mini|hochkant|Georg Curtius rahmenlos|zentriert|128px|klasse=skin-invert-image mini|hochkant|Grabstein Georg Curtius Georg Curtius (* 16. April 1820 in Lübeck; † 12. August 1885 in Hermsdorf am Kynast) war ein deutscher Philologe. Er war der Bruder des Historikers und Archäologen Ernst Curtius.
Leben und Wirken Wie seine Brüder besuchte Curtius das Katharineum zu Lübeck, das er zu Michaelis 1837 mit dem Abitur abschloss.Hermann Genzken: Die Abiturienten des Katharineums zu Lübeck (Gymnasium und Realgymnasium) von Ostern 1807 bis 1907. Borchers, Lübeck 1907. (Beilage zum Schulprogramm 1907), Nr. 342. Nach seiner Studienzeit in Bonn und Berlin war er drei Jahre lang Schulmeister in Dresden. 1845 kam er als Privatdozent zurück an die Universität Berlin. Mit der Veröffentlichung Die Bildung der Tempora und Modi im Griechischen und Lateinischen, die er 1846 seinem Professor Friedrich Ritschl gewidmet hatte, kam es gleichzeitig zu inhaltlichen Überschneidungen mit den sprachvergleichenden Untersuchungen August Schleichers,August Schleicher: Sprachvergleichende Untersuchungen. / Zur vergleichenden Sprachgeschichte. (2 Bde.) Bonn, H.B. König (1848) mit dem er später kollegial befreundet war. 1849 wurde er Leiter des philologischen Seminars in Prag und zwei Jahre später Professor für klassische Philologie an der Prager Universität.
1854 wechselte er von Prag zu einer ähnlichen Anstellung in Kiel, 1862 ging er von Kiel nach Leipzig.
Seine philologischen Theorien hatten weitreichenden Einfluss. Seine wichtigsten Schriften sind
Die Sprachvergleichung in ihrem Verhältniss zur classischen Philologie (1845) Sprachvergleichende Beiträge zur griechischen und lateinischen Grammatik (1846) Grundzüge der griechischen Etymologie (1858–1862, 5. Ausgabe 1879) Das Verbum der griechischen Sprache (1873)
Ab 1878 war Curtius Herausgeber der Leipziger Studien zur classischen Philologie. Seit 1860 war er korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und seit 1869 der Preußischen Akademie der Wissenschaften. 1879 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Seine Griechische Schulgrammatik, 1852 erstmals veröffentlicht, erlebte mehr als zwanzig Ausgaben und wurde auch auf Englisch herausgegeben. In seiner letzten Arbeit, Zur Kritik der neuesten Sprachforschung (1885), kritisiert er die Ansichten der Schule der Junggrammatiker.
Georg Curtius wurde im Ehrengrab der Universität Leipzig in der V. Abteilung des Neuen Johannisfriedhofs beerdigt. Sein Grabstein hat sich im Lapidarium auf dem Alten Johannisfriedhof erhalten.
Literatur
Georg Curtius: Zur Kritik der neuesten Sprachforschung. Hirzel, Leipzig 1885. () Curtius kleinere Werke wurden nach seinem Tod von Ernst Windisch herausgegeben: Kleine Schriften von E. C. (1886–1887).
Für weitergehende Informationen siehe den Artikel von Ernst Windisch in Conrad Bursians Biographischem Jahrbuch für Alterthumskunde (1886).
Weblinks
Georg Curtius im Internet Archive
Einzelnachweise
Kategorie:Altphilologe (19. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Leipzig) Kategorie:Hochschullehrer (Karls-Universität) Kategorie:Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen Georg Kategorie:Träger des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst Kategorie:Träger des Pour le Mérite (Friedensklasse) Kategorie:Geheimer Regierungsrat Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1820 Kategorie:Gestorben 1885 Kategorie:Mann