mini|Mehring auf einer Ansichtskarte von 1976 mini|Mehring mit Moselbrücke um 1950 mini|Blick von der Mehringer Moselbrücke auf den Ort mini|Aussichtspunkt Kammerwald

Mehring an der Mosel ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße an.

Geographie Geographische Lage Die Gemarkung von Mehring hat eine Fläche von 22,3 km² und erstreckt sich links und rechts der Mosel. Der nördliche Teil gehört zur naturräumlichen Einheit der Moselberge. Der mittlere Teil mit der Mosel gehört zu den Neumagener Moselschlingen. Südlich schließen sich dann an die Leiwener Moselrandhöhen und der Osburger Hunsrück.

Gemeindegliederung Am 17. März 1974 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Lörsch eingemeindet.

Zum Ortsteil Mehring gehören auch die Wohnplätze Jagdhaus Ginsterheld, Mehringer Berg, Mehringer Schweiz – Landhaus Eller, Neu-Mehring und Schleicherberg.

Nachbargemeinden Benachbart sind Bekond, Ensch, Schleich, Pölich, Detzem, Naurath (Wald), Bescheid, Lorscheid, Fell, Riol, Longen und Schweich.

Herkunft des Ortsnamens Viele alte Siedlungen an der Mosel sind römischen Ursprungs. Zeugnisse dieser Wurzeln sind neben den mannigfachen Grabungsfunden aus dieser Zeit die Namensgebungen der einzelnen Dörfer und Ortschaften. Häufig gab es Zusammensetzungen aus einem römischen Männernamen und der für gallo-römische Siedlungsstellen üblichen Endung iacum. Mit diesem Suffix wurden im römischen Gallien Latifundien nach deren erstem Besitzer benannt. Im Falle von Mehring handelte es sich wohl um einen Römer namens Marinus. Also dürfte die ursprüngliche Namensgebung der gallo-römischen Ansiedlung Mariniacum gewesen sein. Übersetzen lässt sich dies mit Hof des Marinus. Im 8. Jahrhundert erschien dann zum ersten Mal die Ortsbezeichnung „Marningum“. Im Verlauf des Mittelalters tauchten unterschiedliche Schreibweisen auf. Das Prümer Urbar weist alleine fünf auf, darunter im Jahre 1295 erstmals die Form „Mehring“. Diese Schreibweise etablierte sich aber erst ab dem 16. Jahrhundert allmählich. So gab es noch bis ins 19. Jahrhundert Abweichungen dieser heute gültigen morphophonemischen Orthographie, so etwa „Mehringk“ (1569) oder „Mähring“ (1805).Joachim Hoffmann, Stefanie Scheit: Das Wein- und Heimatmuseum Mehring. 1998.

Geschichte Im „Liber Aureus“ der Benediktinerabtei Prüm steht, dass Mehring zu den elf Orten im Rheinland und in den Ardennen gehörte, die König Pippin am 13. August 762 dem Kloster zum Geschenk machte.Adam Goerz: Mittelrheinische Regesten I. Theil (Vom Jahre 509–1152). Denkert & Groos, Coblenz 1876, S. 71 (archive.org). Er war spätestens im 9. Jahrhundert der „wichtigste Weinort des Eifelklosters Prüm“; dort wurde etwa ein Fünftel des Weines des ausgedehnten Grundbesitzes produziert, der dem Kloster zur Verfügung stand.Franz Irsigler: Mehring. Ein Prümer Winzerdorf um 900. In: Jean-Marie Duvosquel, Erik Thon (Hrsg.): Peasants & Townsmen in Medieval Europe. Studia in honorem Adriaan Verhulst. Gent 1995, S. 297–324, hier: S. 300 f. Dabei bestand das Dorf um 900 aus zwei etwa gleich großen Siedlungskernen, die Weinbaufläche wurde auf 30 bis 33 ha hochgerechnet.Irsigler, S. 315 Die reichen Überschüsse wurden gegen Getreide, Fleisch und Mist getauscht. Franz Irsigler vermutete hier eine Siedlungskontinuität, die bis in die Spätantike zurückreicht.

1563 hatte Mehring 99 Feuerstellen und 1684 noch 66. 1787 hatte der Ort 671 Einwohner.

Anfang des 19. Jh. entstand aus der französischen Mairie Mehring die preußische Bürgermeisterei Mehring.

Beim Dorfbrand von 1840 wurden 156 von 222 Gebäuden zerstört. Im Zuge des Wiederaufbaues entstand rechts der Mosel auf der Höhe die Kolonie Neu-Mehring.

Mehring wurde Station der 1903/1905 eröffneten Moselbahn Trier-Bullay, die bis 1968 betrieben wurde. 1903 wurde die Moselbrücke gebaut und die Fährverbindung eingestellt.

Im Zuge der Moselkanalisierung ab 1963 wurden 73 Wohnhäuser abgebrochen und bis 1967 entstand auf dem angeschütteten Dammgelände ein neuer Ortsbereich.volksfreund.de: Mehring vor dem Bau der Moselbrücke (März 2006)Bebauungsplan Sanierungsgebiet Hinter Kirch der Gemeinde Mehring vom 18. April 1963

Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Mehring bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 918 1835 1.438 1871 1.547 1905 1.519 1939 1.741 1950 1.774 1961 1.825 Jahr Einwohner 1970 1.970 1987 1.894 1997 2.146 2005 2.203 2011 2.241 2015 2.317

Politik Gemeinderat Der Ortsgemeinderat in Mehring besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat: Wahl SPD CDU FWG WGR Gesamt 2024 2 7 5 2 16 Sitze 2019 3 7 4 2 16 Sitze 2014 2 8 4 2 16 Sitze 2009 2 7 5 2 16 Sitze 2004 2 6 7 1 16 Sitze

Bürgermeister Jennifer Schlag (CDU) wurde am 1. Februar 2021 Ortsbürgermeisterin von Mehring. Sie wurde durch den Gemeinderat gewählt, da für die im Januar 2021 geplante Direktwahl kein Wahlvorschlag eingereicht wurde. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde Jennifer Schlag als einzige Bewerberin mit einem Stimmenanteil von 77,0 % für weitere fünf Jahre wiedergewählt.

Die Neuwahl im Jahr 2021 war erforderlich geworden, weil Schlags Vorgänger Jürgen Kollmann (CDU) das Amt Ende August 2020 aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte. Kollmann war elf Jahre Ortsbürgermeister und zuletzt bei der Direktwahl im Mai 2019 in seinem Amt bestätigt worden. Von 1991 bis 2009 war Helmut Reis (FWG) Ortsbürgermeister von Mehring. Er war auch langjähriger Kreisbeigeordneter des Landkreises Trier-Saarburg.

Wappen

Gemeindepartnerschaft Seit 1991 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit der belgischen Gemeinde Linter.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|Villa Rustica in Mehring Auf der Gemarkung von Mehring stand an der Römerstraße eine Villa rustica, die als Rekonstruktion besichtigt werden kann. Über den Originalresten wurde der Portikusbereich nachgebaut.

Am Nordrand der Gemeinde befindet sich an der Goldkuppstraße der römische Qanat von Mehring (Tunnelwasserleitung).

Im Ortsteil Lörsch wurden Reste einer ausgedehnten römischen Bauanlage ausgegraben, die sich auf etwa 600 m entlang des Moselufers erstreckte.

In einer Weinbergsmauer sind noch dort eingebaute Quader eines römischen Grabdenkmals zu sehen.

Links der Mosel spezialisierte man sich auf den flachen Hängen schon im Mittelalter mit dem Weinbau, während die rechte Moselseite eher der Land- und Viehwirtschaft diente. Die landwirtschaftliche Nutzung brachte dem Weideland den Namen „Kühstantinopel“ ein. Am noch bestehenden Fährturm setzte man mit der Fähre über die Mosel, bis die neue Brücke (K85) gebaut war.

Das Landwehrkreuz aus dem späten 19. Jahrhundert, ein beliebtes Wanderziel, steht zwischen dem Mehringer Berg und dem Hummelsberg. Die Allee der Bäume des Jahres liegt zwischen der Siedlung Neumehring und dem Kernort Mehring an der Kreisstraße 85.

Die ehemalige Synagoge Mehring (Mosel) wurde vor 1883 unmittelbar neben der Kirche erbaut. Sie wurde später als Kindergarten und Bibliothek genutzt und ist heute ein Wohnhaus.

Naturdenkmäler Die Eibe bei der Kirche wird in der Liste der Naturdenkmale in Mehring (Mosel) geführt.

Vereine Mit rund 450 Mitgliedern ist der Sportverein Mehring 1921 e. V. der mitgliederstärkste Verein im Ort. Die Fußball-A-Mannschaft spielt derzeit (Saison 2017/18) in der Rheinlandliga.SV Mehring. Abgerufen am 8. Mai 2020.

Laut dem Vereinsregister des Amtsgerichtes Wittlich gibt es in Mehring noch folgende eingetragene Vereine: Angelsport-Club Mehring 1975, Fanfarenzug Mehring 1967, Feldbogensport Mehring, Förderkreis SCHUKI - Mehring, Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Mehring, Förderverein SV Mehring, Gewerbeverein Mehring, Männer- und Frauenchor Mehring, MARNINGUM, us Duaref Kulturhistorischer Verein Mehring, Mountainbike Club Mehring, Reha-Sport Mehring - Verein für rehabilitative Gymnastik, St. Sebastianus Schützenbruderschaft 1636 Mehring, Touristikverein Mehring, Volleyball Club Schmetterlinge Mehring und Wassersportclub Mehring. Darüber hinaus sind bekannt die Winzerkapelle Mehring und die Winzertanzgruppe Mehring. Der Mehringer Karnevalsverein wurde 2019 umbenannt in KG Oh Leit her! e. V.

Regelmäßige Veranstaltungen Das Mehringer Winzerfest gilt als das älteste Weinfest an der Mittelmosel. Es wurde von Karl Bollenrath initiiert und besteht seit 1932.mehringerwinzerfest.de – Vereinigung Mehringer Winzerfest e. V. Der Laridah-Marsch wird üblicherweise beim Einzug der Weinköniginnen und Trachtengruppen in das Festzelt gespielt.

Wirtschaft und Infrastruktur Der Windpark Mehringer Höhe befindet sich bei Mehring, Naurath (Wald) und Bescheid (Hunsrück).

In Mehring befinden sich Geschäftsstellen der Raiffeisenbank Mehring-Leiwen und der Sparkasse Trier.

Weinbau Mehring ist erheblich geprägt vom Weinbau und mit 237 Hektar bestockter Rebfläche nach Piesport, Zell, Leiwen, Konz und Neumagen-Dhron fünftgrößte Weinbaugemeinde der Mosel. Es wird traditionell überwiegend Riesling angebaut. Der Weinbau bildet außerdem die Grundlage für den Tourismus, der ebenfalls einen bedeutenden Wirtschaftszweig darstellt. Schwerpunkte bilden dabei der Rad- und Wandertourismus. So liegt Mehring unter anderem am Mosel-Radweg und wird von dem 2014 eröffneten Moselsteig angebunden.Moselsteig Etappe 07: Mehring – Leiwen (tourenplaner-rheinland-pfalz.de)

Weinlagen Mehringer Blattenberg Mehringer Goldkupp Mehringer Zellerberg Großlage: Sankt Michael

Verkehr Mehring liegt an der Bundesautobahn 1 (Europastraße 422), an der Bundesstraße 53 sowie an weiteren Landes- und Kreisstraßen.

Die Weinstraße (Mosel) führte einst nach Birkenfeld.

Öffentliche Einrichtungen mini|Ehemalige Schule Gemeindebüro, Touristinformation, Wein- und Heimatmuseum Kindergarten, Grundschule, Sportplatz, Turnhalle

Persönlichkeiten Caspar Weis (1849–1930), Künstler und Bildhauer Peter Schroeder (1875–1935), genannt Peter von der Mosel, Schriftsteller und Heimatdichter (Ons Moddersproach (1924))Literarischer Führer durch Deutschland. Insel Taschenbuch 527. ISBN 3-458-32227-2 Iduberga Linden (1905–1943), Missionsschwester und Märtyrin Karl Bollenrath (1911–1999), Ehrenbürger der Gemeinde und Gründer der Winzerkapelle Mehring Margret Hoffranzen, später Wilmes, Jutta Fassian, später Fassian-Emmrich, und Lena Endesfelder, Deutsche Weinköniginnen

Literatur Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 15, Abt. 2. L. Schwann, Düsseldorf 1936 (Die Kunstdenkmäler des Landkreises Trier), Nachdruck vom Verlag der Akademischen Buchhandlung Interbook, Trier 1981, S. 233–236.

Weblinks

Gemeinde Mehring Mehring auf den Seiten der Verbandsgemeinde Schweich

Webcam Mehring auf mosel-webcams.de

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Trier-Saarburg Kategorie:Weinort in Rheinland-Pfalz Kategorie:Ort an der Mosel