Maria Agreda Dirr, OSF, (* 14. Februar 1880 in Oberbechingen, Schwaben, als Kreszenz Dirr; † 24. April 1949 in Dillingen an der Donau) war eine Taubstummenpädagogin. mini|Grab von Sr. Agreda Dirr auf dem Städt. Friedhof in Dillingen

Leben und Wirken Ihre Eltern betrieben eine kleine Landwirtschaft, die kaum die kinderreiche Familie ernähren konnte. Nach dem Besuch der „ungeteilten Dorfschule“ trat Kreszenz Dirr mit 14 Jahren in den Orden der Dillinger Franziskanerinnen ein. Die Verantwortlichen des Frauenklosters erkannten ihre Begabung und ließen die junge Klosterkandidatin zur Lehrerin ausbilden. Nach erfolgreich bestandenem Examen im Jahr 1899 ging sie nach Frankfurt am Main, um sich in der Gehörlosenpädagogik fortzubilden. Anschließend unterrichtete sie an der Taubstummenschule der „Regens-Wagnerischen-Wohltätigkeitsanstalten“ in Dillingen an der Donau. 1902 legte sie die heilige Profess ab und nahm den Namen Maria Agreda (nach der spanischen Äbtissin María von Ágreda) an.

Sr. Maria Agreda Dirr setzte sich insbesondere für gehörlose Kinder im Vorschulalter ein. Demzufolge errichtete sie 1921 in Dillingen einen „Heilpädagogischen Kindergarten“ für taubstumme Kinder. Damals gab es nur drei solcher Einrichtungen in ganz Deutschland. Eine vierte wurde bald auf Anregung von Sr. Maria Agreda Dirr in der zu den „Regens-Wagnerischen-Wohltätigkeitsanstalten“ gehörenden Taubstummenanstalt in Zell bei Hilpoltstein ins Leben gerufen. Über die Notwendigkeit und Wichtigkeit solch eines Kindergartens für taubstumme Kinder vor dem 6. Lebensjahr schrieb die Klosterfrau:

1935 wurde Sr. Maria Agreda Dirr zur Oberin ihres Ordens bestellt. Damit verbunden war die Zugehörigkeit zum Verwaltungsrat der „Regens-Wagnerischen Wohltätigkeitsanstalten“. Daneben war sie Mitglied des Generalrates der Dillinger Franziskanerinnen und demzufolge mitverantwortlich in der Leitung der Gesamtkongregation.

Neben ihren vielfältigen Verpflichtungen war die Klosterfrau eine vielgesuchte Referentin zu Fragen der Taubstummenpädagogik. Sie hielt Vorträge u. a. in den Taubstummenanstalten von München, Breslau und Frankfurt/Main. Mit ihren Veröffentlichungen hatte sie die Taubstummenpädagogik maßgebend beeinflusst. Als erfahrene Taubstummenpädagogin plädierte Sr. Agreda Dirr für eine „vernünftige Sprachpflege“ im „Regelkindergarten“, um etwaigen „Sprachgebrechen“ frühzeitig entgegenzuwirken:

Der Euthanasie-Aktion der 1940er Jahre konnten sie und ihre Mitschwestern letztlich nichts entgegensetzen.Manfred Berger, Artikel Dirr, Sr. Maria Agreda. In: Hugo Maier (Hrsg.): Who is who der Sozialen Arbeit. Lambertus, Freiburg im Breisgau 1998, ISBN 3-7841-1036-3, S. 142.

Werke (Auswahl) Der gegenwärtige Stand der Taubstummenfürsorge in Deutschland, In: Krankendienst 1925/H. 10, S. 226 ff. Sprachgebrechen im Kindergarten, In: Kinderheim 1926/H. 2, S. 47 ff. Sprachheilbehandlung auf der Vorstufe der Schwachsinnigenschule, In: Krankendienst 1928/H. 2, S. 27 ff. Sprachheilbehandlung in der Schwachsinnigenschule, In: Franz Keller (Hrsg.): Jahrbuch der Caritaswissenschaft, Freiburg 1929, S. 61 ff.

Literatur Manfred Berger: Dirr, S. Maria Agreada. In: Hugo Maier (Hrsg.): Who ist who der Sozialen Arbeit. Lambertus, Freiburg im Breisgau 1998, ISBN 3-7841-1036-3, S. 141f. Manfred Berger: Führende Frauen in sozialer Verantwortung: Sr. Agreda Dirr. In: Christ und Bildung. H. 1, 1993, , S. 61. Manfred Berger: Ein Leben im Dienste der Taubstummen. Schwester M. Agreda Dir, O.S.F. (180–1949), in: Caritaskalender 1994

Weblinks

Frauen in der Geschichte des Kindergartens: Sr. M. Agreda Dirr O.S.F.

Einzelnachweise

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