Johann Gottlob Mende (* 3. August 1787 in Siebenlehn; † 14. August 1850 in Leipzig) war ein deutscher Orgelbauer.
Leben und Werk Mende machte zunächst eine Lehre als Tischler in Siebenlehn. Er erlernte den Orgelbau bei Karl Albrecht von Knoblauch in Halle (Saale) und gründete 1820 eine eigene Werkstatt in Leipzig. Hier wirkte er von 1821 bis 1848 als der letzte Universitätsorgelbauer.Orgel in Podelwitz, abgerufen am 17. April 2018.
Mende stand ganz in der Tradition von Gottfried SilbermannGreß: Die Orgellandschaft Sachsen. 2006, S. 81. und schuf Orgeln im Stil der Frühromantik. Er gilt als eine der bedeutendsten sächsischen Orgelbauer in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.Orgel in Kamenz, abgerufen am 17. April 2018. Einer seiner Schüler war Julius Strobel. Friedrich Ladegast und Conrad Geißler vertieften sich während ihrer Wanderjahre bei Mende. Von den insgesamt 23 Mende-Orgeln in Sachsen sind noch sieben erhalten.Orgel in Adelsberg, abgerufen am 17. April 2018.
Werke Die römische Zahl bezeichnet die Anzahl der Manuale, ein großes „P“ ein selbstständiges Pedal und die arabische Zahl in der vorletzten Spalte die Anzahl der klingenden Register. Kursivschreibung zeigt an, dass das betreffende Werk nicht oder lediglich der Prospekt erhalten ist. Jahr Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen 1820 Schönefeld (Leipzig) Gedächtniskirche Schönefeld II/P 20 1898 durch Richard Kreutzbach ersetzt 1822 Holzhausen (Leipzig) Dorfkirche I/P 13 unter Einbeziehung von Registern der Vorgängerorgel (1786); erhaltenOrgel in Holzhausen, abgerufen am 17. April 2018. 1825 Probstheida Immanuelkirche 1927 durch Alfred Schmeisser unter Einbeziehung einiger Pfeifen ersetzt 1825 Espenhain Dorfkirche nicht erhalten 1828 Malkwitz (Wermsdorf) Dorfkirche zentriert|160x160px I/P 9 erhalten → Orgel, Commons 1830 Wahren Gnadenkirche 1900 durch Jehmlich ersetzt 1832 Leutzsch St. Laurentius 1900 durch Jehmlich ersetzt 1834 Plauen Lutherkirche 160x160px 1926 durch Jehmlich ersetzt; Prospekt erhalten 1840/41, 1844 geweiht Podelwitz (Rackwitz) Dorfkirche II/P 22 Orgelgeschichte 1842 Güldengossa Kirche Güldengossa nicht erhalten 1843–1844 Leipzig Paulinerkirche III/P 56 mehrfach, u. a. durch Ladegast, umgebaut, 1948 Erweiterung durch Eule auf IV/80, 1968 bei der Sprengung der Kirche zerstört 1843–1844 Belgern Stadtkirche St. Bartholomäus zentriert|160x160px II/P 24 weitgehend erhalten → Orgel, Commons 1842–1845 Freiberg Nikolaikirche 160x160px II/P 30 1888 Umbau durch Jehmlich; 1976 Verkauf an die Nikolaikirche (Wismar); Prospekt in Freiberg erhalten → Commons 1845 Leipzig Schule an der Georgenkirche nicht erhalten 1845 Chemnitz-Wittgensdorf Dorfkirche 1921 durch Jehmlich unter Einbeziehung einiger Mende-Register ersetzt; fünf Register erhalten 1846 Connewitz Paul-Gerhardt-Kirche 1900 durch Friedrich Ladegast ersetzt 1847 Leipzig Matthäikirche als Ersatz für die Orgel von Christoph Donat (1704); nicht erhaltenWolff, Zepf: Die Orgeln J. S. Bachs. 2006, S. 73. 1849 Chemnitz-Adelsberg-Oberhermersdorf Kirche I/P 11 erhalten; derzeit ausgelagert wegen Kirchenumbau 1849–1850 Kamenz Klosterkirche St. Annen 160x160px II/P 26 erhalten → Commons 1851 Bad Liebenwerda St. Nikolai 160x160px|zentriert 1922 durch Wilhelm Rühlmann ersetzt; Gehäuse erhaltenOrgel in Bad Liebenwerda, abgerufen am 24. November 2023.
Literatur Frank-Harald Greß: Die Orgellandschaft Sachsen. In: Badisches Landesmuseum Karlsruhe (Hrsg.): Silbermann. Geschichte und Legende einer Orgelbauerfamilie. 2006, S. 81 f. Jiří Kocourek: Johann Gottlob Mende – Leben und Wirken, Mende-Orgel in St. Nikolai zu Wismar. Die Restaurierung der Mende-Orgel von 1845. Druckerei Winter, Wismar 1995.
Weblinks Orgelforum Sachsen Organ index: Johann Gottlob Mende
Einzelnachweise
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