mini|hochkant=1.50|Karte der Provinz Brandenburg von 1896 mit dem Regierungsbezirk Frankfurt (violett umrandet), dem Regierungsbezirk Potsdam (gelb umrandet) und dem Stadtbezirk Berlin Der Regierungsbezirk Frankfurt war von 1815 bis 1945 ein Regierungsbezirk der preußischen Provinz Brandenburg mit Sitz in Frankfurt (Oder). Sein Gebiet gehört heute zum deutschen Land Brandenburg und zur polnischen Woiwodschaft Lebus.
Geschichte Der 1815 in der Provinz Brandenburg errichtete Regierungsbezirk Frankfurt umfasste den Ostteil der Provinz. Er besaß eine Fläche von 20.731 km². Zum Regierungsbezirk gehörten unter anderem Lebus, die Neumark und die Niederlausitz.
1825 trat der Regierungsbezirk Frankfurt den Südteil des Kreises Spremberg-Hoyerswerda an die Provinz Schlesien ab, wo aus diesem Gebiet der Kreis Hoyerswerda gebildet wurde. 1836 wurde das Gebiet der ehemaligen Herrschaft Beeskow, die seit 1816 zum Kreis Lübben gehört hatte, in den Regierungsbezirk Potsdam umgegliedert und dort Teil des neuen Kreises Beeskow-Storkow.
Bei der Auflösung der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen erhielt der Regierungsbezirk Frankfurt 1938 dessen Kreise Meseritz und Schwerin (Warthe). Er gab dafür die Kreise Arnswalde und Friedeberg Nm. an den neu eingerichteten Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen der Provinz Pommern ab. Der Regierungsbezirk Frankfurt umfasste damit eine Fläche von zirka 18.390 km².
Infolge des Zweiten Weltkriegs fiel das Gebiet des Regierungsbezirks östlich der Oder an die Volksrepublik Polen. Das westlich der Oder in der Sowjetischen Besatzungszone 1946 geschaffene Land Brandenburg hatte keine Regierungsbezirke.
Einwohnerentwicklung Regierungsbezirk FrankfurtJahr 1820 1850 1880 1900 1910 1925 1933 1939 Einwohner607.992873.0931.105.4931.179.2501.233.1891.292.5251.276.7861.316.590
Verwaltungsgliederung mini|300px|Provinz Brandenburg (um 1905) / Reg.-Bez. Potsdam (rot) und Frankfurt (grün) Stadtkreise: Cottbus (seit 1886) Forst (seit 1897) Frankfurt (Oder) (seit 1827) Guben (seit 1884) Landsberg (Warthe) (seit 1892) Landkreise: Arnswalde (bis 1938) Calau Cottbus Crossen Cüstrin (bis 1836) Frankfurt (bis 1826) Friedeberg Nm. (bis 1938) Guben Königsberg Nm. Landsberg (Warthe) Lebus Luckau Lübben Meseritz (seit 1938) Oststernberg (seit 1873) Schwerin (Warthe) (seit 1938) Soldin Sorau Spremberg (ab 1825) Spremberg-Hoyerswerda (bis 1825) Sternberg (bis 1873) Weststernberg (seit 1873) Züllichau-Schwiebus
Regierungspräsidenten 1813–1846/47 Ludwig von Wißmann 1847–1848 Eugen von Puttkamer 1848–1850 Karl Otto von Raumer 1850–1851 Karl Otto von Manteuffel 1851–1855 Carl Wilhelm von Bötticher 1856–1862 Werner von Selchow 1862–1867 Ferdinand von Münchhausen 1867–1873 Ferdinand von Nordenflycht 1881–1890 Wilhelm von Heyden-Cadow 1890–1902 Jesco von Puttkamer 1902–1903 Ludwig von Windheim 1903–1906 Kurt von Dewitz 1906–1908 Rudolf von Valentini 1908–1918 Friedrich Wilhelm Ludwig von Schwerin 1918–1919 Carl von Fidler 1919–1930 Ludwig Bartels 1930–1932 Wilhelm Fitzner 1932–1933 Kurt Schönner 1933–1935 Felix Eichler 1935–1936 Hermann Bresgen 1937–1945 Heinrich Refardt
Regierungsvizepräsidenten 1923–1925 Hans Poeschel
Literatur Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. Oder. Aus amtlichen Quellen zusammengestellt. Frankfurt a. d. O. 1844 (online) (Ortsregister) Güthlein: Topographische Uebersicht des Appellationsgerichts-Departements Frankfurt a/O., Verlag Gustav Harnecker & Co., Frankfurt a/O. 1856 (online) (Ortsregister). Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, Kap. II, 3. Abschn.: Der Regierungs-Bezirk Frankfurt, S. 89–108.
Weblinks
Einzelnachweise
Frankfurt Frankfurt Kategorie:Geschichte (Frankfurt (Oder)) Kategorie:Provinz Brandenburg Frankfurt Kategorie:Aufgelöst 1945