mini|Vor dem Start mini|Lothar Leder beim Zieleinlauf des Köln-Triathlon 2006 Mit Köln-Triathlon wird eine lose Serie von Wettkampfveranstaltungen der Sportart Triathlon bezeichnet. Diese finden seit 1984 auf Kölner Stadtgebiet statt.
Organisation Startort und Veranstaltungszentrum war bis auf eine Ausnahme im Jahre 1986 immer die Ruderinsel im Fühlinger See, einem im Jahr 1978 fertiggestellten Naherholungsgebiet, das zum Kölner Stadtteil Seeberg gehört. Als Schwimmareal diente dabei die gut 2000 Meter lange Regattastrecke der Ruderer. Die Laufstrecken führten überwiegend um oder an der Seenplatte entlang, wohingegen für die Radstrecken die umliegenden Straßen und Wege, insbesondere die der Fühlinger Heide von den Teilnehmern befahren wurden. Nur in den Anfängen wurden Landkreise außerhalb von Köln durchquert.
In einigen wenigen Jahren gab es aus unterschiedlichen Gründen keine Veranstaltung. Ab dem Jahr 2007 wurde das Ziel der Hauptrennen in die Kölner Innenstadt verlegt. An den meisten Veranstaltungen waren Sportvereine aus Köln und Nordrhein-Westfalen beteiligt, insbesondere die Veranstalter wechselten häufig.
Mit über 4000 Startern gilt das „Cologne Triathlon Weekend“ als die zweitgrößte Triathlonveranstaltung Deutschlands.Sieben harte Wettbewerbe – Die Radstrecke des Kölntriathlons "ist ein Arschloch" (6. August 2012) Lediglich beim Triathlon in Hamburg sind mit über 9000 Teilnehmern mehr Sportlern am Start.
Geschichte 1984 bis 1999 1984 mini|Ausschreibung 1984 Die Auftaktveranstaltung wurde federführend vom Koblenzer Günter Kissler ausgerichtet und organisiert. Dieser war gleichzeitig Mitgründer und Vorsitzender eines der beiden ersten deutschen Triathlon-Verbände, des Deutschen Triathlon-Bundes (DTrB). Der Verband fusionierte im Jahr darauf mit dem konkurrierenden Verband DTV zur bis heute bestehenden Deutschen Triathlon Union (DTU). Die verschiedenen Wettkämpfe fanden mit etwa 1500 Teilnehmern am 15. und 16. September statt. Hauptrennen war die vom Veranstalter ausgeschriebene 1. Triathlon-Europameisterschaft. Die dafür zur „Ultra-Distanz“ kombinierten Streckenlängen entsprachen von den reinen Angaben der Ausschreibung her der seit 1978 bekannten Ironman-Distanz über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen. Die Radstrecke umfasste eine einzige Runde, welche nordwestlich von Köln gelegene Landkreise einbezog und bis in die Nähe der niederländischen Grenze ragte. Sie war tatsächlich nur etwa 160 km lang. Die drei weiteren Rennen waren die Lang-Triathlon-Europameisterschaft (2,5-110-30), der Cup de Cologne mit der NRW-Landesmeisterschaft (0,7-50-15) sowie der Kurz-Triathlon (0,35-35-8).
Aufgrund der mit etwa 15 °C sehr niedrigen Wassertemperatur mussten die Schwimmstrecken für die beiden langen Rennen auf 2,5 und 1,5 km deutlich verkürzt werden. Spezielle Kälteschutzanzüge aus Chloropren-Kautschuk für Triathleten gab es damals noch nicht.
Europameister bei den Männern wurden der Finne Risto Hietanoro auf der Ultra-Distanz sowie Dirk Aschmoneit aus Neumünster auf der Langdistanz. Die Damenwertung des Cup de Cologne-Triathlon gewann die US-Amerikanerin Julie Moss, die eine Woche zuvor beim Triathlon de Nice (inoffizielle Profi-Langstrecken-Weltmeisterschaft über 4 km Schwimmen, 120 km Radfahren und 30 km Laufen in Nizza) hinter ihrer Landsfrau Colleen Cannon Zweite geworden war. Nonstop Köln-Vorsitzender W. H. Reichel hatte Julie Moss (ab 1989 zusammen mit ihrem späteren Ehemann Mark Allen Ehrenmitglieder des Nonstop Köln) noch in Nizza nach Köln eingeladen und zur Teilnahme am Cup de Cologne motiviert.
1985 mini|Ausschreibung 1985 Verschiedene Triathlon-Wettkämpfe kamen im Rahmen der „Internationalen Triathlon-Spiele“ vom 7. bis 8. September zur Austragung. Der 1. Internationale Ultra-Triathlon um den Deutschland-Cup (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen), der Große Preis von Nordrhein-Westfalen (1,5-75-21,1), der Cup de Cologne mit NRW-Landesmeisterschaft (0,7-50-5) sowie ein Volks- und Jedermann-Triathlon (0,35-35-8). Veranstalter war das Organisationskomitee für internationale Triathlon-Großveranstaltungen und SC Triathlon Koblenz mit seinen Mitgliedern Günter Kissler und Peter Wolny.
1986 Ein offizieller Triathlonwettkampf fand im Sommer des Jahres im nördlichsten Kölner Stadtteil Worringen statt. Als Organisationsleiter trat zum letzten Mal Günter Kissler auf. Geschwommen wurde im 25 m-Becken des städtischen Hallenbades. Die Laufstrecke führte durch das Worringer Bruch.
1989 Allgäu-Triathlon-Gewinner Gordon Nowak vom DSW Nike Darmstadt und Sonja Mero von Nonstop Köln waren die Gewinner der NRW-Landesmeisterschaften. Diese wurden am 6. August über die Mitteldistanz (2-78-21) ausgerichtet. Veranstalter war der drei Jahre zuvor gegründete Triathlon-Verband Nordrhein-Westfalen (TVNRW).
1990 mini|Ausschreibung 1990 mini|Radstrecke 1990 Am 28. und 29. Juli richteten die NRW-Vereine LLG Nordpark Köln, die SG EC/Bayer Worringen, der Post SV Köln sowie der SV Triathlon Bergisch Gladbach die westdeutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz (2 km Schwimmen, 80 km Radfahren und 21 km Laufen) aus. Weitere Wettkämpfe im Rahmen der Veranstaltung waren der Kronen-Triathlon um den großen Preis von Westdeutschland (1 km Schwimmen, 36 km Radfahren und 10,5 km Laufen) sowie die 3. Kölner Stadtmeisterschaft und ein Jedermann-Triathlon (0,5-18-5,25). Als Veranstalter operierten Michael Fieberg vom Landesverband TVNRW mit Sitz in Bergisch Gladbach sowie Wolfram Kastorp als Gesamtverantwortlicher der Organisation. Überschattet wurde die Veranstaltung von einem Schwelbrand in dessen Geschäftsräumen, welcher in der Nacht zum 29. Juli entfachte. Westdeutsche Meister wurden der für den PV Triathlon Witten angetretene DDR-Triathlet Thomas Rungenhagen und Titelverteidigerin Sonja Mero vom TSV Solingen-Aufderhöhe. Die Radstrecke der Mitteldistanz führte fast nur noch durch das nördliche Kölner Stadtgebiet mit Ausnahme kurzer Abschnitte innerhalb südlicher Gebiete von Dormagen, das zum Kreis Neuss gehört.
1991 Die 3. Westdeutsche Meisterschaft über die Mitteldistanz fand am 3. August statt, bei den Männern siegte der Kerpener Olaf Sabatschus. Der Veranstalter hieß wiederum TVNRW unter seinem Geschäftsführer Michael Fieberg. Co-Ausrichter waren die Vereine LLG Nordpark 80 Köln, der Post SV Köln sowie der Katastrophenschutz der Deutschen Bundespost. Die restlichen Wettkämpfe entsprachen denen des Vorjahres, die Qualität der Radstrecke litt dagegen unter einer Verkürzung der Rundenlänge von 40 auf nur noch 18 km. Um mehr Zuschauer anzulocken, verpflichtete der Veranstalter prominente Sportgrößen der 1980er Jahre. So nahmen unter anderen Ex-Fußballer wie Tony Woodcock und Herbert Zimmermann sowie Zehnkämpfer Siggi Wentz beim Jedermann-Triathlon teil.
1992 mini|Plakat DM 1992 Höhepunkt des Jahres 1992 waren die deutschen Meisterschaften über die Kurzdistanz (1,5 km Schwimmen, 39 km Radfahren und 10,5 km Laufen). Die Ausrichtung hatte die DTU als Dachverband und Veranstalter an den TVNRW vergeben, welcher diese am 16. August mit einigen Triathlon-Vereinen des Landes sowie der Freiwilligen Feuerwehr Köln umsetzte. Zum ersten Mal wurde die Radstrecke, die vornehmlich über die Alte Römerstraße parallel zum Rhein führte für den Individualverkehr voll gesperrt. Da die Rundenlänge des Vorjahres entgegen der anzuwenden sportlichen Regelwerke etwas zu kurz war, musste unter anderem ein Parkplatz der nahen Fordwerke mit einbezogen werden. Das Windschattenfahren war beim Hauptrennen mit Athleten wie Jürgen Zäck, Dirk Aschmoneit, Wolfgang Dittrich und Stephan Vuckovic im Gegensatz zu später folgenden Meisterschaften noch verboten. Der Badener Thomas Hellriegel vom TV Bretten und Franziska Lilienfein aus Kulmbach gewannen die Titel. Daneben wurden die Titelträger der Jugend und Junioren sowie die der Senioren gesucht. Einziger Wettkampf ohne Qualifikationshürden blieben die Kölner Stadtmeisterschaften über die Jedermann-Distanz, die am selben Tag ausgetragen wurden.
1993–1995 Nach der WTV-Pause im Jahr 1993 fanden in den beiden folgenden Jahren 94 und 95 gleich zwei unabhängige Veranstaltungen statt. Zum einen die vom TVNRW: Am 12. Juni 1994 mit Ralf Eggert und Sonja Krolik auf den obersten Podestplätzen sowie am 30. Juli 1995, letztere als geschlossene Veranstaltung nur für in der NRW-Liga startende Vereinsmannschaften. Der Aufwand gegenüber 1992 war nochmals stark verringert worden. Die Radstrecke führte nur noch auf einer insgesamt etwa 4,5 km langen Wendepunktstrecke über die Anbindung zur Ruderinsel sowie auf einer anliegenden, vierspurigen Industriestraße. Diese wurde vom Veranstalter aufgrund der Vollsperrung als Stadtautobahn beworben. Am Start war jeweils auch Mark Allen, der amtierende Rekord-Sieger des Ironman Hawaii. Die zweite Veranstaltung der Jahre 1993, 1994 und 1995 fand auf annähernd denselben Strecken im September statt. Der Triathlon Nonstop Köln e. V. sowie die Firma Non Plus Ultra seines Vorsitzenden Wilfried Reichel richteten da die 6. (1993), 7. (1994) und 8. (1995) Kölner Stadtmeisterschaften über die mittlerweile offiziell „olympische Distanz“ genannte Kurzstrecke (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen) aus. Auf seiner Vollversammlung des Jahres 1994 hatte das IOC über den Beitritt der Sportart Triathlon zu den olympischen Sportarten entschieden. Es sollte seine Premiere bei den Spielen in Sydney des Jahres 2000 erleben. Über eine Volks- und Sprintdistanz (0,5-20-5) kam jeweilig die Offene Kölner Feuerwehrmeisterschaft zur Austragung.
1996 mini|Ausschreibung 1996 In diesem Jahr präsentierte sich die Veranstaltung zum ersten Mal unter dem Namen „Köln-Triathlon“. Nachdem sich der 1. Kölner Triathlon-Club Nonstop e. V. als Ausrichter und sein Veranstaltungspartner „Non Plus Ultra“ zurückgezogen hatten, trat nun wieder der nordrhein-westfälische Landesverband alleine auf. Dieser war zwischenzeitlich zum Argwohn der DTU und einiger Landesverbände in Westdeutscher Triathlon-Verband (WTV) umbenannt worden. Hauptwettkampf waren erneut die westdeutschen Meisterschaften, jetzt jedoch über die Kurzdistanz (1,5 km Schwimmen, 38,5 km Radfahren und 9 km Laufen) gefolgt von den Stadtmeisterschaften und den 3. Kölner Feuerwehrmeisterschaften über die Volksdistanz (0,5-22-4,5). Wettkampftag war der 30. Juni, die Radstrecke der beiden Vorjahre wurde im Wesentlichen beibehalten. Einziger ausrichtender Triathlon-Verein neben dem WTV war nunmehr der Post SV Köln zusammen mit städtischen Feuerwehreinrichtungen und dem Technischen Hilfswerk Köln. Die Organisationsleitung hatte Klaus Mallorny inne. Westdeutscher Meister wurde Ingo Sabatschus der für Germania Leer startete. Die Damenwertung gewann Silke Hamacher vom PV Triathlon Witten.
1997/98 In den beiden Jahren darauf blieben die wesentlichen Inhalte sowie die veranstaltenden Protagonisten des Vorjahres erhalten, ebenso die Wettkampfstrecken. Beide Veranstaltungen fanden jeweils Mitte Juni als Teil der ab dem Jahr 1992 installierten Triathlonliga in Nordrhein-Westfalen statt, die über mehrere Jahre von der Kronen-Brauerei Dortmund finanziell unterstützt wurde. Im zweiten Jahr wurden die westdeutschen Meisterschaften nicht mehr in Köln ausgetragen, die Tradition der Kölner Stadtmeisterschaftsrennen sowie die der Feuerwehrmeisterschaften konnte jedoch fortgesetzt werden. Nachdem im Jahr 1997 noch ein klassischer Einzeltriathlon über die Kurzdistanz der Hauptwettkampf war, wurde dieser ein Jahr später durch ein geschlossenes Mannschaftsrennen (1-27-6,75) ersetzt.
1999