mini|hochkant|Duttenhofer auf einem Aquarell von Jakob Christian Schlotterbeck aus dem Jahr 1807 Karl August Friedrich Duttenhofer, seit 1818 von Duttenhofer, (* 15. Dezember 1758 in Oberensingen; † 16. Dezember 1836 in StuttgartTodesdatum und -ort nach ) war der erste beamtete Wasserbaumeister des Königreichs Württemberg.

Kindheit und Jugend Karl August Friedrich Duttenhofer war ein Sohn des Oberensinger Pfarrers Christoph Friedrich Duttenhofer und dessen Ehefrau Katharina Magdalena Duttenhofer geb. Raser, die aus Kirchheim unter Teck stammte. 1770 wurde Christoph Friedrich Duttenhofer vom Dienst suspendiert, da er sich mehr der Seidenraupenzucht als seiner Gemeinde gewidmet hatte. Im selben Jahr ließ seine Frau sich von ihm scheiden, nachdem sein Ehebruch mit der Gastwirtstochter Christine Magdalene Balz bekannt geworden und der uneheliche Sohn Immanuel Friedrich Duttenhofer, der Stammvater des heutigen Oberensinger Zweigs der Familie Duttenhofer, geboren worden war. mini|Schluss einer Beurteilung, die Duttenhofer über seine Mitschüler und sich selbst verfassen musste, um 1774 Die ehemalige Pfarrersfrau hatte neben Karl August Friedrich noch zwei weitere unmündige Kinder zu versorgen und wandte sich mit der Bitte um Unterstützung an den Herzog von Württemberg.

Karl August Friedrich besuchte zunächst die Lateinschule in Nürtingen und nach der Scheidung seiner Eltern und dem daraus resultierenden Umzug die in Kirchheim. Er sollte zunächst Theologie studieren, wurde aber auf Ersuchen seines Vaters am 10. Januar 1773, eine Woche vor seinem Mitschüler Friedrich Schiller, in die Pflanzschule Herzog Carl Eugens aufgenommen.

Von den Eleven wurde erwartet, dass sie einander verbale Beurteilungen ausstellten. Schiller schrieb Duttenhofer während der Schulzeit „fürtreffliche Gaben“ zu, die „durch Fleiß immer vergrößert“ würden.Fritz Bürkle: Karl August Friedrich von Duttenhofer (1758–1836). Pionier des Wasserbaus in Württemberg. Klett-Cotta, Stuttgart 1988, ISBN 3-608-91521-4, S. 18.

Duttenhofer studierte an der Hohen Karlsschule Kameralwissenschaften und beendete seine Ausbildung 1780 mit guten Noten. Unmittelbar darauf wurde er als Lehrer der Mathematik an der Militärakademie verpflichtet.

Lehrer an der Hohen Karlsschule Von 1780 bis 1794 lehrte Duttenhofer an der Hohen Karlsschule. Ein berühmter Schüler, der zuerst bei ihm Wasserbau und dann weiterhin Architektur studierte, war Christian Zais. In diese Zeit fallen seine Promotion zum Dr. phil. im Jahr 1782 und Krankheit und Tod seines Vaters im selben Jahr. Christoph Friedrich Duttenhofer hatte sich nach der Scheidung weiterhin mit der Seidenraupenzucht und der Seidenproduktion befasst und den Ruf eines Experten erworben, war jedoch in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Karl August Friedrich unterstützte den kranken und mittellosen Vater, so lange es ihm möglich war, wandte sich aber endlich im März 1782 mit der Bitte an den Herzog, den Vater im herzoglichen Pflegehaus in Stuttgart aufzunehmen. Dieser Antrag wurde abschlägig beschieden. Der ehemalige Pfarrer starb im April 1782 im herzoglichen Lazarett, einer Stiftung für mittellose Sterbende.

1787 bewarb sich Duttenhofer zusätzlich zu seinem Lehramt um die Stelle eines Offiziers beim herzoglichen Artillerieregiment, um seine Finanzen aufzubessern. Er hatte zu dieser Zeit nicht nur seine geschiedene Mutter, sondern auch eine Schwester zu versorgen. Nachdem dies abgelehnt worden war, beantragte er 1788 die Entlassung aus dem Lehrdienst, um anderweitig Geld verdienen zu können. Daraufhin wurde er doch noch zum Artillerieleutnant ernannt und erhielt außerdem den Titel eines Professors, was sich allerdings auf seine Besoldung von 375 Gulden nicht auswirkte. mini|hochkant|Duttenhofers Frau Sibylle Luise Wilhelmine geb. Klett Im Lauf der Zeit verlagerte sich der Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf die praktische Anwendung der Mathematik und Physik insbesondere im Militärwesen. Seine praktischen Übungen in Geometrie besuchte zeitweise auch der junge Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Ab 1788 befasste er sich mit seinem späteren Hauptthema, der Wasserbautechnik.

1790 heiratete Karl August Friedrich Duttenhofer seine Cousine Sibylle Luise Wilhelmine Klett. Aus der Ehe gingen zwei Töchter und zwei Söhne hervor. Die älteste Tochter, Carolina Wilhelmine Johanna (1791–1824), heiratete später Julius Simon von Nördlinger, unter ihren Kindern waren Hermann von Nördlinger, Karl Nördlinger und Wilhelm von Nördlinger.Helmut Marcon, Heinrich Strecker, Günter Randecker: 200 Jahre Wirtschafts- und Staatswissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Verlag Franz Steiner, Stuttgart 2004, ISBN 3-515-06657-8, S. 294. Der älteste Sohn, August Friedrich (1793–1867), wurde Hauptmann und Wasserbauinspektor, der jüngere Sohn Karl Friedrich (1801–1871) wurde Wasserbauinspektor und Oberbaurat in Stuttgart.

Nachdem Duttenhofer auch als Familienvater kein höheres Gehalt erhalten hatte, bat er 1792 um eine zusätzliche Beschäftigung auf dem Gebiet der Experimentalphysik. Sie wurde ihm schließlich zugesprochen, war aber kombiniert mit der Aufgabe, die „Astronomische Maschine“ des Philipp Matthäus Hahn, die sich zu dieser Zeit in der Bibliothek der Hohen Karlsschule befand und heute zum Bestand des Württembergischen Landesmuseums gehört, zu warten und Fremden vorzuführen. Diese Zusatzaufgaben brachten ihm 150 Gulden mehr ein als bisher, doch wenig später fand Duttenhofers Lehrtätigkeit ein jähes Ende: Carl Eugen starb im Herbst 1793 und im Frühjahr darauf wurde die Akademie geschlossen.

Militärkartografie Zu Duttenhofers Glück fiel die Schließung der Hohen Karlsschule zeitlich mit der Gefährdung Deutschlands durch die Franzosen im Ersten Koalitionskrieg zusammen. Zu Verteidigungszwecken wurden die südwestlichen Landesteile von Bruchsal bis Waldshut kartiert, und Duttenhofer fand hier eine neue Beschäftigung, bei der er sich rasch verdient machte: Nicht nur Johann Gottlieb Friedrich von Bohnenberger, Professor in Tübingen und als Vater der Landvermessung in Württemberg bekannt geworden, lobte seine Karten und Pläne, sondern auch General Jean-Victor Moreau, der die Werke beschlagnahmen ließ, als er die schwäbischen Kreistruppen schlug. Duttenhofers Karten wurden vom Geniekorps in Paris genutzt, um weitere, größere Karten anzulegen, und später mit anerkennenden Worten zurückgeschickt.

Mühlenvisitator und Wasserbaudirektor mini|Ausschnitt aus Duttenhofers Bewerbungsschreiben 1795 bewarb sich Duttenhofer neben seiner Militärtätigkeit um die vakante Stelle des Mühlenvisitators für das Gebiet „Ob der Staig“. Die Gutachter empfahlen Herzog Ludwig Eugen den Bewerber, weil sie damit die Hoffnung verknüpften, einen kundigen Wasserbaumeister anzuwerben. Allerdings war ihnen klar, dass die bisher übliche Entlohnung eines Mühlenvisitators für einen solchen Sachverständigen zu niedrig war. Man entschied sich, Duttenhofer ein Fixum von 100 Gulden zukommen zu lassen, zu dem pro kontrolliertem Mühlengang 30 Kreuzer hinzukamen. Nachdem Duttenhofer ein kostenloses Gutachten zur Wasserversorgung der Stadt Stuttgart vorgelegt hatte, wurde er 1795 außerdem mit dem Brunnenwesen betraut und zum Wasserbau-Director ernannt. In den folgenden Jahren stieg er zum Hauptmann, zum Ober-Wasserbau-Director und schließlich zum Major auf. 1799 hatte er die Oberaufsicht über das gesamte Wasserbauwesen im Land.

Oberwasserbaudirektor Einordnung Duttenhofer war der erste Oberwasserbaudirektor des Landes und musste entsprechend in die Beamtenhierarchie eingeordnet werden. Er hatte nun ein Jahresgehalt von 500 Gulden, die zur Hälfte in Naturalien ausbezahlt wurden, sowie Anspruch auf die Versorgung zweier Pferde und eines Kutschers und ähnliche Vergünstigungen. Von 1798 bis 1806 wurde er beim Bauamt der Rentkammer geführt, zunächst an zweiter, später an erster Stelle.

1806 richtete König Friedrich eine zentrale Verwaltung nach französischem Vorbild ein und teilte die Befugnisse auf sechs Ministerien auf. Das Straßen-, Brücken- und Wasserbaudepartement wurde dem Ministerium des Inneren zugeordnet. Duttenhofer wurde nun einem Präsidenten und zwei Sous-Intendanten nachgeordnet. Er gehörte gleichzeitig dem Landbau-Departement an, das wiederum dem Finanzministerium zugeordnet war. Sein Vorgesetzter in beiden Departements war der deutlich jüngere Carl Christian von Seeger, der schließlich den Titel General-Wasserbau-Direktor erhielt.

1816 strukturierte König Wilhelm I. die Verwaltung um. Duttenhofers bisherige Zuständigkeiten flossen im Oberbaurat, einem der sechs Departements des Ministeriums des Inneren, zusammen. Seeger wurde Direktor, Duttenhofer Vizedirektor dieses Baurats.

Schon drei Jahre später wurde dieser Oberbaurat wieder aufgelöst. Duttenhofer wurde damit technischer Referent für das herrschaftliche Wasserbauwesen beim Ministerium der Finanzen. In dieser Eigenschaft hatte er vor allem für die auf dem Wiener Kongress beschlossene Schiffbarmachung des Neckars zu sorgen.

Schifffahrtskommission Am 1. April 1817 berief König Wilhelm eine dreiköpfige Schifffahrtskommission. Mitglieder waren zunächst Duttenhofer und Schifffahrtskommissär Zeller, den Vorsitz hatte Staatsrat Ferdinand Heinrich August von Weckherlin. Seeger und Duttenhofer erhielten je einen Gehilfen – Duttenhofer seinen älteren Sohn August Friedrich.

Bereits 1815 war im Großherzogtum Baden eine Flussbauordnung eingeführt worden. Nachdem Duttenhofer mit seinem badischen Kollegen Johann Gottfried Tulla eine Inspektionsreise durch das Land unternommen hatte, erhielt die Schifffahrtskommission 1819 den Auftrag, auch für Württemberg eine Flusspolizei- und Flussbauordnung zu entwerfen.

Duttenhofer, der mit 59 Jahren zum Oberst befördert wurde und an seinem 60. Geburtstag den Orden der Württembergischen Krone in der Ritterstufe erhielt und geadelt wurde (bis 1913 war mit der Verleihung dieses Ordens für württembergische Untertanen die Erhebung in den persönlichen, nicht vererbbaren Adel verbunden), arbeitete nun statt mit Zeller mit einem anderen ehemaligen Karlsschüler, Christoph Friedrich Kaussler, zusammen. Dieser war federführend bei der Konzeption der neuen Flussbauordnung und legte 1822 einen Entwurf vor, mit dem aber Duttenhofer nicht einverstanden war. Seine Kritik betraf das Finanzierungskonzept, das Fehlen einer technischen Zentralstelle für Tiefbauangelegenheiten sowie die fehlenden technischen Vorschriften für den Wasserbau.

Zu seinen Lebzeiten konnte sich Duttenhofer mit diesen Einwänden nicht durchsetzen. Seinen ersten Kritikpunkt kann man erst im baden-württembergischen Wassergesetz von 1960 berücksichtigt sehen. Hier findet sich eine Auflistung von Gewässern, zu deren Unterhalt und Ausbau der Staat verpflichtet ist, die weitgehend Duttenhofers Vorschlag entspricht. Die Ministerialabteilung für Straßen- und Wasserbau als zentrale zuständige Stelle, die Duttenhofer sich gewünscht hatte, wurde immerhin schon 1848 beim Innenministerium eingerichtet und Normen und Richtlinien für Bautätigkeiten wurden später selbstverständlich.

Der von Duttenhofer kritisierte Vorschlag erlangte aber keine Gesetzeskraft. Grund für die Ablehnung im Landtag waren vor allem die Befürchtungen der Gemeinden, durch Unterhaltspflichten zu unnötig hohen Ausgaben getrieben zu werden.

1822 wurde die Schifffahrtskommission wieder aufgelöst und in die technische Abteilung des Innenministeriums überführt.

Bauten Zu den bekanntesten erhaltenen Bauwerken, an denen Duttenhofer beteiligt war, gehören die Jagstbrücke in Hohebach, über die heute die B 19 führt, der Wilhelmskanal in Heilbronn und der Neue See bei Stuttgart.

Jagstbrücke in Hohebach mini|Brücke in Hohebach