Die 5. Infanterie-Division war ein Großverband der Reichswehr und der Wehrmacht.
5. Infanterie-Division mini|Gedenktafel im Ulmer Münster mini|Gedenktafel im Ulmer Münster
Aufstellung Die Division wurde im Zuge der Vergrößerung der Reichswehr im Oktober 1934Im A-Plan der Reichswehr von 1932 vorgesehene Aufstellung von 21 Divisionen. aufgestellt mit der Tarnbezeichnung Kommandant von Ulm und am 15. Oktober 1935 umbenannt in 5. Infanterie-Division. Der Divisionsstab wurde aus dem Stab des bisherigen Infanterie-Führer V gebildet. Infanterie-Regiment 14 in Konstanz mit I.–III. Bataillon (vorher Infanterie-Regiment Konstanz) Infanterie-Regiment 56 in Ulm mit I.–III. Bataillon (aufgestellt am 15. Oktober 1939) Artillerie-Regiment 5 in Ulm mit I.–III. Abteilung (vorher 5. Artillerie-Regiment) Pionier-Bataillon 5 in Ulm (vorher 5. (Württ.) Pionier-Bataillon) Am 15. Oktober 1935 wurde die Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 5 in Ulm aufgestellt.
Friedensstandort des Divisionskommandos war Ulm. Die Truppenteile der Division waren in Württemberg und Baden stationiert.Tessin, S. 288. Die Division unterstand im Frieden dem V. Armeekorps in Stuttgart.
Einsatz Die Division wurde am 25. August 1939 mobilgemacht, als Division der 1. Aufstellungswelle.Die Einteilung in Wellen bezeichnet unterschiedliche Gliederungen und Ausrüstungen (Kriegsstärkenachweis) von Heeresdivisionen der Wehrmacht. Zu den bereits unterstellten Truppenteilen kamen dabei hinzu:
I. Abteilung des Artillerie-Regiments 41, die Divisionseinheiten 5.
1939–1940
Westwall Die Division nahm nicht am Angriffskrieg gegen Polen teil, sondern wurde Ende August an den Westwall verlegt; Teile der Division befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits am Oberrhein im Manöver.Hermann Heidegger: Die 5. Infanterie-Division im Westeinsatz 1939/40. In: Adolf Reinicke: Die 5. Jäger-Division 1939–1945.
Westfeldzug Anschließend nahm die Division 1940 im Verbund der 2. Armee am Westfeldzug teil.
Besatzungstruppe Frankreich Bis März 1941 verblieb die Division als Besatzungstruppe in Frankreich.
Unternehmen Barbarossa Im April 1941 verlegte die Division nach Ostpreußen und nahm ab 22. Juni im Abschnitt der 9. Armee am Angriff auf die Sowjetunion teil.
Sie drang beim Unternehmen Taifun im Verband der Panzergruppe 3 auf Wjasma vor, wurde dann nach starken Verlusten zur Auffrischung für zwei Monate nach Frankreich verlegtTessin, S. 288–289.,
5. leichte Infanterie-Division
Aufstellung durch Umgliederung Die Division wurde nach starken Verlusten im Osten am 1. Dezember 1941 im Raum Moulin/Frankreich verlegt. Hier erfolgte durch die Ausrüstung für den Einsatz im Mittelgebirge die Umgliederung zur 5. leichte Infanterie-Division.
Demjansk Im Januar 1942 gelangte die 5. leichte Division erneut an die Ostfront, wo sie am Unternehmen Brückenschlag zur Befreiung der im Kessel von Demjansk eingeschlossenen deutschen Truppen teilnahm.Tessin, S. 289.Mitcham, S. 320.
5. Jäger-Division
Aufstellung durch Umgliederung Im Juli 1942, zu diesem Zeitpunkt kämpfte die Division südlich des Ilmensees, wurde die Division am 6. Juli 1942 zur Jäger-Division umgebildet und in 5. Jäger-Division umbenannt.
Danach bis Ende 1943 besetzte der Verband Stellungen im Raum Staraja Russa.
Anfang 1944 wurde die Division in den Raum Witebsk verlegt. Im März 1944 trat die Division im Verbund des LVI. Panzer-Korps unter General Hoßbach mit der 5. Panzer-Division und der 131. Infanterie-Division zum Entsatzangriff auf Kowel an. Es folgten schwere Abwehrkämpfe im Raum um Kowel und im Pripjet-Gebiet sowie Rückzugskämpfe über den Bug und den Narew auf die ostpreußische Grenze.
1945 1945 kam es zu Abwehrkämpfen in Ostpreußen und Rückzugskämpfen auf die Weichsel und die Oder. Nach der Schlacht um die Seelower Höhen folgte der Rückzug bis zur Elbe. Die Division, ihr letzter Gefechtsstand lag bei Schivelbein bei Dramburg, wurde am 2. Mai in der Nähe von Wittenberge zersprengt.
Kapitulation Nachrichten- und Aufklärungsabteilung setzten über die Elbe und gingen in amerikanische Gefangenschaft. Nachdem am 1. Mai 1945 ein Durchbruchsversuch der restlichen Teile auf Wittenberge zum Absetzen in Richtung Elbe scheiterte, ergaben sich die verbliebenen Truppen in der Nacht zum 3. Mai im amerikanischen Brückenkopf an der Elbe bei Lenzen nördlich Wittenberge den Amerikanern.
Unterstellung und Einsatzräume Datum Korps Armee Heeresgruppe Einsatzraum September 1939 XII. 7. Armee C Oberrhein November 1939 XVIII. 12. Armee A Eifel Juni 1940 VI. 2. Armee Aisne, Loire Juli 1940 XXVII. 12. Armee C Frankreich August 1940 XVIII. September 1940 1. Armee November 1940 LX. D Besançon April 1941 VI. 18. Armee B Neidenburg/Ostpreußen Mai 1941 V. 9. Armee Juni 1941 Mitte Wjasma Oktober 1941 Panzergruppe 3 Dezember 1941 VIII. 1. Armee D Nevres Februar 1942 X. 16. Armee Nord Staraja Russa April 1943 Reserve Juni 1943 X. August 1943 VIII. Dezember 1943 X. Dezember 1943 IX. 3. Panzerarmee Mitte Witebsk April 1944 LVI. 2. Panzerarmee Kowel April 1944 VIII. Mai 1944 2. Armee Narew Juli 1944 4. Panzerarmee August 1944 XX. 2. Armee November 1944 XXIII. Februar 1945 X. SS 11. Armee Weichsel Neustettin März 1945 3. Panzerarmee Dramburg April 1945 CI. 9. Armee
Organisation Unterstellte Truppenteile 1936 Am 15. Oktober wurde das Infanterie-Regiment 75 in Freiburg mit I.–III. Bataillon aufgestellt aus den Ergänzungs-BataillonDie Ergänzungbataillone wurden 1935 zur Ausbildung der weißen Jahrgänge neu aufgestellt und ab Oktober 1936 dem nächstgelegenen Infanterie-Regiment unterstellt. Infanterie-Regiment 14 in Weingarten, wurde bei der Mobilmachung 1939 das I. Bataillon des Infanterie-Regiments 460 (260. Infanterie-Division) Ergänzungs-Bataillon Infanterie-Regiment 56 in Weinsberg, später Biberach, wurde bei der Mobilmachung 1939 das II. Bataillon des Infanterie-Regiments 460 Ergänzungs-Bataillon Infanterie-Regiment 75 Ergänzungs-Bataillon Artillerie-Regiment 5 MG-BataillonMG = Maschinengewehr. Die Bataillone wurden zwar so bezeichnet, waren in Wirklichkeit aber Flugabwehr-Bataillone mit 12 2-cm-Flugabwehrkanonen. 35 in Horb, bisher MG-Bataillon 4 des V. Armee-Korps, wurde der Division unterstellt
1939 Division der 1. Welle. Eine Infanterie-Division der 1. Welle hatte einen Soll-Bestand von 534 Offizieren, 2701 Unteroffizieren, 14.397 Soldaten und 102 Beamten.
Siehe auch: Gliederung einer Infanterie-Division.
miniatur|Gliederung einer Infanterie-Division der Wehrmacht der 5. Infanterie-Division der Wehrmacht 1940
Zu den bereits unterstellten Truppenteilen kamen dabei hinzu:
I. Abteilung des Artillerie-Regiments 41, Divisionstruppen 5 Aufklärungs-Abteilung 5 aus dem Kavallerie-Regiment 18, ab 1. März 1941 Radfahr-Abteilung 5, ab 1. April 1943 Aufklärungs-Abteilung 5 Infanterie-Divisions-Nachschubführer 5, ab 1. November 1942 Kommandeur der Divisions-Nachschubtruppen 5, mit allen TruppenteilenDie Nachschubtruppenteile waren nicht aktiv und wurden erst bei Mobilmachung aufgestellt.
Als Ersatz-Truppenteile für die Division wurden im Wehrkreis V aufgestellt:
am 27. August 1939 Feldersatz-Bataillon 5 in Ulm, am 22. Dezember 1939 abgegeben, am 20. März 1941 erneut aufgestellt (der Division unterstellt) unterstellt der 155. Division, ab 1. September 1940 der 165. Division, ab 1. Oktober 1942 der 465. Division * am 27. August 1939 Infanterie-Ersatz-Bataillon 14, ab 10. April 1943 Grenadier-Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon 14 * am 29. August 1939 Infanterie-Ersatz-Bataillon 56, ab Oktober 1941 Jäger-Ersatz-Bataillon 56 * am 26. August 1939 Infanterie-Ersatz-Bataillon 75, ab 20. Juli 1942 Jäger-Ersatz-Bataillon 75, am 16. April 1945 I. Bataillon Grenadier-Regiment 726 * am 26. August 1939 Artillerie-Ersatz-Abteilung 5 in Ulm als leichte Abteilung
Dezember 1941 als leichte Division Jäger-Regiment 56 mit I. bis III. Bataillon (zuvor Infanterie-Regiment 56) Jäger-Regiment 75 mit I. bis III. Bataillon (zuvor Infanterie-Regiment 75) Artillerie-Regiment 5 mit I. bis IV. Abteilung Divisionstruppen 5 Panzerjäger-Abteilung 5 Radfahrabteilung 5 mit 1. und 2. Radfahr-Kompanie Pionier-Bataillon 5 Nachrichten-Abteilung 5 Infanterie-Divisions-Nachschubführer 5
miniatur|Gliederung der 5. Jg.Div. der Wehrmacht 1942
1942 als Jäger-Division Jäger-Regiment 56 mit I. bis III. Bataillon Jäger-Regiment 75 mit I. bis III. Bataillon Artillerie-Regiment 5 mit I. bis IV. Abteilung Divisionstruppen 5 Feldersatz-Bataillon 5 Panzerjäger-Abteilung 5 mit Stab, 1. 3. Kompanie (motZAbkürzungen: mot=motorisiert, motZ=motorisiert mit Zugmaschine, teilmot=teilmotorisiert, besp=bespannt.), ab 1943 1. Kompanie (motZ), 2. Kompanie (StuG), 3. Kompanie (Geb.Fla.) Radfahrabteilung 5, ab 1. April 1943 Aufklärungs-Abteilung 5 mit 1. bis 3. Radfahr-Kompanie, 4. schwerer Kompanie Pionier-Bataillon 5 mit Stab, 1. und 2. Kompanie (besp), 3. Radfahr-Kompanie, Brücken--Kolonne B (mot) 5, leichte Pionier-Kolonne 5 Nachrichten-Abteilung 5 mit Stab, 1. Fernsprech-Kompanie (teilmot), 2. Funk-Kompanie (motorisiert), leichte Nachrichten-Kolonne Infanterie-Divisions-Nachschubführer 5, ab Kommandeur der Nachschubtruppen 5 mit 1. bis 3. kleine Kraftwagen-Kolonne (30t) 5, 4. bis 6. Fahr-Kolonne(besp) 5, 7. kleine Kraftwagen-Kolonne Betriebsstoff (25 m³) 5, Kraftwagen-Werkstatt-Kompanie (mot.) 5, Kraftwagen-Nachschub-Staffel 5, Nachschub-Kompanie 5, Bäckerei-Kompanie (mot.) 5, Schlächterei-Kompanie (mot.) 5, Verpflegungsamt 5, 1. und 2. Sanitäts-Kompanie (teilmot.), 1. und 2. Krankenkraftwagen-Zug 5, Feldlazarett (mot.) 5, Veterinär-Kompanie (mot.) 5, Feldpostamt (mot.) 5
Abgaben Januar 1940 das Feldersatz-Bataillon 5 als III.Bataillon Inf.-Regt. 324 zur 163. Infanterie-Division Februar 1940 Stab und II. Bataillon Inf.-Regt. 56 an die 292. Infanterie-Division Oktober 1940 Stab Inf.-Regt. 14, III. Bataillon Inf.-Regt. 14, III. Bataillon Inf.-Regt 56 und III. Bataillon Inf.-Regt 75 an die 125. Infanterie-Division Beide letztere Abgaben wurden wieder ersetzt. Dezember 1941 Inf.-Regt. 14 an die 78. Infanterie-Division
Kommandeure Nr. Name Beginn der Berufung Ende der Berufung1.Generalmajor/Generalleutnant Eugen HahnAufstellung10. August 19382.Generalleutnant Wilhelm Fahrmbacher15. August 193825. Oktober 19403.Generalmajor/Generalleutnant Karl Allmendinger25. Oktober 19404. Januar 1943Führer der DivisionOberst Walter JostJuni 1942Juli 1942Führer der DivisionOberst Hans von RohrJuli 1942August 19424.Oberst/Generalmajor/Generalleutnant Helmut Thumm4. Januar 194316. August 1944Führer der DivisionOberst i. G. Johannes Gittner1. März 19441. Mai 19445.Generalleutnant Friedrich Sixt17. August 194418. April 19456.Generalleutnant Edmund Blaurock19. April 19453. Mai 1945
Bekannte Divisionsangehörige Hermann Teske (1902–1983), war von 1960 bis 1965, als Oberarchivrat, Leiter des Militärarchivs beim Bundesarchiv.
Verweise Quellen Bundesarchiv RH 26-5: Akten der 5. Infanterie-Division GermanDocsInRussia CAMO Bestand 500, Findbuch 12483, Akte 3: KTB der 1. Sanitätskompanie 5 der 5. Jägerdivision, 1.10.-31.12.1944, einschließlich Kriegsrang- und Verlustliste sowie Stärkeangaben
Siehe auch
Infanteriedivision
Literatur Hans-Joachim Harder: Militärgeschichtliches Handbuch Baden-Württemberg. Herausgeber Militärgeschichtliches Forschungsamt, Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 3-17-009856-X.
Werner Haupt: Heeresgruppe Nord. Bad Nauheim 1967. Werner Haupt: Leningrad, Wolchow, Kurland. 1976. Samuel W. Mitcham: Briarcliff Manor: Hitler's Legions. Stein and Day, 1985. Adolf Reinicke: Die 5. Jäger Division 1939–1945. Podzun-Pallas-Verlag, Bad Nauheim 1962. Veit Scherzer: Deutsche Truppen im Zweiten Weltkrieg. Band 3. Die Divisionen – Divisionen und Brigaden mit den Nummern 4 bis 8. Scherzers Militär-Verlag, Ranis/Jena 2008, ISBN 978-3-938845-13-4. Helmut Thumm: Der Weg der 5. Infanterie- und Jäger-Division 1921–1945. Bildband. Podzun-Pallas-Verlag, Bad Nauheim 1976.