Die 12. Panzer-Division war ein Großverband der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.
2. Infanterie-Division Aufstellung
Die Division wurde im Oktober 1934 in Stettin zunächst als Infanterie-Division aufgestellt.Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg. 17 Bde. Biblio, Bissendorf 1966 ff., ISBN 3-7648-0941-8., ier Bd. 2, S. 100 und Band 3, S. 238. Sie war eine der Divisionen, die 1934/35 aus der 2. Division der Reichswehr gebildet wurden und trug zunächst den Tarnnamen Artillerieführer II. Am 15. Oktober 1935 erfolgte ihre offizielle Bezeichnung als 2. Infanterie-Division.
Die Gliederung mit den für den Verband durchgeführten Neuaufstellungen war:
Divisionsstab (Stettin) (aus 2. Division (Reichswehr)) Infanterie-Regiment 4 (Kolberg) (aus Übernahme von der 2. Division (Reichswehr)) Infanterie-Regiment 5 (Stettin) (aus Übernahme von der 2. Division (Reichswehr)) Infanterie-Regiment 25 (Stargard) (aus Personalrahmen des IR 4 aufgefüllt mit Rekruten) Pionier-Bataillon 2 (aus Übernahme von der 2. Division (Reichswehr)) Artillerie-Regiment 2 (Schwerin) (aus Übernahme von der 2. Division (Reichswehr)) I. Abteilung / Artillerie-Regiment 38 (Prenzlau) (aus Abgaben Artillerie-Regiment 2) Beobachtungs-Abteilung 2 (Prenzlau) (Neuaufstellung) Nachrichten-Abteilung 2 (Stettin) (aus Übernahme von der 2. Division (Reichswehr)) Nachschubtruppen Nr. 2
Die zugehörige Panzerabwehr-Abteilung 2 wird am 1. Oktober 1936 in Stettin aufgestellt.Tessin: Die Landstreitkräfte Bd. 2 1973 S. 107.
Im Jahr 1937 erfolgte die Motorisierung der Division, so dass sie am 12. Oktober 1937 den Zusatz „motorisiert“ erhielt.; S. 100.
2. Infanterie-Division (mot.) Ab Oktober 1937 als motorisierte Division geführt, die Division sollte zusammen mit den neu entstehenden Panzerverbänden der Schnellen Truppe in raumgreifenden Operationen eingesetzt werden können. Hierzu wurde eine Gliederung mit entsprechenden, für diese Zeit hochmobilen Einheitsteilen geschaffen und in den folgenden Jahren ausgebaut. Aus der Gliederung der Division als ID (mot.) ergab sich für den Verband ein theoretischer Fuhrpark mit 989 Pkw, 1.687 Lkw, 30 Panzerspähwagen, 1.323 Krafträdern und 119 Anhängern.
Die Aufklärungs-Abteilung (mot.) 2 wird am 10. November 1938 in Altdamm im Wehrkreis II mit zwei Kompanien (Schwadronen) aufgestellt.Tessin: Die Landstreitkräfte Bd. 2 1973 S. 109. Die beiden Kompanien waren mit Panzerspähwagen ausgerüstet.Stoves: Die gepanzerten und motorisierten Großverbände 1935-1945 S. 22. Im Rahmen der Mobilisierung wird am 26. August 1939 in Kolberg die Panzerabwehr-Ersatz-Abteilung 2 aufgestellt.Tessin: Die Landstreitkräfte Bd. 2 1973 S. 107. Kurz darauf, am 30. August 1939 in Altdamm die Ersatz-Abteilung für motorisierte Aufklärungs-Einheiten 2 mit zwei Panzerspäh- und einer Kradschützen-Kompanie.Tessin: Die Landstreitkräfte Bd. 2 1973 S. 109.
Polenfeldzug Beim Angriffskrieg gegen Polen kam die Division im XIX. (19.) Armee-Korps der 4. Armee bei der Heeresgruppe Nord zum Einsatz.Tessin: Die Landstreitkräfte Bd. 2 1973 S. 100. Die Bereitstellung der Division erfolgte im Raum Firchau-Grunau in Pommern mit Angriffsrichtung Weichsel. Am 1. September rückte die Division durch die Tucheler Heide und beim polnischen Truppenübungsplatz Gruppe in Richtung Weichsel vor. Am 5. September ging die Division bei Graudenz über den Fluss. Im Weiteren marschierte die Division nach Südostpreußen und verblieb bis zum 12. September Teil der Reserve der Heeresgruppe Nord auf dem Truppenübungsplatz Arys.Stoves: Die gepanzerten und motorisierten Großverbände 1935-1945 S. 23.
Ab dem 13. September ging die Division in südsüdöstlicher Richtung aus Südostpreußen hinter den in der Masse die Weichsel-Linie haltenden polnischen Verbänden vor. Auf dem linken Flügel des XIX. Korps vorrückend, erreichte sie den Bug und überquerte den Fluss. Im weiteren Vorstoß wurde um den 14./15. September der Raum östlich von Brest-Litowsk erreicht, wo die Division die Flankensicherung für die 10. Panzer-Division und die 20. Infanterie-Division (mot.) übernahm, damit diese Verbände die Festungsstadt an der Muchawieze vom 15. bis zum 17. September angreifen konnten. Vom 18. bis zum 20. September sicherte die Division den Raum um die 30 km östlich von Brest-Litowsk gelegene Stadt Kobryn.
Nach der Einstellung der Kampfhandlungen verlegte der Verband zunächst nach Ostpreußen und dann nach Pommern. In den Heimatstandorten um Stettin herum wurde die Division für die weitere Verwendung aufgefrischt.Stoves: Die gepanzerten und motorisierten Großverbände 1935-1945 S. 23. Alexander Stahlberg, Adjutant der Pz-Abw-Abt. 2, berichtete dagegen von einer sofortigen Verlegung seines Verbandes nach Osthessen (zwischen Hannau und Fulda) ab dem 17. September.A. Stahlberg: Die verdammte Pflicht, Verlag Ullstein, Berlin 1987, S. 145.
Nach dem Ende der Angriffsoperationen in Polen wurde die Ersatz-Abteilung für motorisierte Aufklärungseinheiten 2 in Altdamm am 20. November 1939 aufgelöst und in die Ersatz-Abteilung für motorisierte Aufklärungseinheiten 3 eingegliedert.Tessin: Die Landstreitkräfte Bd. 2 1973 S. 109.
Verlegung in den Westen Noch im Oktober 1939 wurde die Division zur Heeresgruppe C in den Westen überstellt und ging in die Reserve der 1. Armee. Mitte November wurde der Verband auch physisch in den Westen verlegt und war im Dezember in der Saarpfalz stationiert. Im Januar wechselte die Division zum in der Eifel gestandenen XIX. (19.) Armee-Korps der 12. Armee der Heeresgruppe A, wobei sie zuerst fern der Grenze ostwärts von Gießen im Bereich des Generalkommando des XIV. (16.) Armee-Korps untergebracht wurde. Anfang Mai wurde der Verband in den Raum des XIX. Armee-Korps als Reserve der 12. Armee in die Eifel vorgezogen.Vgl. Scherzer 2008; S. 296–302.Stoves: Die gepanzerten und motorisierten Großverbände 1935-1945 S. 23.
Westfeldzug Im Westfeldzug ging die Division als Teil des XV. (15.) Armee-Korps der Gruppe Kleist mit der Heeresgruppe B an der Somme und Loire vor.Tessin: Die Landstreitkräfte Bd. 2 1973 S. 100. Ende Mai 1940 wurde die 2. Infanterie-Division (mot.) in der Schlacht bei Abbeville heftig durch einen britischen Panzerverband angegriffen.
Am 27. Mai 1940 konnte der Richtschütze Gefreiter Hubert Brinkfort neun Panzer mit einer Panzerabwehrkanone abschießen. Am 28. Mai 1940 meldete der Wehrmachtbericht dies. Er wurde dafür am 7. März 1941 als erster Soldat aus dem Mannschaftsstand im Dritten Reich mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.Roman Töppel (Hrsg.): Manstein: Kriegstagebücher und Briefe 1939–1941. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2025, S. 417.
Verlegung in die Heimatgarnisonen Im Juli verlegt die Division in die Heimatgarnisonen und ist dem Befehlshaber des Ersatzheeres unterstellt. Es beginnt im Rahmen der allgemeinen weiteren Aufrüstung der deutschen Streitkräfte die Umgliederung des Verbandes. Im September verlegt der Verband in das besetzte Polen, um während der Umgliederung beim XIV. Armee-Korps der 12. Armee der Heeresgruppe B gleichzeitig auch Besatzungsaufgaben wahrzunehmen.
Dort wird im am 5. Oktober 1940 im Ostsudetenland unter Hinzunahme des Panzer-Regiments 29 aus der Inf.Div. (mot.) eine Panzer-Division.Scherzer 2008; S. 295.
Auflösung durch Umbenennung Im Dezember 1940 war die Division dem XXXXVI. (46.) Armee-Korps der 11. Armee bei der Heeresgruppe C zugeteilt.
12. Panzer-Division
Aufstellung Die formelle Aufstellung durch Umbenennung und Umgliederung der 2. Infanterie-Division (mot.) in die 12. Panzer-Division erfolgte am 10. Januar 1941.
Die Gliederung mit den für den Verband durchgeführten Neuaufstellungen war:Rolf Stoves: Gepanzerte/motorisierte Großverbände 2003 S. 86.
Divisionsstab (Stettin) Panzer-Regiment 29 (aus Panzer-Ersatz-Abteilungen 15 (Stab / und I. Abteilung), 5 (II. Abteilung) und 10 (III. Abteilung)) Schützen-Brigade 12 Schützen-Regiment 5 (Stettin) (aus Umgliederung Infanterie-Regiment (mot.) 5) Schützen-Regiment 25 (aus Umgliederung Infanterie-Regiment (mot.) 25) Kradschützen-Bataillon 22 (aus I. Bataillon / Infanterie-Regiment (mot.) 25 und vorhandenen Kradschützen-Teil-Einheiten des IR 5 (mot.)) Panzer-Pionier-Bataillon (mot.) 32 (aus Umgliederung Pio-Btl 2 (mot.)) Artillerie-Regiment (mot.) 2 (Schwerin) (aus Übernahme Vorgängerverband und Eingliederung I./AR 38) Beobachtungs-Batterie (Pz.) 329
Panzer-Aufklärungs-Abteilung (mot.) 2 (aus Aufklärungs-Abteilung (mot.) 2 durch Umgliederung) Panzerjäger-Abteilung 2 (Stettin) (aus Übernahme Vorgängerverband) Nachrichten-Abteilung (mot.) 2 (Stettin) Flak-Artillerie-Abteilung (mot.) 303 Sonstige Versorgungstruppen mit der Nr. 1
1941 mini|BMW R12 mit Steib Beiwagen der Division (Truppenkennzeichen auf dem vorderen Schutzblech), Ostfront, 26. Juni 1941.
Unternehmen Barbarossa Die 12. Panzer-Division nahm als Teil der Panzergruppe 3, Heeresgruppe Mitte, am Überfall auf die Sowjetunion teil; am 15. Juni 1941 befahl der Kommandeur, die Soldaten über die einschlägigen Befehle eingehend zu unterrichten und verdeutlichte die Kriegsziele.Felix Römer: Der Kommissarbefehl. Wehrmacht und NS-Verbrechen an der Ostfront 1941/42. Schöningh, Paderborn 2008, hier S. 66: „Der Kommandeur der 12. Panzerdivision […] ließ seinen Soldaten vor dem Einsatz einimpfen, dass es sich bei dem »Kampf mit dem bolschewistischen Russland [um] eine völkische Lebensentscheidung gegen eine feindliche Rasse und einen Kulturträger minderer Art« handle.“ Ziel der Operationsführung der Heeresgruppe war die Gewinnung der „Landbrücke“ Vitebsk-Smolensk.Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, hrsg. v. Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Bd. 4: Der Angriff auf die Sowjetunion, Stuttgart 1983. S. 451. Die Division war zum Zeitpunkt der Eröffnung des Feldzuges Teil des LVII. Armeekorps (mot.). Das Armeekorps wurde im nördlichen Angriffskeil eingesetzt.
Die Division operierte zunächst in Richtung Minsk, griff am 9. Juli in der Panzerschlacht von Senno ein und war an der Kesselschlacht bei Smolensk beteiligt. In der zweiten Julihälfte meldete die Division so viele Erschießungen von „Kommissaren“, dass diese Zahlen zunächst angezweifelt wurden.Felix Römer: Der Kommissarbefehl. Wehrmacht und NS-Verbrechen an der Ostfront 1941/42. Schöningh, Paderborn 2008, hier S. 348. Im September 1941 wurde die Division der Heeresgruppe Nord zugeteilt, mit der sie an der Leningrader Blockade teilnahm. Die Division nahm vom 16. Oktober bis 30. Dezember 1941 an der Schlacht um Tichwin teil. Nach Angaben des ehemaligen Wehrmachtoffiziers Gerd Niepold betrugen die Verluste der 12. Panzerdivision in der Zeit vom 22. Juni 1941 bis zum 15. Dezember 1941 552 Offiziere und 13.394 Unteroffiziere und Mannschaften. Das ist der Zahl nach eine vollständig ausgewechselte Division.Gerd Niepold: Ursprung und Lebenslauf der pommerschen 12. Panzerdivision. Gerd Niepold, Selbstverlag, Koblenz 1988. S. 40.
1942 mini|Sperrwerk, welches im August 1942 während der Abriegelung der über die Newa übergesetzten Kräfte der Roten Armee zerstört wurde.