Der Evangelische Kirchenkreis Köln-Süd war bis 2025 einer der 37 Kirchenkreise der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er erstreckte sich über den Kölner Stadtbezirk Rodenkirchen, über den südlichen Teil des Rhein-Erft-Kreises sowie den Bornheimer Stadtteil Walberberg im Rhein-Sieg-Kreis. Stand Juli 2023 umfasste er 16 Kirchengemeinden.

Gemeinsam mit den drei anderen Kölner Kirchenkreisen bildete er den Evangelischen Kirchenverband Köln und Region.

Geschichte Das Gebiet des heutigen Kirchenkreises gehörte in der Frühen Neuzeit überwiegend zu Kurköln oder zum Herzogtum Jülich. Wo sich dort in der Frühen Neuzeit evangelische Gemeinden bilden konnten, gingen sie im Zuge der Gegenreformation zumeist wieder unter. Nur die Kirchengemeinde Frechen besteht seit dem 16. Jahrhundert; die Gemeinden im westlichen Teil des Kirchenkreises sind großenteils aus ihr hervorgegangen. 1851 wurde auch eine Kirchengemeinde für Brühl und Bornheim gegründet (→ Christuskirche (Brühl)). Die Gemeinde im Südosten des Kirchenkreises gehen auf die Kirchengemeinde Köln zurück, von der 1899 die Kirchengemeinde Bayenthal abgetrennt wurde.

Nachdem das Gebiet 1815 in die preußische Provinz Jülich-Kleve-Berg (ab 1822 mit der Provinz Großherzogtum Niederrhein zur Rheinprovinz vereinigt) gekommen war, wurden die reformierten und lutherischen Gemeinden des Umlandes von Köln 1817 zum Kirchenkreis Mülheim am Rhein (nach damaligem Sprachgebrauch zur Synode Mülheim am Rhein) zusammengefasst. Dieser Kirchenkreis wurde 1892 in die Kirchenkreise Köln und Bonn geteilt. Der Kirchenkreis Köln wurde 1964 in die Kirchenkreise Köln-Mitte, Köln-Nord, Köln-Süd und Köln-Rechtsrheinisch aufgeteilt. Zum 1. Januar 2026 fusionierten die drei ersten zum Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch.

Leitung mini|hochkant|Emblem des Kirchenkreis Köln-Süd am Haus der Superintendentur Brühl

Die Leitung des Kirchenkreises liegt rheinischem Kirchenrecht gemäß bei der Kreissynode, die in der Regel zweimal im Jahr tagt, beim Kreissynodalvorstand und beim Superintendenten. Seit 2008 amtierte Bernhard Seiger als Superintendent, seit 2019 auch als Stadtsuperintendent des Kirchenverbandes.Website des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region abgerufen am 3. Juli 2023.

Mit dem Kirchenkreis Köln-Mitte wurde ein gemeinsamer Verwaltungsverband unterhalten. Verwaltung und Superintendentur hatten ihren Sitz in Brühl.

Mitgliederstatistik Am 1. Januar 2021 gehörten 62.300 Gemeindeglieder (= 15,3 % der Bevölkerung) zum Kirchenkreis Köln-Süd. Am 27. Mai 1987 waren es 74.100 Gemeindeglieder (= 22,0 %) gewesen.Tabelle 2.2 Gemeindeglieder und Konfessionsanteil nach Kirchenkreisen (PDF; 2,7 MB) abgerufen am 3. Juli 2023.

Kirchengemeinden und Kirchengebäude

Folgende Städte und Landkreise waren teilweise oder insgesamt Bestandteil des Kirchenkreises und werden in der Liste mit Abkürzungen gekennzeichnet: Köln REK: Rhein-Erft-Kreis RSK: Rhein-Sieg-Kreis Unter den Bauwerken befinden sich umgewidmete Gebäude, die weiterhin im kirchlichen Rahmen oder privatwirtschaftlich genutzt werden. Eine Auswahl ehemaliger Kirchen sind unter der eigentlichen Tabelle separat aufgeführt.

Gebäude in kirchlicher Nutzung Ort Kirchengemeinde Kirche Kreis BauzeitFertigst. Besonderheiten AbbildungBrühlKirchengemeinde BrühlChristuskircheREK1950–1951Aufbau auf altem Grundriss des 1945 zerstörten Vorgängerbaus von 1888/89100pxBrühl-BadorfKirchengemeinde BrühlJakobuskircheREK1995Brühl-VochemKirchengemeinde BrühlAndreaskircheREK1970–1971100pxElsdorf-HeppendorfKirchengemeinde SindorfApostel-Paulus-KircheREK1981–1982100pxErftstadt-FriesheimKirchengemeinde LechenichGemeindezentrum FriesheimREK1983Im September 2024 entwidmetkirche-koeln.de, abgerufen am 11. September 2024100pxErftstadt-GymnichKirchengemeinde LechenichEmmauskircheREK1981–1982100pxErftstadt-LechenichKirchengemeinde LechenichKirche der VersöhnungREK1983100pxErftstadt-LiblarFriedenskirchengemeinde in ErftstadtFriedenskircheREK1925–1926100pxFrechenKirchengemeinde FrechenEvangelische Kirche FrechenREK1913–1920100pxFrechen-BachemKirchengemeinde FrechenEvangelisches Gemeindezentrum BachemREK1972–1973100pxHürth-EfferenEvangelische Kirchengemeinde HürthFriedenskircheREK1952100pxHürth-GleuelEvangelische Kirchengemeinde HürthMartin-Luther-KircheREK1956–1957100pxHürth-HermülheimEvangelische Kirchengemeinde HürthMartin-Luther-King-KircheREK1978Glockenspiel100pxKerpenKirchengemeinde KerpenJohanneskircheREK1853–1854restaurierte Orgel von Ehrenfried Leichel von 1859100pxKerpen-BlatzheimKirchengemeinde KerpenJohannes-Bugenhagen-KircheREK1966100pxKerpen-BrüggenKirchengemeinde Brüggen-ErftLukaskircheREK1937100pxKerpen-HorremKirchengemeinde HorremKreuzkircheREK1964–1967100pxKerpen-SindorfKirchengemeinde SindorfChristus-KircheREK1953100pxKöln-MarienburgKirchengemeinde Köln-BayenthalReformationskircheKöln1903–1905100pxKöln-RaderthalKirchengemeinde Köln-RaderthalPhilippuskircheKöln1958–1967100pxKöln-RodenkirchenDiakonie Michaelshoven zur Kirchengemeinde RodenkirchenErzengel-Michael-KircheKöln1955–1959100pxKöln-RodenkirchenKirchengemeinde Köln-RodenkirchenErlöserkircheKöln1965–1967100pxKöln-RondorfKirchengemeinde Köln-RondorfEmmanuelkircheKöln1987–1988100pxKöln-SürthKirchengemeinde Sürth-WeißAuferstehungskircheKöln1981–1982100pxKöln-ZollstockKirchengemeinde Köln-ZollstockMelanchthonkircheKöln1929–1930100pxWesselingKirchengemeinde WesselingKreuzkircheREK1974Vorgängerkirche von 1914 (Architekt Walter Böhm, Wesseling) an der Bonner-/K-Adenauer-Str., 1964 Kreuzkirche benannt, fiel einer Straßenerweiterung zum Opfer // Orgel von 1975, 2 Manuale/Pedal und 25 Register Karl Schuke Berliner Orgelbauwerkstatt100pxWesselingKirchengemeinde WesselingApostelkircheREK1963–1966100px

Ehemalige Kirchengebäude Ort Kirchengemeinde Kirche Kreis BauzeitFertigst. Besonderheiten AbbildungBornheim-WalberbergKirchengemeinde BrühlMartin-Luther-KircheRSK19692021 entwidmetkirche-koeln.de, abgerufen am 29. Juli 2021100pxBrühlKirchengemeinde BrühlJohanneskircheREK1975Im Januar 2021 entwidmetrheinische-anzeigenblaetter.de, abgerufen am 29. Juli 2021100pxFrechen-BuschbellKirchengemeinde FrechenAlte evangelische Kirche BuschbellREK1741–1742Im Februar 2006 entwidmet, an eine Stiftung überführt; ehemals katholische St.-Ulrichkirche100pxHürth-KendenichMatthäus-Kirchengemeinde HürthNathan-Söderblom-KircheREK1972–1973Im Juni 2008 entwidmet100pxHürth-KnapsackMatthäus-Kirchengemeinde HürthDankeskircheREK1950–19511975 entwidmet, 1976 abgerissen100pxKöln-MeschenichKirchengemeinde BrühlThomaskircheKöln1980–19812021 entwidmetkirche-koeln.de, abgerufen am 29. Juli 2021100pxWesseling-UrfeldKirchengemeinde WesselingDankeskircheREK1958–1959entwidmet am 30. Juni 2019

Literatur Helmut Fußbroich, Günther A. Menne, Christoph Nötzel (Hrsg.): Evangelische Kirchen in Köln und Umgebung. J.P. Bachem Verlag, Köln 2007. ISBN 3-7616-1944-8.

Weblinks

Website des Kirchenkreises

Einzelnachweise

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