mini|Betriebsgebäude in Freiburg Waschbär war ein Versandhandel für umweltgerechte und sozialverträgliche Produkte, der 1987 in Freiburg im Breisgau gegründet wurde. Geführt werden etwa 6.000 Artikel aus den Bereichen Naturtextilien (auch aus kontrolliert biologisch angebauter Baumwolle und nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziert), Wäsche, Schuhe, Naturkosmetik (mit BDIH-Siegel), Naturmöbel (aus Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft) und Haushaltsartikel sowie extra ein Sortiment für Babys und werdende Mütter.

Geschichte Seit Bestehen engagiert sich Waschbär besonders für den Umweltschutz. Bei der Gründung 1987 durch Leo Pröstler vertrieb das Unternehmen zunächst eine Öko-Putzkiste, ab 1993 auch Naturtextilien. Bereits Mitte der 1990er Jahre beteiligte es sich an Windparks. Auch Wiederaufforstungsprogramme und Solarprojekte unterstützt es seitdem.

Im Jahr 2000 übernahm Waschbär die in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Firmen Alb Natur Versandhandel und Alb Natur Einzelhandel. Diese Übernahme sowie Belastungen durch ein neues Logistikzentrum und einen Rückgang der Textilnachfrage führten nach Angaben des damaligen Geschäftsführers Leo Pröstler dazu, dass Waschbär 2001 Insolvenz anmelden musste. Im Jahr 2002 übernahm eine Investorengruppe mit dem Triodos Venture Capital Fonds als Hauptinvestor das Unternehmen und führte es als Teil der Triaz Unternehmensgruppe weiter.Waschbär darf weitermachen. In: taz.de vom 9. Januar 2002. Abgerufen am 17. März 2022. Zur Triaz-Gruppe gehören außerdem die Versandhäuser Vivanda GmbH (ehemals Panda Versand GmbH) sowie die PranaHaus GmbH. Seit 2001 lag die Unternehmensleitung bei Ernst Schütz, der seit 2007 auch Inhaber war. 2017 wurde die Triaz-Gruppe in ein sogenanntes Purpose Unternehmen umgewandelt.

Auf dem Versandhausberater-Kongress am 8. November 2017 im Kurhaus Wiesbaden wurde Waschbär als „Onlineshop des Jahres - 2017“ ausgezeichnet.

Seit 2024 ist Waschbär Eco-Management and Audit Scheme (EMAS)-zertifiziert.

Ende Februar 2025 beantragte Waschbär in Deutschland zwecks Sanierung ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Die gleichnamige Gesellschaft in der Schweiz sei nicht betroffen.https://www.biowelt-online.de/news/waschbaer-startet-sanierung-in-eigenverwaltung/ Das Verfahren wurde am 28. Mai 2025 eröffnet. Da sich kein Investor fand, der bereit war, das Unternehmen auf Basis des vorliegenden Sanierungskonzepts zu übernehmen, entschieden die Verfahrensbeteiligten im Juli 2025, den Betrieb des Unternehmens zum 30. September 2025 einzustellen. Auch die Schweizer Tochtergesellschaft beendet ihren Betrieb im Lauf des Jahres.Keine Investorenlösung für Nachhaltigkeitsversender

Marke sowie die Domain waschbaer.de wurden im Zuge des Insolvenzverfahrens an einen Berliner Versandhändler (Frölich & Kaufmann) verkauft, der unter dem Namen einen ähnlichen Webshop weiterbetreibt.

Unternehmensverantwortung

Für sein „herausragendes Engagement im Bereich Umwelt und Soziales als Vorreiter ethischen Handelns“ wurde Waschbär 2005 mit einem Ethics in Business Award der von Ravi Shankar gegründeten Ethics in Business Foundation ausgezeichnet.coc-runder-tisch.de: , Pressemeldung, 2005; abgerufen am 19. April 2012 Zum ethischen Verständnis von Waschbär zählt nach eigenen Angaben die Verantwortung für die berufliche Ausbildung junger Menschen oder das Einbeziehen der Mitarbeiter am Unternehmenserfolg genau so wie familienfreundliche Heim- und Teilzeitarbeitsplätze. Auch ein Frauenanteil von 50 % in der Führungsebene, Fairer Handel und sozial verträgliche Arbeitsbedingungen sollen das Selbstverständnis des Freiburger Unternehmens zeigen. 2005 hat Waschbär zusammen mit dem Logistik-Dienstleister DHL das „Grüne Paket“ entwickelt.dp-dhl.com: Mit dem Grünen Paket der Umwelt Gutes tun, Pressemeldung, 1. Juni 2005; abgerufen am 19. April 2012

Im Jahr 2008 spendete Waschbär einen Teil der Verkaufserlöse an den Verein SOS-Kinderdorf. Damit wurde die Renovierung des Kinderdorfes in Sulzburg unterstützt, 20.000 EUR konnten an das Kinderdorf übergeben werden.sos-kinderdorf.de: 20.000 Euro für das SOS-Kinderdorf Schwarzwald, Pressemeldung, 8. Februar 2008; abgerufen am 19. April 2012

Das Unternehmen ist seit 2011 Mitglied der Fair Wear FoundationFair Wear Foundation: , Homepage der Fair Wear Foundation; abgerufen am 21. Februar 2025 und setzt sich aktiv für soziale Arbeitsbedingungen weltweit ein.

Zum 25-jährigen Firmenjubiläum initiierte und finanzierte Waschbär in Höhe von 150.000 Euro ein „Erfahrungsfeld der Sinne“ in Freiburg, das Naturbewusstsein wecken soll. Aus dieser Initiative entstand der Nistplatz e. V., der das Erfahrungsfeld seither betreut.Erfahrungsfeld Freiburg, Homepage der Nistplatz e. V. Abgerufen am 1. August 2013

Waschbär unterstützte das 2019 gegründete Volksbegehren Artenschutz – „Rettet die Bienen“.

Einzelnachweise

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