mini|Chaz Davies beim Daytona 200 (2008) mini|Daytona International Speedway
Das Daytona 200 ist ein über 57 Runden dauerndes und 322 km (200 Meilen) langes Motorrad-Rennen. Es wird jährlich auf dem Daytona International Speedway in Daytona Beach, Florida ausgetragen und ist Teil der Daytona Beach Bike Week.
Geschichte Das Rennen entwickelte sich von einem 3,2-Meilen-Strandrennen (Daytona Beach Road Course) 1937 zu einem 2-Meilen-Rennen auf dem Daytona International Speedway 1961.
Aufgrund des wachsenden Interesses für Geschwindigkeit und den Umbau der NASCAR-Strecke nach der Saison 2004 nahmen die Daytona-Veranstalter zwei Änderungen für das Rennen 2005 vor. Zuerst wurde das Rennen der Serie Premiers AMA Superbike von 200 Meilen (322 Kilometer) auf 62 Meilen (100 Kilometer) gekürzt und ein Rennen der Serie Formula Xtreme eingeführt (siehe Abschnitt Steilkurven). Zudem wurde die Streckenführung geändert. Durch diesen Umbau wurde die Gesamtstrecke des Daytona 200 um eine halbe Meile gekürzt. 2009 eröffnet das Rennen der Daytona SportBikes die Veranstaltung. Diese Rennserie folgt durch den Verkauf der AMA Pro-Serie an die Daytona Motorsports Group (DMG) am 7. März 2008. Der Verkauf an die DMG bedeutete in den folgenden Jahren einen Abstieg in der Popularität und Vermarktung infolge von Missmanagement. Dazu kam noch die Weltfinanzkrise 2007–2008.
Durch eine Initiative um den Ex-Rennfahrer Wayne Rainey (KRAVE Group) erwarb die American Motorcyclist Association (AMA) die Rechte an allen US-amerikanischen Motorradrennserien zurück. Durch die Ausrichtung an den von der FIM und anderen nationalen Motorradrennserien veranstalteten Rennen, geriet das Daytona 200 durch seinen einzigartigen Charakter zunehmend in Konflikt mit der nationalen Superbike-Meisterschaft. Insbesondere die mehr als doppelt so hohe Renndistanz (200 Meilen zu typischerweise 68 Meilen Rennlänge) war ein Problem. Dies führte 2015 dazu, dass die AMA das Rennen aus dem Superbike-Kalender strich, auch weil die Streckenbetreiber mit der KRAVE Group zuvor keine erfolgreichen Verhandlungen zustande gebracht hatten. Daher übernahm die American Sportbike Racing Association (ASRA) Ende Dezember 2014 die Austragung für die folgenden Jahre.https://web.archive.org/web/20150923214037/http://www.daytonainternationalspeedway.com/Articles/2014/12/DIS-Enters-Into-Sanction-Agreement-for-Daytona-200.aspx Das Rennen wurde über 57 Runden auf dem 3,51 Meilen (5,65 km) langen Straßenkurs ausgetragen.https://web.archive.org/web/20160212090345/http://www.asraracing.com/2015news.html#article12
mini|links|MotoAmerica veranstaltet seit 2022 das Daytona 200 2022 übernahm MotoAmerica, der nationale Promotor und Veranstalter der AMA, die Austragung des Rennens von der vorherigen ASRA.https://www.motoamerica.com/motoamerica-says-daytona-here-we-come/ Mit der Übernahme löste die neue, von der FIM übernommene, Supersport-Klasse die bis dahin ausgetragene Klasse Daytona SportBike ab.
Die Strecke mini|Die aktuell genutzte Streckenvariante, einzig in Kurve drei wird die in grau dargestellte Variante genutzt. Anfangs noch auf dem teils unbefestigten Daytona Beach Road Course, wird seit 1961 der Daytona International Speedway genutzt. Durch mehrmalige Umbauten wurde im Laufe der Zeit verschiedene Varianten genutzt. Die Streckenlänge variierte dabei zwischen 2 und 3,87 Meilen. Seit 2010 wird eine 3,51 Meilen (5,65 km) lange Variante genutzt, die nahezu identisch mit der Variante ist, die beim 24-Stunden-Rennen von Daytona genutzt wird. Einzige Ausnahme hiervon ist Kurve drei, sodass eine Runde geringfügig kürzer ist, als beim 24-Stunden-Rennen.https://www.racingcircuits.info/north-america/usa/daytona.html
Problematik der Steilkurven Mehrmals waren die für einen Speedway typischen, aber in Daytona mit 31 Grad besonders stark geneigten, Steilkurven für Motorräder problematisch. Daher wurde direkt zur Anfangszeit ein Infield Kurs gebaut, um die Steilkurven zu vermeiden, dieser war nur 2 Meilen lang. Später wurden die Steilkurven in den Kurs integriert. Ab Mitte der 1970er Jahre traten gehäuft Reifenschäden auf. Ein Grund waren die mittlerweile enorm leistungsfähigen Zweitakter-Grand-Prix-Maschinen. Ein sogar durch die BBC dokumentierter Unfall geschah 1975, als sich die Lauffläche des Hinterreifens von Grand-Prix-Pilot Barry Sheene von der Karkasse löste (Delamination), während er mit etwa 280 km/h durch die Steilkurve fuhr.https://magazine.cycleworld.com/article/1976/6/1/high-flyin-barry-sheene Sheene verletzte sich bei dem Unfall erheblich. Aufgrund den Unfällen wurde 1985 entschieden nur noch Superbikes zuzulassen, die aufgrund ihrer Viertakt-Motoren zur damaligen Zeit erheblich weniger Leistung hatten. Dies führte jedoch zu einem Rückgang internationaler Piloten im Teilnehmerfeld und entzog dem Rennen einen Teil seiner Bedeutung. Der Wechsel zu den Superbikes in Daytona war auch entscheidend für die Gründung der Superbike-Weltmeisterschaft 1988. Ende der 1990er Jahre traten bei den Superbikes ebenfalls Probleme mit überhitzenden Reifen in den Steilkurven auf, sodass erneut entschieden wurde, diese teilweise auszulassen.https://www.cycleworld.com/2015/04/16/another-view-of-the-daytona-200-motorcycle-race-does-it-have-a-future/#page-4 Dies missfiel jedoch den Streckenbetreibern, sodass nach der Saison 2004 ein Kompriss gesucht wurde. Es wurde eine neue, auf Supersport-Motorrädern basierte Klasse, die Formula Xtreme eingeführt. Diese Klasse fuhr nun das 200 Meilen-Rennen, während die Superbike ein verkürztes Rennen über 100 km austrugen.
Das Rennen Das Daytona 200 ist eines der am stärksten frequentierten Motorradrennen in Amerika. Neun FIM-Weltmeister, darunter sieben Weltmeister der 500-cm³- bzw. MotoGP-Klasse, konnten es bisher gewinnen. Insbesondere die US-amerikanischen Fahrer konnte allesamt das Daytona 200 gewinnen, der letzte Sieger war Nicky Hayden 2002. Einzig Kenny Roberts Jr. gelang dies nicht. 1973 gewann mit dem Finnen Jarno Saarinen der erste europäische Fahrer das Rennen. Der Sieg durch den späteren 15-fachen Motorrad-Weltmeister Giacomo Agostini ein Jahr später verlieh dem Rennen eine noch größere Bedeutung.https://www.seattletimes.com/sports/daytona-200-celebrates-75th-running-of-once-prestigious-race/
Scott Russell und Miguel Duhamel sowie Josh Herrin haben mit je fünf Siegen die meisten Titel beim Daytona 200 erzielt. Russel ist deshalb auch als Mr. Daytona bekannt, da er alle Rennen in der Superbike-Klasse (750–1000 cm³) gewinnen konnte. Duhamel erreichte seinen fünften Sieg in der 2005 neu eingeführten Rennklasse Formula Xtreme (600 cm³).
Der von Steve Rapp 2007 erreichte Sieg war der erste für Kawasaki seit 1995 und der erste Sieg für einen Nicht-Werksfahrer seit John Ashmead 1989.
Mit seinem Sieg 2026 ist Josh Herrin der erste Fahrer, der das Rennen viermal in Folge gewinnen konnte. Mit Kayla Yaakov als Dritte stand zum ersten Mal in der Geschichte des Rennens eine Frau auf dem Podium.https://www.speedweek.com/a/rundstrecke/daytona-200-herrin-siegt-fuer-ducati-yaakov-als-erste-frau-auf-podium
Sieger Jahr Fahrer Land Hersteller Klasse Strecke 2026 Josh Herrin Ducati Supersport 3,51 Meilen (5,65 km) Daytona Speedway/Road Course 2025 Josh Herrin Ducati 2024 Josh Herrin Ducati 2023 Josh Herrin Ducati 2022 Brandon Paasch Triumph 2021 Brandon Paasch Yamaha Daytona SportBike 2020 Josh Herrin Yamaha 2019 Kyle Wyman Yamaha 2018 Danny Eslick Yamaha 2017 Danny Eslick Yamaha 2016 Michael Barnes Yamaha 2015 Danny Eslick Suzuki 2014 Danny Eslick Triumph 2013 Cameron Beaubier Yamaha 2012 Joey Pascarella Yamaha 2011 Jason Di Salvo Ducati 2010 Josh Herrin Yamaha 2009 Ben Bostrom Yamaha 3,56 Meilen Daytona Speedway/Infield Course 2008 Chaz Davies Großbritannien Kawasaki Formula Xtreme 2,90 Meilen Daytona Speedway/Infield Course 2007 Steve Rapp Kawasaki 2,95 Meilen Daytona Speedway/Infield Course 2006 Jake Zemke Honda 2005 Miguel Duhamel Honda 2004 Mat Mladin Suzuki Superbike 3,56 Meilen Daytona Speedway/Infield Course 2003 Miguel Duhamel Honda 2002 Nicky Hayden Honda 2001 Mat Mladin Suzuki 2000 Mat Mladin Suzuki 1999 Miguel Duhamel Honda 1998 Scott Russell Yamaha 1997 Scott Russell Yamaha 1996 Miguel Duhamel Honda 1995 Scott Russell Kawasaki 1994 Scott Russell Kawasaki 1993 Eddie Lawson Yamaha 1992 Scott Russell Kawasaki 1991 Miguel Duhamel Honda 1990 David Sadowski Yamaha 1989 John Ashmead Honda 1988 Kevin Schwantz Suzuki 1987 Wayne Rainey Honda 1986 Eddie Lawson Yamaha 1985 Freddie Spencer Honda 1984 Kenny Roberts sr. Yamaha Formula I 3,87 Meilen Daytona Speedway/Infield Course 1983 Kenny Roberts sr. Yamaha 1982 Graeme Crosby Yamaha 1981 Dale Singleton Yamaha 1980 Patrick Pons Yamaha 1979 Dale Singleton Yamaha 1978 Kenny Roberts sr. Yamaha 1977 Steve Baker Yamaha 1976 Johnny Cecotto Yamaha – 1975 Gene Romero Yamaha – 3,84 Meilen Daytona Speedway/Infield Course 1974 Giacomo Agostini Yamaha – 1973 Jarno Saarinen Yamaha – 1972 Don Emde Yamaha – 3,81 Meilen Daytona Speedway/Infield Course 1971 Dick Mann BSA – 1970 Dick Mann Honda – 1969 Cal Rayborn Harley-Davidson – 1968 Cal Rayborn Harley-Davidson – 1967 Gary Nixon Triumph – 1966 Buddy Elmore Triumph – 1965 Roger Reiman Harley-Davidson – 1964 Roger Reiman Harley-Davidson – 1963 Ralph White Harley-Davidson – 2 Meilen Daytona Speedway/Infield Course 1962 Don Burnett Triumph – 1961 Roger Reiman Harley-Davidson – 1960 Brad Andres Harley-Davidson – 4,1 Meilen Daytona Beach Course 1959 Brad Andres Harley-Davidson – 1958 Joe Leonard Harley-Davidson – 1957 Joe Leonard Harley-Davidson – 1956 John Gibson Harley-Davidson – 1955 Brad Andres Harley-Davidson – 1954 Bobby Hill BSA – 1953 Paul Goldsmith Harley-Davidson – 1952 Dick Klamfoth Norton – 1951 Dick Klamfoth Norton – 1950 Billy Mathews Norton – 1949 Dick Klamfoth Norton – 1948 Floyd Emde Indian – 1947 John Spiegelhoff Indian – 3,2 Meilen Daytona Beach Course 1942–1946 keine Rennen wegen des Zweiten Weltkrieges 1941 Billy Mathews Norton – 3,2 Meilen Daytona Beach Course 1940 Babe Tancrede Harley-Davidson – 1939 Ben Campanale Harley-Davidson – 1938 Ben Campanale Harley-Davidson – 1937 Ed Kretz Indian –
Wissenswertes Das Daytona 200 fand in Europa Nachahmer, wie beispielsweise das Imola 200 oder das Paul Ricard 200. Beide Rennen konnte sich jedoch nicht dauerhaft etablieren. Das Rennen in Imola wird seit 2012 als 4 Hours of Imola Classic als Rennen für Oldtimer veranstaltet.
Siehe auch Daytona Beach Bike Week
Weblinks
Daytona International Speedway (englisch)
Einzelnachweise
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