Internet Explorer (zuerst Microsoft Internet Explorer,So bis einschließlich Version 6; siehe in der Titelleiste und im Menüpunkt „Info“ später Windows Internet Explorer;So seit Version 7; siehe in der Titelleiste und im Menüpunkt „Info“ Abkürzung: IE oder MSIE) ist ein inzwischen abgelöster Webbrowser des Softwareherstellers Microsoft für verschiedene Plattformen.

Während frühere Versionen des 1995 erstmals vorgestellten Microsoft Internet Explorer auch für klassisches Mac OS und Mac OS X oder für Unix-Derivate wie Solaris und HP-UX verfügbar waren, werden seit 2000 nur noch Windows und dessen Ableger (Windows CE, Windows Phone) unterstützt. Die letzte Version ist Internet Explorer 11 (siehe unten).

Von Windows 95b bis Windows 11 gehörte der Internet Explorer fest zum Betriebssystem und lässt sich dort nicht einfach deinstallieren. Dies führte zu internationalen Gerichtsverfahren wegen des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung, woraufhin Microsoft Gegenmaßnahmen treffen musste.

Anfang 2015 gab Microsoft bekannt, dass die Weiterentwicklung des Internet Explorers zugunsten des neuen Browsers Edge eingestellt werde. Im Mai 2021 wurde bekanntgegeben, dass der Internet Explorer noch bis zum 14. Juni 2022 Sicherheitsupdates erhalte; ausgenommen hiervon sind Windows 10 Enterprise und Windows Server. Zudem werde „der IE-Modus in Edge […] bis mindestens 2029 im Browser enthalten sein.“Browser im Ruhestand: Internet Explorer wird ab 2022 nicht mehr unterstützt – Golem.de, am 20. Mai 2021

In Windows 10 und 11 wurde der Internet Explorer versteckt. In Microsoft Edge gibt es einen Internet-Explorer-Modus, der über Optionale Features verfügbar ist.

Entstehung Windows

Anfänge mini|Logo des Internet Explorer in Version 2.01, Startseite

Der Internet Explorer wurde, ähnlich dem Netscape Navigator, aus dem NCSA Mosaic weiterentwickelt, einem Browser der ersten Generation, der ursprünglich am National Center for Supercomputing Applications programmiert wurde. Thomas Reardon entwickelte unter Microsoft die erste Version aufbauend auf einem Lizenzvertrag der Firma Spyglass. Im Rahmen einer Vereinbarung wurden Spyglass eine quartalsmäßige Gebühr sowie ein Prozent der Einnahmen versprochen. Da Microsoft den Browser seit der zweiten Version kostenfrei vertreibt und somit keine direkten Einnahmen erzielt, zahlte das Unternehmen lediglich das versprochene Minimum. 1997 drohte Spyglass mit einer gerichtlichen Prüfung des Vertrags, dem Microsoft mit einer Zahlung von acht Millionen US-Dollar zuvorkam.Informationen zur Entstehung des Internet Explorers am Anfang der 1990er Jahre

Versionen 1.0 und 1.5 alternativtext=Internet Explorer 1.0 Build 73, eine Vorabversion|links|mini|Internet Explorer 1.0 Build 73, eine Vorabversion

Im August 1995 erschien Version 1.0 erstmals als exklusive Anwendung innerhalb des kostenpflichtigen Windows-Erweiterungspakets „Microsoft Plus!“ und somit exklusiv für Windows 95 als 32-Bit-Version. Das Programm war gut 1 MB groß.

Microsoft hatte die wachsende Bedeutung des World Wide Web zunächst nicht beachtet. Der Explorer 1.0 im Plus-Paket kostete rund 100 DM. Auch alleine vertrieben kam er auf 35 US-Dollar. Auch Browser der Konkurrenz kosteten zu dieser Zeit noch Geld. Stattdessen wurde, ähnlich wie AOL es tat, mit dem Onlinedienst The Microsoft Network gar ein zum Internet in Konkurrenz stehendes Datennetz fokussiert. Dessen kostenlose Zugangssoftware, die mit einem nur rudimentären Webbrowser ausgestattet war, war bereits mit der ersten Version von Windows 95 gebündelt.

Erst die Folgeversion 1.5 ließ sich auf anderen Windows-Versionen installieren. Sie erschien fünf Monate später (im Januar 1996) für Windows NT ab Version 3.1, jedoch auch diesmal nicht in einer 16-Bit-Version. Stattdessen wurde 1.5 zur Ausführung mit Win32s auf Windows 3.x vorgesehen. Neu war auch eine Portierung auf den Macintosh, die aber – im Gegensatz zu der Version für die Windows – bereits kostenlos angeboten wurde. Die Version 1.5 war als eine Zwischenlösung gedacht, bis die 16-Bit-Version von Explorer 2.0 fertiggestellt werden konnte.

Versionen 2.0, 2.01 und 2.1 mini|IE 2.1 führt erstmals das blaue „e“ als Ladeanimation ein, hier gezeigt die ehemalige Downloadseite auf microsoft.com

Im November 1995 (für den Macintosh im April 1996) folgte die zweite Version des Browsers exklusiv wieder nur in einem aktualisierten Plus!-Paket.Netplanet.org: Die Geschichte des Webbrowsers und kommentierte vom 21. März 2009. Dieselbe Version 2.0 wurde im Windows 95 Service Pack 1 vom Februar 1996 aber ebenfalls optional angeboten, hier jedoch ohne zusätzliche Kosten.Windows 95 Service Pack 1: Inhalt der Readmedatei online auf der Support-Website von Microsoft vom Februar 1996. Auf Windows NT 4.0 wurde diese Version vorinstalliert.

Die Folgeversion 2.01 war dann erstmals als 16- und 32-Bit-Version für Windows ab Version 3.1 und NT 3.1 verfügbar und zog die genannten Neuerungen für diese Systeme nach. Auch waren, aufgrund von Windows NT, erstmals Varianten für die Architekturen DEC Alpha, MIPS und PowerPC verfügbar.

Ab Version 2 (respektive 1.5 für Windows 3.x) ging es tatsächlich auch mit der kostenlosen Verteilung als Download und auf CD los. Der CD-Version lagen auch ausgewählte Offline-Kopien zeitgenössischer Websites zum austesten bei, wie etwa microsoft.com. Diese Offlinekopien wurden, in aktualisierter Form und für unterschiedliche Websites ihrer Zeit, dann noch mindestens bis zu den Internet Explorer 4.0-CDs bereitgestellt.

Die wichtigsten neuen Features der 2er-Versionen sind erstmalige SSL/RSA-Unterstützung, Cookie-Unterstützung, VRML-Unterstützung, ein integrierter E-Mail und News-Reader-Client (welcher später ausgelagert und zur separaten Anwendung Internet Mail and News 1.0, später Outlook Express weiterentwickelt wurde), JavaScript-Unterstützung, HTML v3-Unterstützung und eine Anwendung, um Netscape-Lesezeichen zu importieren.

Version 2.1 wurde exklusiv als 16-Bit-Anwendung und ausschließlich mit Fokus auf Windows 3.1, in etwa zeitgleich zum Erscheinen der 32-Bit-Version von Internet Explorer 3.0, freigegeben und sollte – das Spiel von 1.5 und 2.0 wiederholend –, so die noch unfertige 16-Bit-Version von Internet Explorer 3.0 überbrücken. Sie bot gegenüber 2.01 erweitere Frameset-Unterstützung, erstmals Unterstützung GIF-Animationen, den No-Cache-Header, eine NPAPI-Pluginschnittstelle, sowie Modem-Dialer-Skripting und auch das BGSOUND-Element, also Hintergrundmusik. Er erhielt auch bereits das bekannte, sonst erst ab Explorer 3.0 verwendete, blaue „e“ als Logo.

Version 3.0 mini|Internet Explorer 3 unter Windows 95

Der Internet Explorer konnte bis zur dritten Version nicht mit dem Netscape Navigator mithalten. Daher wurde versucht, durch das Bewerben und die kostenlose Bereitstellung der Software (auch für Macintosh- und Unix-Benutzer) einen Marktvorteil zu erzielen.Chronologie aus dem Jahr 1996 (englisch) Der Internet Explorer 3 wurde bereits im August 1996 veröffentlicht und erstmals für alle damals unterstützten Windowsversionen kostenlos angeboten. Es war auch die erste Version, die neben den geschwungenen Linien im Bereich der Menüleisten den blauen zur Weltkugel stilisierten Buchstaben „e“ als Logo verwendete.microsoft.com zur Geschichte früher Versionen des Internet Explorers Neben der Unterstützung von Audiodateien wurde erstmals CSS in einer rudimentären Version unterstützt, HTML mit einer zeitgemäßen zum Navigator kompatiblen Syntax und mit Internet Mail and News 1.0 standen erstmals zwei separate E-Mail- und Newsreaderprogramme bereit. Bis zur Einführung der vierten Version zeigte die kostenlose Vermarktung bereits erste Erfolge (siehe Grafik zu den Marktanteilen im Artikel Browserkrieg).

Mit der Vermarktung der dritten Browserversion Ende 1996 wurde dann auch der Dienst The Microsoft Network als eigenständiges Datennetz eingestellt, nachdem bereits ein Jahr zuvor über MSN der normale Internetzugang möglich wurde.

Zunächst entschied Microsoft, den Internet Explorer 3.0 nicht mehr für Windows NT 3.51 anzubieten, beim Versuch der Installation erschien eine Meldung, dass man Windows NT 4.0 erwerben müsse. Dies brachte Microsoft massive Kritik von Kunden ein, und zahlreiche von ihnen kündigten daraufhin an, zum Konkurrenten Netscape Navigator zu wechseln. Daraufhin veröffentlichte man die 16-Bit-Variante, die eigentlich für Windows 3.1 gedacht war, auch für die 3.51-Version von Windows NT. Die Unterstützung für NT 3.1 und NT 3.50 wurde jedoch wie geplant aufgegeben, womit Version 2.01 die zuletzt für diese Systeme verfügbare Version ist.

Internet Explorer als Bestandteil von Windows Windows 95A und danach Windows NT 4.0 waren die ersten Windowsversionen, die den Internet Explorer bereits fest im Betriebssystem integriert hatten, sieht man einmal von früheren speziell angepassten OEM-Versionen ab. Kurioserweise sind die beiden Windowsversionen nahezu zeitgleich erschienen, NT 4.0 enthält jedoch den älteren Browser in Version 2.Seite zu NT 4.0 auf Winhistory.de Diese Version blieb bis zum Erscheinen von Windows 98 Bestandteil des Betriebssystems, denn in der C-Version von Windows 95 wurde der Internet Explorer am Ende des Installationsvorgangs skriptgesteuert einfach von Version 3 auf Version 4.0 (mit Web-Erweiterungen) aktualisiert, bei der vorherigen aktualisierten B-Version wurde die Version 4 lediglich auf einer gesonderten CD beigefügt.Vergleich: Windows-Version 95A und 95B/C auf den Seiten von Winhistory.de

Version 4 (mit Erweiterungen für Windows 95 und NT 4.0) mini|Internet Explorer 4 unter Windows 98

Ab Version 4.0 im September 1997 wurde der Internet Explorer tiefer in das Windows-Betriebssystem integriert und der Active Desktop eingeführt. Dieser ermöglichte die automatisch aktualisierte Darstellung von Webseiten wie Wetterkarten, Aktienkursen und jeder anderen Seite auf der Arbeitsoberfläche des Computers (Desktop). Einige der wichtigeren Neuerungen dieser Version betrafen die Arbeitsoberfläche. So wurde eine Schnellstartleiste eingeführt (mit einem Klick auf „Desktop anzeigen“ werden alle geöffneten Fenster minimiert und der Desktop damit frei), eine Funktion zum Offline-Browsing wurde integriert,Zur Unterstützung von Offline-Browsing in Internet Explorer 4 und Programm-Symbole konnten dauerhaft in der Taskleiste gespeichert werden. Des Weiteren ließen sich jetzt visuelle Darstellungen verändern (z. B. Antialiasing). Diese betriebssystemnahen Erweiterungen waren nur für Windows vorgesehen und in der Macintosh-Version nicht enthalten.

Die Weberweiterungen ließen sich auf den älteren Windowssystemen sowie unter Unix und auf dem Macintosh nicht installieren. Die offizielle Downloadversion des Browsers enthielt diese zusätzlichen Neuerungen deshalb nicht. Inoffizielle Downloadangebote dieses Programms waren jedoch weit verbreitet und ergänzten auch die A-Version von Windows 95 und Windows NT mit den Weberweiterungen. Version 4.0 war auch der Standardbrowser von Windows 98 (Erste Ausgabe) und ließ sich in dieser Kombination erstmals nicht mehr ohne tiefere Systemeingriffe entfernen.

Die Version 4.0 brachte zum ersten Mal eine (nicht vollständige) PNG-Unterstützung (keine Alpha-Transparenz) mit. Erstmals überstieg die Zahl der IE-Nutzer die der Netscape-Nutzer, und der Internet Explorer konnte technologisch mit Konkurrenzprodukten gleichziehen. Als Vollversion war diese Version die letzte, die sich auf einem älteren Windowssystem noch mit einer Deinstallationsroutine vollständig entfernen ließ. Spätere Versionen stellen nur noch die Vorversion wieder her.

Versionen 5 und 5.5

mini|Internet Explorer 5 unter Windows 2000