Die Judo-Bundesliga ist die höchste Liga für Judo-Mannschaften in Deutschland. Sie wird vom Deutschen Judo-Bund ausgerichtet und ermittelt den deutschen Mannschaftsmeister. Struktur Die Bundesliga der Männer ist in Nord- und Südgruppe geteilt, denen jeweils neun Vereine angehören sollen. Die Bundesliga der Frauen ist in vier regionale Staffeln aufgeteilt, denen jeweils sechs Vereine angehören sollen.
Bei den Männern qualifizieren sich die zwei erstplatzierten Mannschaften aus Nord- und Südstaffel direkt für die Finalrunde. Die Finalrunde der vier letzten Mannschaften wird dann, ähnlich dem Final Four in anderen Sportarten, jedoch an nur einem Tag, ausgekämpft. Dabei tritt das jeweils erstplatzierte gegen das zweitplatzierte Team der anderen Staffel an. Bei den Frauen qualifizieren sich die zwei bestplatziertesten Vereine der jeweiligen Staffel für die Play-offs. Diese werden in Turnierform mit jeweils 4 Teams ausgetragen, wobei sich die Erst- und Zweitplatzierten für die Finalrunde qualifizieren.
Der Deutsche Meister sowie die Zweit- und Drittplatzierten haben das Recht Deutschland im Europapokal der Landesmeister zu vertreten, welcher von der Europäischen Judo Union seit 2010 zur offiziellen Europameisterschaft für Clubs erhoben wurde.
Die zwei jeweils letztplatzierten Mannschaften der Bundesliga Nord und Süd der Männer steigen direkt in die 2. Bundesliga ab.
Strukturveränderungen Reform 2012 Im Jahr 2012 wurde die Judo-Bundesliga der Männer einer Reform unterworfen, bei der das bis 2011 als K.-o.-Runde ausgeführte Viertelfinale mit Hin- und Rückkampf ausgetragen wird. Die vier verbleibenden Teams kämpfen dann wie bisher an einem Tag und an einem Ort um den Titel des Deutschen Meisters. Ebenfalls 2012 wurden auch die Gruppe Nord und Süd von bisher jeweils 8 auf 6 Mannschaften reduziert.
Reform 2014 Bei den Frauen erfolgte die Reduzierung von zuvor 9 auf nun 6 Mannschaften im Jahr 2014. Gleichzeitig wurde auch das bisherige Kampfsystem, bei dem 3 Mannschaften je eine Runde gegeneinander kämpfen, durch das bereits bei den Männern übliche System mit Hin- und Rückkampf von 2 Mannschaften ersetzt. Die Finalrunde der Frauen erfolgt weiterhin an einem Tag bei 6 teilnehmenden Mannschaften. Die beiden Erstplatzierten aus Nord- und Südstaffel sind jeweils für das Halbfinale gesetzt. Die zweit- und drittplatzierten Mannschaften kämpfen untereinander die zwei weiteren Plätze der Halbfinals aus. Zuvor wurden die Finalrunden in 2 Pools mit je 3 Mannschaften ausgetragen. Die Sieger dieser Pools haben anschließend das Finale ausgetragen.
Reform 2018 Im Jahr 2018 wird die Bundesliga der Männer dahingehend verändert, dass nun 9 statt bisher 6 Mannschaften pro Staffel teilnehmen. Die Viertelfinalkämpfe fallen hierbei weg, so dass die erst- und zweitplatzierten Teams jeder Staffel direkt für das Final Four qualifiziert sind. Durch die Aufstockung der 1. Liga wird die Struktur der 2. Liga verändert. Je nach Anzahl der gemeldeten Mannschaften werden in der 2. Liga 3 bis 4 Staffeln gebildet, die im Idealfall für 9 Mannschaften ausgelegt sind. Zuvor war diese in Nord- und Südstaffel unterteilt und war auf 8 Mannschaften pro Staffel ausgerichtet. Ein Ziel dieser Reform soll sein, dass die Niveauunterschiede zwischen der 1. und 2. Liga verringert werden sollen.
Reform 2023 Nachdem die Beteiligung in der Frauen-Bundesliga während der COVID-19-Pandemie auf insgesamt 7 Mannschaften im Jahr 2022 zurückgegangen war, wurde der Beschluss gefasst die 1. und 2. Bundesliga zusammenzulegen. Gleichzeitig erfolgte die Einteilung in 4 regionale Staffeln.
Teams – Männer 2024 Nordstaffel Südstaffel Platz Verein Platz Verein 1. Hamburger JT 1. TSV Abensberg 2. UJKC Potsdam 2. JSV Speyer 3. SUA Witten 3. JC Leipzig 4. Remscheider TV 4. TV 1848 Erlangen 5. JC 66 Bottrop 5. JC Samurai Offenbach 6. KSC Asahi Spremberg 6. TSG Backnang 7. TSV Hertha Walheim 7. Budo-Club Karlsruhe
Teams – Frauen 2024 Nord-West Süd-West Süd-Ost Nord-Ost Platz Verein Platz Verein Platz Verein Platz Verein 1. SUA Witten 1. JSV Speyer 1. 1. SC Gröbenzell 1. Berliner Kampfgemeinschaft 2. JC 66 Bottrop 2. VfL Sindelfingen 2. JC Leipzig 2. JG Sachsenwald 3. Post SV Düsseldorf 3. Judo Club Wiesbaden 1922 3. SG Eltmann 3. KSC Asahi Spremberg 4. 1. JC Mönchengladbach 4. BC Karlsruhe 4. TSG Backnang 4. VfL Stade 5. TSV Hertha Walheim 5. - 5. TSV Altenfurt 5. KGJ Mecklenburg-Vorpommern 6. — — — —
Kampfmodus Ein Bundesligakampf wird in zwei Durchgängen ausgetragen. Dabei werden die Einzelkämpfe der 7 verschiedenen Gewichtsklassen (bei den Männern: -60 kg, -66 kg, -73 kg, -81 kg, -90 kg, -100 kg und +100 kg; bei den Frauen: -48 kg, -52 kg, -57 kg, -63 kg, -70 kg, -78 kg und +78 kg) nacheinander ausgetragen, wobei die Reihenfolge der Gewichtsklassen immer kurz vor dem Kampfbeginn ausgelost wird. Im zweiten Durchgang muss jedes Team mindestens drei Kämpfer auswechseln, so dass drei Sportler kämpfen, welche im ersten Durchgang nicht beteiligt waren (bei den Frauen nur zwei).
Für jeden gewonnenen Einzelkampf gibt es einen Punkt in die Mannschaftswertung, d. h. ein Team kann maximal 14 Punkte pro Mannschaftskampf erzielen. Bei einem Unentschieden bekommt keine Mannschaft einen Punkt.
Geschichte Der erfolgreichste Verein in der Geschichte der Judo-Bundesliga der Männer ist der TSV Abensberg, der seit 1991 23-mal Deutscher Meister werden konnte, 22 Jahre ununterbrochen in der Finalrunde stand und siebenmal den Europapokal der Landesmeister nach Deutschland holte und wegen der Professionalität seiner Mannschaft auch als der FC Bayern München des Judo bezeichnet wird.. In: Mittelbayerische Zeitung vom 16. Februar 2012 Vor der Saison 2015 entschied sich der Verein überraschend für einen Rückzug aus der 1. Judo-Bundesliga und startete in der Regionalliga Süd. Dies geschah, um eine optimale Vorbereitung seiner Spitzenkämpfer auf die Olympischen Spiele 2016 zu gewährleisten. Seit 2017 ist die Mannschaft aus Abensberg wieder in der 1. Bundesliga vertreten.
Der VfL Wolfsburg, der von 1972 bis 1990 zehnmal Deutscher Meister werden konnte und dreimal den Europapokal der Landesmeister nach Deutschland holte, wurde vom TSV Abensberg abgelöst. Der VfL Wolfsburg ist heute nicht mehr in der Bundesliga vertreten. Der TSV Großhadern kann in der ewigen Bestenliste zwölf Meisterschaften aufweisen. Der Münchner Verein holte zuletzt im Oktober 2015 den Titel des deutschen Mannschaftsmeisters und zog sich nach der Saison 2018 aus der Bundesliga zurück. Nachdem das Hamburger Judo Team und der TSV Abensberg von 2016 bis 2022 die Meisterschaft unter sich ausmachten, gewann der KSV Esslingen im Jahr 2023 den Titel und meldete daraufhin seine Mannschaft ab. Bemerkenswert ist, dass der KSV Esslingen zuvor bereits 8 mal Vizemeister wurde. Aktueller Titelträger ist der UJKC Potsdam, welcher 2025 zum ersten Mal das Finale erreichte und direkt gewann.
Bei den Frauen sind die Judo Crocodiles Osnabrück sowie die TSG Backnang mit jeweils 6 gewonnenen Titeln Rekordmeisterinnen. Die Erfolge der Judo Crocodiles Osnabrück stammen jedoch bereits aus den Jahren 1992 bis 2000 und heute ist der Verein nicht mehr in der Bundesliga vertreten. Mit jeweils 4 Titeln folgen die Mannschaften der PSG Dynamo Brandenburg und des JC Leipzig. Auch diese beiden Teams verzichteten in den darauf folgenden Jahren auf ihr Startrecht und schieden aus der Bundesliga aus (Brandenburg 2016 und Leipzig 2017).
+ Bestenliste Männer Rang Verein Bundesliga-Meisterschaften 1 TSV Abensberg 23 2 TSV Großhadern 12 3 VfL Wolfsburg 10
+ Bestenliste Frauen Rang Verein Bundesliga-Meisterschaften 1 Judo Crocodiles Osnabrück 6 1 TSG Backnang 6 3 JC Leipzig 4 3 PSG Dynamo Brandenburg Mitte 4
Die Deutschen Meister der Judo-Bundesliga der Männer + Saison Deutscher Meister Vizemeister3. PlatzOrtQuelle 2025 UJKC Potsdam Remscheider TVTSV Abensberg JSV SpeyerWuppertal 2024 Remscheider TV TSG BacknangTSV Abensberg Hamburger JTWiesbaden 2023 KSV Esslingen TSV AbensbergKSC Asahi Spremberg Hamburger JTAbensberg 2022 TSV Abensberg Hamburger JTJC Leipzig SUA WittenHamburg 2021 TSV Abensberg KSV EsslingenUJKC Potsdam Hamburger JTLeipzig 2020 Hamburger JT SUA Witten-AnnenUJKC Potsdam KSV EsslingenSenftenberg 2019 TSV Abensberg KSV Esslingen SUA WittenUJKC PotsdamEsslingen 2018 Hamburger JT TSV AbensbergJudo in Holle TSV GroßhadernHamburg 2017 Hamburger JT KSV EsslingenJC Leipzig TSV AbensbergLeipzig 2016 Hamburger JT TSV GroßhadernSUA Witten KSV EsslingenHamburg 2015 TSV Großhadern KSV EsslingenJC Ettlingen Hamburger JTEsslingen 2014 TSV Abensberg KSV EsslingenTSV Großhadern SUA WittenAbensberg 2013 TSV Abensberg KSV EsslingenTSV Großhadern JC LeipzigMünchen 2012 TSV Abensberg KSV EsslingenUJKC Potsdam JC EttlingenAbensberg 2011 TSV Abensberg KSV EsslingenUJKC Potsdam JC EsslingenPotsdam 2010 TSV Abensberg JC Leipzig 2009 TSV Abensberg Hamburger JT 2008 TSV Abensberg TSV Großhadern 2007 TSV Abensberg JC 90 Frankfurt (Oder) 2006 TSV Abensberg JC 90 Frankfurt (Oder) 2005 TSV Abensberg TSV Großhadern 2004 TSV Abensberg JC 90 Frankfurt (Oder) 2003 TSV Abensberg 2002 TSV Abensberg JC 90 Frankfurt (Oder) 2001 TSV Großhadern JC 90 Frankfurt (Oder) 2000 TSV Abensberg JC 90 Frankfurt (Oder) 1999 JC 90 Frankfurt (Oder) TSV Abensberg 1998 JC 90 Frankfurt (Oder) TSV Abensberg 1997 TSV Abensberg JC 90 Frankfurt (Oder) MTV Ingolstadt 1996 TSV Abensberg MTV Ingolstadt 1995 TSV Abensberg JC 90 Frankfurt (Oder) 1994 TSV Abensberg JC 90 Frankfurt (Oder) 1993 TSV Abensberg 1992 JC 90 Frankfurt (Oder) TSV Abensberg 1991 TSV Abensberg 1990 VfL Wolfsburg 1989 VfL Wolfsburg 1988 TSV Großhadern 1987 VfL Wolfsburg 1986 VfL Wolfsburg 1985 TSV Großhadern 1984 TSV Großhadern 1983 TSV Großhadern 1982 JC Rüsselsheim 1981 TSV Großhadern 1980 TSV Großhadern 1979 VfL Wolfsburg 1978 VfL Wolfsburg 1977 JC Rüsselsheim 1976 VfL Wolfsburg 1975 VfL Wolfsburg 1974 VfL Wolfsburg TSV Abensberg 1973 VfL Wolfsburg 1972 VfL Wolfsburg JC Rüsselsheim 1971 TSV Großhadern 1970 TSV Großhadern 1969 Post SV Düsseldorf 1968 TSV Großhadern Polizei-SV Berlin 1967 Polizei-SV Hannover 1966 Post SV Düsseldorf 1965 Post SV Düsseldorf 1964 Polizei-SV Berlin 1963 Polizei-SV Hannover 1962 Polizei-SV Berlin 1961 1. DJC Frankfurt am Main 1960 1. DJC Frankfurt am Main 1959 SWW Hamborn 1958 Polizei-SV Berlin 1957 SWW Hamborn 1956 VfL Berlin-Tegel
Die Deutschen Meister der Judo-Bundesliga der Frauen + Saison Deutscher Meister VizemeisterQuelle 2025 TSG Backnang JSV Speyer 2024 JSV Speyer TSG Backnang 2023 TSG Backnang JSV Speyer 2022 TSG Backnang JSV Speyer 2021 TSG Backnang JC 66 Bottrop 2020 BC Karlsruhe 2019 JSV Speyer TSG Backnang 2018 TSG Backnang JSV Speyer 2017 TSG Backnang JC Wiesbaden 2016 TSV Großhadern JSV Speyer 2015 JSV Speyer TSG Backnang 2014 TSV Großhadern JSV Speyer 2013 JC Leipzig PSG Dynamo Brandenburg Mitte 2012 JC Leipzig TSV Großhadern 2011 PSG Dynamo Brandenburg Mitte JSV Speyer 2010 JC Leipzig Kim-Chi Wiesbaden 2009 PSG Dynamo Brandenburg Mitte UJKC Potsdam 2008 UJKC Potsdam JC Leipzig 2007 UJKC Potsdam PSG Dynamo Brandenburg Mitte 2006 PSG Dynamo Brandenburg Mitte UJKC Potsdam 2005 UJKC Potsdam KSV Esslingen 2004 JC Leipzig PSG Dynamo Brandenburg Mitte 2003 JC Rüsselsheim UJKC Potsdam 2002 ASG Elsdorf JC Rüsselsheim 2001 ASG Elsdorf JC Rüsselsheim 2000 Crocodiles Osnabrück 1999 PSG Dynamo Brandenburg Mitte VfL Sindelfingen 1998 ASG Elsdorf 1997 JC Saar Judo Crocodiles Osnabrück 1996 Crocodiles Osnabrück 1995 Crocodiles Osnabrück 1994 Crocodiles Osnabrück 1993 Crocodiles Osnabrück 1992 Crocodiles Osnabrück 1991 TSV Bayer 04 Leverkusen
Skandale In der deutschen Judo-Bundesliga-Saison 2026 schlug der Georgier Akaki Japaridze vom JC Leipzig seinen Gegner Timo Cavelius (TSV Abensberg) nach Ende ihres Kampfes nieder, wodurch dieser zwei Zähne verlor und sich einen Kieferbruch zuzog. Der Vorfall ereignete sich, da sich Japaridze von einer Jubel-Geste des deutschen Judoka provoziert fühlte.
Siehe auch