mini|Hans Rein bei der Erstbesteigung des Ruchenfensterturms 2950 m am 24. Juni 1945 Hans Rein (* 2. März 1919 in Zürich; † 3. November 2009) war ein Schweizer Bergsteiger und Mitglied des Alpinen Skiclubs Zürich und der SAC-Sektion Uto.Hans Rein: Tourenbuch (1938-1963) von den Besteigungen von Rein Hans. Diverse Einträge der Erstbegehungen in Routenführern des SAC.

Leben Hans Rein gehörte zur Kletteravantgarde der Nachkriegszeit und hat in seiner Karriere als Bergsteiger vor allem neue Routen erschlossen, da die meisten Gipfel in der Schweiz bereits bestiegen waren. Er hatte auch Berge im damals schwierigsten Grad, dem 6., bestiegen.

Hans Rein gehörte unter anderem zur Gruppe der Alpinisten Gerecht, Wörndle, Huss und Leni Merk, die sich in den 1940er Jahren der Miterschliessung des Windgällengebietes widmeten.

mini|links|hochkant|Tournanchegrat 1946 Am 24. Juni 1945 gelang den Zürcher Alpinisten Otto Gerecht, Ferdel Wörndle, Hans Rein und Hannes Huss (SAC und Alpiner Ski-Club Zürich) nach einigen Versuchen die erste Besteigung des 2950 m hohen Ruchenfensterturmes, wo sich schon etliche Bergsteiger geschlagen geben mussten. Damit war der letzte selbständige Gipfel der Urner Alpen bezwungen und zugleich das grösste Problem der Windgällen-Südseite gelöst worden. Artikel von F. Wörndle aus der Sportzeitung vom 28. September 1945: Erstbesteigung des Ruchenfensterturm (2918 m)

Am 18. April 1946 startete Hans Rein mit Otto Gerecht und Hannes Huss mit der ersten Winterbegehung des Tournanchegrates oder Ostgrates der Dent d’Hérens. Der Tournanchegrat ist einer der längsten Grate der Alpen. Vom Col Tournanche bis zum Gipfel misst er genau 2,2 km in horizontaler Projektion, bei einem Höhenunterschied von 700 m. Er weist vier ausgesprochene Gipfel auf, von denen zwei nach den berühmtesten Führern des Val Tournanche benannt sind. Nach 60-stündiger Abwesenheit und zwei Biwaks erreichten die Alpinisten wieder ihren Ausgangspunkt, die Schönbielhütte der Sektion Monte Rosa des SACs.Artikel aus der Sportzeitung vom 17. Mai 1946: Erste Winterbegehung der Dent d’Hérens (4180 m) über den Tournanchegrat

Am 15. September 1946 gelang Hans Rein und Leni Merk die Erstbegehung der S-Kante des Höhlenstocks: V+ „on sight“ im heiklen, abwärts geschichteten feinsplittrigen Hochgebirgskalk.

mini|Weisshorn von Südosten aus gesehen, links des Weisshorns das Schalihorn und der Schaligrat, rechts der Ostgrat Am 15. April 1949 gelang Hans Rein, Ernst Schulthess und Josef Nadai die erste Winterbegehung des Schaligrates am Weisshorn 4506 m. Was als Rekognoszierungsfahrt (Erkundungsfahrt, siehe Helvetismus) startete, um zu sehen, ob der Zustand des Gletschers und der Felsen eine Begehung des Schaligrates gestattete, endete als erfolgreiche Begehung. Das Weisshorn gehört zu den schwierigsten Viertausendern der Alpen.Quelle: Weisshorn-Schalligrat, Artikel von Josef Nadai in Die Alpen 1949, Heft 11

Die Alpen galten nach dem Zweiten Weltkrieg als längst erschlossen. Für Erstbegehungen in sogenannten „menschlichen“ Schwierigkeitsgraden blieben nur touristisch wenig einladende Touren übrig. Sie waren meist sehr schwer und selten schön, das heisst wirklich lohnend. Umso erfreuter nahm man die Meldung über eine Erstbegehung auf, die Merkmale einer vorzüglichen Klettertour aufwies und die nicht nur um des Seltenheitswertes wegen wärmstens empfohlen werden konnte. Die Südkante des Gross Schijen war eine solche Tour, die am 3. Juli 1949 von den beiden Seilschaften Hans Rein/Leni Merk und Josef Nadai/Franz Baumgartner erstmals begangen wurde. Die Initiative war von Hans Rein ausgegangen. Der Gross Schijen (2785 m) ist der südlichste Gipfel der Rienzenstock-Bächistockkette im Kanton Uri. Vom Gipfel senkt sich der Südgrat zunächst mässig steil, um, nach einem flacheren Gratstück, in gewaltigen Plattenfluchten jäh zum Oberalppass hin abzubrechen. Wo die Plattenschüsse der Südost- und Südwestwand des Berges zusammenstossen, bilden sie auf einer Strecke von etwa 200 m eine steile, abweisende Schneide, die Südkante.Artikel von Josef Nadai aus der Sportzeitung vom 22. September 1950: Gross Schijen Südkante – eine rassige Felstour

Erstbegehungen mini|Erstbesteiger Ruchenfensterturm 1945: Hans Rein, Otto Gerecht, Ferdel Wörndle und Hannes Huss (nicht im Bild) miniatur|Dent d'Dérens, erste Winterbegehung des Ostgrates 1946 miniatur|Erste Winterbegehung Weisshorn Schaligrat 1949 durch Hans Rein DatumBergAnmerkung20. September 1942Plattenköpfe, 2899 m20 m unter Schrägriss10. Oktober 1943Vorder Feldschijen, 2828 mN-Grat, neue Route1. Oktober 1944Scherenspitz N-Wand, 1926 mneue Route25. März 1945Alpgnoferlücke (2767 m) – Ruchen (2812 m)Winterbegehung13. Mai 1945Grosse Windgälle, 3188 mN-Wand, Skiüberschreitung24. Juni 1945Ruchenfensterturm, 2918 m Erstbesteigung26. August 1945Ruchennadel, 3024 mO-Grat21. Oktober 1945Höhlenstock, 2903 mSW-Wand18.–24. April 1946Dent d’Hérens, 4180 mWinterbegehung Ostgrat15. September 1946Höhlenstock, 2903 mS-Kante5. Oktober 1947Seewenhorn, 2720 mO-Kante9. November 1947Mättenberg, 3104 mW-Grat13. Juni 1948Sustenhorn, 3503 mN-Wand27. Juni 1948Wichelhorn, 2767 mS-Grat18.–21. September 1948Sonnigstock IV.S-Wand, neue Route15.–18. April 1949Weisshorn, 4505 mSchaligrat, Winterbegehung3. Juli 1949Gross Schijen (Uri), 2785 mS-Kante17. Juli 1949Wichelturm-Wichelhorn, 2767 mS-Kante18. September 1949Diedenberg, 2658 mW-Grat11. Juni 1950Juzfadstock, 2771 mS-Grat1. Juli 1951Hochschijen, 2634 mS-Grat8. Juli 1951Mittagsstock, 2989 mSüdrippe, Westgipfel S-Wand (Abstieg)15. Juli 1951Mittagsstock, 2989 mOstgipfel S-Grat21. Juni 1953Schneehüenerstock (Uri), 2944 mGemeint ist vermutlich der P. 2944 zwischen Schneehüenerstock () und Kröntenlücke.W-Grat30. Juni 1957Forcella, 2845 mS-Wand1. September 1957Juzfadstock, 2771 mSO-Grat

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Bergsteiger (Schweiz) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1919 Kategorie:Gestorben 2009 Kategorie:Mann