Der Funkenkehlkolibri (Heliomaster constantii), manchmal auch Funkenkehlchen genannt, ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein Verbreitungsgebiet, das etwa 530.000 Quadratkilometer in den mittel- und nordamerikanischen Ländern Costa Rica, Guatemala, Honduras, Mexiko, El Salvador und Nicaragua sowie den USA umfasst. In den USA kommt der Funkenkehlkolibri nur saisonal von Mai bis Oktober als nichtbrütender Zugvogel in Arizona vor. Der Bestand wird von der IUCN als „nicht gefährdet“ (least concern) eingeschätzt.
Merkmale Der Funkenkehlkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 11,5 bis 13 Zentimetern. Der gerade oder manchmal auch leicht gebogene Schnabel wird zwischen 31 und 37 Millimeter lang. Damit ist er länger als der Rest des Kopfes. Der Schwanz erreicht eine Länge zwischen 27 und 34 Millimetern. Der Kragen, der sich bis zum Kinn erstreckt, ist rußgrau. Im unteren Drittel gehen die Farben in ein dunkles Kirsch- bzw. Kupferrot über. Die Oberseite ist unauffällig grün bis olive-bronze. Darauf finden sich längliche weiße sowie schwarze Flecken. Die Unterseite ist mausgrau mit matten bronzenen Sprenkeln. Nur während des Flugs sieht man die weißen flankierenden Büschel. Die Flügel sind proportional zum Schwanz relativ groß. Männchen und Weibchen weisen keine deutlichen Unterschiede auf.
Verhalten Der Flug des Funkenkehlkolibris ist geschickt und wird als elegant beschrieben. Die langsamen Flügelschläge gehen ins Gleiten über. Der Kolibri sitzt bevorzugt auf hohen Ästen. Vor allem in den Morgenstunden geht der Funkenkolibri auf Insektenjagd. Nur unregelmäßig sieht man ihn an Nektarquellen, vor allem an Yambohne und Agaven. Er ist ein relativ friedlicher Vogel und verteidigt seine Nektarvorkommen nicht. Sein Nest baut er bevorzugt in den Baumkronen als Kelch aus weichen Pflanzen und Spinnengewebe. Die Außenseite tarnt er mit Flechten sowie Pflanzenablagerungen. Die Brutzeit erstreckt sich über den Zeitraum Januar bis Juni.
Habitat Man findet den Funkenkehlkolibri in Wüstengebüsch, tropischem Laubregenwald und in der Nähe von Flussufern. Der Vogel wandert durch verschiedene Habitate, insbesondere nach der Brut. Er bewegt sich vorzugsweise in Höhen vom Meeresspiegel bis 1500 Meter. Er sucht gerne Ceiba, Wollbaumgewächse, Tabebuia und andere Bäume auf. Gelegentlich sieht man ihn auch an bodennahen Helikonien.
Unterarten
Bisher sind drei Unterarten bekannt:IOC World Bird List Hummingbirds
Heliomaster constantii constantii (, 1843)Adolphe Delattre, S. 1069 H. c. leocadiae ( & , 1852)Jules Bourcier u. a., S. 141 H. c. pinicola , 1853John Gould, Lieferung 5, Tafel 261
Die Unterart H. c. surdus (, 1934)Adriaan Joseph van Rossem, S. 439 wird normalerweise als Synonym zu Heliomaster constantii leocadiae betrachtet.
Die Unterart pinicola findet man im Nordwesten Mexikos. Das Verbreitungsgebiet reicht südlich bis in den Bundesstaat Jalisco. Die Subspezies leocadiae ist im Westen & Südwesten Mexikos und Westen Guatemalas beheimatet. Von El Salvador bis ins südliche Costa Ricas trifft man auf die Nominatform constantii.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Funkenkehlkolibris erfolgte 1843 durch Adolphe Delattre unter dem wissenschaftlichen Namen Ornismya Constantii. Das Typusexemplar stammte aus Guatemala. Es war 1850 Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte, der die neue Gattung Heliomaster einführte,Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1850), S. 274.Bonaparte ordnete der Gattung folgende Arten zu: Blaubartkolibri (Heliomaster furcifer (, 1812)) (Syn: Ornismya Angelae), Rosenkehlkolibri (Heliomaster longirostris ( & , 1801)), Violettkehlkolibri (Heliomaster squamosus (, 1823)) (Syn: Trochilus mesoleucus), Rubinkolibri (Clytolaema rubricauda (, 1783)) (Syn: Trochilus rubineus) und Braunbauch-Brillantkolibri (Heliodoxa rubinoides ( & , 1846)). der erst später auch der Funkenkehlkolibri zugeschlagen wurde. Dieses griechische Wortgebilde setzt sich aus den Wörtern für „Sonne“ und für „Suchender, Kundschafter“ zusammen.James A. Jobling S. 188 Der Artname constantii ist Charles Contant (1820–1905) gewidmet, einem französischen Sammler und Taxidermisten.James A. Jobling S. 117 Bei pinicola handelt es sich um ein lateinisches Wortgebilde aus den Wörtern pinus für „Kiefer (Baum)“ und -cola, colere für „Bewohner, wohnen, hausen“.James A. Jobling S. 307
Literatur
Weblinks
Factsheet auf BirdLife International
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Kolibris