mini|hochkant|Christian Megert im März 2024 in der Galerie Geiger in Konstanz
Christian Megert (* 6. Januar 1936 in Bern) ist ein Schweizer Bildhauer, Objekt- und Kinetikkünstler, der in Deutschland (Düsseldorf) lebt und arbeitet.
Leben Christian Megert besuchte von 1952 bis 1955 die Kunstgewerbeschule in Bern. Er unternahm von 1956 bis 1960 ausgedehnte Studienreisen nach Berlin, Stockholm und Paris, wo er jeweils Kurse an den dortigen Kunstgewerbeschulen belegte. 1973 zog er nach Düsseldorf, wo er von 1976 bis 2002 als Professor am Lehrstuhl für Integration bildender Kunst und Architektur an der Kunstakademie Düsseldorf lehrte. Megert lebt und arbeitet in Düsseldorf und Bern.
Werk Seine erste Ausstellung hatte Megert 1956 in Bern. Er schuf dafür monochrome Material- und Strukturbilder sowie Plastiken aus Eisen und Kunstharz. Ab 1960 entstanden vorwiegend Arbeiten aus Glas und Spiegeln. 1961 verfasste er das Manifest EIN NEUER RAUM anlässlich einer Ausstellung in Kopenhagen. Das Manifest war ein Aufruf, mit der „Hilfe von Kunst alles Räumliche neu zu überdenken“. Er hatte einige Ausstellungen zusammen mit der Gruppe ZERO, mit der er Environments und kinetische Objekte schuf. Es entstand ein erster "Spiegelraum" in der Galerie des Kopenhagener Künstlerfreundes Addi Køpcke. Eine Wand des Raums war mit Spiegelquadraten behangen, die in fast endloser Synthese neue Räume erzeugten. mini|hochkant|Progression einer Form in 3 Stelen (2002) – Rathausplatz Vaduz, Liechtenstein 1962 stellte er im Stedelijk Museum in Amsterdam aus, 1964 auf der Schweizerischen Landesausstellung EXPO in Lausanne, im Kunsthaus Zürich, Linz und Graz. 1968 war er auf der 4. documenta in Kassel mit zwei Spiegelobjekten und einem Spiegelraum vertreten. Megert verkleidete in diesem Raum den Boden und die Decke mit Spiegelquadraten, sodass eine vertikale Endlosspiegelung entstand. Durch den visuellen Entzug des Bodens wurden die Betrachter scheinbar in die Höhe und auf den Boden gestreckt. Das Prinzip der Spiegelwände, -bänder und -bilder setzte Megert auch im Außenraum um. Die Konstruktion eines Scheinraums durch die Spiegelreflexion ist sein spezifisches Anliegen. Dafür dynamisiert er die Spiegel, indem er sie zerschneidet, collagiert, splittert, übermalt oder lasiert. Neben dem Spiegel verwendet er auch Folien, lichtkinetische Objekte und polierte Natursteine. In seinen kinetischen Objekten sind Leuchtstoffröhren eingebaut, die eine Farbigkeit unterschiedlicher Farbtöne produzierten. Er schuf auch Großplastiken aus Stein für das Musikzentrum in Amsterdam, die Stadt Maastricht, die WestLB in Wesel, die Bundesgartenschau Düsseldorf, das Terrassenschwimmbad Baden, den Bankverein Thun und für die Stadt Vaduz in Liechtenstein.
Ausstellungen Gruppenausstellungen (Auswahl) 1959, 1961: Galerie St. Luc, Barcelona (mit Bruno Wurster) 1960: Galerie Kopcke, Kopenhagen (mit Diter Rot) 1962: Galerie A, Arnheim/Galerie Orez, Den Haag (mit S. Brown und G. Colombo) 1963: Rijksuniversität, Leiden (mit S. Brown und G. Colombo) 1966: Galerie Loer, Frankfurt (mit S. Cremer, A. Luther und F. Spindel) 1968: IV. documenta Kassel 1971: Galerie Bernhard, Solothurn (mit Herbert Distel) 1986: Galerie H, Burgdorf (mit Peter Willen) 1987: Museum für Moderne Kunst, Cuxhaven (mit D. Sayler) 2003: Galerie am Lindenplatz, Vaduz (mit Klaus Staudt)
Einzelausstellungen (Auswahl) 1964: Environment, Schweizerische Landesausstellung, Lausanne 1967: (Op)Art Galerie, Esslingen 1968: Galerie Toni Gerber, Bern 1969: Galerie Bischofberger, Zürich 1970: Galerie Ernst, Hannover 1971, 1973: Galerie Reckermann, Köln 1972: Berner Galerie, Bern 1974: Studio Casati, Merate, Mailand 1975: Lucy Milton Gallery, London 1977: Galerie Herzog, Büren an der Aare 1978, 1980, 19982, 1986, 1996, 2006: Galerie Edith Wahlandt, Schwäbisch Gmünd 1979: Kunstverein Düsseldorf 1981, 1985, 1988, 1996, 2001: Galerie Schöller, Düsseldorf 1989, 1999: Galerie Wilfried von Gunten, Thun 1992, 1997: Galerie Krebs, Bern 1995: Sala 1, Rom 1997: Städtisches Museum Gelsenkirchen 2000: Galerie Lilo Marti, St.Paul de Vence 2002: Köln Skulptur, Galerie Benden & Klimczak, Köln 2007: Christian Megert, Galerie La Ligne, Zürich 2008: Galerie am Lindenplatz, Vaduz 2008: Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt
Literatur und Quellen Ausstellungskatalog zur IV. documenta: IV. documenta. Internationale Ausstellung. Katalog: Band 1: Malerei und Plastik; Band 2: Graphik/Objekte; Kassel 1968. Harald Kimpel, Karin Stengel: documenta IV 1968 Internationale Ausstellung – Eine fotografische Rekonstruktion (Schriftenreihe des documenta-Archives); Bremen 2007, ISBN 978-3-86108-524-9. Tobias Hoffmann (Hrsg.): Künstler der Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt 01. Wienand, Köln 2012, ISBN 978-3-86832-133-3. Tobias Hoffmann (Hrsg.): Retrospektive Christian Megert. Museum für Konkrete Kunst, Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt. ISBN 978-3-86678-276-1.
Weblinks
Homepage des Künstlers
Christian Megert bei der Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt
Kategorie:Kinetische Kunst Kategorie:Objektkünstler (Schweiz) Kategorie:Bildhauer (Schweiz) Kategorie:Hochschullehrer (Kunstakademie Düsseldorf) Kategorie:Bildender Künstler (Düsseldorf) Kategorie:Künstler (documenta) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1936 Kategorie:Mann