Saint-Chamond ist eine französische Stadt mit Einwohnern (Stand ) im Département Loire in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Die Einwohner der Stadt bezeichnen sich als Couramiauds oder Saint-Chamonais.
Geografie Saint-Chamond liegt im Tal des Gier zwischen den Bergen des Lyonnais und dem Mont Pilat, die Entfernung nach Saint-Étienne beträgt zwölf Kilometer und nach Lyon 45 Kilometer. Die Gemeinde liegt am Rande des Regionalen Naturparks Pilat und ist mit diesem als Zugangsort assoziiert.
Stadtviertel
Geschichte Saint-Chamond entstand am Aquädukt der römischen Wasserleitung nach Lugdunum (Lyon) über den Gier. Ihren Namen verdankt die Stadt dem Bischof von Lyon St. Ennemond, dessen Name sich über St. Annemond und Sanchamond in Saint-Chamond gewandelt hat.
1628 fiel die Hälfte der Bevölkerung der Pest zum Opfer.Pierre Roger Gaussin: Maisons de Dieu et hommes d’église. florilège en l’honneur. Université de Saint-Etienne, 1992, ISBN 978-2-86272-023-4, S. 369ff. Das Schloss von Saint-Chamond, Stammsitz des Militärkommandeurs Melchior Mitte de Chevrières, marquis de Saint-Chamond et de Montpezat, comte de Miolans, comte d’Anjou, premier baron de Lyonnais et de Savoie, baron de Jarcieu, wurde 1792 während der Französischen Revolution von den Bewohnern der Stadt geplündert und zerstört. In der Zeit wurde das Tal des Gier Rousseau-Tal genannt, da Jean-Jacques Rousseau hier längere Zeit gelebt hatte.David Andress: The Terror. The merciless war for freedom in revolutionary France. Farrar, Straus and Giroux, New York 2006 ISBN 978-0-374-27341-5, S. 287. 1854 hielt mit der Gründung der Compagnie des Hauts Fourneaux, Forges et Aciéries de la Marine et des Chemins de Fer die Schwerindustrie Einzug in der Stadt. 1964 entsteht durch Eingemeindungen die drittgrößte Stadt des Departements Loire.
Bevölkerungsentwicklung Jahr1789Colin Lucas, Gérard Palluau: La structure de la Terreur. Université de Saint-Etienne 1990, ISBN 978-2-901559-36-8, S. 6.19621968197519821990199920072017 Einwohner 5000 17.107 37.728 40.267 40.267 38.878 37.378 35.500 34.967 Quellen: Cassini und INSEE
Die demografische Entwicklung der Stadt spiegelt die dynamische Entwicklung der Schwerindustrie und die anschließende Schließung vieler Fabriken wider.
Wirtschaft mini|Bahnhof Saint-Chamond ist eine Industriestadt, in der vor allem Waffen (etwa der Panzer St. Chamond im Ersten Weltkrieg), Metalle (Schmieden, Stahlwerke) und Textilien (Seide) erzeugt wurden. Die Stahlindustrie profitierte vom nahe gelegenen Steinkohlenbergbau.
Der ursprünglich königliche, dann staatliche Waffenhersteller Manufacture d’armes de Saint-Étienne (MAS), der 1989 in GIAT Industries aufging, hatte in Saint-Chamond einen ihrer größten Produktionsstandorte. 2006 wurde der Standort im Rahmen der Restrukturierung, aus der das Unternehmen Nexter entstand (heute zum deutsch-französischen Konzern KNDS fusioniert), geschlossen und die Werkshallen in den darauffolgenden Jahren teils abgerissen. Die städtebauliche Umwidmung des 43 Hektar großen Areals wurde federführend vom deutschen Landschaftsarchitekten Peter Latz geplant. Der 103 Meter hohe Schornstein aus dem 19. Jahrhundert bleibt als Industriedenkmal erhalten.
Verkehr Saint-Chamond hat seit 1832 einen Bahnhof an der Bahnstrecke Saint-Étienne–Lyon, die zweite Bahnstrecke Frankreichs. Diese Strecke wurde später in die Bahnstrecke Moret-Veneux-les-Sablons–Lyon-Perrache integriert. Heute wird er von Zügen des TER Auvergne-Rhône-Alpes der Verbindung Saint-Étienne-Châteaucreux–Lyon-Perrache bedient.
Dem Fernverkehr dient die Autobahn A47 nach Lyon. Der nächste internationale Flughafen befindet sich in Lyon, regional gibt es den Flughafen Saint-Étienne – Bouthéon von dem auch London direkt erreichbar ist. Der städtische Nahverkehr wird von der Société de Transports de l’Agglomération Stéphanoise abgewickelt.
Sehenswürdigkeiten Botanischer Garten Kirche Notre-Dame Kirche Notre-Dame-de-Lourdes Kirche Saint-André im Stadtteil Izieux Kirche Saint-Ennemond Kirche Saint-Jean-Marie-Vianney im Stadtteil La Chabure Kirche Saint-Joseph im Stadtteil Chavanne Kirche Saint-Julien Kirche Saint-Marcellin Champagnat im Stadtteil Fonsala Kirche Saint-Martin im Stadtteil Saint-Martin-en-Coailleux Kirche Saint-Pierre Protestantische Kirche zahlreiche Kapellen
Persönlichkeiten Marcellin Champagnat (1789–1840), Priester und Ordensgründer Ravachol (1859–1892), Anarchist Edmond Locard (1877–1966), Kriminalist Alexandre Poncet (1884–1973), Marianistengeistlicher Antoine Pinay (1891–1994), Politiker und Premierminister Roger Planchon (1931–2009), Filmemacher, Schauspieler, Bühnenautor und Theaterregisseur Alain Prost (* 1955), Automobilrennfahrer Laurent Redon (* 1973), Autorennfahrer Floriane André (* 2000), Handballspielerin
Städtepartnerschaften Grevenbroich, Deutschland Sant Adrià de Besòs, Spanien
Einzelnachweise
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