Kamjanka-Buska (; ; ) ist eine Stadt in der Oblast Lwiw im Westen der Ukraine mit etwa 10.050 Einwohnern (2024)https://rada.info/upload/users_files/04056196/628c823f43ce95bfeeddf24ebedc6143.pdf. Die Stadt war bis 2020 das administrative Zentrum des Rajons Kamjanka-Buska. mini|links|Blick auf das Rathaus im Ort

Lage Kamjanka-Buska liegt etwa 38 Kilometer nordöstlich von Lemberg und 96 Kilometer südwestlich von Luzk an der Fernstraße N17 nach Luzk. Der Fluss Bug, in den hier die von links kommende Kamjanka einmündet, fließt von Osten kommend in die Stadt und wendet sich dort nach Norden.

Geschichte Die erste schriftliche Erwähnung von Kamjanka-Buska erfolgte 1411 als Dymoszyn, 1471 erhielt der Ort das Magdeburger Stadtrecht durch den Adeligen Jerzy Strumiło, dieser war namensgebend für den bis zum 15. August 1944 gültigen Namen Kamionka Strumiłowa (ukrainisch Kamjanka-Strumyliwska/Кам'янка-Струмилівська)Указ ПВР УРСР від 15.8.1944 "Про перейменування, уточнення та внесення змін в найменування деяких міст, районних центрів і районів УРСР" . Während der Schwedenkriege (1655–1661) wurde die Stadt fast völlig zerstört.Maria and Kazimierz Piechotka: Heaven’s Gates. Wooden synagogues in the territories of the former Rzeczpospolita of Poland and Lithuania. Seite 266 ff. Polish Institute of World Art Studies & POLIN Museum of the History of Polish Jews, Warschau 2015, ISBN 978-83-942048-6-0. Seite 343. Bis 1772 gehörte sie zu Polnischen Adelsrepublik (in der Woiwodschaft Bełz)Rizzi Zannoni, Woiewodztwo Ruskie, Część Krakowskiego, Sędomirskiego y Bełzkiego z granicami Węgier, y Polski, ktore gory Karpackie nakształt łańcucha wyciągnione, od góry Wolska aż do Talabry, wyznaczaią.; 1772, nach der ersten Teilung Polens kam sie zum österreichischen Galizien. Von 1854 bis 1918 war sie Sitz der Bezirkshauptmannschaft Kamionka StrumiłowaReichsgesetzblatt vom 24. April 1854, Nr. 111, Seite 401, 1867 wurde dazu noch ein Bezirksgericht eingerichtet. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kam die Stadt zu Polen und lag hier von 1921 bis 1939 in der Woiwodschaft Tarnopol, Powiat Kamionka Strumiłowa, Gmina Kamionka Strumiłowa. Im September 1939 wurde die Stadt aufgrund des Ribbentrop-Molotow-Paktes zunächst von der Sowjetunion annektiert und kam nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion ab Juni 1941 unter deutsche Besatzung. Dort gehörte sie zum Distrikt Galizien innerhalb des Generalgouvernements. In dieser Zeit wurde die gesamte jüdische Bevölkerung nahezu vollständig ermordet. Die aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammende hölzerne Synagoge wurde abgebrannt. Nach 1945 kam die Stadt wieder zur Ukrainischen SSR und nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 zur unabhängigen Ukraine.

1910 wurde im Ort ein Bahnhof an der heutigen Bahnstrecke Lwiw–Kiwerzi eröffnet, das früher selbstständige Dorf Krzywulanka (ukrainisch Кривулянка/Krywuljanka) wurde 1933 eingemeindet, bereits in den 1920er Jahren wurde der westlich gelegene Ort Podzamcze eingemeindet.

Verwaltungsgliederung Am 17. August 2017 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Kamjanka-Buska (Кам'янка-Бузька міська громада/Kamjanka-Buska miska hromada), zu dieser zählen auch noch die 20 Dörfer Batjatytschi, Hajok, Hruschka, Jahidnja, Krassitschyn, Lypnyky, Masjarka, Obydiw, Prybuschany, Roschanka, Ruda, Ruda-Silezka, Scheldez, Sabuschschja, Subiw Mist, Sokil, Tadani, Wereny, Wolja-Schowtanezka und WyssokofedoriwkaВідповідно до Закону України "Про добровільне об'єднання територіальних громад" у Львівській області у Кам'янка-Бузькому районі від 3, 4, 8, 14 і 17 серпня 2017, bis dahin bildete es zusammen mit den Dörfern Sabuschschja und Tadani die gleichnamige Stadtratsgemeinde im Rajon Kamjanka-Buska. Am 12. Juni 2020 kamen noch die 8 Dörfer dazu, gleichzeitig wurde der Ort ein Teil des Rajons Lwiw.

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Kamjanka-Buska Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch polnisch Batjatytschi Батятичі Батятычи Batiatycze Dalnytsch Дальнич Дальнич (Dalnitsch) Dalnicz Derewljany Деревляни Деревляны Derewlany Derniw Дернів Дернов (Dernow) Dernów Hajok Гайок Гаёк (Gajok) Gaik Hruschka Грушка Грушка (Gruschka) Gruszka Jahidnja Ягідня Ягодня (Jagodnja) Jagonia Jamne Ямне Ямное (Jamnoje) Jamne Krassytschyn (bis 2024 Krassitschyn)Верховна Рада України; Постанова від 19.09.2024 № 3984-IX Про перейменування окремих населених пунктів та районів Красичин (Красічин) Красичин (Krassitschin) Krasiczyn Lypnyky Липники Липники (Lipniki) Lipnik Masjarka Мазярка Мазярка (Masjarka) Maziarki Obydiw Обидів Обидов (Obidow) Obydów Prybuschany Прибужани Прибужаны (Pribuschany) Łany Polskie Roschanka Рожанка Рожанка Różanka Ruda Руда Руда Zagumienki Ruda-Silezka Руда-Сілецька Руда-Селецкая (Ruda-Selezkaja) Ruda Sielecka Sabuschschja Забужжя Забужье (Sabuschje) Łany Niemieckie Sapischanka Сапіжанка Сапежанка (Sapeschanka) Sapieżanka Scheldez Желдець Желдец Żełdec Sokil Сокіл Сокол (Sokol) Sokół Spas Спас Спас Spas Streptiw Стрептів Стрептов (Streptow) Streptów Subiw Mist Зубів Міст Зубов Мост (Subow Most) Zubówmosty Tadani Тадані Тадани Tadanie Towmatsch Товмач Толмач (Tolmatsch) Tołmacz Wereny Верени Верены Weryny Wolja-Schowtanezka Воля-Жовтанецька Воля-Жовтанецкая (Wolja-Schowtanezkaja) Wola Żółtaniecka Wyssokofedoriwka Високофедорівка Высокофёдоровка (Wyssokofjodorowka) Teodorshof

Söhne und Töchter der Stadt Stefan Grabiński (1887–1936), polnischer Schriftsteller und Autor von Horrorliteratur Lonhyn Zehelskyj (1875–1950), ukrainischer Journalist, Diplomat und Minister

Weblinks

Eintrag zum Ort in der Enzyklopädie der Geschichte der Städte und Dörfer der Ukrainischen SSR (ukrainisch) inoffizielle Informationsseite der Stadt auf kambuz.org.ua (ukrainisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Oblast Lwiw

Kategorie:Ersterwähnung 1411 Kategorie:Ort am Bug