Walter Sachs (* 9. Dezember 1901 in Traisen (Niederösterreich); † 5. März 1985 in Lilienfeld) war ein österreichischer Schriftsteller und Lehrer.

Leben Sachs besuchte die Privatbürgerschule in Wilhelmsburg und absolvierte anschließend das Lehrerseminar in St. Pölten. Er wirkte als Lehrer bzw. Schuldirektor von 1920 bis 1962 an der Schule in Traisen mit kurzen Unterbrechungen, während derer er als Lehrer in St. Veit und St. Aegyd unterrichtete. 1973 wurde ihm der Titel eines Professors verliehen.

Sachs war Mitglied beim Nationalsozialistischen Lehrerbund; ab 1. September 1938 war er Parteianwärter und wurde mit 1. Januar 1941 in die NSDAP aufgenommen.Vgl. Karl Müller: Zäsuren ohne Folgen. Das lange Leben der literarischen Antimoderne Österreichs seit den 30er Jahren. Otto Müller, Salzburg 1990, S. 324. Zweimal war er nach 1938 in Anthologien vertreten: in der repräsentativen, von Will Vesper herausgegebenen NS-Anthologie Die Ernte der Gegenwart (1940) und in der ideologisch wenig repräsentativen Anthologie Das Waldviertel im Gedicht (1942). Von Juni 1940 bis Februar 1943 war Sachs Ortsgruppenleiter der NSDAP in St. Veit, ab Juni 1942 bis Februar 1943 vertretungsweise Kreisschulungsleiter.Vgl. Archiv der Zeitgenossen, Dokumentationsstelle für Literatur in Niederösterreich, Nachlass Walter Sachs. Abschrift des Urteils des Volksgericht Wien VLLI v. 12.02.1948, GZ Vg 1 a Vr 6691/46-Hv1926/46. Vgl. auch Archiv der Zeitgenossen, Dokumentationsstelle für Literatur in Niederösterreich, Nachlass Walter Sachs. Amt der NÖ Landesregierung, LA I/10-9538/2-1948 (betr. Einspruch gegen die Verzeichnung als Belasteter).

Sachs verfasste Naturlyrik und Prosa, von 1921 bis 1991 schrieb er 22 Bücher.

Sachs war unter anderen befreundet mit Wilhelm Szabo und dem Komponisten Johann Sengstschmid, der vier Gedichte von Sachs in seinem Liederzyklus Auftrag und Inbild vertonte („Die Kerze“, „Schlüsselblumen“, „Die Pflaume“ sowie „Einer Rose“) und ihm sein Klavierstück „Gruß an Walter Sachs“ widmete.

An seinem Wohnhaus am Rathausplatz 1 in Traisen wurde eine Ehrentafel angebracht.

Walter Sachs war mit Marianne Sachs verheiratet.

Auszeichnungen

1935: Julius-Reich-Preis 1963: Jakob-Prandtauer-Preis der Stadt St. Pölten 1963: Kultur-(Würdigungs-)Preis des Landes Niederösterreich 1967: Förderungspreis des Theodor Körner Stiftungsfonds 1973: Verleihung des Titels Professor

Werke (Auswahl)

Lyrik Zwischen Wäldern und Schloten. Gedichte. Krystall-Verlag, Wien 1933. Der Wintergast. Ausgewählte Gedichte. Brüder Hollinek, Wien 1956. Der Karneol. Gedichte. Brüder Hollinek, Wien 1960. Spätherbst. Lyrik. Verlag Jugend und Volk, München 1969. Brückenbogen. Lyrik aus fünf Jahrzehnten. Verlag Niederösterreichisches Presshaus, St. Pölten/Wien 1976, ISBN 3-85326-431-X. Pinselstriche. Bilder, Sprüche und Gedichte. Grasl, Baden bei Wien 1981. Im Nebel der Zeit. Gedichte und Sprüche. Verlag Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten/Wien 1984, ISBN 3-85326-690-8.

Prosa Bewahrte Landschaft. Mit Holzschnitten von Franz Traunfellner. Verlag Buchgemeinschaft Heimatland, Krems a. d. Donau 1957. Erdrauch. Verlag Buchgemeinschaft Heimatland, Krems/Wien 1962. Der Sammler. Heimatlandverlag, Krems 1966. Winterwirklichkeit. Berger, Horn 1980, ISBN 3-85028-070-5. Späte Prosa. Hrsg. von Alois Eder, Ed. Limes, St. Pölten 1991, ISBN 3-901159-02-9.

Weblinks

Biografie von Walter Sachs auf der Website der Stadt Traisen

Einzelnachweise

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