mini|Bildnis von Rudolf III. auf dem Grabmal in der Röttler Kirche
Markgraf Rudolf III. von Hachberg-Sausenberg (* 1343; † 8. Februars. Schubring: Rötteler Chronik S. 181, Fußnote 363 auf S. 201 1428) war der Sohn des Markgrafen Rudolf II. von Hachberg-Sausenberg und der Katharina von Thierstein. Bis 1384 war sein Onkel Otto I. von Hachberg-Sausenberg Regent bzw. Mitregent. Rudolf III. wird als der bedeutendste der Markgrafen von Hachberg-Sausenberg angesehen.Fritz Schülin: Rötteln-Haagen, Beiträge zur Orts-, Landschafts- und Siedlungsgeschichte. Lörrach 1965, S. 65.
Ehen und Nachkommen 1373 heiratete Rudolf in erster Ehe Adelheid von Lichtenberg,Schubring: Rötteler Chronik, S. 77, Fußnote 58 auf S. 193Regesten der Markgrafen von Baden und Hachberg 1050–1515, herausgegeben von der Badischen Historischen Commission, bearbeitet von Richard Fester. Innsbruck 1892, h719 und h729; die Tochter des Simon von Lichtenberg, des Herrn von Schloss Hüneburg im Elsass.Julius Kindler von Knobloch: Oberbadisches Geschlechterbuch. Band 2: He–Lysser. Heidelberg 1905, S. 492. diglit.ub.uni-heidelberg.de Aus dieser Ehe sind keine Kinder bekannt und Adelheid starb vor dem 28. April 1378.
1387 heiratete Rudolf in zweiter Ehe Anna von Freiburg-Neuenburg (1374–1427), die Tochter des Grafen Egino III. von Freiburg und Schwester des Grafen Konrad von Freiburg, der den Ehevertrag aushandelte. Mit ihr hatte Rudolf 13 Kinder (7 Söhne, 6 Töchter).Regesten der Markgrafen von Baden und Hachberg 1050–1515, herausgegeben von der Badischen Historischen Commission, bearbeitet von Richard Fester. Innsbruck 1892, h752; Von den 13 Kindern lebten 1407 noch:
Otto (* 1388, † 1451) – Bischof von Konstanz Verena (* 13. Dezember 1391s. Schubring: Rötteler Chronik S. 77, Fußnote 66 auf S. 193) ⚭ Heinrich V. von Fürstenberg Rudolf der Junge (* 27. März 1393;s. Schubring: Rötteler Chronik S. 77, Fußnote 62, 63 auf S. 193 † 28. April 1419)s. Schubring: Rötteler Chronik S. 161 Agnes – Nonne im Kloster St. Klara in Basel Katharina († 1419) – Nonne im Kloster St. Klara in Basel Anna († 1419) – Nonne im Kloster St. Klara in Basel Margarethe († 1419) – Nonne im Kloster St. Klara in Basel Wilhelm (* 1406, † 1482) – Markgraf von Hachberg-Sausenberg
Aus der Mitteilung der Rötteler Chronik, dass Rudolf 1419 vier Kinder verlor und die nächste Eintragung von einer großen Pestseuche spricht, wird geschlossen, dass die Kinder an der Pest starben.
Regierung Beim Tod seines Vaters war Rudolf erst 9 Jahre alt und sein Onkel Otto I. von Hachberg-Sausenberg übernahm die vormundschaftliche Regentschaft.siehe Sachs S. 495 1358 übergab Otto die Vormundschaft an Rudolfs Onkel mütterlicher Seite, den Grafen Walram III. von Thierstein-Pfeffingen.siehe Sachs S. 498 Als Rudolf 1364 sein Erbe antrat, regierte er zusammen mit seinem Onkel Otto weiter bis zu dessen Tod 1384.siehe Sachs S. 498 Von 1384 bis zu seinem Tod 1428 regierte er alleine; insgesamt leitete er die Geschicke der Markgrafschaft 64 Jahre.
1366 übergab ihm sein Onkel die eigene Hälfte eines Teils der Besitzungen als Ausgleich dafür, dass er während der Vormundschaft die Nutznießung von Rudolfs Erbe hatte. 1371 schlossen Onkel und Neffe einen Erbschafts- und Sukzessionsvertrag demnach Otto seine verbliebenen Besitzungen übergab und von Rudolf als Leibgedinge zurückerhielt.
1371 akzeptierten Rudolf und sein Onkel, dass ihnen Herzog Leopold III. von Habsburg die Burg Rötteln und die Stadt Schopfheim als Lehen gab; beides war in der Vergangenheit als Eigengut der Hachberger angesehen worden.
König Ruprecht belehnte den Markgrafen am 4. August 1401 mit der Landgrafschaft im Breisgau und bestätigte ihm seine Reichslehen und Privilegien.
1422 ist der Markgraf von Rötteln in den auf dem Reichstage zu Nürnberg beschlossen Heeresmatrikel aufgeführt und damit Reichsstand.
Die Beziehungen zu Basel Im Zuge der Ausschreitungen während der Bösen Fasnacht in Basel am 26. Februar 1376 wurden im Eptinger Hof in der Rittergasse auf dem Basler Münsterhügel etwa 100 adlige Personen mit ihrer Gefolgschaft von Aufrührern gefangen genommen, darunter auch Markgraf Rudolf.siehe Schubring Röttler Chronik, S. 43siehe Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel, Band 1, S. 295 im Internet Archive Wie die anderen Adligen versicherte Rudolf in einem Sühnebrief, an den Baslern keine Rache zu nehmen.400. Sühnebriefe wegen der bösen FastnachtSühnebrief vom 5. März 1376 im Internet Archive
Am 13. November 1376 – wenige Monate nach der Bösen FasnachtEs ist nicht bekannt, ob dieser Grundstückshandel in einem weiteren Zusammenhang mit dem Einzug von Vermögen der am Aufruhr der Bösen Fasnacht Beteiligten steht. – kaufte Markgraf Rudolf III. von Hachberg-Sausenberg in der Basler Spiegelgasse (heute Augustinergasse 17) das Haus ze Strasburg (Augustinerhof) von Konrad Offenburg, dem Kirchherrn zu Wollbach, für 500 Gulden.siehe Carl Roth: Der ehemalige Basler Besitz der Markgrafen von Baden. In: Basler Jahrbuch 1912, S. 196 Digitalisat. Bereits am 11. Juli 1379 ergänzte der Markgraf seine Liegenschaft durch den Kauf des daneben liegende Haus ze Arberg (heute Augustinergasse 19), das später Kleiner Markgräflerhof genannt wurde. Verkäufer waren Werner und Adelberg von Bärenfels.beide Namen tauchen in den Listen der 1386 in der Schlacht bei Sempach Gefallenen auf; der Kaufpreis betrug 300 Florentiner Guldensiehe auch Liste der ehemals markgräflichen Liegenschaften in Basel
Am 9. Mai 1386 entzog die Stadt Basel dem Markgrafen Rudolf und anderen Adeligen das Burgrecht, weil sie sich geweigert hatten gegenüber der Stadt Kriegsfolgepflichten schriftlich zuzusichern.Regesten der Markgrafen von Baden und Hachberg 1050–1515. Badische Historische Kommission (Hrsg.), Band 1 – Richard Fester (Bearbeiter): Markgrafen von Baden 1050–1431, Markgrafen von Hachberg 1218-1418, Innsbruck 1892–1900, Regest Nr. h747
1393 versetzte das Fürstbistum Basel die Herrschaften Waldenburg, Liestal und Homburg für die vom Bischof Konrad Münch von Landskron geliehenen 4 000 Gulden. 1396 gab Konrad Münch von Landskron, nach seinem Rücktritte vom Bistum, die Herrschaften an den Markgrafen Rudolf gegen Erstattung der 4 000 Gulden weiter. Die Münch von Landskron hatten vom Markgrafen die Burg Landskron im Oberelsass als Lehen. Der Edelknecht Ulman Renk regierte als Obervogt des Markgrafen auf Schloss Waldenburg.siehe Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel, Band 1, S. 329/330 im Internet Archive
Der Markgraf suchte in dem Pfand keine Geldanlage, sondern die Ausdehnung seiner Herrschaft nach Süden.siehe Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel, Band 1, S. 329/330 im Internet Archive Das finanziell schwache Fürstbistum bot sich als Einfallstor an, aber die Stadt Basel fühlte sich zu sehr eingeengt, da ihr im Norden und Westen die Habsburger bereits eine Expansion unmöglich machten. Die Interessen der Stadt und des Markgrafen kollidierten. Zur Absicherung seiner Position schloss der Markgraf am 31. Mai 1399 auf fünf Jahre einen Freundschaftsvertrag mit den nun im Süden seines Machtbereichs benachbarten Städten Bern und Solothurn.siehe 115. Freundschaftsvertrag der Städte Bern und Solothurn mit dem Markgrafen von Hachberg. 1399 Mai 31. In: Hermann Rennefahrt: Die Rechtsquellen des Kantons Bern. Erster Teil: Stadtrechte. Dritter Band: Das Stadtrecht von Bern III. Aarau 1945 Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen; abgerufen am 6. Mai 2019 Basel reagierte aber schnell und tat- und finanzkräftig.
Am 26. Juli 1400 verkaufte Bischof Humbert von Neuenburg der Stadt Basel die drei Herrschaften mit allen Rechten, für 22 000 Gulden. Das Geld ging jedoch an die Gläubiger des Fürstbistums, davon 8 000 Gulden an den Markgrafen. Die vertraglich zwischen Stadt und Bischof vereinbarte Rückkaufmöglichkeit diente lediglich der Gesichtswahrung. Ob der Markgraf in den etwa vier Jahren, die er Waldenburg, Liestal und Honberg als Pfand verwaltete, tatsächlich einen Gewinn von 100 % machte, lässt sich ohne Detailkenntnisse über die finanziellen Vorgänge in diesen vier Jahren nicht beantworten, aber Basel hatte ein großes strategisches Interesse an der Erwerbung und der Markgraf konnte den Erlös nutzen, um seine rechtsrheinischen Besitzungen durch Zukäufe auszudehnen. Er kaufte im gleichen Jahr die Herrschaft Neuenstein mit dem Hauptort Gersbach.
Bautätigkeit Rudolf III. entfaltete eine rege Bautätigkeit. Auf seinem Sitz Burg Rötteln wurden um 1360 zwei Torbauten, ein großer Bau und ein Turm errichtet. 1387 und 1392 folgten weitere große Bauten auf der Burg.Siehe Sven Schomann: Hagen (Lörrach, LÖ): Burg Rötteln. In: Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.): Die Burgen im Mittelalterlichen Breisgau II. Südlicher Teil. Halbband A–K. Thorbecke, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-7366-5, S. 229, Volltext als PDF. 1401 errichtete er die Kirche im Dorf Rötteln und baute sie 1418 zur Hauptkirche seiner Herrschaft aus. Sein Grabmal und das seiner zweiten Gemahlin, Anna von Freiburg, in der Kirche von Rötteln gelten als bedeutende Zeugnisse gotischer Kunst am Oberrhein.Karl Seith: Die Burg Rötteln im Wandel ihrer Herrengeschlechter, Ein Beitrag zur Geschichte und Baugeschichte der Burg. In: Das Markgräflerland, 3. Jahrgang, Heft 1, 1931, S. 10 Digitalisatsiehe auch Adila Islamović: Neue Erkenntnisse zu den Grabdenkmälern Rudolfs III. von Hachberg-Sausenberg und Annas von Freiburg in der Röttler Kirche bei Lörrach. In: Das Markgräflerland, Band 1/2015, S. 132–150
Münzen mini|Händleinheller des Markgrafen Rudolf Münzprägungen durch den Markgrafen Rudolf III. von Hachberg-Sausenberg wurden zunächst urkundlich nachgewiesen.Manfred Miller: Baden. Münzen und Medaillen, ISBN 978-3-7481-6359-6, S. 18; Friedrich Wielandt: Badische Münz- und Geldgeschichte, 3. Auflage, Karlsruhe 1979, ISBN 3-7650-9014-X, S. 11; Regesten der Markgrafen von Baden und Hachberg 1050–1515. Badische Historische Kommission (Hrsg.), Band 1 – Richard Fester (Bearbeiter): Markgrafen von Baden 1050–1431, Markgrafen von Hachberg 1218-1418, Innsbruck 1892–1900, Regest Nr. h745 und Regest Nr. 1399 Als der deutsche König Wenzel im Juli 1385 ein neues Münzgesetz erließ, wurde in einem ersten Übergangsgesetz die weitere Prägung von bösen Hellern – also minderwertigen Münzen mit einem zu geringen Silberanteil – untersagt. Als Urheber solcher minderwertiger Münzen wurde unter anderem der Markgraf Rudolf von Hachberg genannt.Julius Weizsäcker (Hrsg.): König Wetzel's erstes Übergangsgesetz von der alten zur neuen Münze. In: Deutsche Reichstagsakten, Erster Band, Erste Abtheilung 1367 bis 1387, München, 1868, Nr. 260, S. 482, Fußnote 3 Digitalisat Eine Verleihung des Münzrechts an die Hachberger Linie des Hauses Baden ist nicht bekannt, sie haben aber rechtlich unbeanstandet Münzen prägen lassen.siehe Wielandt S. 8 und S. 11
1829 wurden in Warmisried 800 kleine Silbermünzen gefunden. Dabei befanden sich auch Heller („Händleinhellern“). Zunächst wurde nur ein Teil der Funde ausgewertet und bestimmt und erst später wurde auch der Rest erfasst und beschrieben, wobei sich bei den als unbestimmbar eingestuften Münzen auch ein Händleinhellern war „der in der Flachhand ein deutliches R zeigt“. Als Münzstätte wurde zunächst Rottweil vermutet.Ludwig Fikentscher: Der Warmisrieder Fund. In: Mitteilungen der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft, Band 3 (1884), S. 114–134, hier: S. 131 und Tafel I Fig. 28 Digitalisat der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg