mini|hochkant=0.85|Ursula Schleicher, vor 2013 Ursula Schleicher (* 15. Mai 1933 in Aschaffenburg; † 18. Juni 2026Eine europäische Aschaffenburgerin: Ursula Schleicher ist tot. In: Main-Echo vom 20. Juni 2026. Abgerufen am 22. Juni 2026) war eine deutsche Politikerin (CSU). Von 1979 bis 2004 war sie Mitglied des Europäischen Parlaments. Sie wirkte zudem als Harfenistin.

Leben Ursula Schleicher wurde als Tochter des Hautarztes Adolf Schleicher († 1957) und dessen 1901 geborener Ehefrau, der Landespolitikerin Marielies Schleicher, geborene Wiesner, in Unterfranken geboren. Sie legte 1952 an der Oberrealschule Aschaffenburg ihr Abitur ab. Nach einem längeren Aufenthalt in Verona (Italien) studierte sie von 1953 bis 1957 Medizin und Kulturwissenschaften (Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Italienisch) in Frankfurt am Main, anschließend von 1957 bis 1961 Musik mit dem Hauptfach Harfe an der Musikhochschule in München.

Von 1961 bis 1963 war sie Lehrerin für Harfe und Klavier am Musikseminar (Seminarios Livros di Musica) der Universität Bahia in Brasilien und Erste Harfenistin des dortigen Universitätsorchesters. Von 1964 bis 1965 war sie freie Mitarbeiterin der Italienischen Presseagentur in München.

Ab 1965 war Ursula Schleicher Mitglied der CSU. Von 1965 bis 1975 war sie als hauptamtliche Frauenreferentin der CSU tätig. Von 1972 bis 1980 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages und dort im Familienausschuss tätig. Sie war während ihrer Abgeordnetenzeit auch als Schriftführerin im Präsidium des Deutschen Bundestages tätig. 1979 wurde sie Mitglied des Europäischen Parlaments. Von 1979 bis 2004 war sie Mitglied der Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten) und europäischer Demokraten (EVP) im Europäischen Parlament. Schleicher wurde 1983 Präsidentin der Europäischen Frauenunion, war Vizepräsidentin des Deutschen Rats der Europäischen Bewegung und von Juli 1994 bis Juli 1999 Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments.

Schleicher hatte zahlreiche Ehrenämter inne. Sie war seit 1974 Mitglied im Präsidium der Europäischen Bewegung Deutschland. Von 1980 bis 2007 war sie dort Vize-Präsidentin. Sie war weiters seit 1974 stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Schleicher war römisch-katholischer Konfession; sie sprach Englisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch.

Schleicher lebte in Aschaffenburg in Unterfranken. Sie starb im Juni 2026 im Alter von 93 Jahren.

Politische Ämter im Europäischen Parlament Mitglied des Fraktionsvorstands der Europäischen Volkspartei (1984–2004) Stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Verbraucherpolitik (heute Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) (1984–1994) Vizepräsidentin (1994–1999) Stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für konstitutionelle Fragen (1999–2004) Vorsitzende der interparlamentarischen Delegation in den parlamentarischen Ausschüssen für Zusammenarbeit für die Beziehungen zu Armenien, Aserbaidschan und Georgien (1999–2004)

Sonstige Ämter Präsidentin der Europäischen Frauen-Union (1983–1987) Stellvertretende Vorsitzende der CSU Unterfranken (1985–2005) Stellvertretende Bundesvorsitzende der Paneuropa-Union Deutschland (seit 1995) Präsidentin der Belgisch-Bayerischen Gesellschaft (1997–2004) Präsidentin der Europäischen Parlamentarischen Gesellschaft (1998–2004), seit 2004 Ehrenpräsidentin

Ehrungen 1979: Commendatore „Al Merito della Repubblica Italiana“ (Verdienstorden der Italienischen Republik) 1983: Bayerischer Verdienstorden 1990: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland 1990: Ehrenzeichen der deutschen Ärzteschaft 1990: Ehrennadel des VdK-Bayern in Gold 1996: Bayerische Verfassungsmedaille in Gold 1996: Medaille für besondere Verdienste um Bayern in einem vereinten Europa 1998: Robert-Schuman-Medaille 2001: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 2001: Bayerische Umweltmedaille 2004: Mérite Européen in Gold der Fondation du Mérite Européen

Literatur Schleicher, Ursula. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1079.

Weblinks

Ursula Schleicher: Ein Verfassungsvertrag für Deutschland

Einzelnachweise

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