Z 20 Karl Galster (1939–1956) war ein Zerstörer des Typs Zerstörer 1936 der deutschen Kriegsmarine.
Als einziges nach dem Unternehmen Weserübung 1940 noch vorhandenes BootDie Kriegsmarine bezeichnete alle Fahrzeuge bis einschließlich Zerstörergröße als Boote ungeachtet der Tatsache, dass es sich meist um Schiffe handelte. Siehe: Boot/Schiff. seiner Klasse überstand die Karl Galster den Zweiten Weltkrieg. Der Zerstörer gelangte als Kriegsbeute in die Sowjetunion und wurde erst nach 1960 verschrottet.
Geschichte mini|Z 20 Karl Galster Z 20 Karl Galster wurde am 14. September 1937 bei der DeSchiMAG-Werft AG „Weser“ in Bremen auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 15. Juni 1938, in Dienst gestellt werden konnte der Zerstörer am 21. März 1939. Benannt war das Boot nach Kapitänleutnant Karl Galster, Sohn des Vizeadmirals Karl Galster (1851–1931), der im Ersten Weltkrieg am 25. März 1916 mit seinem Torpedoboot S 22 nach einem Minentreffer in der Nordsee untergegangen war.
Verbandszugehörigkeit Nach der Indienststellung wurde die Karl Galster der 4. Zerstörerdivision zugeteilt.Wolfgang Harnack: Zerstörer unter deutscher Flagge: 1934 bis 1945. 3., überarbeitete Auflage. Koehler, Hamburg 1997, S. 67. Am 1. Dezember 1939 wurde die Karl Galster zur 3. Zerstörerflottille überstellt.Wolfgang Harnack: Zerstörer unter deutscher Flagge: 1934 bis 1945. 3., überarbeitete Auflage. Koehler, Hamburg 1997, S. 54.
Zweiter Weltkrieg Mit der im Dezember 1939 aufgelösten 5. Zerstörerdivision unter FKpt. Hans Hartmann war die Karl Galster mit den Booten Diether von Roeder, Hermann Künne und Hans Lüdemann im September 1939 an der Verlegung der Westwall-Minensperren in der Nordsee beteiligt.Jürgen Rohwer, Gerhard Hümmelchen: Seekrieg 1939, August. wlb-stuttgart.de; abgerufen am 8. August 2008.
Vom 28. bis 30. September führte die Karl Galster zusammen mit den Zerstörern Wilhelm Heidkamp, Bernd von Arnim, Erich Giese, Diether von Roeder, Hermann Künne und Hans Lüdemann Handelskrieg im Skagerrak, wobei 58 Handelsschiffe durchsucht und neun mit einer Prisenbesatzung nach Kiel geschickt wurden.
Vom 17. bis 18. Oktober 1939 nahm die Karl Galster an einer Minenunternehmung des Führers der Torpedoboote (F.d.T.), KAdm. Lütjens, gegen die Mündung des Humber teil. Mit dabei waren die Zerstörer Wilhelm Heidkamp, Hermann Künne, Diether von Roeder, Friedrich Eckoldt und Hans Lüdemann. Am 12. und 13. November 1939 führte die Karl Galster mit den Zerstörern Hans Lüdemann, Wilhelm Heidkamp und Hermann Künne eine Minenunternehmung gegen die Themsemündung durch.Jürgen Rohwer, Gerhard Hümmelchen: Seekrieg 1939, November. wlb-stuttgart.de; abgerufen am 8. August 2008.
An der Schlacht um Narvik nahm Karl Galster nicht Teil, weil sie sich von Februar bis Mai 1940 in der Werft befand. Ab 4. Juni 1940 war sie Teil des Geleits der im Rahmen des Unternehmens Juno an der norwegischen Küste operierte. Es folgten im Laufe des Jahres weitere Minenunternehmungen. Im November kam es dabei zu einem Gefecht mit dem britischen Zerstörer Javelin. Die Javelin erhielt 2 Torpedotreffer, während Z 20 leichte Splitterschäden davontrug. Ab Dezember 1940 mehrere Monate Werftaufenthalt zur Überholung der Turbinen.
Ab 9. Juni 1941 geleitete die Karl Galster das Panzerschiff Lützow in Richtung Norwegen. Umkehr nach Kiel wegen eines Torpedotreffers auf die Lützow. Ab Juli 1941 Geleit- und Aufklärungsdienst in Nordnorwegen. Danach Werftliegezeit bis Mai 1942 wegen Ausfall der Steuerbord-Antriebsanlage. Im Sommer 1942 Geleit für die Tirpitz in Norwegen, dabei Grundberührung und erneut Werftaufenthalt bis Mitte November. Im September 1943 Angriff auf alliierte Einrichtungen auf Spitzbergen.
Im März 1945 Verlegung nach Gotenhafen. Geleit- und Sicherungsaufgaben für die Kampfgruppe Thiele. Anfang Mai 1945, gemeinsam mit 4 weiteren Zerstörern, sowie mehreren Torpedobooten, Hilfskreuzern und Frachtern, Evakuierung von 43000 Flüchtlingen aus Hela nach Deutschland.Koop/Schmolke: Die deutschen Zerstörer 1935-1945, S. 109f.
Kommandanten 20. März 1939: Korvettenkapitän Theodor Freiherr von Mauchenheim (gen. v. Bechtolsheim) 4. August 1942: Fregattenkapitän Fro Harmsen 5. Januar – 10. Mai 1945: Fregattenkapitän Kuno Schmid
Nachkriegszeit mini|links|Silhouette von Z20 Karl Galster erstellt vom Office of Naval Intelligence der US-Marine Am 10. Mai 1945, nach der Kapitulation, in Kiel außer Dienst gestellt. Mit einer gemischten Besatzung aus Royal Navy und deutschem Maschinenpersonal nach Wilhelmshaven überführt. Dort überholt und anschließend der Sowjetunion als Kriegsbeute zugesprochen. Im Februar 1946, zusammen mit dem Zerstörer Z 14 Friedrich Ihn, nach Libau überführt, wo das Boot als Protschny (Прочный) für die Baltische Rotbannerflotte in Dienst gestellt wurde. Ab November 1954 als Wohnschiff mit dem Namen PKZ 99 genutzt.Koop/Schmolke: Die deutschen Zerstörer 1935-1945, S. 110. 1956 gestrichen und dann abgebrochen.
Anmerkung
Literatur Wolfgang Harnack: Zerstörer unter deutscher Flagge: 1934 bis 1945. 3., überarbeitete Auflage. Koehler, Hamburg 1997, ISBN 3-7822-0698-3. Gerhard Koop, Klaus-Peter Schmolke: Schiffsklassen und Schiffstypen der deutschen Marine. (= Die deutschen Zerstörer 1935–1945. Band 6). Bernard & Graefe, Bonn 1995, ISBN 3-7637-5940-9.
Einzelnachweise
Kategorie:Zerstörer 1936 Kategorie:Schiff im Zweiten Weltkrieg Kategorie:Militärschiff (AG Weser)