Pflugsmühle (fränkisch: BflugsmilE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 54. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „bflūgsmìl“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Abenberg im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Pflugsmühle liegt in der Gemarkung Beerbach.
Geografie Die Einöde liegt am linken Ufer der Fränkischen Rezat an der Mündung des Beerbachs von dieser Seite. Im Osten liegt das Flurgebiet Steinhaigen, das heute als Golfplatz genutzt wird. 0,5 km nördlich liegt die Bramenleite, 0,5 km westlich liegt das Waldgebiet Hölzlein und der Eichenbühl (). 1 km südöstlich erhebt sich der Spalter Berg.
Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Beerbach zur Kreisstraße RH 9 (1,1 km nordöstlich) bzw. zur Staatsstraße 2223 (0,3 km westlich).
Geschichte Die Pflugsmühle wurde wohl im 13. Jahrhundert an der Burgunderstraße errichtet. 1401 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist wohl der Nachname des damaligen Besitzers, Pflug.W. Ullsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 237. Die relativ hohen Zehntabgaben der Pflugsmühle von 2 Simra Korn, 60 Eiern und einem Fastnachtshuhn, zusätzlich zum Frondienst an der Furt und im Spital zu Schwabach, lassen vermuten, dass der Hof im Mittelalter Teil des Abenberger Servitiums zur Ausstattung der königlichen Tafel in Nürnberg war.
1460, 1517 und 1549 wurde die Pflugsmühle in den Salbüchern des eichstättischen Kollegiatstifts St. Nikolaus zu Spalt aufgelistet. Grundherr des Anwesens war das Kollegiatstift.F. Eigler: Schwabach, S. 113 f. 1544 soll das Spital Schwabach ihr Grundherr geworden sein.W. Ullsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 238. Dem widerspricht, dass Pflugsmühle 1549 noch im Salbuch des Kollegiatstifts aufgeführt wurde.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurde für Pflugsmühle eine Mannschaft verzeichnet, die dem Spital Schwabach als Grundherrn hatte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 11. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 732.
Noch bis ins 18. Jahrhundert hatten die Pflugsmüller und Beerbacher für die Pflege der Furt und den Knüppelbelag des sumpfigen Talüberganges zu sorgen, wofür der Mühle ein großer Wald zur Verfügung stand. Mit dem Mühlwehr war im Sommer der Wasserstand der Furt regulierbar.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Pflugsmühle zur Realgemeinde Beerbach. Das Hochgericht übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus. Die Mahl- und Sägemühle hatte das Spital Schwabach als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Pflugsmühle bei der Vergabe der Hausnummern die Nr. 1 des Ortes Beerbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 899 = F. Eigler: Schwabach, S. 413. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 345.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Pflugsmühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Wassermungenau und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Wassermungenau zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Pflugsmühle in die neu gebildete Ruralgemeinde Beerbach umgemeindet. Am 1. Mai 1978 wurde diese im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Abenberg eingemeindet.F. Eigler: Schwabach, S. 467.
Heute wird die Mühle als Bäckerei mit anliegendem Biergarten genutzt.
Bodendenkmal Richtung Beerbach im Mauerfeld gab es eine Siedlung der Urnenfelder- und Latènezeit.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 12 10 14 14 13 11 12 8 13 13 19HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 2 1 1 1 2 1 2 2Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Andreas (Wassermungenau) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Jakobus (Abenberg) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Website Pflugsmühle
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Abenberg) Kategorie:Wassermühle im Landkreis Roth Kategorie:Mühle in Europa Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Roth Kategorie:Ort an der Fränkischen Rezat Kategorie:Ersterwähnung 1401