Die 320. Infanterie-Division war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.
Geschichte
Aufstellung Die 320. Infanterie-Division wurde am 2. Dezember 1940 im Wehrkreis X (Lübeck) als bodenständige Division der 13. Aufstellungswelle aus Truppenteilen der 58. Infanterie-Division vom Wehrkreis X und der 254. Infanterie-Division vom Wehrkreis VI (Münster) aufgestellt.
Besatzungstruppe Frankreich Zunächst war die Division in besetzten Frankreich stationiert.
Verlegung an die Ostfront Als im Zuge der sowjetischen Angriffe am Don die deutschen Stellungen an vielen Stellen durchbrochen worden waren, wurde die Division an die Ostfront verlegt, nördlich von Kupjansk zur Verteidigung eingesetzt und von den sowjetischen Angriffsverbänden bei Stary Oskol nördlich von Charkow eingekesselt.
Umgliederung Nach Verstärkungen und Umgliederung zum 18. September 1943 stand die Division im Januar und Februar 1944 im Raum Kirowograd. Sie kämpfte auch anschließend in der Südukraine. Im März 1944 war eine Auffrischung der Division aus Teilen der Infanterie-Division Milowitz erfolgt.
Vernichtung Im August 1944 wurde die Division vernichtet.
Auflösung Am 9. Oktober 1944 wurde die 320. Infanterie-Division offiziell für aufgelöst erklärt.Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 9: Die Landstreitkräfte 281–370. Biblio-Verlag, Osnabrück 1974, ISBN 3-7648-0872-1, S. 138f.
320. Volksgrenadier-Division
Aufstellung durch Umbenennung Am 27. Oktober 1944 wurde im Wehrkreis II aus der für die 32. Welle in Aufstellung befindlichen 588. Infanterie-Division, welche kurze Zeit vorher aus der Schatten-Division Möckern gebildet worden war, die 320. Volksgrenadier-Division auf dem Truppenübungsplatz Groß Born neu aufgestellt. Dabei wurden auch Reste der alten Division herangezogen.
Verlegung an die Ostfront Nach den Kämpfen um Krakau und in den Karpaten, wurde die Division aufgrund schwerer Verluste im März 1945 zurückgezogen und aufgefrischt. Dabei wurde noch im April 1945 das Grenadier-(Führernachwuchs-)Regiment 1243 aus Potsdam als Grenadier-Regiment 585 eingegliedert.
Kapitulation Die Division kam im mährischen Deutsch-Brod in sowjetische Gefangenschaft.
Gliederung Die Division wurde zunächst als bodenständige Division aus Bataillonen der 58. und 254. Infanterie-Division zusammengesetzt und im Herbst 1942 zum Angriffsverband umgegliedert. Am 18. September 1943 fand eine weitere Umgliederung statt. Infanterie-Regiment 585 (I.–III. Btl. aus 58. Infanterie-Division) Infanterie-Regiment 586 (I.–III. Btl. aus 254. Infanterie-Division) Infanterie-Regiment 587 (I.–III. Btl. aus 58. und 254. Infanterie-Division) Artillerie-Regiment 320 (I.–III. Abt. aus 58. und 254. Infanterie-Division) Füsilier-Bataillon 320 (ab 1943) Divisions-Einheiten 320: Pionier-Bataillon 320 Feldersatz-Bataillon 320 Panzerjäger-Abteilung 320 Aufklärungs-Abteilung 320 Divisions-Nachrichten-Abteilung 320 Divisions-Nachschubführer 320 Mit der Neuaufstellung Ende Oktober 1944 hatte die Division folgende Gliederung:
Grenadier-Regiment 585 Grenadier-Regiment 586 Grenadier-Regiment 587 Artillerie-Regiment 320 Divisions-Einheiten 320
Kommandeure Dienstzeit Dienstgrad Name 15. Dezember 1940 bis 2. Dezember 1942 Generalleutnant Karl Maderholz 2. Dezember 1942 bis 26. Mai 1943 Generalleutnant Georg-Wilhelm Postel 26. Mai bis 20. August 1943 Generalleutnant Kurt Röpke 20. August 1943 bis 10. Juli 1944 Generalleutnant Georg-Wilhelm Postel 10. Juli bis 2. September 1944 Generalmajor Otto Schell 1. November 1944 bis 11. Februar 1945 Oberst/Generalmajor Ludwig Kirschner 14.–19. Februar 1945 Oberst Rolf Scherenberg19. Februar bis Mai 1945 Oberst/Generalmajor Emmanuel von Kiliani
Unterstellung und Einsatzräume + Unterstellung und EinsatzräumeDatumKorpsArmeeHeeresgruppeEinsatzraumDezember 1940 Ersatzheer LübeckMai 1941 XXXVII.15. Armee D DünkirchenJanuar 1942 LX.Juni 1942 LXXXIV. 7. Armee Kanal im Raum CotentinJanuar 1943 Reserve VerlegungFebruar 1943 XXIV. Armee-Abteilung Lanz B IsjumMärz 1943 Raus Kempf Süd CharkowJuni 1943 (Kgr.) XI. BelgorodSeptember 1943 8. Armee CharkowOktober 1943 XXXXVII.Oktober 1943 KrementschukJanuar 1944 KirowogradApril 1944 LII. 6. Armee Südukraine BugMai 1944 (Kgr.) XXXX. DnjestrJuni/Juli 1944 LII. KischinewAugust 1944 „Verbleib unbekannt“November/Dezember 1944 Neuaufstellung in Groß-Born (Schlesien)Januar 1945 XI. SS 17. Armee A KrakauFebruar 1945 XXXXIX. 1. Panzerarmee Mitte KarpathenApril 1945 OberschlesienMai 1945 Reserve Mähren
Literatur Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 9: Die Landstreitkräfte 281–370. Biblio-Verlag, Osnabrück 1974, ISBN 3-7648-0872-1, S. 138–142.
Weblinks (PDF; 461 kB), Nafziger Collection, Combined Armed Research Library.
Einzelnachweise
Kategorie:Infanteriedivision (Wehrmacht) I Kategorie:Gegründet 1940 Kategorie:Aufgelöst 1945 Kategorie:Division der 13. Aufstellungswelle