Helmuth Gmelin, eigentlich Hellmuth Gmelin, in Besetzungslisten manchmal auch Helmut Gmelin (* 21. März 1891 in Karlsruhe; † 18. Oktober 1959 in Hamburg) war ein deutscher Schauspieler, Theaterregisseur, Theaterleiter, Schauspiellehrer, Hörspiel- und Synchronsprecher.
Leben und Werk Helmuth Gmelin war der Sohn des Kaufmanns Franz Gmelin und dessen Ehefrau Anna Henriette Gmelin, geborene Wagner. Sein älterer Bruder war der Schriftsteller Otto Gmelin. Schon früh nahm er Schauspielunterricht an der von Emanuel Reicher und Friedrich Moest gegründeten Reicherschen Hochschule für dramatische Kunst in Berlin. Seine ersten Engagements erhielt er in der Schweiz und in Weimar. Um 1919 ging er an das Staatstheater Braunschweig, wo er auch als Regisseur tätig war.
Verheiratet war Gmelin in erster Ehe mit Thekla Mathilde Lina Christine, geb. Diekmann, die am 27. Juli 1919 an den Folgen der Geburt der gemeinsamen Tochter Gerda Gmelin im Kindbett starb. Einige Jahre später heiratete er in zweiter Ehe Charlotte Wilke, Tochter des Braunschweiger Künstlers Rudolf Wilke und dessen Ehefrau Amalie, geb. Brandes. Beide hatten die gemeinsame Tochter Alexandra.Isabel Rohloff: Gerda Gmelin. In: Reinhard Bein (Hrsg.): Braunschweiger Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Band 2, döringDruck, Braunschweig 2012, S. 58.
Nachdem sein Vertrag in Braunschweig 1934 ausgelaufen war, zog es ihn nach Hamburg. Bis 1946 sah man den Charakterschauspieler dort in zahlreichen Rollen am Deutschen Schauspielhaus. Im März 1948 verwirklichte er sich einen lang gehegten Traum: Gmelin eröffnete im vierten Stockwerk des Hauses Alsterchaussee 5 in seiner Drei-Zimmer-Wohnung das Theater unterm Dach, das später den Namen Theater im Zimmer erhielt. Er wollte damit Zuschauer an die Schauspielkunst heranführen, indem er aufgrund einer fehlenden Rampe Barrierefreiheit schaffte. In diesem Theater konnten fünfzig Personen Platz finden. Die inoffizielle Eröffnung des Theaters erfolgte mit dem Stück Gespenster von Henrik Ibsen. In der Rolle des Oswald trat Boy Gobert auf, der wie viele andere Schüler Gmelins an diesem Theater zu sehen war. Die Aufführung fand in Hamburg so viel Anklang, dass das Theater zu einer festen Einrichtung wurde.
Da sich bald herausstellte, dass die Wohnung im Stadtteil Harvestehude für viele Aufführungen wegen der räumlichen Enge ungeeignet war, zog man im Mai 1952 in eine Villa an der Alsterchaussee 30. Dort fanden 120 Zuschauer Platz. Sehr bald machte sich die Bühne auch außerhalb der Hansestadt einen Namen. 1957 erkrankte Gmelin so schwer, dass seine Tochter, die Schauspielerin Gerda Gmelin, die später seine Nachfolgerin wurde, einen Großteil seiner Arbeit übernehmen musste.
Helmuth Gmelin fand neben der Theaterarbeit aber auch Zeit für Arbeiten bei Film, Fernsehen und vor allem beim Hörfunk. Während er auf der Leinwand meist in Nebenrollen auftrat, wie in Der Hauptmann von Köpenick, trat er in zahlreichen Hörspielen des NWDR Hamburg zwischen 1949 und 1958 auch als Hauptdarsteller in Erscheinung.
Hauptrollen hatte er u. a. in dem Science-Fiction-Hörspiel Das Hopkins-Manuskript nach Robert Cedric Sherriff, in Die Herzogin von Langeais, Moselfahrt, Professor Singers letztes Experiment, Die Gattin des Ministers und in Der König von Albanien. Auch als Synchronsprecher trat er gelegentlich in Erscheinung, so beispielsweise als die deutsche Stimme von Wilfrid Lawson in Duell am Steuer.
Gmelin, der sich vorübergehend von seiner Krankheit erholt hatte, erlitt einen Rückfall und starb am Nachmittag des 18. Oktober 1959 im Allgemeinen Krankenhaus Barmbek. Sein Grab befand sich auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf im Planquadrat BX 66 unter der Grabnummer 248. Mittlerweile ist das Grab aufgehoben (aufgelassen) worden.
Filmografie 1950: Die wunderschöne Galathee – Regie: Rolf Meyer, mit Hannelore Schroth, Viktor de Kowa, Willy Fritsch 1950: Schatten der Nacht; alternativ: Ballade der Nacht – Regie: Eugen York, mit Hilde Krahl, Willy Fritsch, Carl Raddatz 1951: Paulchen und die Millionenerbschaft; alternativ: Engel im Abendkleid – Regie: Ákos Ráthonyi, mit Bruni Löbel, Rudolf Prack, Paul Kemp 1953: Komm zurück... (Danehl) – Regie: Alfred Braun, mit Rudolf Prack, Winnie Markus, Hans Stüwe 1953: Das Abschiedsgeschenk – Fernsehspiel – Regie: Werner Völger, mit Rosemarie Gerstenberg, Hermann Lenschau, Eduard Marks 1954: Der ungebetene Gast (Amercoeur) – Fernsehspiel – Regie: Detlof Krüger, mit Dagmar Altrichter, Josef Dahmen, Richard Lauffen 1954: Hin und her (nach Ödön von Horváth) Thomas Szamek – ein Grenzorgan – Fernsehspiel – Regie: Erich Geiger, mit Herbert A. E. Böhme, Eva Pflug, Erich Weiher 1954: Der Briefträger ging vorbei (Der alte Pierre) – Fernsehspiel – Regie: Hanns Farenburg, mit Rudolf Fenner, Marga Maasberg, Kurt Fischer-Fehling 1955: Banditen der Autobahn – Regie: Géza von Cziffra, mit Eva Ingeborg Scholz, Paul Hörbiger, Charles Regnier, Hans Christian Blech 1956: Der Hauptmann von Köpenick (nach Carl Zuckmayer) (Kürassier-Oberst) – Regie: Helmut Käutner, mit Heinz Rühmann, Martin Held, Hannelore Schroth 1957: Tolle Nacht (Herr Y) – Regie: John Olden, mit Rudolf Platte, Maria Sebaldt, Hubert von Meyerinck
Hörspiele 1949: Goethe erzählt sein Leben, 16. Teil: Besuch in Weimar – Regie und Titelrolle: Mathias Wieman, mit Horst Caspar, Eduard Marks, Maria Wimmer 1949: Goethe erzählt sein Leben, 17. Teil: Das Gartenhaus – Der Beamte. Erste Weimarer Jahre – Regie und Titelrolle: Mathias Wieman, mit Horst Caspar, Maria Wimmer, Manfred Steffen 1949: Goethe erzählt sein Leben, 18. Teil: Das Amt – Regie und Titelrolle: Mathias Wieman, mit Gerhard Bünte, Luise Franke-Booch 1949: Der fliegende Geheimrat (Herr Mors) – Regie: Fritz Schröder-Jahn, mit Erich Ziegel, Mirjam Horwitz, Manfred Steffen 1949: Der Schmuck (Bänkelsänger) – Regie: Otto Kurth, mit Fritz Schröder-Jahn, Dagmar Altrichter, Helmut Peine 1949: Das seltsame Abenteuer des Herrn Biche (Direktor) – Regie: Kurt Reiss, mit Hans Hermann Schaufuß, Dagmar Altrichter, Ursula Zeitz 1949: Siegfried (Exzellenz Lichtenau) – Regie: Otto Kurth, mit Hans Paetsch, Evy Gotthardt, Annegret Lerche 1949: Die Schwätzer (Ein Advokat) – Regie: Hartwig Schmidt, mit Herbert A. E. Böhme, Louise Dorsay, Thessy Kuhls 1949: Die Herzogin von Langeais (Angouleme) – Regie: Wilhelm Semmelroth, mit Fritz Schröder-Jahn, Kurt A. Jung, Johannes Hönig 1950: Der späte Kunde (Beamter) – Regie: Hans Rosenhauer, mit Werner Dahms, Helmut Peine, Josef Dahmen 1950: Der gerechte Herr Boll (nach Josef Martin Bauer) (Thomas) – Regie: Fritz Schröder-Jahn, mit Helmut Peine, Jo Wegener, Ursula Kutzen 1950: Die wundertätigen Bettler (Der Fährmann) – Regie: Gustav Burmester, mit Eduard Marks, Arnim Waldeck-Süssenguth, Joseph Offenbach 1950: Hundert Kronen (Illusion) – Regie: Kurt Reiss, mit Rudolf Fernau, Gisela von Collande, Erwin Linder 1950: Götter, Gräber und Gelehrte, 2. Teil: Die goldene Mauer (De Sacy / Da'ud Pascha) – Regie: Gustav Burmester, mit Franz Schafheitlin, Hans Zesch-Ballot, Albert Lippert 1950: Götter, Gräber und Gelehrte, 3. Teil: Die hängenden Gärten der Semiramis – Regie: Gustav Burmester, mit Franz Schafheitlin, Erwin Linder, Werner Dahms 1950: General Frédéric (Der Diener Kieran) – Regie: Kurt Reiss, mit Carl-Heinz Schroth, Arno Assmann, Ida Ehre 1950: Einer zahlt seine Schuld (Universitätsprofessor) – Regie: Fritz Schröder-Jahn, mit Cay Dietrich Voß, Alexander Hunzinger, Inge Meysel 1950: Der Tote (Nikodemus) – Regie: Hans Quest, mit Eduard Marks, Gerd Martienzen, Ruth Leuwerik, Annemarie Schradiek 1950: Kon-Tiki – Abenteuer in der Unendlichkeit (nach Thor Heyerdahl) – Regie: Gerlach Fiedler, mit Herbert A. E. Böhme, Hans Zesch-Ballot, Josef Sieber 1950: Professor Singers letztes Experiment (Professor Singer) – Regie: Gustav Burmester, mit Evy Gotthardt, Josef Sieber, Erna Nitter 1950: Thora und Galuth: Zerstörung Jerusalems – Regie: Heinrich Ockel, mit Eduard Marks, Gerd Martienzen, Hans Anklam 1950: Das Teufelsrad – Regie: Kurt Reiss, mit Wolfgang Rottsieper, Heinrich Ockel, Kurt Meister 1950: Der eiserne Turm – Regie: Günther Schnabel, mit Helmut Peine, Herbert Steinmetz, Christiane Merck 1950: Das Hopkins-Manuskript (Präsident der Gesellschaft für Lunare Forschung) – Regie: Gustav Burmester, mit Helmut Peine, Erna Nitter, Franz Schafheitlin 1950: Der Sprung über den Schatten (Amtsgerichtsrat im Badischen) – Regie: Fritz Schröder-Jahn, mit Lotte Klein, Marianne Kehlau, Herbert A. E. Böhme 1950: Der Puderquastenfeldzug (Geheimrat Floerke) – Regie: Gustav Burmester, mit Hilde Weissner, Hermann Schomberg, Ruth Niehaus 1951: Träume (von Günter Eich) (Herr im 2. Traum) – Regie: Fritz Schröder-Jahn, mit Erich Schellow, Annegret Lerche, Heinz Piper 1951: Der Teufel fährt im D-Zug mit (Dr Kienzl) – Regie: Fritz Schröder-Jahn, mit Carl-Heinz Schroth, Jo Wegener, Franz Schafheitlin 1951: Um Jahr und Tag (nach Josef Martin Bauer) (Herr Saumweber) – Regie: Otto Kurth, mit Karl Kuhlmann, Walter Mall, Robert Fitz 1951: Radium – Regie: Fritz Schröder-Jahn, mit Robert Meyn, Ernst von Klipstein, Eduard Marks 1951: Der Kirschblütenzweig (Hwang Ti) – Regie: Detlof Krüger, mit Siegfried Wischnewski, Eduard Marks, Conrad Mayerhoff 1951: Merlette (Professor Tapir) – Regie: Kurt Reiss, mit Hannelore Schroth, Hans Quest, Annemarie Schradiek 1951: Der Weg zum Weltraumschiff – Regie: Fritz Schröder-Jahn, mit Heinz Piper, Georg Eilert, Max Walter Sieg 1951: Nenn' es Verrat (Pfarrer) – Regie: Kurt Strehlen, mit Renate Holste, Werner Bruhns, Hans Dieter Zeidler 1951: Am Ende der Straße (Der Trödler) – Regie: Gustav Burmester, mit Joseph Offenbach, Inge Schmidt, Herbert A. E. Böhme 1951: Der Teufel, 3. Teil (Frater Robertus) – Regie: Heinrich Koch, mit Fritz Schröder-Jahn, Hermann Schomberg 1951: Das Geheimnis der Yosemite-Indianer (Der Alte) – Regie: Kurt Reiss, mit Hardy Krüger, Ingrid Andree, Herbert Steinmetz 1951: Die Berufung (Ippolyt) – Regie: Gustav Burmester, mit Bernhard Minetti, Ernst Leudesdorff, Karl Kuhlmann 1952: Der Narr mit der Hacke (Komaze) – Regie: Fritz Schröder-Jahn, mit Benno Sterzenbach, Heinz Klingenberg, Werner Riepel 1952: Der König von Albanien (nach Josef Martin Bauer) (Alter Witte) – Regie: Fritz Schröder-Jahn, mit Carl-Heinz Schroth, Max Walter Sieg, Franz Schafheitlin 1952: Gestatten, mein Name ist Cox, 1. Teil: Mrs. Chataway hat eine Überraschung (nach Rolf Becker) (Mr. Peacock) -Regie: Hans Gertberg, mit Carl-Heinz Schroth, Heinz Klingenberg, Wolfgang Wahl 1952: Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück, Folge: Das geheimnisvolle Wertpaket (Freiherr von Wangel) – Regie: Gerd Fricke, mit Waldemar Staegemann, Reinhold Nietschmann, Erich Weiher 1952: John Every oder Wieviel ist der Mensch wert? (Arzt) – Regie: Kurt Reiss, mit Joseph Offenbach, Jo Wegener, Herbert A. E.Böhme 1952: Die verschlossene Tür (Dr. Waltz) – Regie: Detlof Krüger, mit Robert Taube, Mirjam Ziegel-Horwitz, Günther Bobrik 1952: Fahr wohl, Benjowsky (Pater Ignacio) – Regie: Gert Westphal, mit Helmut Käutner, Hans Fitze, Ernst von Klipstein 1952: Der Doppelkopf von Trum (1. Redner) – Regie: Kurt Reiss, mit Hans Lietzau, Heinz Dunkhase, Dietrich Haugk 1952: Denn sie sollen getröstet werden (Oberrichter) – Regie: Gustav Burmester, mit Karl Kuhlmann, Eduard Marks, Annemarie Roche 1952: Aus dem Leben eines Arztes. Der Chirurg Ferdinand Sauerbruch erzählt (Der alte Rothschild) – Regie: Fritz Schröder-Jahn, mit Willy Maertens, Eduard Marks, Mirjam Ziegel-Horwitz 1952: Götze einer Nacht (Jodokus) – Regie: Gerlach Fiedler, mit Benno Sterzenbach, Alexander Hunzinger, Heinz Sailer 1952: Gerlach präsentiert die Rechnung (von Herbert Reinecker) (Weichensteller) – Regie: Curt Goetz-Pflug, mit Dietrich Haugk, Joseph Offenbach, Annemarie Schradiek 1953: Die grünen Weiden oder Sonntagsschule für Negerkinder (Hohepriester) – Regie: Fritz Schröder-Jahn, mit Hermann Schomberg, Karl Bockx, Reinhold Nietschmann