Die Hessische Landesbahn GmbH (HLB) ist ein deutsches regionales Verkehrsunternehmen im Eigentum des Landes Hessen mit Sitz in Frankfurt am Main. Über ihre Töchter und Beteiligungsgesellschaften führt sie Personennahverkehr mit Bus und Bahn in Hessen und über die Landesgrenzen hinaus sowie im geringeren Maße Schienengüterverkehr durch.
Leitung Die Geschäftsführung der Hessischen Landesbahn wird von Veit Salzmann und Tobias Beckers wahrgenommen. Im Aufsichtsrat werden die Landkreise und das Land Hessen durch vier Personen vertreten, des Weiteren haben die Arbeitnehmer ebenfalls vier Sitze.
Struktur und Beteiligungen Struktur, Eigentümer Die Hessische Landesbahn GmbH funktioniert als Holding für drei Tochtergesellschaften: HLB Basis AG HLB Hessenbahn GmbH HLB Hessenbus GmbH
Die HLB Basis AG stellt den Verkehrsgesellschaften Ressourcen zur Verfügung. Sie ist Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU), Eigentümer der meisten HLB-Fahrzeuge und betreibt die Fahrzeugwerkstätten der HLB. An ihr hält die HLB knapp 85 % der Aktien, die restlichen Anteile befinden sich überwiegend in kommunalem Besitz.
HLB Hessenbahn GmbH erbringt die Verkehrsleistungen auf der Schiene, die HLB Hessenbus GmbH erbringt Verkehrsleistungen im Busverkehr. Beide beteiligen sich mit eigenen Angeboten an Ausschreibungen für Verkehrsleistungen. Sie sind 100-prozentige Tochtergesellschaften der HLB.
Seit dem 11. Dezember 2016 erbringt die HLB Hessenbus GmbH die Leistungen des Bus- und Anrufsammeltaxi-Verkehrs nach einem Konzept des Verkehrsverbandes Hochtaunus (VHT), nachdem die HLB Hessenbus GmbH hierfür den Zuschlag in einer europaweiten Ausschreibung erhalten hat.
Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2023 verlor die HLB Hessenbus GmbH die Ausschreibung der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) für das Linienbündel Butzbach (Linien FB-50 bis 58) an die ESE Verkehrsgesellschaft mbH aus Staufenberg.
Beteiligungen mini|200px|Logo HLB Bahn
Die HLB Basis AG ist zusammen mit der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG (KVG) zu je 50 % an der Regionalbahn Kassel GmbH (RBK) beteiligt. Die RBK erbringt auf der Lossetalbahn kombinierten Eisenbahn- und Tramverkehr sowie Straßenbahnleistungen in Kassel und fungiert als Eisenbahninfrastrukturunternehmen für die Lossetalbahn (oder einem Teil davon).
Die HLB besitzt zusammen mit der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG jeweils zur Hälfte Anteile an der RegioTram Gesellschaft. Das Unternehmen löste im Dezember 2013 die RegioTram Betriebsgesellschaft ab, an der die Deutsche Bahn AG und die Regionalbahn Kassel GmbH beteiligt waren. Das Unternehmen betreibt die RegioTram Kassel mit Fahrzeugen, die auf den Straßenbahnstrecken der Stadt Kassel als Straßenbahn (nach BOStrab) und auf den Eisenbahnstrecken außerhalb Kassels als Eisenbahn (nach EBO) fahren.
Durch die Bildung der HLB Basis AG kam auch das damalige Gemeinschaftsunternehmen der Butzbach-Licher Eisenbahn AG mit der Autobus Sippel aus Hofheim (zu Netinera gehörend) und die Firma Autobus Dreischmeier GmbH (ABD) in Lich (50 %) zur HLB Basis.
Durch andere Beteiligungsgesellschaften betreibt die HLB Schienenpersonennahverkehr über die hessischen Grenzen in zwei der fünf benachbarten Bundesländer: nach Niedersachsen und Thüringen zusammen mit BeNEX, der Expansionsgesellschaft der Hamburger Hochbahn, in der cantus Verkehrsgesellschaft mbH (HLB 50 %), nach Thüringen zusammen mit der Erfurter Bahn GmbH (EB) in der Süd-Thüringen-Bahn GmbH (HLB 50 %).
In der Vergangenheit war das Unternehmen zu 74,9 % an der vectus Verkehrsgesellschaft und zu 33 % an der HellertalBahn GmbH beteiligt. Nach der gewonnenen Ausschreibung des Eifel-Westerwald-Sieg-Netzes betreibt die HLB die Verkehrsleistungen der Beteiligungsunternehmen nun selber und die Geschäftsaktivitäten der Beteiligungsgesellschaften wurden eingestellt.
Geschichte Das Unternehmen wurde 1955 als gemeinsame Dachgesellschaft von mehreren nicht-bundeseigenen Eisenbahnen in Hessen gegründet, die zuvor als eigenständige Eisenbahnunternehmen jeweils eigene Schieneninfrastruktur sowie Fahrbetrieb unterhielten.
Im Zuge der Trennung von Infrastruktur und Betrieb ging der Betrieb der Eisenbahnen und Buslinien der Tochterunternehmen auf die am 8. Dezember 2004 gegründeten Gesellschaften HLB Hessenbahn GmbH und HLB Hessenbus GmbH über.
Am 20. September 2005 fusionierten – auf Beschluss der Hauptversammlungen dieser drei Verkehrsgesellschaften vom 27. Juli 2005 – die drei Tochterunternehmen Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn AG (FKE), Butzbach-Licher Eisenbahn AG (BLE) und Kassel-Naumburger Eisenbahn AG (KNE) rückwirkend zum 1. Januar 2005 zur Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn AG. Sie firmieren seither als gemeinsamer Infrastrukturbetreiber. Die Gesellschaften Butzbach-Licher Eisenbahn AG und Kassel-Naumburger Eisenbahn AG wurden aus dem Handelsregister gelöscht. Die Hersfelder Eisenbahn GmbH (HEG), deren Eisenbahnverkehr inzwischen eingestellt wurde, ist von dieser Fusion nicht berührt.
Am 8. März 2006 wurde die Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn AG in HLB Basis AG umbenannt.
Verkehrsleistungen mini|links|LINT 41-Triebwagen auf der Königsteiner Bahn zwischen Ober- und Unterliederbach. Daneben ein Verladegleis, 2004 errichtet für die einmaligen Transporte von Großtransformatoren.
Die Tochterunternehmen der Hessischen Landesbahn erbringen auf den 237,5 Streckenkilometern 3,8 Millionen Fahrkilometer und auf den 1013 km Buslinien 10,34 Millionen Fahrkilometer.
Die Königsteiner Bahn von Frankfurt-Höchst nach Königstein der früheren Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn (FKE) war als Linie K auch in den Frankfurter Verkehrsverbund (FVV) integriert.
In den 1990er Jahren übernahmen die HLB-Töchter den Betrieb einer Reihe von Regionalverkehrslinien der Deutschen Bahn in Nord- und Mittelhessen. Ab dem 11. Dezember 2005 fuhren HLB-Triebwagen auch auf der Bahnstrecke Kahl–Schöllkrippen im bayerischen Spessart. Neben Eisenbahnen werden auch Omnibus- und Straßenbahnlinien bedient.
Seit Dezember 2010 fährt die HLB auch auf der Hauptstrecke Frankfurt–Gießen–Siegen/Marburg (RMV-Linien 30/40). Im Dezember 2011 wurde der Betrieb auf den RMV-Linien 25, 35 und 52 zwischen Limburg, Gießen, Alsfeld, Fulda und Gersfeld aufgenommen. Die Linien 25 und 35 wurden mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 zu einer Linie RB 45 zusammengefasst.
Im Dezember 2014 hat die HLB für 15 Jahre die Verkehrsleistungen auf dem Los 2 des Dieselnetzes Eifel-Westerwald-Sieg übernommen. Der Betriebsaufnahmetermin von August 2015 wurde kurzfristig auf Dezember 2014 vorgezogen. Für den Zwischenzeitraum wurde ein Übergangsvertrag ausgehandelt, so dass die HLB bereits im Dezember 2014 die Verkehrsleistungen übernahm. Im Übergangszeitraum hat die HLB Fahrzeuge von anderen Verkehrsunternehmen angemietet. Die geplanten Angebotsverbesserungen wurden erst im Dezember 2015 umgesetzt, bis dahin blieb das alte Verkehrsangebot erhalten.
Im Dezember 2015 gingen die bisherigen HLB-Leistungen auf den Linien RE 30 und R 9 in einer neuen durchgehenden Linie RE 98 auf. Es wird nun im Zwei-Stunden-Takt zwischen Frankfurt und Kassel gefahren. Wie bisher auch, verkehren die Züge im RMV-Gebiet gemeinsam im Stundentakt mit den Zügen der Deutschen Bahn (RE 30). Ab Kirchhain werden dann jedoch alle Stationen bis Kassel Hbf bedient. Die Zugteilung/-vereinigung mit den Siegener Zugteilen (RE 99) in Gießen ist erhalten geblieben.
Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 übernahm die HLB offiziell die Leistungen im Netz Südhessen-Untermain (SHU) von DB Regio. Der Wechsel wurde fließend gestaltet. Für die Wartung der Triebwagen vom Typ Alstom Coradia Continental wurde eine neue, vierständige Werkstatt in Wiesbaden angemietet.
Wie der RMV im Mai 2021 mitteilte, wird die Hessische Landesbahn ab Dezember 2023 die Leistungen des Mittelhessen-Express (RB 37, RB 40, RB 41, RB 49) von der DB Regio übernehmen. Dafür bestellt die HLB 32 Fahrzeuge des Typs Alstom Coradia Continental.
Streckennetz Mit Stand 2024 betreibt die HLB Basis AG folgende eigene Schienenstrecken als Eisenbahninfrastrukturunternehmen:Bundesnetzagentur: Schienennetz-Benutzungsbedingungen HLB Basis AG, Besonderer Teil (BT) gültig ab 14. Dezember 2025 (pdf / 604 KB), abgerufen am 30. September 2025 Eschwege West (Abzweig Wehre/Abzweig Stegmühle)–Eschwege Stadt Frankfurt-Höchst–Königstein Butzbach–Butzbach Nord/Butzbach Ost Kassel-Wilhelmshöhe–Baunatal Großenritte Lollar–Mainzlar
Im Auftrag des Verkehrsverbands Hochtaunus (VHT) betreibt sie zudem die im Eigentum des VHT stehende Bahnstrecke Friedrichsdorf–Brandoberndorf.HLB: Infrastruktur., abgerufen am 30. September 2025
Tarife Die Hessische Landesbahn GmbH ist Mitglied im Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland. Fahrscheine der Deutschen Bahn gelten dementsprechend auch in den Zügen der HLB.
Auf den hessischen Strecken werden die Tarife des RMV bzw. des NVV angewandt. Im Nachbarland Rheinland-Pfalz gelten die Tarife des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM) sowie des Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbundes (RNN), auf den Strecken in Nordrhein-Westfalen die des Westfalentarifs.
An den Stationen der beiden Strecken Königsteiner Bahn und Taunusbahn, deren Infrastrukturbetreiber die HLB ist, unterhält sie eigene Fahrkartenautomaten. Auf den übrigen Stationen stehen Fahrscheinautomaten der DB Vertrieb und Transdev zur Verfügung. Für Reisende, welche an Bahnhöfen und Haltepunkten entlang der Bahnlinien RB 29 (Unterwesterwaldbahn), RB 90 (Westerwald-Sieg-Bahn), RB 91 (Ruhr-Sieg-Bahn), RB 92 (Biggesee-Express), RB 93 (Rothaarbahn), RB 95 (Sieg-Dill-Bahn) und RB 96 (Hellertalbahn) zusteigen, an welchen nicht alle Stationen über stationäre Fahrscheinautomaten und Entwerter für Vorverkaufsfahrscheine des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) und des Westfalentarifs verfügen, befinden sich Fahrausweisautomaten und Entwerter in den Fahrzeugen.
Im jeweiligen Bundesland sowie teilweise über die Landesgrenzen hinaus gelten zudem die jeweiligen Ländertickets. Im Übergangsverkehr gilt beispielsweise das Rheinland-Pfalz-Ticket bis nach Limburg an der Lahn, Au (Sieg) und nach Siegen sowie das Nordrhein-Westfalen-Ticket auf den Schienenstrecken im rheinland-pfälzischen Landkreis Altenkirchen (Westerwald). Das Quer-durchs-Land-Ticket sowie das Deutschlandticket sind zudem in allen Zügen der Hessischen Landesbahn gültig.
Liniennetz Aktuelle Linien Die folgenden Linien werden – mit der Nummerierung des RMV und gegebenenfalls mit der Nummerierung eines Nachbarverbundes – von der Hessischen Landesbahn betrieben: