miniatur|Walther Jenson 1948 miniatur|Zwei Minuten In Harlem v. Walter Jenson, es spielt das RBT-Orchester, Berlin 1947 miniatur|Harlem Swing (Zwei Minuten in Harlem) v. Walter Jenson, Berlin 1947 miniatur|Kleiner Boy aus Portorico v. Walter Jenson, Orchester Willi Stanke, Gesang: Ursula Maury, Berlin 1948 mini|Kleiner Boy aus Portorico, Berlin 1948 Walter (Walther Friedrich Wilhelm) Jenson (* 19. Dezember 1902 in Berlin; † 19. Dezember 1952 in Berlin) war ein deutscher Musiker, Komponist, Arrangeur und Orchesterleiter der Jazz- und Unterhaltungsmusik.

Leben Jenson war ein Sohn des Berliner Lithographen und Kunstmalers Friedrich Wilhelm Jenson (1873–1934) und dessen Ehefrau Charlotte Christiane, geb. Müller. Er studierte Kompositions- und Harmonielehre am Stern’schen Konservatorium in Berlin. Sein Hauptinstrument war die Trompete. Er ist später der deutsche Harry James genannt worden. Seine musikalische Prägung erfuhr er durch die Swing-Ära. Er arbeitete unter anderem mit den Textern Hans G. Orlinghttps://www.discogs.com/de/artist/649719-Hans-Orling/images und Leo Breitenhttps://www.discogs.com/de/artist/705828-Leo-Breiten/images, den Sängerinnen Evelyn Künnekehttps://www.discogs.com/de/artist/484762-Evelyn-K%C3%83%C2%BCnneke/images, Rita Paul (seit 1945 im Crusader Clubhttp://mediasvc.ancestry.com/image/8407fd5f-3448-44a3-a320-fcb766c5f137.jpg?Client=Trees&NamespaceID=1093 in Hamburg) und Gloria Astorhttps://www.discogs.com/de/artist/712963-Gloria-Astor/images, den Sängern Peter Rebhuhn (seit 1945), Bully Buhlan, Detlev Lais, Peter Cornehlsenhttps://www.discogs.com/de/artist/1668646-Peter-Cornehlsen/images, Werner Stüveckehttps://www.discogs.com/de/artist/1661179-Werner-St%C3%83%C2%BCvecke/images, Bernd Golonskyhttps://www.discogs.com/de/artist/1409148-Bernd-Golonsky/images und Werner Schöne sowie dem Klarinettisten Baldo Maestrihttps://www.discogs.com/de/artist/317327-Baldo-Maestri/images. Ab 1947 arbeitete er ebenfalls als Arrangeur u. a. für das von Michael Jary 1945 gegründete Berliner RBT-Orchester (Leitung: Horst Kudritzki und Erwin Lehn) und für das Orchester von Kurt Widmannhttps://www.discogs.com/de/artist/2411780-Kurt-Widmann/images. Horst Kudritzki und Gloria Astor waren auch die Trauzeugen bei der Hochzeit in zweiter Ehe von Walther Jenson mit Adelheid Neander (* 18. August 1923 – † 3. September 2019) im Oktober 1947 in Berlin und ist mit ihr Vater einer Tochter. Im Jahr 1950 übernahm Walther Jenson (neben Jean Kurt Forest) die Leitung des neu gegründeten Tanz- und Unterhaltungsorchesters des Berliner Rundfunks und gründete parallel dazu sein eigenes Orchester aus Mitgliedern dieses Orchesters. Er nahm neben Fremdkompositionen eigene Kompositionen auf, zum Beispiel Spanischer Marsch, Die Fahrt ins Blaue und Du sollst mein Mascottchen sein. Seine Kompositionen – bei denen sich der Musiker und Sänger Paul Kuhn in damaliger Zeit noch ein Zubrot als Notenkopist verdienen musste – und die Orchester-Einspielungen wurden vorwiegend für das Amiga-Label, aber auch für Eterna, Radiophon (R 690/47a), Odeon (O-31790) und Columbia (DW 4949) aufgenommen und veröffentlicht.

In der Zeit des Nationalsozialismus stand Jenson 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.Jenson, Walter. In: Theodor Kellenter: Die Gottbegnadeten : Hitlers Liste unersetzbarer Künstler. Kiel: Arndt, 2020, ISBN 978-3-88741-290-6, S. 439

Walther Jenson starb an seinem fünfzigsten Geburtstag an den Spätfolgen einer Verletzung, die er sich im Januar 1919 während des Spartakusaufstands zugezogen hatte. Beerdigt wurde er auf dem Friedhof Weißensee.

Kompositionen (Auszug) Die Fahrt ins Blaue auf Amiga-CD: Sweet and Swinging - Die populärsten Orchester (Amiga 1947–2007; SONY BMG) Jimmy Lunceford auf Amiga-Schellackplatte Rhythmische Studie Nr. 14 auf Amiga-Schellackplatte Kleiner Boy aus Portorico auf Amiga-Schellackplatte Swing Promenade auf Amiga-Schellackplatte Zwei Minuten in Harlem auf Amiga-Schellackplatte Amiga-Swing auf Amiga-Schellackplatte Du sollst mein Mascottchen sein (W. Jenson/G. Schumann) auf Amiga-Schellackplatte Ein zärtliches Lied, Langsamer Foxtrot, Text: Leo Breiten, Capriccio-Musikverlag GmbH, Berlin, 1948 Silberner Mond, Lied und Beguine, Text: H. G. Orling, Maestro Internationaler Musik- & Bühnenverlag, Berlin, 1951 Ach-Herrjeh, Carioca, Klavierpartitur, Text: H. G. Orling, Dt. Film-Verlag, Berlin, 1951

Literatur Mathias Brüll: Jazz auf AMIGA. Die Jazz-Schallplatten des AMIGA-Labels von 1947 bis 1990. Pro Business, Berlin 2003, ISBN 3-937343-27-X Werner Sellhorn: Jazz – DDR – Fakten. Interpreten, Diskographien, Fotos, CD. Neunplus 1 Edition Kunst, Berlin 2005, ISBN 3-936033-19-6 Bernd Meyer-Rähnitz, Frank Oehme, Joachim Schütte: Die "Ewige Freundin" - Eterna und Amiga; Die Discographie der Schellackplatten (1947 - 1961), Albis International Bibliophilen-Verlag, Dresden-Ústí 2006, ISBN 80-86971-10-4 Siegfried Trzoß: Schlagergeschichte(n) des Ostens, Band 1. 1945–1965 (Taschenbuch) Seite 13–14, aperçu Verlagsgesellschaft, Berlin 2007, ISBN 3-938810-02-5 Jürgen Wölfer: Jazz in Deutschland. Das Lexikon. Alle Musiker und Plattenfirmen von 1920 bis heute. Hannibal, Höfen 2008, ISBN 978-3-85445-274-4 (mit über 100 Seiten Amiga Diskographie im Anhang). Karlheinz Drechsel: Liner Notes zu Jazz auf Amiga 1947-1962 (Amiga 850 852, Berlin 1981) Siegfried Schmidt-Joos: Die Stasi swingt nicht, Mitteldeutscher Verlag, Halle 2016, ISBN 978-3954627615

Weblinks

Jensons Geburtsanzeige im Standesamt Berlin von 1902 Kompositionen und Orchestereinspielungen in der Deutschen National-Bibliothek Liner Notes zur Amiga-LP Jazz auf Amiga 1947-1962 Liner Notes zur Amiga-CD Sweet and Swinging (2007)

Regina-Plattenlabel: "Harlem Swing" (Amiga-Matrize 551), Komposition von 1947: Zwei Minuten in Harlem Label aller Schellackplatten von 1947 bis 1952 (Stand: 2017) Schellack-Musterplatte der Komposition: Rhythmische Studie Nr.14, Lied der Zeit GmbH, Berlin 1947

Text und Klaviernoten von Kleiner Boy aus Portorico, Capriccio-Musikverlag, Berlin 1948 Text und Noten für Akkordeon von Kleiner Boy aus Portorico, in Bunte Noten, Capriccio-Musikverlag, Berlin 1948 Text und Noten für Akkordeon von Ein zärtliches Lied, in Bunte Noten, Capriccio-Musikverlag, Berlin 1948 Kommentar im 2. Frebruarheft 1948 der Zeitschrift für Musik und Tanz "vierViertel", Capriccio-Musikverlag, Berlin, 1948 Catalog of copyright entries, Published Music, Library of Congress. Copyright Office, Washington 1951 Georg Plathe: Interview auch zu W. Jensons Dirigentenstatus im Jahr 1950; aus Siegfried Trzoß´ Schlagergeschichte(n) des Ostens, Band 1. 1945-1965, Berlin 2007 Eterna-Plattenlabel der Orchestereinspielung Helgolandlied und Friesenlied v. Müller-Grählert, Berlin 1952 BlueSong-Plattenlabel von 1981 - Jenson-Kompositionen: Titel-Nr. 3,4,6 + 7 Forumsbeitrag (2011-2013) auf Grammophon-Platten.de (archive.is) Liste der Kompositionen und Orchestereinspielungen auf YouTube

Einzelnachweise

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