mini|Das Wappen von Amsterdam,Der seit 1947 geltende Stadt-Wahlspruch , was auf Deutsch soviel bedeutet wie „Heldenhaft, Entschlossen, Barmherzig“ gehört zur Februaristakingvlag der niederländischen Erinnerungskultur. welches die während der Amtszeit von Andries Boelens durch Maximilian I. verliehene Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches an die Stadt beinhaltet.Die Kaiserkrone ist belegt, aber andere Aussagen zur Wappen-Bedeutung sind bislang unbelegt und bitte hilf mit, die nötigen Belege zu finden und anzugeben.
Als Regenten von Amsterdam werden im erweiterten Sinn die Mitglieder der semi-autonom agierenden aristokratischen Stadtregierung Amsterdams vom späten Mittelalter bis 1795 bezeichnet. In der Regel bezeichnet der Begriff aber die oft langjährig und einflussreich regierenden Bürgermeister Amsterdams.
Aufgrund der ökonomischen Macht und der dadurch entstandenen politischen Führung Hollands und im Speziellen Amsterdams innerhalb der Republik der Vereinigten Niederlande fiel den Amsterdamer Regenten speziell im Goldenen Zeitalter auch eine eminente außenpolitische und diplomatische Rolle zu.Die vielen Leben des Jan Six: Geschichte einer Amsterdamer Dynastie, von Geert Mak (2016)
Struktur In der Stadtregierung Amsterdams konnten zunächst jene männlichen Bürger sitzen, welche die Stadtrechte besaßen (poorter). Im Laufe des Spätmittelalters erreichten es einige patrizische Familien, die Handwerker aus der Mitgliedschaft der Stadtregierung auszuschließen und sich selbst zu einem erblichen Stadtadel zu erheben. In Amsterdam (wie in den anderen Städten der niederländischen Republik) bestand die Stadtverwaltung aus dem Magistrat und der Vroedschap. Die aus 36 Personen bestehende Vroedschap ernannte den Magistrat, welcher aus vier Bürgermeistern (darunter einem regierenden) und einer Anzahl Ratsherren (Schepen) bestand. Ab dem ausgehenden 14. Jahrhundert wurden für die Stadt Amsterdam vier gleichzeitig amtierende Bürgermeister gewählt, die jeweils für ein Jahr im Amt blieben. Jedes Jahr schied der am längsten dienende, der auch Präsidierender Bürgermeister genannt wurde, aus und wurde durch einen gewählten Nachfolger ersetzt. Eine ununterbrochene Regierungszeit von mehr als zwei Jahren war ausdrücklich untersagt, um die Entstehung einer geschlossenen Oligarchie zu verhindern. Nach Verstreichen der zwei Jahre war eine Wiederwahl dann allerdings möglich.
In Krisenzeiten bestimmte der jeweilige Statthalter aus dem Haus Oranien als der höchste Provinz-Regierungsbeamte neue Vroedschapsleden, um sicherzustellen, dass die oranischen Anhänger an die Macht kamen. Diesen Vorgang, für den eine juristische Basis fehlte, nannte man Wetsverzetting (Wechsel der Legislative). Ein solcher vollzog sich in Amsterdam im Jahre 1619 nach dem Sturz von Johan von Oldenbarnevelt, im sogenannten Rampjaar 1672 nach dem Sturz von Johan de Witt, dann 1748, dem Ende der Zweiten statthalterlosen Periode, sowie 1787 nach dem Einzug der Preußen und der Zerschlagung der holländischen Patriotenbewegung.
Geschichtlicher Überblick Ursprung Als erster Bürgermeister trat im Jahre 1343 Godevaert Wormbouts auf. Die Bürgermeister des 14. und 15. Jahrhunderts sind aufgrund der verwendeten Patronyme manchmal nur schwer in Familien einzuordnen.
Anfänge des mächtigen Amsterdamer Regentenpatriziats Zu Beginn der Neuzeit waren die Ämter in der Stadtregierung zunehmend den Mitgliedern weniger Familien vorbehalten. In diesem Zeitraum deuten die langen Amtsperioden der Familie Boelens Loen auf die Herausbildung einer geschlossenen Regierungselite hin. Als erster wirklicher Stadtregent – im Sinne von lat. regere „regieren“, in Anlehnung an die patrizischen Senatoren und Konsule, die das antike Rom regierten – gilt der spätmittelalterliche Bürgermeister Andries Boelens. Seine Familie, die Boelen-Heijnen-Sippe, konnte im Jahre 1495 die Macht von der Sippe (maagschap) des Jacob Jonge Jacobsz übernehmenSebastiaan A. C. Dudok van Heel: Van Amsterdamse burgers tot Europese Aristocraten. Hun geschiedenis en hun portretten. De Heijnen-maagschap 1400-1800.Koninklijk Nederlandsch Genootschap voor Geslacht- en Wapenkunde, Zwei Bände. Koninklijk Nederlandsch Genootschap voor Geslacht- en Wapenkunde, 2008. und die Stadt mittels eines untereinander eng verwandten und vernetzten Regentenpatriziates regieren, das die mächtige Stadt zu einer aristokratischen Republik mit oligarchischen Zügen machte. Andries Boelens gilt auch aufgrund seiner langen Amtszeit von 1496 bis 1517 und der daraus resultierenden Machtkonzentration- und Entfaltung als Vorbild der großen Regentendynastien des 17. Jahrhunderts. Im Jahre 1538 verloren die Boelen-Heijnen-Sippe ihre herausragende Position auch aufgrund ihrer religiösen Haltung im Baptistenaufruhr an die Sippe des Hendrick Dircksz und des Joost Buyck.Michiel Wagenaar et al. (Hrsg.): Van stadskern tot stadsgewest. Stedebouwkundige geschiedenis van Amsterdam. Verloren, Amsterdam 1984, S. 49. Diese spanisch und katholisch orientierte Sippe verlor die Führerschaft 1578 bei der Alteratie von Amsterdam wiederum an die mit der protestantischen Familie Boelens Loen verwandten Geschlechter. Als Protagonisten der Periode nach 1578 agierten vordergründig die Geschlechter Bicker, Geelvinck, De Graeff, Hooft, Huydecoper van Maarsseveen und die Witsen.
Höhepunkt der Regentenmacht im Goldenen Zeitalter mini|hochkant=0.8|Andries Bicker (1586–1652), Amsterdams mächtiger Regent, der vehement gegen das Machtstreben des Hauses Oranien auftrat mini|hochkant=0.8|Cornelis de Graeff (1599–1664), Amsterdams größter Regent im Goldenen Jahrhundert der Niederlande
Im Goldenen Jahrhundert, in dem die Provinz Holland mit Amsterdam den Großteil des Bruttosozialproduktes der Vereinigten Niederlande erwirtschaftete, erhielten die Stadtregenten eine annähernd souveräne Machtbasis, die sie zum finanziellen Wohl der Stadt und zu ihrem persönlichen Vorteil auszunutzen wussten. Viele Regenten des 17. Jahrhunderts nutzten ihr politisches Gewicht, um in den Angelegenheiten der Republik entscheidend Einfluss zu nehmen.Hajo Brugmans: Geschiedenis van Amsterdam. Teil III: Bloeitijd 1621–1697. Spectrum, 1973, S. 159–167. Durch die ökonomische Macht und die dadurch entstandene politische Führung von Holland und im Speziellen von Amsterdam innerhalb der Niederländischen Republik fiel den städtischen Politikern auch eine eminente außenpolitische und diplomatische Rolle zu. Der niederländische Historiker und Archivar Sebastiaan A. C. Dudok van Heel meinte über die Macht der Familien wie die der de Graeff und Bicker: „In Florenz wären Familien wie Bicker und De Graeff ungekrönte Fürsten gewesen.“ Dagegen blieb eine Erhebung in den Adelsstand in den Niederlanden undenkbar.
mini|links|hochkant=0.8|Historisches Gemälde „De Gouden eeuw“ über die Familie De Graeff im Niederländischen Goldenen Zeitalter. Die Protagonisten werden rund um den Amsterdamer Regenten Cornelis de Graeff (Mitte) sowie seine Verwandten und politischen Mitstreiter Johan de Witt (rechts), Cornelis de Witt (links) und Andries Bicker (zweiter von links) positioniert, eingerahmt von markanten Ereignisse dieser Epoche. (Gemälde von Matthias Laurenz Gräff, 2007) links|mini|hochkant=0.8|Übersicht über die maßgeblichen Familienbeziehungen der Amsterdamer Oligarchie, Abstammungen von Andries Boelens, um die Geschlechter Boelens Loen, De Graeff, Bicker (van Swieten), Witsen sowie Johan de Witt im Goldenen Zeitalter. Nach dem politischen Ende des oranisch gesinnten Reinier Pauw in den 1620er Jahren kam die Leitung der Stadtregierung in die Hände einer „arminischen Clique“ rund um Andries Bicker und Jakob Dircksz de Graeff.Eelco Beukers: Geschiedenis van Holland. Teil 2, Band 2. Diese gab auch der, seit der Ermordung von Johan van Oldenbarnevelt geschwächten, republikanischen Staatspartei neue Impulse und konnte die Amsterdamer Politik für einen langen Zeitraum bestimmen.Jonathan I. Israel: The Dutch Republic. Its Rise, Greatness, and Fall. 1477-1806. Clarendon Press, Oxford 1995, ISBN 0-19-820734-4, S. 494. Ab diesem Zeitpunkt bildete sich innerhalb Amsterdams eine starke anti-orangistisch geprägte Elite heraus. Exemplarisch hierfür stehen Andries Bicker und sein Cousin Cornelis de Graeff. De Graeff konnte es sich dank der politischen und finanziellen Macht seiner Stadt erlauben, Admiral Michiel de Ruyter gegen die englische Flotte auszusenden, oder Bündnisse mit souveränen Staaten wie Dänemark oder Polen abzuschließen.Cornelis de Graeff in der niederländischen DBNL Andries Bicker führte einen offenen Kampf gegen die oranischen Statthalter Friedrich Heinrich und Wilhelm II., bei dem er das Wohl der noch jungen Republik auf das Spiel setzte.
Höhepunkt der städtischen Regentenmacht war aber die von den Familien Bicker und De Graeff für die Republik erzwungene Teilnahme an den Friedensverhandlungen von Münster.Amsterdam: a brief life of the city. Von Geert Mak, Harvill Press (1999), Seite 123Oliver Krause: Die Variabilität frühneuzeitlicher Staatlichkeit. Die niederländische „Staats“-Formierung der Statthaltosen Epoche (1650–1672) als interkontinentales Regiment (Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2018) Dieser konnte den niederländischen Generalstaaten nur aufgrund der Notwendigkeit Hollands und Amsterdams für die gesamten Niederlande auferlegt werden. 1648 traten die Vereinigten Niederlande aufgrund des immensen politischen Drucks des gesamten Bicker-De Graeff ClansAmsterdam: a brief life of the city. Von Geert Mak, Harvill Press (1999), Seite 123 in Friedensverhandlungen mit Spanien, um beim Frieden von Münster den Achtzigjährigen Krieg zu beendigen.Buitenplaatsen in de Gouden Eeuw: De rijkdom van het buitenleven in de Republik. Herausgegeben von Y. Kuiper, Ben Olde Meierink, Elyze Storms-Smeets, S. 71 (2015)
Nach dem Tod des Statthalters Wilhelm II. im Jahre 1650, und der damit verbundenen Ersten Statthalterlosen Periode, lag die politische Macht innerhalb Hollands hauptsächlich bei zwei staatsgesinnten, sprich republikanischen, Familien. In Amsterdam lag diese bei den Gebrüdern Cornelis und Andries de Graeff, und in Den Haag bei den Gebrüdern Johan und Cornelis de Witt, den Anführer der Staatsgesinnten Fraktion Hollands, was durch deren enge Zusammenarbeit und gegenseitige Verwandtschaft verstärkt wurde.
Aber auch Johan de Witt musste sich auf das Wohlwollen des Amsterdamer Patriziats verlassen, um 1653 durch Cornelis de Graeffs Zustimmung zum Ratspensionär Hollands gewählt zu werden, und dadurch zum einflussreichsten Politiker der niederländischen Staaten zu avancieren. Die Basis für seine politischen Erfolge bildete die Verwandtschaft zu den Amsterdamer Regierungsfamilien.
In den Jahren 1660/61 verfolgte die Fraktion De Graeff eine pro-englische Strategie, die ihr die militärische Unterstützung gegen Spanien und den freien Handel (vrij schip, vrij goed) sicherte. Schlussendlich brauchte man einen starken Verbündeten, um das republikanische System in den Niederlanden zu sichern. Aus diesem Grund wurde unter der Leitung der Gebrüder Andries und Cornelis de Graeff eine Kommission gegründet, welche dem englischen König Karl II. das sogenannte holländische Geschenk, bestehend aus zahlreichen wertvollen Gemälden und Kunstgegenständen, überreichte.Jonathan I. Israel: The Dutch Republic. 1995, S. 750. In der Folge führte die Schenkung zum Streitpunkt zwischen den verschiedenen politischen Fraktionen Hollands.
Amsterdam im Rampjaar 1672