Großmugl ist eine österreichische Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Korneuburg in Niederösterreich.

Geografie Großmugl liegt im Hügelland des Weinviertels in Niederösterreich, etwa 15 km nördlich von Stockerau. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst  km², 29,91 % der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende zehn Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden:

Großmugl gehört zum Gerichtsbezirk Korneuburg, da mit 1. Jänner 2013 der Gerichtsbezirk Stockerau aufgelöst wurde.

Nachbargemeinden

Geschichte mini|Groß Mugl und der Leeberg (Mitte oben) und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme) Erstmals genannt wurde der Ort 1298 als Grassemugl (großer Mugel), Bezug nehmend auf den weithin sichtbaren Leeberg. Dieser ist ein künstliches Hügelgrab und stammt wahrscheinlich aus der älteren Eisenzeit (Hallstattzeit) zwischen 800 und 480/450 v. Chr. Aufgrund der Größe ist davon auszugehen, dass eine bedeutende Persönlichkeit unter dem Hügel begraben liegt. Es finden sich auch zwei Kreisgrabenanlagen, Lange Ries bei Steinabrunn und Linen bei Herzogbirbaum.

Im Gemeindegebiet wurden bei Ausgrabungen zahlreiche Funde gemacht (Gerätschaften, menschliche und tierische Knochen).

Sturmböen und schwerer Regen in den frühen Stunden des 6. Mai 2015 spülten umliegende Felder aus und verursachten eine Schlammlawine im Ort.Schlammlawine rollte durch Großmugl, ORF.at, 6. Mai 2015

Bevölkerungsentwicklung Seit 1869 nahm die Bevölkerung kontinuierlich ab und erreichte 1991 mit 1.428 ihren tiefsten Stand. Bis zur nächsten Volkszählung 2001 war erstmals wieder ein Zuwachs um 6,4 % zu verzeichnen. Dieser ist auf die positive Wanderungsbilanz (+7,5 %) zurückzuführen, durch welche die negative Geburtenbilanz (−1,1 %) mehr als wettgemacht wurde.

Religion 90,1 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 2,0 % sind evangelisch. Mit weniger als 1 % sind Mitglieder der Orthodoxen Kirche, des Islam und anderer Glaubensgemeinschaften vertreten, ohne religiöses Bekenntnis sind 5,5 % der Bevölkerung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Steinabrunn Luftbild mini|Pfarrkirche Herzogbirbaum mini|Pfarrkirche Großmugl

Der Tumulus Leeberg aus der Hallstattzeit – das Wahrzeichen der Gemeinde Katholische Pfarrkirche Herzogbirbaum hl. Johannes der Täufer Katholische Pfarrkirche Großmugl hl. Nikolaus der vom Tumulus ausgehende Planetenweg der künftigen Sternenlicht-Oase Großmugl

Wirtschaft und Infrastruktur Im Jahr 2010 waren 72 Prozent der Gemeindefläche forst- und landwirtschaftliche Nutzfläche. Diese wurde von 110 Landwirten bearbeitet, davon waren 76 Vollerwerbsbauern. Von den 23 Beschäftigten im Produktionssektor arbeiteten 20 im Baugewerbe. Die wichtigsten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche Handel (54), soziale und öffentliche Dienste (38) und freiberufliche Tätigkeiten (20 Beschäftigte).

Verkehr Von Großmugl erreicht man mit dem Auto Stockerau in rund 20 Minuten. Dort hat man an Anschluss an die Schnellbahn nach Hollabrunn, Korneuburg und Wien. Auch gibt es regelmäßige Busverbindungen nach Stockerau und Hollabrunn.

Bildung In Großmugl befindet sich ein Kindergarten.

Regelmäßige Veranstaltungen Feuerwehrfest: zu Christi Himmelfahrt in Herzogbirbaum Kellerfest: Ende Juni in der historischen Kellergasse Herzogbirbaum Maibaumaufstellen: Jährlich am 30. April beim Feuerwehrhaus Großmugl Sternenfest: Jährlich Ende Juli / Anfang August in Großmugl, sowie die Perseidennächte um den 12./13. August

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP, 1 FPÖ, 1 SPÖ und 1 Sonstige. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP, 2 SPÖ und 1 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 4 SPÖ und 1 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 3 SPÖ und 2 ULB–Unabhängige Bürgerliste. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP und 5 U.B.L.–Unabhängige Bürgerinnen Liste. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP und 5 U.B.L.–Unabhängige Bürgerinnen Liste. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP und 3 PRO–Promugl–Die Demokraten (SPÖ). Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 ÖVP, 6 LISTE (Liste Gerhard de Witt) und 2 SPÖ (als proMugl – Die Demokraten) und 1 FPÖ.

Bürgermeister

? – 2009 Josef Kreitmayer (ÖVP) 2009 – ? Karl Lehner (ÖVP) ? – 2025 Christoph Mitterhauser (ÖVP) seit 2025 Gerhard de Witt (Liste Gerhard de Witt)ÖVP-Krise in Großmugl. Verräter in der eigenen Partei: Mitterhauser zieht die Konsequenz. NÖN, 28. Februar 2025

Umweltpolitik Im Jahr 2009 beschloss die Gemeinde,Großmugl an der Milchstraße (starlightoasis.org); , grossmugl.at; sich als erste Gemeinde in Europa für einen Schutz des Nachthimmels durch die UNESCO als Welterbe zu bewerben.Im Juli 2010 wurde von der UNESCO beschlossen, dass auch der Sternenhimmel für die Astronomie geschützt werden kann, sodass auch eine Grundlage für eine Bewerbung gegeben wäre. Das UNESCO-Welterbekomitee hat auf seiner 34. Sitzung die Studie zu Astronomie und Welterbe bestätigt, kuffner-sternwarte.at vom 3. August 2010. Der Hintergrund dieser Aktion liegt in dem wirklich dunklen Nachthimmel, der nicht durch die Beleuchtungskörper in und um Großmugl aufgehellt (lichtverschmutzt) wird. So können in Großmugl in der Nacht etwa 5.000 Sterne gesehen werden, im Gegensatz zu der nicht weit entfernten Stadt Wien, wo durch das viele Kunstlicht nur etwa 100 Sterne wahrgenommen werden können.Wird Großmugl Unesco Welterbe? (PDF-Datei; 1,7 MB) im Amtsblatt 7/2009, abgerufen am 27. April 2010. Gerade in Bezug auf die zahlreichen prähistorischen Anlagen ist deren – vermutlich schon zeitgenössischer – astronomischer Bezug ein Schutzgut im Sinne der Welterbe-Bestrebungen, das erfahrbar erhalten bleiben soll.

Die Gemeinde hat sich zur Sternenlichtoase erklärt, das ist ein Lichtschutzgebiet im Sinne der La-Palma-Deklaration der UNESCO 2007 zu einem dunklen Nachthimmel als Erbe der Menschheit („Recht auf Sternenlicht“). Das Verfahren der Anerkennung durch die UNESCO ist seit 2010 in Gang. Propagiert wird der humoristische Name Großmugl an der Milchstraße.in Anlehnung an vorhandene Gemeindenamen wie Glanz an der Weinstraße, Fusch an der Glocknerstraße und Ähnliches

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde Josef Sigmund Ebersberg (1799–1854), Schriftsteller und Journalist Josef Kaufmann (1836–1913), Bahnbeamter, Privatier und Entomologe Agnes Fabianek (1941–2015), Zisterzienserin, Äbtissin des Klosters Mariastern-Gwiggen 1968–2005, Priorin des Klosters Helfta 2010–2015 Eberhard Petschinka (* 1953), Autor, Regisseur und Maler Josef Blum, Kapellmeister, Komponist, Musiklehrer und Chorleiter Günter Kraft (* 1972), Landtagsabgeordneter

Ehrenbürger der Gemeinde Robert Schießbiegl (1935–2007), Malermeister, Komponist, Dichter, Heimatforscher, Regens Chori Stephan Turnovszky (* 1964), Weihbischof von Wien, von September 2000 bis Sommer 2005 Pfarrer von Großmugl und Herzogbirbaum, Ehrenbürger seit 14. Mai 2008 Louise Wottle, Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime

Weblinks

Seite der Marktgemeinde Großmugl

Topothek Großmugl Bildmaterial zur Gemeinde Großmugl, verortet, beschlagwortet und datiert

Einzelnachweise

Kategorie:Leiser Berge Kategorie:Lichtschutzgebiet Kategorie:Ersterwähnung 1298