Baunatal ist eine Mittelstadt im nordhessischen Landkreis Kassel. Sie entstand am 1. Januar 1964 durch den Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden Altenbauna, Altenritte, Großenritte und Kirchbauna in der Folge der Ansiedlung eines Werkes der Volkswagen AG im Jahre 1957 in Altenbauna. Später kamen noch die Dörfer Hertingshausen, Rengershausen und Guntershausen hinzu. Namensgebend ist der Fulda-Nebenfluss Bauna.

Geographie Geographische Lage mini|Baunatal vom Burgberg aus gesehen.

Die Stadt liegt unmittelbar südlich von Kassel und westlich des Tales der Fulda. Der Westen und Nordwesten des Gemeindegebietes gehen über in das Habichtswälder Bergland (Naturpark Habichtswald) mit dem Höhenzug Langenberg (Westen) und dem Baunsberg () im Norden, einem Südausläufer des Hohen Habichtswaldes, an dessen West-, Süd- und Osthängen sich die bewohnten Ortsteile ausbreiten. Von Nordwesten nach Südosten wird das Stadtgebiet von der namensgebenden Bauna durchflossen, die beim Stadtteil Guntershausen von links in die von Süden kommende Fulda mündet. Im Baunataler Stadtgebiet münden in die Bauna von Westen kommend die Lützel und die Leisel. Etwa nordwestlich des Stadtteils Altenritte befindet sich an der Bauna für den städtischen Hochwasserschutz der Polder Schefferfeld.

Nachbargemeinden Baunatal grenzt im Norden an die Gemeinde Schauenburg (Landkreis Kassel) und die kreisfreie Stadt Kassel, im Osten an die Gemeinde Fuldabrück (Landkreis Kassel), im Südosten an die Gemeinde Guxhagen und im Süden und Westen an die Gemeinde Edermünde (beide im Schwalm-Eder-Kreis).

Geschichte mini|Nordfassade des Volkswagenwerks zwischen Baunsberg und Knallhütte

Ortsgeschichte Das Volkswagenwerk Kassel siedelte sich 1957 auf dem ehemaligen Gelände der Henschel Flugmotorenbau im jetzigen Stadtteil Altenbauna an. Schon 1959 begann Volkswagen mit der Produktion, bereits ein Jahr später arbeiteten über 6000 Menschen im neuen VW-Werk.

Durch diese rasante Entwicklung in der Gemeinde Altenbauna war es wichtig, neue Kooperationen einzugehen, da durch die Werksansiedlung auch ein verstärkter Zuzug zu verzeichnen war. Dies bedeutete, dass eine entsprechende Wohninfrastruktur geschaffen werden musste. So entstand durch den Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden Altenbauna, Altenritte und Kirchbauna am 1. Januar 1964 die damalige Gemeinde Baunatal.

Am 1. Juli 1966 fusionierten die Gemeinden Baunatal und Großenritte zur erweiterten Gemeinde Baunatal. Die hessische Landesregierung verlieh dieser neu gebildeten Kommune die Stadtrechte. Die Urkunde wurde vom damaligen hessischen Innenminister Heinrich Schneider überbracht. Damit war die Stadt Baunatal geboren. Erster Bürgermeister wurde Horst Werner. Zu diesem Zeitpunkt hatte die „neue“ Stadt Baunatal bereits 11.705 Einwohner. Im VW-Werk arbeiteten zu diesem Zeitpunkt bereits über 13.400 Menschen. mini|Stadtteile von Baunatal

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Hertingshausen am 1. Oktober 1971 auf freiwilliger Basis in die Stadt Baunatal eingemeindet. Am 1. August 1972 folgte kraft Landesgesetz die Gemeinde Buchenhagen, die am 1. September 1970 durch den Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden Guntershausen und Rengershausen entstanden war. Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung wurden nicht errichtet.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Baunatal 27.378 Einwohner. Darunter waren 1621 (5,9 %) Ausländer, von denen 386 aus dem EU-Ausland, 898 aus anderen europäischen Ländern und 330 aus anderen Staaten kamen. Von den deutschen Einwohnern hatten 24,6 % einen Migrationshintergrund. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 8,8 %.) Nach dem Lebensalter waren 4479 Einwohner unter 18 Jahren, 10.866 waren zwischen 18 und 49, 5844 zwischen 50 und 64 und 6186 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 12.363 Haushalten. Davon waren 3690 Singlehaushalte, 4155 Paare ohne Kinder und 3661 Paare mit Kindern, sowie 1041 Alleinerziehende und 216 Wohngemeinschaften. In 3024 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 8157 Haushaltungen leben keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

Religion mini|hochkant|Katholische Kirche Christus Erlöser Baunatal-Altenbauna Bis zur Reformation gehörte Baunatal ebenso wie Kassel kirchlich dem Erzbistum Mainz an. Mit der Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen nach der Homberger Synode im Jahre 1526 wurde die Bevölkerung protestantisch. Auch heute ist der überwiegende Teil der Bevölkerung evangelisch. Es existiert neben acht Gemeinden der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck auch eine katholische Kirchengemeinde, nachdem den Katholiken in Hessen-Kassel im 18. Jahrhundert wieder erlaubt wurde, Gottesdienste zu halten.

Daneben gibt es auch eine baptistische, eine selbständige evangelisch-lutherische, eine neuapostolische Kirchengemeinde und eine Gemeinde der Zeugen Jehovas sowie einen buddhistischen Glaubenskreis. Zudem bestehen mehrere muslimische Gebetshäuser und Gemeinden, die seit einigen Jahrzehnten aktiv sind.

Religionszugehörigkeit • 1987: 15.979 evangelische (= 68,5 %), 3824 katholische (= 16,4 %), 3507 sonstige (= 15,1 %) Einwohner • 2011: 14.930 evangelische (= 54,5 %), 4350 katholische (= 15,9 %), 8100 sonstige (= 29,6 %) Einwohner

Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Baunatal erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Baunatal 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021

Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2026

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 GEMEINSAM Gemeinsam für Baunatal 35,1 16 — — — — — — — — — — 32,6 14 50,9 23 61,4 27 63,2 28 64,2 29 62,2 28 17,4 8 21,7 10 19,6 9 21,2 10 28,6 13 26,4 12 12,9 6 19,5 9 10,5 5 13,6 6 3,0 1 7,1 3 2,0 1 8,0 3 8,5 4 2,1 1 4,2 2 4,3 2 Gesamt 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 Wahlbeteiligung in % 50,6 42,8 46,2 49,8 42,9 53,1

Stadtverordnetenvorsteher Die SPD hatte im Stadtparlament in der Wahlperiode 2016–2021 26 Sitze, aber nur 17 wählten am 3. Februar 2020 die von der SPD-Fraktion vorgeschlagene Kandidatin. Dafür wurde der parteilose Gegenkandidat Henry Richter aus Baunatal-Hertingshausen mit 19 Stimmen Sieger und neuer Stadtverordnetenvorsteher.HNA-Bericht am 4. Februar 2020 von Sven Kühling

Weitere Wahlen In der folgenden Tabelle sind die Ergebnisse von Bundestags-, Landtags- und Europawahlen in Baunatal dargestellt.Votemanager: Wahltermine Stadt Baunatal, seit 2004 ;Hinweis: Bürgermeisterwahlen vor 2011 sind nicht aufbereitet Jahr Wahl Wbt. CDU SPD AfD Grüne FDP Linke1 Sonst.2025 Bundestagswahl83,124,925,421,58,63,56,99,22024 Europawahl61,626,0 26,616,09,74,61,915,2 2023 Landtagswahl 64,7 28,5 25,0 22,5 10,5 4,3 2,7 6,5 2021 Bundestagswahl 74,7 18,2 39,4 10,0 11,3 11,4 3,5 6,22019 Europawahl 53,4 21,3 32,4 9,4 19,8 4,7 4,1 8,3 2018 Landtagswahl 65,0 20,5 39,2 12,0 14,9 5,0 4,5 3,9 2017 Bundestagswahl 76,8 25,1 36,8 11,4 6,8 8,8 7,5 3,6 2014 Europawahl 38,6 22,3 46,2 8,3 10,2 2,6 5,6 4,82013 Bundestagswahl 73,3 32,0 42,6 4,6 8,3 3,3 6,0 3,2 Landtagswahl 73,3 30,5 46,2 3,3 8,4 2,9 5,4 3,3 2009 Bundestagswahl 74,5 26,2 39,0 — 10,1 11,6 9,1 4,0Europawahl34,228,542,9—10,98,73,55,5 Landtagswahl 60,5 30,5 39,3 — 11,0 11,5 4,9 2,8 2008 Landtagswahl 63,7 27,3 51,7 — 6,0 6,2 5,8 3,0 2005 Bundestagswahl 81,2 26,2 51,2 — 7,8 7,3 5,2 2,3 2004 Europawahl 61,1 38,8 40,5 — 9,3 7,2 0,6 3,6 1 bis 2007: PDS

Bürgermeister und Magistrat Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Baunatal neben dem Bürgermeister hauptamtlich ein Erster Stadtrat und ehrenamtlich elf weitere Stadträte angehören.Gremien: Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 17. September 2024 Henry Richter. Die Amtsvorgängerin Manuela Strube (SPD) wechselte in ihrer ersten Amtszeit am 18. Januar 2024 mit ihrer Ernennung als Staatssekretärin zum Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales. Seitdem leitete Erster Stadtrat Daniel Jung (SPD) die Stadtverwaltung kommissarisch und die Wahl eines neuen Bürgermeisters musste vorgezogen werden. Henry Richter setzte sich am 30. Juni 2024 in einer Stichwahl bei 42,7 Prozent Wahlbeteiligung mit 58,5 Prozent der Stimmen gegen den Ersten Stadtrat als seinen Mitbewerber durch.hessenschau: Bürgermeister-Stichwahl am 30. Juni 2024 in Baunatal

Amtszeiten der Bürgermeister 2024–2030 Henry Richter (parteilos)Henry Richter: Über mich - Stadt Bauanatal, 6. August 2024: Henry Richter ist neuer Bürgermeister: „Am 17. September tritt Henry Richter sein Amt als neues Stadtoberhaupt im Baunataler Rathaus an“ 2022–2024 Manuela Strube (SPD)HNA, 14. Dezember 2021: Amtseinführung von Baunatals neuer Bürgermeisterin Manuela Strube; „Anfang Januar will die 41-jährige Kirchbaunaerin im Rathaus loslegen.“ sowie 17. und 20. Januar 2024: Abschied von Bürgermeisterin Manuela Strube: Wer im Baunataler Rathaus nachrückt; Manuela Strube in Wiesbaden vereidigt: „Mit der Vereidigung von Manuela Strube (SPD) in der Landeshauptstadt Wiesbaden zur neuen Staatssekretärin im Sozialministerium fand am Donnerstag auch ein Wechsel an der Spitze des Baunataler Rathauses statt.“ (Amtsantritt 1. Januar 2022, Weggang am 18. Januar 2024 als Staatssekretärin zum HMfAIJS) 2018–2021 Silke Engler (SPD) 2005–2018 Manfred Schaub (SPD) (Amtsantritt 1. Juni 2005, im Amt verstorben am 20. Mai 2018) 1981–2005 Heinz Grenacher (SPD) 1975–1981 Hans Joachim Pioch (SPD) 1971–1975 Martin Hesse 1966–1971 Horst Werner (SPD)

Magistrat Der Magistrat ist als Kollegialorgan die Verwaltungsbehörde der Stadt. Er besteht aus dem Bürgermeister als Vorsitzenden, dem Ersten Stadtrat und weiteren Stadträten. In der Praxis besteht die weit überwiegende Mehrheit des Magistrats aus ehrenamtlichen Mitgliedern. Die Zahl der hauptamtlichen Stadträte darf die der ehrenamtlichen jedenfalls nicht übersteigen.hessenrecht.de: Hauptamtliche und ehrenamtliche Verwaltung § 44 Abs. 2 der HGO

Der Magistrat besorgt die laufende Verwaltung und wird von den Bediensteten der Stadt unterstützt. Diese stellt er ein, befördert und entlässt sie. Er trifft die Entscheidungen zu laufenden Verwaltungsangelegenheiten, bereitet gemeinsam mit der Verwaltung die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung vor und führt diese aus. Er wirkt mit bei der Ausführung der Gesetze und Verordnungen innerhalb der Stadt, bei der Verwaltung des Vermögens, bei der Erstellung des Haushaltsplanes sowie bei der Überwachung des Kassen- und Rechnungswesens. Auch die Wahrung der Bürgerinteressen ist seine Aufgabe. Er vertritt die Gemeinde nach außen, führt den Schriftwechsel und vollzieht die Gemeindeurkunden. Er tagt unter Vorsitz des Bürgermeisters in nicht-öffentlichen Sitzungen. An den Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung nimmt der Magistrat ohne Stimmrecht teil.hessenrecht.de: Gemeindevorstand (Magistrat) §§ 65ff, Bezeichnung der Organe § 9 und Amtsbezeichnung der Beigeordneten § 45 Abs. 2 der HGO