Straubenhardt ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg. Sie liegt am Übergang vom Nordschwarzwald zum Kraichgau.
Geografie Gemeindegliederung Die Gemeinde Straubenhardt besteht aus den ehemaligen Gemeinden Conweiler, Feldrennach, Langenalb, Ottenhausen und Schwann. Zur ehemaligen Gemeinde Feldrennach gehören die Dörfer Feldrennach und Pfinzweiler und die Häuser Hasenstock-Sägmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Langenalb gehören das Dorf Langenalb und die Häuser Bitzenhühlersägmühle, Brücklessägmühle, Dampfsägmühle, Wohnhaus zur Feldrennachersägmühle, Wohnhaus zur Heinzensägmühle und Maisenmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Ottenhausen gehören das Dorf Ottenhausen, die Wochenendsiedlung Hardthof und die Häuser Hochmühle.
Die 1262 als Rutmerspach erstmals erwähnte Ortschaft Rudmersbach ist in Ottenhausen aufgegangen.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 578–580
Nachbargemeinden An die Gemeinde Straubenhardt grenzen von Norden beginnend im Uhrzeigersinn die Gemeinden Keltern, Birkenfeld, Neuenbürg, Dobel, Bad Herrenalb (beide Landkreis Calw), Marxzell und Karlsbad (beide Landkreis Karlsruhe) an.
Schutzgebiete
Die Gemeinde hat Anteil an den Naturschutzgebieten Pfinzquellen, Albtal und Seitentäler, Mistwiesen und Eyach- und Rotenbachtal. Außerdem liegen auf dem Gemeindegebiet die Landschaftsschutzgebiete Albtalplatten und Herrenalber Berge und Straubenhardter Schwarzwaldrandhöhe. Das gesamte Gemeindegebiet liegt im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord.Daten- und Kartendienst der LUBW
Klima
Geschichte mini|hochkant|Stein mit den Wappen aller Ortsteile Um das Jahr 1000 ließen die Grafen von Calw zwischen den Ortschaften Schwann und Dennach eine Burg errichten, die nach der unwirtlichen Gegend Straubenhardt (alemannisch: „struben Hardt“ – rauer Forst) benannt wurde. Die Reste dieser Burgruine gehören heute zur Gemarkung der Gemeinde Neuenbürg. Der Burgvogt nahm bald den Namen der Burg an. Sein Geschlecht der Edlen von Straubenhardt lässt sich bis in das 15. Jahrhundert nachweisen. Ab 1320 gerieten Burg und Umland immer mehr unter die Vorherrschaft des Hauses Württemberg. Die mit den Herren von Straubenhardt verschwägerten und ebenfalls auf der Burg wohnenden Schmalensteiner schlossen sich deshalb dem Schleglerbund unter Führung Wolf von Ebersteins an. 1367 verübte der Ritterbund einen Überfall auf Graf Eberhard II. von Württemberg, als sich dieser im Wildbad aufhielt. Ob es sich dabei um das heutige Bad Wildbad oder um Bad Teinach handelt, ist nicht geklärt. Allerdings spricht die Fluchtroute dafür, dass es sich um Bad Wildbad handelteDas Wildbad im Königreich Württemberg Justinus Andreas Christian Kerner, 1839. Eberhard konnte auf die Burg Zavelstein flüchten. Als Vergeltung nahm Eberhard im Folgenden die Burg Straubenhardt ein und gab sie erst wieder frei, nachdem Württemberg 1374 das Öffnungsrecht für die Burg Straubenhardt eingeräumt wurde. Vermutlich gab es danach weitere Differenzen mit dem Grafen von Württemberg, sodass dieser die Burg 1381 zerstören ließVollständige Beschreibung von Württemberg, Scheible, Rieger und Sattler, 1843. Die männliche Linie des Hauses Straubenhardt endete 1442 mit dem Tod von Hans von Straubenhardt.Beschreibung des Oberamts Neuenbürg, 1860 Seit Ende des 15. Jahrhunderts taucht in den Urkunden die Familie Schöner von Straubenhardt auf. Es scheint erwiesen, dass diese Familie nicht mit den ehemaligen von Straubenhardts verwandt sind. Jedoch scheint nicht geklärt, wie die Schöner von Straubenhardt zu ihren Besitztümern in der Gegend gelangten. Um 1598, 1599 verkauften die Schöner von Straubenhardt einen Großteil ihres Besitzes in der Umgebung. Jedoch ist das Schloss Rudmersbach (im heutigen Ottenhausen) auch 1623 noch weiterhin in deren Besitz.Adel und Landesherren im nördlichen Schwarzwald von der Mitte des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts Wilhelm Hofmann, Hansmartin Decker-Hauff, W. Kohlhammer, 1954
Die heutige Gemeinde Straubenhardt entstand am 1. Dezember 1973 durch den Zusammenschluss der altwürttembergischen Gemeinden Conweiler, Feldrennach mit Pfinzweiler und Schwann. Am 1. Januar 1974 wurde das ebenfalls früher württembergische Ottenhausen mit freiwilliger Vereinbarung und am 1. Januar 1975 das vormals badische Langenalb durch das Gemeindereformgesetz Baden-Württemberg eingegliedert. Mit der Namensgebung und Übernahme des Wappens derer von Straubenhardt wurde die geschichtliche Verbindung zum früheren Rittergeschlecht der Edlen von Straubenhardt wiederhergestellt. Die Namensgebung von Straubenhardt ist auf die ursprüngliche Annahme zurückzuführen, dass auch die Gemeinde Dennach, auf deren Gemarkung die Ruine der Burg Straubenhardt liegt, der neuen Verbandsgemeinde zugegliedert wird. In der letzten Runde der Reformverhandlungen wurde Dennach jedoch Neuenbürg zugeschlagen.Pforzheim und der Enzkreis Werner Burckhart, Hermann Wahl, Hans Schleuning, Theiss, 1976
Conweiler mini|links|Infotafel zur Nachbildung des römischen Dreigöttersteins mini|hochkant|Nachbildung des römischen Dreigöttersteins Conweiler wurde im Hochmittelalter als Waldhufendorf durch die Herren von Straubenhardt gegründet. Erste urkundliche Erwähnungen stammen aus dem Jahr 1297 als „Cunnenwilre“. Nördlich von Conweiler stand die Cunnenburg, die im Besitz der Herren von Schmalenstein war. Vermutlich wurden Burg und Siedlung nach Cuno von Schmalenstein benannt. Der Hauptsitz der Schmalensteins war ursprünglich die gleichnamige Burg Schmalenstein. Allmählich entwickelte sich jedoch die Cunnenburg zum Zentrum ihrer Adelsherrschaft.Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, Volume 51 Vandenhoeck und Ruprecht, 1977 Die Familien Straubenhardt und Schmalenstein sind zwei verschiedenen Zweige derselben FamilieZeitschrift für Württembergische Landesgeschichte W. Kohlhammer., 1967 Die Cunnenburg Burg wurde 1384 vom Grafen Eberhard II zerstört. 1435 besaß Württemberg bereits sieben Achtel des Ortes, 1446 konnte es den Rest von den Herren von Remchingen erwerben. Das altwürttembergische Dorf Conweiler verblieb bei der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im Königreich Württemberg 1806 beim angestammten Oberamt Neuenbürg. Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Conweiler 1938 zum Landkreis Calw. 1945 wurde der Ort Teil der französischen Besatzungszone und erfuhr somit 1947 die Zuordnung zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging. Am 1. Januar 1973 gelangte Conweiler durch die Kreisreform in Baden-Württemberg zum Enzkreis.
Feldrennach mini|Der „springende Stier“ mini|links|hochkant|Evang. Stephanskirche Feldrennach Auch Feldrennach wurde als Waldhufendorf von den Herren von Straubenhardt angelegt. Der Ort bekam seinen Namen wahrscheinlich von dem durch den Ort fließenden Bach, der Rennach. Feldrennach wurde bereits in den Jahren 1256 und 1277 als Roneh bzw. Veltrunche erwähnt.Das Land Baden-Württemberg: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, 1976 1301 verzichteten die Brüder Ulrich, Konrad und Volmar von Bromberg auf Ansprüche an Gütern zu Feldrennach.Mones Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO), Band 2, S. 372. 1418 gelangte der Ort an den Grafen von Württemberg. Das altwürttembergische Dorf Feldrennach kam 1938 vom aufgelösten Oberamt Neuenbürg zum Landkreis Calw und 1973 zum Enzkreis. Somit war auch Feldrennach mit dem Landkreis Calw 1945 ein Teil der französischen Besatzungszone geworden und kam über Württemberg-Hohenzollern 1952 ins Bundesland Baden-Württemberg. Heute befindet sich der Sitz der Gemeindeverwaltung von Straubenhardt im Rathaus am Marktplatz in Feldrennach. mini|hochkant|Rathaus in Langenalb
Langenalb 225x225px|mini|links|Gedenkstein am Langenalber Rathaus Die Gründung von Langenalb als Waldhufendorf geht auf die Herren von Straubenhardt zurück. Erstmals erwähnt wurde das Dorf als Grangia et Pascua Alba im Jahre 1177 in der Güterliste des Klosters Maulbronn. Die Oberherrschaft über Langenalb hatten die Herren von Schmalenstein, die Langenalbe im Jahre 1382 an die Markgrafen Bernhard und Rudolf von Baden verkauften.Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Band 2 Kohlhammer, 1851 Danach war Langenalb, als einziger der 6 Teilorte von Straubenhardt, vollständig badisch. 1560 erhielt Langenalb seine eigene Pfarrei. Zuvor war Langenalb kirchlich zu Rudmersbach bzw. Feldrennach zugegliedert. Verwaltungsgeschichtlich war Langenalb stets dem badischen Amt Pforzheim zugeordnet. Nach Gründung des Großherzogtums Baden kam Langenalb 1819 zum Oberamt Pforzheim, 1864 zum Bezirksamt Pforzheim und während der NS-Zeit 1939 zum Landkreis Pforzheim. 1945 wurde der Ort Teil der amerikanischen Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. Am 1. Januar 1973 gelangte Langenalb durch die Kreisreform zum Enzkreis.
Ottenhausen Ottenhausen entstand als Straßendorf und wurde erstmals 1327 als Ottenhusen urkundlich erwähnt. Jedoch bereits 1262 fand der Ort Rudmersbach als Rutmerspach Erwähnung. Rudmersbach ist in Ottenhausen aufgegangen und am 1. April 1909 wurde aus den Teilgemeinden offiziell eine Einheitsgemeinde. Ab 1418 konnte Württemberg Anteile an Ottenhausen erwerben, jedoch dauerte es bis 1602, bevor Württemberg alle Anteile erworben hatte. Das altwürttembergische Dorf Ottenhausen kam 1938 vom aufgelösten Oberamt Neuenbürg zum Landkreis Calw, der 1945 in die französische Besatzungszone fiel und über das Land Württemberg-Hohenzollern 1952 dem Bundesland Baden-Württemberg angegliedert wurde. 1973 gelangte Ottenhausen durch die Kreisreform zum Enzkreis.
Vom Tornado über Pforzheim am 10. Juli 1968 war Rudmersbach besonders schwer betroffen.Bramm, Bernd: Der Tornado vom 10. Juli 1968 – ein Medienereignis einst und heute. Nachwirkung und Rezeption, in: Der Enzkreis. Historisches und Aktuelles 16 (2019), S. 164–181, hier 169.
Pfinzweiler Das ursprüngliche Pfinzweiler war Ortsteil von Feldrennach. Es wurde jedoch im Dreißigjährigen Krieg zerstört, aber 1713 wiederbesiedelt. Schwann mini|Der „Rechenmacher“ (Emil Gauss) vor dem Schwanner Rathaus Schwann wurde auch als Waldhufendorf gegründet. Ab 1400 war Schwann Residenz der Herren von Straubenhardt, ihr Schloss stand hinter der Kirche. Nach dem Tode von Hans von Straubenhardt, dem letzten männlichen Nachkommen des Hauses von Straubenhardt, im Jahre 1442, erwarb Württemberg die Hälfte von Schwann von Straubenhardts Erben. Dadurch gehörte Schwann je zur Hälfte zu Württemberg und Baden. Am 1. Juli 1528 erstand Württemberg weitere Anteile im Tausch und 1599 den Rest. 1605 wurde Schwann in den Ritterkanton Neckar-Schwarzwald inkorporiert.Beschreibung des Oberamts Neuenbürg Neuenbürg (Oberamt), 1860 Das württembergische Dorf Schwann kam 1938 vom aufgelösten Oberamt Neuenbürg zum Landkreis Calw. 1973 gelangte Schwann durch die Kreisreform zum Enzkreis.
Wappen der Ortsteile
Politik Bürgermeister
Bis zum Jahre 1973 wurde in jeder der damals fünf selbständigen Gemeinden jeweils ein Bürgermeister gewählt.
1974–1991: Walter Weissinger (SPD) 1991–2013: Willi Rutschmann (CDU) seit 2013: Helge Viehweg (SPD)
Gemeinderat Der Gemeinderat in Straubenhardt besteht aus den 18 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.
Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
Parteien und Wählergemeinschaften%2024Sitze2024%2019Sitze2019FWFreie Wähler38,08733,56CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands25,98520,04SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands19,27324,74GLGrüne Liste – Mensch und Umwelt Straubenhardt16,67321,84gesamt100,018100,018Wahlbeteiligung64,03 %61,31 %
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