Mannheim, dessen erste Fußballmannschaft von 1983 bis 1990 in der Bundesliga spielte. Der Verein aus dem Stadtteil Waldhof zählt 3000 Mitglieder (Stand: 22. Juni 2026). Er ist bekannt für seine Nachwuchsarbeit: Der Verein brachte mit Bernd und Karlheinz Förster, Otto Siffling, Jürgen Kohler, Maurizio Gaudino, Uwe Rahn, Christian Wörns und Hanno Balitsch mehrere Nationalspieler hervor. Der SV Waldhof Mannheim spielt seit der Saison 2019/2020 in der 3. Liga.

Geschichte Die Anfänge des SV Waldhof Saisondaten 1908–1933 Spielzeit Liga (Stufe) Platz 1908/09 C-Klasse Neckargau (3) 3. 1909/10 C-Klasse Neckargau I (3) 1. 1910/11 B-Klasse Neckargau (2) 1. 1911/12 B-Klasse Neckargau (2) 1. 1912/13 A-Klasse Neckargau I (2) 3. 1913/14 A-Klasse Neckargau I (2) 1. 1914/15 – 1915/16 – 1916/17 – 1917/18 – 1918/19 – 1919/20 Liga-Klasse Odenwaldkreis (1) 1. 1920/21 Liga-Klasse Odenwaldkreis (1) 1. 1921/22 Liga-Klasse Odenwaldkreis (1) 2. 1922/23 Liga-Klasse Odenwaldkreis (1) 2. 1923/24 Rheinbezirk (1) 1. 1924/25 Rheinbezirk (1) 3. 1925/26 Rheinbezirk (1) 4. 1926/27 Rheinbezirk (1) 4. 1927/28 Rheinbezirk (1) 1. 1928/29 Rheinbezirk (1) 2. 1929/30 Rheinbezirk (1) 1. 1930/31 Rheinbezirk (1) 1. 1931/32 Rheinbezirk (1) 1. 1932/33 Rheinbezirk (1) 1. Im Jahr 1905 gründeten Jugendliche aus dem im Norden Mannheims gelegenen Arbeiterstadtteil Waldhof eine Mannschaft mit dem Namen Fußballgesellschaft Ramelia. Wurde zunächst nur auf den Straßen und freien Plätzen des Vorortes Fußball gespielt, fanden die ersten Spiele nach der bezirksamtlichen Anmeldung auf dem Exerzierplatz im Stadtteil Käfertal statt. Durch Kontakte der Vereinsmitglieder zur örtlichen Spiegelfabrik von Saint-Gobain konnte auf deren Firmengelände ein Fußballplatz geschaffen werden. Dieser aufgrund seiner schlechten Verfassung „Schlammloch“ genannte Platz war auch der Grund für ein kurzzeitiges Zusammengehen mit dem MFC Phönix 02 Mannheim, der zu diesem Zeitpunkt Platzschwierigkeiten hatte. Die Verbindung war allerdings nur von kurzer Dauer; am 11. April 1907 gründeten 42 junge Männer, darunter einige Mitglieder von Phönix, im Gasthaus Zum Tannenbaum einen neuen Verein mit dem Namen SV Waldhof 07 und den Farben Blau-Schwarz-Blau. Zum ersten Vorsitzenden wurde der Bankkassierer Emil Menton gewählt, erster Mannschaftskapitän wurde Fritz Streckfuß.

Der neue Klub wurde am 12. März 1908 vom Verband Süddeutscher Fußball-Vereine aufgenommen und konnte so ab der Saison 1908/09 in der C-Klasse Neckargau am Punktspielbetrieb teilnehmen. Mit einem 8:1 bei der FG Ladenburg 03 konnte ein erfolgreiches Pflichtspieldebüt gefeiert werden, doch der Aufstieg in die B-Klasse ließ noch eine weitere Saison auf sich warten. Zu den Spielen um die Westkreis-Meisterschaften der B-Klasse wurde 1911 hinter der Waldhofschule ein neues Spielfeld mit einer Holztribüne, der „Sandacker“, eingeweiht. 1912 folgte der Aufstieg in die A-Klasse und 1914 stieg der SVW zum ersten Mal in die höchste Spielklasse auf. Während des Ersten Weltkrieges kam der Spielbetrieb zum Erliegen, es kam nur zu sogenannten Kriegshilfe-Fußballrunden. Erst mit der Saison 1919/20 wurde wieder regulär Fußball gespielt. Der SV Waldhof kam über die Liga-Klasse Odenwaldkreis zu einem zweiten Platz in der Gruppe Nord der süddeutschen Meisterschaft, hinter dem 1. FC Nürnberg.

Im Jahr 1921 kam es zu einer Affäre um den Jungnationalspieler Sepp Herberger. Herberger hatte das Interesse der Mannheimer Konkurrenz geweckt und bereits 10.000 Reichsmark für einen Wechsel zu Phönix Mannheim erhalten, als er sich für den als bürgerlich angesehenen Rivalen VfR Mannheim entschied. Dieser hatte ihm für einen Wechsel mietfreies Wohnen und eine Stelle bei der Dresdner Bank angeboten. Dadurch zog Herberger sowohl den Unmut der Waldhöfer auf sich, die ihn als „Verräter“ beschimpften, als auch eine Sperre durch den Süddeutschen Fußball-Verband wegen Verstößen gegen den Amateurparagraphen. Nachdem er das Geld zurückgezahlt hatte, wurde die Sperre aufgehoben und Herberger Spieler des VfR.

1923 wurde dem SVW von der Stadt ein Platz im Wäldchen an den Schießständen – am heutigen Alsenweg – zur Verfügung gestellt, wo der Verein seither seine Heimat hat. Bis zur Machtübernahme durch die Nationalsozialisten konnte der SVW sich noch einige Male für die Endrunde um die süddeutsche Meisterschaft qualifizieren, allerdings keinen Meistertitel gewinnen. Größter sportlicher Rivale aus Mannheim war Ende der 1920er Jahre im Rheinbezirk der VfL Neckarau aus dem südlich gelegenen Stadtteil.

Auftreten des SVW auf nationaler Ebene Saisondaten 1933–1945 Spielzeit Liga (Stufe) Platz 1933/34 Gauliga Baden (1) 1. 1934/35 Gauliga Baden (1) 4. 1935/36 Gauliga Baden (1) 1. 1936/37 Gauliga Baden (1) 1. 1937/38 Gauliga Baden (1) 3. 1938/39 Gauliga Baden (1) 4. 1939/40 KriegsmeisterschaftMannheim/Heidelberg (1) 1. 1940/41 Bereichsklasse Baden (1) 1. 1941/42 Bereichsklasse Baden (1) 1. 1942/43 Gauliga Baden (1) 3. 1943/44 Gauliga Baden Nordgruppe (1) 5. 1944/45 Gauliga Baden Nordgruppe (1) (1.) Im Jahr 1933 unterzeichnete der SVW mit 13 anderen süddeutschen Clubs die Stuttgarter Erklärung. In dieser Erklärung machte sich der SVW mit den Zielen des NS-Staats gemein und bekräftigte die Absicht, jüdische Mitglieder aus dem Verein auszuschließen. Mit der „Machtergreifung“ wurde der Fußball in Deutschland neu organisiert und „gleichgeschaltet“, unter anderem wurden 16 Gauligen eingerichtet. Durch den Gewinn des Titels der Gauliga Baden konnte sich der SVW für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft 1933/34 qualifizieren. Das Halbfinalspiel gegen den späteren Meister FC Schalke 04 in Düsseldorf ging vor 2.000 mitgereisten Waldhof-Anhängern mit 2:5 verloren, nachdem es zehn Minuten vor Schluss noch 2:2 gestanden hatte. In der folgenden Saison verpasste Waldhof die Teilnahme an der nationalen Endrunde und wurde hinter dem VfR und dem VfL Neckarau sogar nur dritte Kraft im Mannheimer Fußball. Im Pokalwettbewerb, dem auch als Tschammerpokal bekannten Vorläufer des DFB-Pokals, musste sich der SVW erst im Halbfinale dem 1. FC Nürnberg mit 0:1 geschlagen geben. 1935/36 und 1936/37 kam Waldhof nicht über die Gruppenphase hinaus. Als überragender Spieler des SVW in den 1930er Jahren gilt Otto Siffling, Teilnehmer an den Weltmeisterschaften 1934 und 1938, der in dem legendären Spiel der Breslau-Elf 1937 fünf der acht Tore erzielte. Siffling starb im Alter von 27 Jahren an den Folgen einer schweren Krankheit.

Auch in der Endrunde 1939/40, der ersten Kriegsmeisterschaft, war Waldhof im Halbfinale dem FC Schalke 04 unterlegen. Anlässlich der beiden Spiele um den dritten Platz gegen den SK Rapid Wien sprach die Berliner Presse wegen des jungen Alters zahlreicher SV-Spieler von den Waldhof-Buben, ein Begriff der den Verein bis in die Gegenwart begleitet hat. Im selben Jahr gelang mit dem Einzug ins Pokalfinale gegen den 1. FC Nürnberg – trotz der 0:2-Niederlage – der bislang größte Pokalerfolg.

Nachkriegszeit, Unterklassigkeit und Aufstieg 1983 Saisondaten 1945–1983 Spielzeit Liga (Stufe) Platz Zuschauer 1945/46 Oberliga Süd (1) 4. 1946/47 Oberliga Süd (1) 2. 1947/48 Oberliga Süd (1) 6. 1948/49 Oberliga Süd (1) 5. 1949/50 Oberliga Süd (1) 6. 1950/51 Oberliga Süd (1) 14. 1951/52 Oberliga Süd (1) 10. 1952/53 Oberliga Süd (1) 8. 1953/54 Oberliga Süd (1) 15. 1954/55 II. Division Süd (2) 8. 1955/56 II. Division Süd (2) 6. 1956/57 II. Division Süd (2) 7. 1957/58 II. Division Süd (2) 1. 1958/59 Oberliga Süd (1) 16. 1959/60 II. Division Süd (2) 1. 1960/61 Oberliga Süd (1) 13. 1961/62 Oberliga Süd (1) 16. 1962/63 II. Division Süd (2) 3. 1963/64 Regionalliga Süd (2) 11. 1964/65 Regionalliga Süd (2) 4. 1965/66 Regionalliga Süd (2) 3. 1966/67 Regionalliga Süd (2) 11. 1967/68 Regionalliga Süd (2) 12. 1968/69 Regionalliga Süd (2) 11. 1969/70 Regionalliga Süd (2) 20. 1970/71 1. Amateurliga Nordbaden (3) 1. 1971/72 1. Amateurliga Nordbaden (3) 1. 1972/73 Regionalliga Süd (2) 7. 1973/74 Regionalliga Süd (2) 7. 1974/75 2. Bundesliga Süd (2) 8. 7.184 1975/76 2. Bundesliga Süd (2) 8. 4.500 1976/77 2. Bundesliga Süd (2) 11. 5.184 1977/78 2. Bundesliga Süd (2) 8. 5.250 1978/79 2. Bundesliga Süd (2) 16. 2.811 1979/80 2. Bundesliga Süd (2) 11. 3.270 1980/81 2. Bundesliga Süd (2) 6. 4.484 1981/82 2. Bundesliga (2) 6. 7.711 1982/83 2. Bundesliga (2) 1. 8.690 Nach dem Zweiten Weltkrieg und den durch diesen verursachten Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung des Spielbetriebes – unter anderem das Risiko von Luftangriffen und dem dadurch verursachten Zuschauer- und Einnahmeschwund – wurde 1945 von den Behörden der Amerikanischen Besatzungszone die Einrichtung einer Oberliga Süd gestattet. 1947 wurde der SVW Zweiter und wäre damit für die Endrunde zur deutschen Meisterschaft qualifiziert gewesen, so eine solche stattgefunden hätte. Zweiter Deutscher Meister nach dem Krieg wurde 1949 zur Enttäuschung der Waldhöfer der Stadtrivale VfR.

mini|links|Regionalliga-Spiel zwischen Heilbronn und Waldhof Mannheim 1970 In den 1950er Jahren war der SVW nur Mittelmaß in der Oberliga Süd und musste 1954 den Abstieg in die 2. Liga Süd hinnehmen, womit der Verein zum ersten Mal seit 40 Jahren nicht mehr erstklassig spielte. Nach dem Aufstieg 1958 entwickelte sich der Verein zu einer Fahrstuhlmannschaft zwischen Ober- und 2. Liga und hatte sich deshalb nicht für die neugeschaffene Bundesliga zur Saison 1963/64 qualifiziert. Als Unterbau der Bundesliga wurden Regionalligen eingerichtet, an denen der SVW bis zum Abstieg 1970 teilnahm. Nach zwei Jahren in der 1. Amateurliga Nordbaden gelang Waldhof der Wiederaufstieg, der dem Verein in der Saison 1973/74 die Möglichkeit gab, sich für die neugeschaffene, aus einer Nord- und einer Südstaffel bestehenden, 2. Bundesliga zu qualifizieren, zusammen mit dem VfR Mannheim, der sich dort jedoch nur ein Jahr halten konnte.

Nach dem Aufstieg in die Zweitklassigkeit hatte der Verein arge Geldprobleme und versuchte den Spielbetrieb zu stemmen. 1972 nannte sich der Verein in Chio Waldhof 07 um und erhielt dafür 190.000 DM von der Firma Chio Chips. 1975 folgte die Umbenennung in SV Chio Waldhof 07. In den folgenden Jahren etablierte sich der 1978 in SV Waldhof Mannheim 07 umbenannte SVW im Mittelfeld der 2. Liga. 1981 qualifizierte sich der Verein für die neue eingleisige 2. Bundesliga, da in den maßgeblichen Spielzeiten genügend Punkte erreicht wurden. Nach der Saison 1982/83 stand Waldhof als Aufsteiger und damit als 36. Bundesligaverein seit ihrer Gründung fest.

Sieben Jahre in der Bundesliga Saisondaten 1983–1990 Spielzeit Liga (Stufe) Platz Zuschauer 1983/84 Bundesliga (1) 11. 26.724 1984/85 Bundesliga (1) 6. 19.324 1985/86 Bundesliga (1) 8. 13.976 1986/87 Bundesliga (1) 14. 14.176 1987/88 Bundesliga (1) 16. 14.392 1988/89 Bundesliga (1) 12. 13.140 1989/90 Bundesliga (1) 17. 11.897 In das erste Bundesliga-Jahr startete der SVW weiter mit Trainer Klaus Schlappner. Zudem stammten neun von 20 Spielern aus der eigenen Jugend. Da keines der Mannheimer Stadien, darunter das eigene Stadion am Alsenweg, zu diesem Zeitpunkt erstligatauglich war, musste in das Ludwigshafener Südweststadion umgezogen werden. Zunächst bestand eine auf ein Jahr befristete Ausnahmegenehmigung, da Heimspiele auf verbandsfernem Gebiet (in diesem Fall auf dem Gebiet des Südwestdeutschen Fußballverbandes) eigentlich untersagt waren. Der Umzug in die Vorderpfalz wurde vom Ligakonkurrenten 1. FC Kaiserslautern in Hinblick auf befürchtete Zuschauerverluste nicht mit Wohlwollen aufgenommen. In der Aufstiegssaison 1983/84 verzeichnete der SV Waldhof einen deutlich besseren Zuschauerschnitt (26.982 Zuschauer) als die Pfälzer Ligarivalen (19.017 Zuschauer), doch sank der Schnitt des SVW in den folgenden Jahren kontinuierlich.