Peter Wagner (* 7. Juni 1956 in Wolfau) ist ein österreichischer Schriftsteller, Theaterintendant und Regisseur.

Leben und Werk Peter Wagner wurde am 7. Juni 1956 in dem südburgenländischen Ort Wolfau geboren. Die ersten Lebensjahre verbrachte er in der Gemeinde Unterwart. 1962 übersiedelte die Familie nach Oberwart.Peter Wagner In: peterwagner.at, abgerufen am 5. Juli 2026.

Er besuchte das Gymnasium Oberschützen, wo er 1974 die Matura ablegte. Sodann studierte er kurz Theaterwissenschaft und Germanistik. Im Alter von 18 Jahren wurde der Schriftsteller Jan Rys sein literarischer Lehrer. Er regte den jungen Autor an, Hörspiele zu verfassen, die in den folgenden Jahren vorwiegend von österreichischen und deutschen Sendeanstalten produziert und gesendet wurden. Mit neunzehn Jahren war er 1975 der bis dahin jüngste Empfänger eines österreichischen Staatsstipendiums (Nachwuchsstipendium) für Literatur.

Nachdem sich Wagner zunächst auf das Schreiben von Hörspielen und Erzählungen konzentriert hatte, begann er auch mit Jazz- und Rockmusikern zu arbeiten. Obwohl er im Fach Komposition keine besondere Ausbildung hatte, entstanden neben einer Reihe von Liedern auch Werke wie die „Motorsägensymphonie“. Schon früh eilte ihm der Ruf eines Enfant terribles der burgenländischen Kunstszene voraus. So wurde im Jahr 1981 in einer von der burgenländischen Landesregierung herausgegebenen Festschrift eine „als Verballhornung verstandene Umdichtung der burgenländischen Landeshymne“ Peter Wagners veröffentlicht, was zu öffentlicher Aufregung und zu einigen Anzeigen führte. (frei nach Ernst J. Görlich. Musik: Peter Zauner) auf der Homepage von Peter Wagner, abgerufen am 26. März 2009.

Später verfasste und inszenierte er Theaterstücke, überdies widmete er sich seiner eigenen Filmproduktion. Sein erstes Theaterstück „Die Mühle“, dessen Handlungsraum das Südburgenland ist, entstand im Jahr 1988. Seine Bühnenphilospophie beschreibt Peter Wagner mit „Theater am Ort“. In seinem umfänglichen Werk spielt seine südburgenländische Heimat regelmäßig eine bedeutende Rolle. Es umfasst Theaterstücke, Hörspiele, Literatur, LPs und CDs.

Eine besondere Rolle in Wagners Werk spielt das Schicksal der Volksgruppe der Burgenland-Roma. So bezeichnete er den Oberwarter Holocaust-überlebenden Rom Stefan Horvath, dem er 1974 sein erstes abendfüllendes Hörspiel „Purdy Pista sagt, die Cymbal ist tot“ gewidmet hatte, sogar als seinen künstlerischen Urvater. Zwei Jahrzehnte später porträtierte er den 1949 geborenen Rom und Schriftsteller Stefan Horvath in dem Film „Stefan Horvath, Zigeuner aus Oberwart“ (2004). 2005 drehte er die Roma-Sitcom „Charlie & Pepi-Show“ auf Romani mit deutschen Untertiteln.

1989 war Peter Wagner einer der Mitbegründer des Veranstaltungszentrums OHO (Offenes Haus Oberwart). Mit dem OHO, dessen Trägerverein Peter Wagner lange Zeit vorstand, verbindet ihn eine langjährige enge Zusammenarbeit.Peter Wagner legt OHO-Funktionen zurück auf burgenland.orf.at, abgerufen am 14. Juli 2015. Im Jahr 1992 gründete er gemeinsam mit Horst Horvath und Max Wachter im Offenen Haus Oberwart (Lisztgasse 12) den Verlag edition lex liszt 12 mit dem Ziel der Förderung einer lebendigen Literatur- und Kulturszene im Burgenland.Das burgenländische Verlagshaus edition lex liszt 12 auf lexliszt12.at, abgerufen am 5. Juli 2026.Oberwarter Verlag „edition lex liszt 12“ ist 30 Artikel in der Burgenland-Ausgabe der Kronen Zeitung, Online-Version vom 20. November 2022.

Seit 2023 ist Peter Wagner Intendant des burgenländischen Landestheaters der Autorinnen und Autoren.Burgenland bekommt Landestheater In: burgenland.orf.at, 4. Oktober 2023, abgerufen am 3. Juli 2026. Er ist in den vergangenen Jahrzehnten mit einem außergewöhnlich umfangreichen und vielfältigen Werk hervorgetreten. Seit den 2020er-Jahren tritt er auch vermehrt mit seinem Bandprojekt ErosK. und Sein Fürst – Rabold-Paul-Wagner und der Bühnenshow Lamento Grande live in Erscheinung.ErosK. und Sein Fürst – Rabold-Paul-Wagner In: rabold-paul-wagner.at, abgerufen am 5. Juli 2026.

Auszeichnungen und Ehrungen 1975: Österreichisches Staatsstipendium für Literatur (Nachwuchsstipendium) 1983: Shlabbesz – Preis des Internationalen Hörspielzentrums Unterrabnitz 1987: Theodor-Kery-Nachwuchspreis 1989: Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik für „Die F.F.-Company & Co – Das Jazz-Musical“ (gemeinsam mit Christoph Cech und Christian Mühlbacher) 2000: Steirischer Landesjugendliteraturpreis für das Bühnenstück „Wenn wir einmal Engel sind“ 2003: Sonderprämie des Staatssekretärs für Kunst für eine herausragende Buchpublikation (für das Bühnenstück „Requiem“) 2007: Burgenländischer Landeskulturpreis 2006: Theodor-Kery-Preis für Darstellende KunstBurgenlandstiftung – Theodor Kery, Preisträger abgerufen am 1. April 2009. 2015: Burgenländischer VolkskulturpreisPeter Wagner In: kaiserverlag.at, abgerufen am 3. Juli 2026. 2021: Kärntner Kulturstiftung – Siegerprojekt des 1. Open CallsSabine Rauscher: Siegerprojekt begeistert mit riesigen „Majestäten“ In: meinbezirk.at, 28. April 2021, abgerufen am 3. Juli 2026.

Publikationen (Auswahl) Lafnitz, Ein Stück. O piesa. Bühnenstück uraufgeführt im Ensemble Theater Wien am 4. April 1990, edition lex liszt 12, Oberwart 1992, ISBN 978-3-9500185-0-9. Wenn wir einmal Engel sind. Bühnenstück, edition lex liszt 12, Oberwart 2002, ISBN 978-3-901757-25-9. Requiem. Den Verschwiegenen. Ein Versuch über den Widerstand. Buch mit Hörspiel-CD, edition lex liszt 12, Oberwart 2003, ISBN 3-901757-27-9. Die schwarze Kaiserin: I Kali Tschasarkija. Romamärchen. Roman (Audio-CD), edition lex liszt 12, Oberwart 1998, ISBN 978-3-901757-06-8. Das Märchen der Musik 2006: Kalender 2006. Kalender, edition lex liszt 12, Oberwart 2005, ISBN 978-3-901757-45-7. Tetralogie der Nacktheit. 4 Stücke, edition lex liszt 12, Oberwart 1995, ISBN 978-3-9500185-9-2.darin enthalten: Gott Kabel der Stuhl und die Klarheit. Bühnenstück, uraufgeführt im Theater des Augenblicks Wien am 26. November 1993. Die Nackten. Bühnenstück, uraufgeführt am Theater m.b.H. Wien am 11. Februar 1995. März. Der 24. Bühnenstück, uraufgeführt im Theater am Ort Oberwart am 24. März 1995. Monolog mit einem Schatten. Bühnenstück mit Musik von Wolfgang R. Kubizek, uraufgeführt im Theater am Ort Oberwart im Frühjahr 1996. Die Burgenbürger. Roman, Edition Marlit, Hora Verlag, Wien 2009, ISBN 3-213-00087-6. Kreuzigungen. Ein Triptychon. Roman in drei Richtungen, Edition Marlit, Marz 2013, ISBN 978-3-902931-00-9. Es ist eine Not mit uns. Ein pannonisches Pamphlet. Reden, Kommentare, offene Briefe, Zwischenspiele, edition lex liszt 12, Oberwart 2016, ISBN 978-3-99016-109-8.

Theaterstücke und musikalische Produktionen (Auswahl) Die Mühle, uraufgeführt im Schauspielhaus Kiel (1988). Fledermäuse, uraufgeführt im Theater Am Ort in Deutsch Kaltenbrunn (1989). Lafnitz, uraufgeführt im Ensemble Theater Wien (1990). Todestag. Ein bäuerliches Schicksalsdrama, uraufgeführt im Kulturzentrum Eisenstadt (1993). Gott Kabel. Der Stuhl und die Klarheit, uraufgeführt im Theater des Augenblicks, Wien (1993). Die Nackten. Ein Erlösungsdrama, uraufgeführt im Theater m.b.H., Wien (1995). Monolog mit einem Schatten. Eine Windoper, Musik: Wolfgang R. Kubizek, uraufgeführt im Theater Am Ort im Wiener Konzerthaus. Oberwart. Mon amour, uraufgeführt im Theater m.b.H. und im Offenen Haus Oberwart (1997). Requiem für einen lebenden Toten. Für Chor, Blechbläser und Schlagzeug, von Christoph Cech, uraufgeführt beim Internationalen Brucknerfest, Linz (1998). Die Schwarze Kaiserin / I kali tschasarkia, Bearbeitung eines alten rumänischen Zigeunermärchens, Musik: Jan Sokol, uraufgeführt im Theater Am Ort im Unterwarter Sandbruch (1998). Adi gusch! Zigeunermonolog, uraufgeführt im Aktionsradius Augarten, Wien (2002). Wenn wir einmal Engel sind. Fantasie für 4 Scanner und 1 Objekt, uraufgeführt im Jazz Pub, Wiesen (2002). Die Kardinälin. Eine Ohnmacht, uraufgeführt im klagenfurter ensemble (2010). Der Fluss. Die Lieder der Lebenden, die Lieder der Toten. Ein orphischer Theater-Essay in sechs gesungenen Sprachen, uraufgeführt im Offenen Haus Oberwart (2013). Der 18. Whisky. Caitlin-&-Dylan-Thomas-Revue, uraufgeführt im Offenen Haus Oberwart (2015). 71 oder der Fluch der Primzahl, nach Texten von 21 Autoren, uraufgeführt in Parndorf (2017). Der 13. Gesang der Hölle, ein zweifach dramatisches Begängnis, uraufgeführt im Wörthersee Stadion, Klagenfurt (2019). Bleib mir vom Leibe! – Erstes Österreichisches Distanztheater, basierend auf Texten von Petra Ganglbauer, Siegmund Kleinl, Sophie Reyer, Katharina Tiwald, Konstantin, Milena Vlasich, Peter Wagner, uraufgeführt im Offenen Haus Oberwart (2020). Wir kamen und sie brauchten uns, Theaterkomposition in fünf Sätzen, basierend auf Texten von Maja Haderlap, Alois Hotschnig, Werner Kofler, Peter Turrini und Josef Winkler, Siegerprojekt des Calls der Kärntner Kulturstiftung 2021, uraufgeführt in Maria Saal, Bad Eisenkappel, Villach, Berg im Drautal, Feistritz im Drautal (2021). Der Fluss sucht sich ein neues Bett – Über Bestehendes, Verlorenes und neu Hinzugebrachtes, Theater-Essay in 14 gesungenen Sprachen, Musik und Arrangements: Ferry Janoska; uraufgeführt im Offenen Haus Oberwart (2021). Vanessa geht zu den Walen, Roadopera, Libretto, Musik: Ferry Janoska, uraufgeführt im Offenen Haus Oberwart (2022). Die Retter. Rohonczy, Kautz, Niczky – Drei Menschen aus dem Mittelburgenland, gemeinsam mit Katharina Tiwald, uraufgeführt im Offenen Haus Oberwart (2025).

Hörspiele (Auswahl) Der Bote, 1974, ORF, Magyar Rádió, Übersetzung ins Ungarische. Purdy Pista sagt, die Cymbal ist tot, 1975, ORF, Saarländischer Rundfunk, Radio Ljubljana, Übersetzung ins Slowenische. Die vorläufig letzte Eroberung oder Stop Over At Corfu, 1976, Sender Freies Berlin. Die Leichenträger, 1977, Saarländischer Rundfunk, ORF. Die große Reise der Nelly Nettelbeck, 1978, Bayerischer Rundfunk. Genau davor hatte ich Angst, 1978, Saarländischer Rundfunk. Achtunddreißigneun oder Die Flucht des Jakob Jakobi, 1979, Saarländischer Rundfunk. ... und mein Königreich dazu!, 1982, ORF, ausgezeichnet mit dem Shlabbesz (Preis des Internationalen Hörspielzentrums Unterrabnitz) 1983. Günes oder Der zweite Planet, 1984, ORF. Lafnitz, 1995, ORF. Die Briefeschreiberin, 1996, DeutschlandRadio/ORF, Saarländischer Rundfunk. Die eiserne Grenze, 1999, ORF. Requiem. Den Verschwiegenen, 2000, ORF. inland – ein Hörpoem, 2004, ORF.

Filmografie (Auswahl) Hugo-Hugo oder Das Auge der Götter – Verfilmung einer Rockoper, Libretto: Peter Wagner, Musik: Jan Sokol; Produktion: musical guessing; Österreich 2001, 122 Minuten, Beta-Cam. mein engel mein land – auf der straße der frauen. Roadmovie, Unabhängige Filmproduktion, Spielfilm, Österreich 2000/02/05, 95 Minuten, DV. Adi gusch! Unabhängige Filmproduktion, Spielfilm, Österreich 2002, 60 Minuten, DVCam. Die Eiserne Grenze. Unabhängige Filmproduktion, Spielfilm, Österreich 2003/05, 95 Minuten, DVCam, Diagonale 2008. Die Roma-Schauer, Doku, Österreich 2004, 75 Minuten, DV. Stefan Horvath – Zigeuner aus Oberwart, Doku, Österreich 2004, 120 Minuten, DVCam, Diagonale 2005. Charly&Pepi Show. Roma-Sitcom Österreich 2005, 63 Minuten, DVCam. Briefe an einen toten Freund. Jan Rys 1931–1986, Doku, Österreich 2006, 50 Minuten, DVCam. Entscheidungsspiel. Ein Fußballdrama, Filmpoem, Österreich 2008, 99 Minuten, HDV. Ein LKW mit toter Fracht, Paraphrase #2 auf 71 oder Der Fluch der Primzahl, Österreich 2018, 85 Minuten, HD. Slowblues, FilmMusikPoem, Österreich 2019, 105 Minuten, HD. Aus der Einzelhaft – 30 Einträge zu einem Besinnungsfall, Ein Selbstversuch im ersten Lockdown zwischen 16. März und 14. April 2020; Österreich 2020, 100 min, Full-HD. Inspektion im Vis-à-Vis – Ein Dialog mit der Hölle; Österreich 2020/2022, 85 min, Full-HD. Dialog mit der Hölle. Eine Inspektion im Vis-à-Vis; Österreich 2020/2022, 85 min, Full-HD.