Wilfried Schwuchow (* 3. Februar 1943) ist ein deutscher Kunstschmied und Metallrestaurator aus Angermünde. Er schuf das Eberswalder Ei, das ihm 1999 einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde sicherte. mini|Kunstschmied Wilfried Schwuchow mini|Grundsteinlegung Greiffenberger Mühle

Leben Als Flüchtlingskindwww.crussow-online.de kam Wilfried Schwuchow mit seiner Familie in die Uckermark. Schon in seiner Jugend hatte er eine ausgeprägte künstlerische Ader, namentlich auf dem Gebiet der Malerei. Er malte zunächst Landschaftsbilder und Porträts in Öl.

Schwuchow hat nie eine Kunstschule besucht, sich also alles autodidaktisch beigebracht. Nachdem er sich mangels Erfolg von der Malerei abgewandt hatte, richtete sich sein Streben auf handwerkliche Tätigkeiten, insbesondere hatte es ihm die Metallbautätigkeit angetan. Er erwarb einen Meistertitel als Kunstschmied und schuf viele Stücke, die weit übers Land sichtbar und bekannt sind. An rund 143 Kirchen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hat er Arbeiten ausgeführt. Er repariert Turmuhren, restauriert oder baut Turmbekrönungen nach alten Vorlagen nach, fertigt Zunftzeichen und findet vor allem Gefallen an überdimensionalen mechanischen Uhren. Sein Motto lautet: Jeanette Bederke: Spezialist für Turmuhren. In: Berliner Zeitung, 4. April 2018. s. 17.

Jährlich beteiligt sich Wilfried Schwuchow mit einigen Werken an der Internationalen Handwerksmesse in München und erhält im Endergebnis viele Aufträge. Allerdings arbeitet er allein, und seine Werkstatt, in der viele Maschinen stehen, bietet kaum noch Platz.

Familiäres Wilfried Schwuchow ist verheiratet mit Eva-Maria. Im Jahr 2017 ereilte ihn ein Schlaganfall, von dem er sich körperlich weitestgehend erholt hat.

Werke (Auswahl) – chronologisch – 1985: Bekrönung der Berliner Nikolaikirche Wetterhahn der Angermünder FranziskanerkircheMärkische Oderzeitung: vom 21. Dezember 2003. 1987: ein Silberpokal zum 750-jährigen Jubiläum der Stadt Berlin mit beiden Rathäusern (Rotes Rathaus und Altes Rathaus) mini|Größte Taschenuhr der Welt 1999: Eberswalder Ei, die größte Taschenuhr der Welt mit einem Eintrag im Guinness-Buch der RekordeFinowkanal Rundschau, 1/2002: Das Eberswalder Ei - Die größte Taschenuhr der Welt (pdf, 128 kByte)Die Uhr hat einen Durchmesser von 4,70 Metern, wiegt 20 Tonnen und steht im Eberswalder Familiengarten. Beim genauen Betrachten zeigt sich, dass auf der Uhr ein Miniatur-Güterzug fährt, der stündlich einen 80 Meter langen Weg zurücklegt. 1999: Bekrönung der Turmspitze und Turmuhr der Stüler-Kirche Reitwein 2000: Bekrönung der Kirchturmspitze in Teschendorf (Oberhavel), Gemeinde Löwenberger LandBerliner Zeitung: In Teschendorf steht die Zeit nicht mehr still - Kirchturmuhr schlägt nach 150 Jahren erstmals wieder vom 29. August 2008. 2000: Bekrönung der Turmspitze der Oderberger KircheBerliner Zeitung: Turmspitze restauriert vom 14. Januar 2000. 2001: Bekrönung der Turmspitze der Dorfkirche Altkünkendorf 2003: Turmuhr der Marienkirche AngermündeA Pulverturm - Sanierungszeitung der Stadt Angermünde Nr. 2/2003: Marienkirche wird aufwändig restauriert und eventuell begehbar gemacht (pdf, 159 kByte) 2004: Turmbekrönung der Klosterfelder KircheMärkische Oderzeitung: Bernau Nachrichten - Kirchturm wieder bekrönt (PDF-Datei; 190 kB) vom 16. Mai 2004. 2007: Zunftzeichen für Optiker Roitzsch in ErknerMittelstandsvereinigung Erkner, Schaufensterwettbewerb zum Weihnachtsfest im Dezember 2007: Zunftzeichen für Optiker Roitzsch feierlich übergeben (pdf, 356 kByte) 2007: Bekrönung für das Schloss Bad FreienwaldeMärkische Oderzeitung: vom 29. September 2007. 2007: Crussower GlückspfennigMärkische Oderzeitung: vom 16. September 2007. 2008: Kirchturmuhr der Kirche Teschendorf 2017: Eine Sonnenuhr der Wohnungsbaugesellschaft Erkner (WGE) musste bei Umbauarbeiten an einem Haus am Kirchvorplatz abgenommen werden. Schwuchow hat sich mit der WGE auf einen Umbau und einen neuen Standort geeinigt: Die Ziffern kamen auf die Erde, wurden weiter auseinandergerückt und der Schattenstab wurde weggelassen. Stattdessen müssen sich Besucher selbst in die Mitte der großen Sonnenuhr stellen und mit ihrem Schatten die Zeit anzeigen lassen. Der Standort dieses Kuriosums ist der Kinderbauernhof Erkner. 2017: Als die Geschäftsführerin der Wohnungs- und Baugesellschaft mbH (Barnim) aus Bernau bei Berlin, Antje Mittenzwei, diese Sonnenuhr gesehen hatte, gab sie für den Firmensitz der Baugesellschaft ebenfalls eine Sonnenuhr in Auftrag. Schwuchow wollte aber seine Erfindung nicht einfach kopieren, sondern versprach: So konstruierte er eine 15 Meter hohe Sonnenuhr mit einem beweglichen Bären (der ja das Bernauer Wappentier ist) im Zentrum. Das Werk ist zwar fertig, steht jedoch noch im Garten des Metallkünstlers. Der Grund: Der Bernauer Denkmalschutz hat Bedenken gegen die Aufstellung dieses interessanten Werkes im Zentrum der Kleinstadt, obwohl schon mehrere Standorte ausgewählt wurden, die im Eigentum der Baugesellschaft sind. Anfang April 2018 gab es noch keine Entscheidung, so dass die Geschäftsführerin kämpferisch wissen lässt: seit 2016: Schwuchow arbeitet an einem etwa einen Meter hohen Fabergé-Ei, in dem eine Miniatur der Berliner Weltfriedensglocke samt einer Uhr eingearbeitet werden. Dieses neue Kunstwerk soll ein Geschenk für den russischen Präsidenten Wladimir Putin werden. Schwuchow hat sich dazu bereits mit dem russischen Botschafter in Deutschland verständigt.Der Kunstschmied formuliert seine Absicht so: Statt Geld aus Russland würde er sich über einiges Gold für seine Werkstatt freuen.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Person (Brandenburg) Kategorie:Kunstschmied Kategorie:Künstler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1943 Kategorie:Mann