mini|Titelseite der zweiten, überarbeiteten Ausgabe von Memoirs Memoirs of the Author of A Vindication of the Rights of Woman (1798) ist die von William Godwin verfasste Biografie über das Leben seiner Frau Mary Wollstonecraft, die mit A vindication of the rights of woman (Verteidigung der Rechte der Frau, erschienen 1792) ein grundlegendes Werk der Frauenbewegung verfasst hatte.

William Godwin sah es als seine Pflicht an, nach dem Tod von Mary Wollstonecraft ihre noch nicht beendeten Schriften zu bearbeiten und für eine Veröffentlichung vorzubereiten. Eine Woche nach ihrer Veröffentlichung begann er damit und begann gleichzeitig an einer Biografie zu schreiben. Nach etwa vier Monaten war beides fertig. Nach Ansicht des Literaturwissenschaftlers William St Clair war Mary Wollstonecraft und ihre grundlegende Schrift so bekannt in England, dass William Godwin ihren Namen nicht im Titel ihrer Biografie erwähnen musste.St Clair: Godwins and the Shelleys: The Biography of a Family. 1991, S. 180.

Die im Januar 1798 erschienene Biografie spiegelt die Trauer William Godwins über den Tod seiner Frau wider und ist gleichzeitig ungewöhnlich offen für seine Zeit.St Clair: Godwins and the Shelleys: The Biography of a Family. 1991, S. 184. Er wollte sie als freien, selbständigen und unkonventionellen Menschen schildern und nannte in dem Buch offenherzig zahlreiche Details aus dem Leben von Mary Wollstonecraft.Priester, S. 31 Nicht nur ihre obsessive Leidenschaft für den verheirateten Maler Johann Heinrich Füssli war darin beschrieben, sondern auch, dass Fanny Imlay ein außereheliches Kind war, dass Mary Wollstonecraft zweimal versuchte, sich das Leben zu nehmen, dass sie mit Mary Godwin schwanger war, bevor sie William Godwin heiratete und dass sie noch auf ihrem Todeslager jeglichen religiösen Beistand abgelehnt hatte.Melanie Phillips: The Ascent of Women. Little, Brown & Company, 2003, ISBN 0-316-72533-1, S. 14 Nach Ansicht der Literaturwissenschaftlerin zelebriert William Godwin gleichsam die wiederholten Selbstmordversuche seiner Frau als Zeichen ihrer hohen Empfindsamkeit.Johnson, Claudia. Jane Austen: Women, Politics, and the Novel. Chicago: University of Chicago Press (1988), 64. Im Vorwort schreibt William Godwin:

Der Verleger und Freund von Mary Wollstonecraft, Joseph Johnson, riet William Godwin davon ab, so detailliert ihr Leben darzustellen. William Godwin lehnte das jedoch ab.St Clair: Godwins and the Shelleys: The Biography of a Family. 1991, S. 183. Das Buch erregte bei seinem Erscheinen großes Aufsehen und wurde so stark kritisiert, dass William Godwin gezwungen war, die zweite Ausgabe, die noch im August des Erscheinungsjahres aufgelegt wurde, zu überarbeiten.St Clair: Godwins and the Shelleys: The Biography of a Family. 1991, S. 185.

Das Buch schädigte das Ansehen von Mary Wollstonecraft für Generationen. Die konservative britische Presse nannte auf Grundlage dieses Buches Mary Wollstonecraft wegen ihrer Beziehung zu Gilbert Imlay, aus der die uneheliche Tochter Fanny Imlay hervorging, eine „Konkubine“ und „ausgehaltene Geliebte“. Eltern wurden davor gewarnt, ihre Kinder nach den von Mary Wollstonecraft geforderten Prinzipien zu erziehen. Mary Wollstonecrafts Schwestern, die in Irland ein kleines Internat führten, verloren Schüler auf Grund der Veröffentlichung.St Clair: Godwins and the Shelleys: The Biography of a Family. 1991, S. 182, S. 184. Mary Shelley, jüngste Tochter von Mary Wollstonecraft, berief sich später auf den unkonventionellen Lebensweg ihrer Mutter, als sie gegen den Willen ihres Vaters eine Liaison mit Percy B. Shelley einging.St Clair: Godwins and the Shelleys: The Biography of a Family. 1991, S. 179–188; Seymour, 31–34; Clemit, „Legacies of Godwin and Wollstonecraft“ (CC), 27–28.

Literatur Analytical Review 27 (March 1798): 235–240. Anti-Jacobin Review and Magazine 1 (July 1798): 94–102. Lady’s Monitor 1 (12-17 November–12 December 1801): 91–131. Monthly Review 27 (November 1798): 321–324. New Annual Register for 1798 (1799): 271. Mary Favret: Romantic Correspondence: Women, Politics and the Fiction of Letters. Cambridge University Press, Cambridge 1993, ISBN 0-521-41096-7, (Cambridge studies in Romanticism). William Godwin: Memoirs of the Author of A Vindication of the Rights of Woman. Eds. Pamela Clemit and Gina Luria Walker. Broadview Press, Peterborough Ont. 2001, ISBN 1-55111-259-0, (Broadview literary texts). Vivien Jones: The Death of Mary Wollstonecraft. In: British Journal for Eighteenth-Century Studies 20, 1997, 2, , S. 187–205. Mitzi Myers: Godwin's „Memoirs“ of Wollstonecraft. The Shaping of Self and Subject. In: Studies in Romanticism 20, 1981, , S. 299–316. William St Clair: The Godwins and the Shelleys. The biography of a family. W. W. Norton and Co., New York NY 1991, ISBN 0-8018-4233-6. Janet M. Todd. Mary Wollstonecraft and the Rights of Death. In: Gender, Art and Death. Polity Press, Cambridge 1993, ISBN 0-7456-1055-2, S. 102–119. Claire Tomalin: The Life and Death of Mary Wollstonecraft. Rev. edition. Penguin, New York NY 1992, ISBN 0-14-016761-7.

Einzelnachweise

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