mini|Ehemaliger Unternehmenssitz der Versicherungskammer Bayern, München Maximilianstraße 53 (2013), wird abgerissen für Neubau mini|Geschäftsgebiete der Öffentlichen Versicherer in Deutschland Die Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts ist ein Personen- und Sachversicherer mit Sitz in München. Angeboten werden Lebensversicherungen, private Kranken- und Pflegeversicherungen sowie Unfall- und Schadenversicherungen für Privatkunden, Unternehmen, Landwirte, kommunale Gebietskörperschaften und weitere öffentlich-rechtliche Einrichtungen sowie Institutionen.
Der Konzern Versicherungskammer, als dessen Muttergesellschaft die Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts fungiert, ist der bundesweit größte öffentliche Versicherer und nach Beitragseinnahmen der siebtgrößte Erstversicherer in Deutschland.
Unter den Regionalmarken Versicherungskammer Bayern, Saarland Versicherungen und Feuersozietät bietet der Konzern Versicherungskammer in Bayern und der Pfalz, im Saarland, in Berlin und Brandenburg Lebensversicherungen, Schaden- und Unfallversicherungen, Kranken- und Pflegeversicherungen sowie Reiseversicherungen an. In den Bereichen Kranken- und Pflegeversicherung sowie Reiseversicherung ist der Konzern bundesweit mit den Marken Union Krankenversicherung und Union Reiseversicherung tätig. Online ist die Versicherungskammer mit dem digitalen Versicherer BavariaDirekt ebenfalls bundesweit vertreten.
Der Konzern Versicherungskammer und seine Marken sind in die Sparkassen-Finanzgruppe eingebunden.
Geschichte Gründung der Bayerischen Landesbrandversicherungsanstalt Die Wurzeln des heutigen Konzerns Versicherungskammer Bayern reichen zurück bis ins Jahr 1811. In diesem Jahr bündelte König Maximilian I. Joseph (1756–1825) alle bestehenden Brandversicherungsanstalten Bayerns in der Allgemeinen Brandversicherungsanstalt für das Königreich Bayern (Bayerische Landesbrandversicherungsanstalt).
1875 bis 1994: Staatliche Behörde Die Bayerische Landesbrandversicherungsanstalt wurde 1875 durch einen Erlass König Ludwigs II. von Bayern in die Verwaltung einer zentralen Staatsbehörde übergeben: Das königliche Gesetz begründete die Errichtung der Königlich Bayerischen Brandversicherungskammer, deren Schöpfer und Leiter der Jurist und Landwirt Matthäus von Jodlbauer war. 1890 wurde die Brandversicherungsanstalt für die nach dem Wiener Kongress mit Bayern vereinigte Rheinpfalz (1817 gegründet) mit der Bayerischen Landesbrandversicherungsanstalt zusammengeführt. 1884 wurden der Behörde die neu gegründete Bayerische Landeshagelversicherungsanstalt und 1896 eine Landesviehversicherungsanstalt angegliedert. Im Zuge dessen wurde die Brandversicherungskammer neu organisiert und 1896 in Königlich Bayerische Versicherungskammer umbenannt, 1918 dann in Bayerische Versicherungskammer.
In den 1920er Jahren war die Versicherungskammer an der Gründung neuer öffentlich-rechtlicher Einrichtungen beteiligt, die das öffentliche Versicherungswesen in Bayern um zusätzliche Versicherungstypen erweiterten. 1920 wurde der Kompositversicherer Bayerischer Versicherungsverband gegründet (zunächst unter dem Namen Bayerischer Feuersicherungsverband als öffentlich-rechtlicher Anbieter von Mobiliar-Feuerversicherungen, 1921 umbenannt), der z. B. Kraftfahrzeug-, Haftpflicht-, Unfall- und Sturmversicherungen anbot. 1926 kam die Bayerische Beamtenkrankenkasse hinzu. Beide Versicherer waren seit ihrer Gründung der Bayerischen Versicherungskammer zugeordnet. 1922 wurde unter Mitwirkung des Sparkassenverbands Bayern und des Genossenschaftsverbands Bayern der Lebensversicherer Bayern-Versicherung gegründet; in den Konzern eingegliedert wurde die Bayern-Versicherung jedoch erst 1999.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Währungsreform war die Bayerische Versicherungskammer weiterhin eine dem Bayerischen Staatsministerium des Innern angegliederte Behörde, die die Geschäfte der Versicherungsunternehmen führte. Neben dem Bayerischen Versicherungsverband, der Bayerischen Beamtenkrankenkasse und der Bayerischen Landesbrandversicherungsanstalt verwaltete sie auch elf teils bundesweit tätige Versorgungsanstalten, darunter berufsständische Pflichtversorgungen für Ärzte, Apotheker, Zahnärzte und Architekten.
Ab 1995: Entwicklung zum Versicherungskonzern Im Zuge der Liberalisierung des Europäischen Binnenmarkts entfielen zum 1. Juli 1994 in allen EU-Mitgliedsstaaten die staatlichen Gebäudeversicherungsmonopole (Artikel 3 Richtlinie 92/49/EWG); dies betraf auch die Geschäftstätigkeit der Bayerischen Landesbrandversicherungsanstalt. Mit dem „Gesetz zur Neuordnung der Rechtsverhältnisse der öffentlich-rechtlichen Versicherungsanstalten des Freistaates Bayern“ beschloss der Freistaat im Juli 1994 seinen kompletten Rückzug aus dem Versicherungsgeschäft, die Auflösung der Bayerischen Versicherungskammer als Behörde und ihre Neuetablierung als Anstalt des öffentlichen Rechts. Der Bayerische Versicherungsverband, die Bayerische Beamtenkrankenkasse und die Bayerische Landesbrandversicherungsanstalt wurden in Aktiengesellschaften umgewandelt; die Verwaltung der Versorgungsgesellschaften wurde in der Bayerischen Versorgungskammer zusammengeführt. 1995 wurden die Versicherungsanstalten der Bayerischen Versicherungskammer durch den Freistaat an den Bayerischen Sparkassen- und Giroverband und den Sparkassen- und Giroverband Rheinland-Pfalz verkauft. Im Juli 1995 trat die nun als Holding fungierende Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts an die Stelle der Bayerischen Versicherungskammer.
Fortan wurden ihre Produkte auch über die Sparkassenfilialen in Bayern und der Pfalz vertrieben. 1997 wurde mit der Versicherungskammer Bayern Konzern Rückversicherung AG ein eigener Rückversicherer im Konzern gegründet. 1999 wurde die im Besitz der beiden Sparkassenverbände und des Genossenschaftsverbands Bayern befindliche, bis dahin nicht in den Konsolidierungskreis des Konzerns einbezogene Bayern-Versicherung in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und konsolidiert.
Die 1979 als Gemeinschaftsunternehmen von zehn öffentlich-rechtlichen Versicherern gegründete private Krankenversicherung UKV – Union Krankenversicherung wurde im Jahr 2000 gemeinsam mit der Bayerischen Beamtenkrankenkasse AG in die neu gegründete Holding Consal Beteiligungsgesellschaft AG eingebracht, die von nun an das Krankenversicherungsgeschäft der Versicherungskammer und der anderen öffentlichen Versicherer bündelte. Seit 2001 agiert auch die neu gegründete Union Reiseversicherung AG unter diesem Dach.
Mit der Übernahme der Aktienmehrheit (51,1 %) an den ebenfalls bereits zur Sparkassen-Finanzgruppe gehörenden Gesellschaften Saarland Feuerversicherung AG und Saarland Lebensversicherung AG (beide 1951 gegründet) wurde das regional ausgerichtete Geschäftsmodell „Versicherer der Regionen“ im Jahr 2002 auf das Saarland ausgedehnt. Seit 2018 hält die Versicherungskammer 100 Prozent der Anteile der beiden Gesellschaften.
Seit 2004 ist der Konzern Versicherungskammer auch in Berlin und Brandenburg tätig. In diesem Jahr übernahm ein Konsortium unter Führung der Versicherungskammer Bayern die Feuersozietät Berlin Brandenburg und die ihr assoziierte Öffentliche Lebensversicherung Berlin Brandenburg, die sich zuvor im Besitz der Länder Berlin und Brandenburg befunden hatten. Seit 2011 gehört die Feuersozietät/Öffentliche Lebensversicherung vollständig zum Konzern.
2005 übernahm der Konzern Versicherungskammer die 1995 gegründete Ostdeutsche Versicherung AG (OVAG). Ab Ende 2008 etablierte er mit der zur OVAG gehörenden Marke „BavariaDirekt“ einen im Online-Geschäft tätigen digitalen Versicherer.
2008 kaufte die Bayerische Beamtenkrankenkasse von der Bayerischen Beamtenversicherung den privaten Krankenversicherer BBV Krankenversicherung.
Seit 1. Oktober 2021 firmiert der Risikoträger „OVAG - Ostdeutsche Versicherung AG“ unter „BavariaDirekt Versicherung AG“. 2021 bündelt der Konzern Versicherungskammer seine drei Lebensversicherungsgesellschaften – Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG, Öffentliche Lebensversicherung Berlin Brandenburg AG und SAARLAND Lebensversicherung AG – unter dem Dach der Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG.
Zeitleiste 1811 Gründung Bayerische Landesbrandversicherungsanstalt 1875 Gründung Königlich Bayerische Brandversicherungskammer 1896 Umbenennung in Königlich Bayerische Versicherungskammer 1918 Umbenennung in Bayerische Versicherungskammer 1920 Gründung Bayerischer Feuerversicherungsverband (1921 Umbenennung in Bayerischer Versicherungsverband) 1922 Gründung Bayern Versicherung 1926 Gründung Bayerische Beamtenkrankenkasse Aktiengesellschaft 1995 Privatisierung als Konzern Versicherungskammer Bayern 1997 Gründung Konzern-Rückversicherung 1999 Konsolidierung Bayern-Versicherung AG 2000 Zusammenführung der Krankenversicherer Bayerische Beamtenkrankenkasse und Union Krankenversicherung unter Consal Beteiligungsgesellschaft AG 2001 Gründung Union Reiseversicherung AG 2002 Eingliederung der Saarland Feuerversicherung AG und der Saarland Lebensversicherung AG 2004 Eingliederung der Feuersozietät/Öffentliche Leben Berlin Brandenburg 2005 Übernahme der OVAG – Ostdeutsche Versicherung AG 2008 Start des digitalen Versicherers Bavaria Direkt als Marke der OVAG; Kauf der BBV Krankenversicherung AG 2018 Übernahme von 100 Prozent der Saarland Feuerversicherung AG 2021 Der Konzern Versicherungskammer bündelt im September 2021 seine drei Lebensversicherungsgesellschaften – Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG, Öffentliche Lebensversicherung Berlin Brandenburg AG und SAARLAND Lebensversicherung AG – unter dem Dach der Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG. 2021 OVAG – Ostdeutsche Versicherung AG legt ihren Gründungsnamen ab und firmiert ab 1. Oktober unter BavariaDirekt Versicherung AG
Geschäftstätigkeit Versicherungssparten Schaden- und Unfallversicherung Die regional tätigen Schaden- und Unfallversicherungsunternehmen des Konzerns, Bayerische Landesbrandversicherung AG, Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG, Feuersozietät Berlin Brandenburg AG, Saarland Feuerversicherung AG und BavariaDirekt Versicherung AG, bieten private und betriebliche Unfallversicherungen, Haftpflichtversicherungen, Kraftfahrtversicherungen, Feuer-, Gebäude- und Hausratversicherungen, Kredit- und Kautionsversicherungen und weitere Sachversicherungen an. Die Union Reiseversicherung AG ist als der gemeinsame Reiseversicherer der Sparkassen-Finanzgruppe und der öffentlichen Versicherer bundesweit und darüber hinaus auch in Großbritannien und Irland aktiv. Das Geschäft dort konzentriert sich allerdings lediglich auf die Abwicklung bestehender Verträge. Aus dem Neugeschäft in Irland und Großbritannien hat sich die Union Reiseversicherung AG 2021 zurückgezogen.
Parallel zur Tätigkeit für Privatkunden, klein- und mittelständische Unternehmen und Landwirte ist der Konzern in Bayern und der Pfalz über die Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts auch als Spezialversicherer für Kommunen, öffentliche Einrichtungen sowie Institutionen tätig.
Digitaler Versicherer BavariaDirekt Das bundesweite Online-Geschäft des Konzerns betreibt die BavariaDirekt, eine Marke der Ostdeutsche Versicherung AG (Berlin). Die BavariaDirekt bietet unter anderem Kfz-, Hausrat- und Haftpflichtversicherungen an. Zum Angebot gehören auch Versicherungsprodukte zur Abdeckung von Risiken im Bereich Smart Home oder Cyberkriminalität.
Seit 1. Oktober 2021 firmiert der Risikoträger „OVAG - Ostdeutsche Versicherung AG“ unter „BavariaDirekt Versicherung AG“.
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