C’est la vie – So sind wir, so ist das Leben (Originaltitel: Le premier jour du reste de ta vie, dt.: „Der erste Tag vom Rest deines Lebens“) ist ein Spielfilm des französischen Regisseurs Rémi Bezançon aus dem Jahr 2008. Die Tragikomödie, für die Bezançon auch das Drehbuch verfasste, berichtet anhand fünf exemplarischer Tage vom Leben einer fünfköpfigen Familie aus der französischen Mittelschicht über einen Zeitraum von fast zwölf Jahren. Der Film wurde von der französischen Produktionsgesellschaft Mandarin Films in Zusammenarbeit mit unter anderem Canal+ und France 2 produziert. Le premier jour du reste de ta vie entwickelte sich in Frankreich zum Publikumserfolg, wurde von Kritikern für seine unkonventionelle Erzählhaltung und Musik gelobt und ließ eine Reihe ähnlicher Produktionen im französischen Kino folgen.

Entstehungsgeschichte Obwohl der Film nicht autobiographisch ist, wollte Regisseur Rémi Bezançon laut eigenen Angaben mit C’est la Vie seiner Familie eine Hommage widmen. Er war selbst mit drei älteren Brüdern und einer jüngeren Schwester aufgewachsen. Bereits in seinem vorangegangenen ersten Spielfilm Love Is in the Air (2005) und mehreren Kurzfilmen hatte er sich des Themas Familie angenommen.

Die erste Drehbuchfassung enthielt ursprünglich vier Kinder, Bezançon strich jedoch eine Figur, jene, die ihm am nächsten stand, um die Handlung zu konzentrieren. In die Figur der Fleur baute er viele Probleme ein, die ihn selbst während der Pubertät beschäftigten, während er es als schwierig empfand, sich in die Figur der Mutter hineinzuversetzen und deren Geschichte zu verfassen. Die Familie wollte er universell gestalten, weshalb der Film nicht zeigt, in welcher Stadt der Film spielt.[Meine Familie, deine Familie] bei fluter.de, 23. April 2009 (aufgerufen am 19. Februar 2010) Die sternförmige Erzählkonstruktion, die den entscheidenden Tag im Leben jedes Familienmitglieds wiedergibt, war ihm während der Arbeiten am Filmskript gekommen. „Jeder der fünf Tage korrespondiert mit einem der Familienmitglieder und folgt ihr oder ihm von morgens bis abends“, so Bezançon. Die Bildsprache wurde an die Erzählkonstruktion angepasst, und Kameramann Antoine Monod entwickelte eine eigene an die jeweilige Figur angepasste Bildsprache. Die erste Episode um Albert drehte er mit einem Weitwinkelobjektiv, um so die Distanz zwischen den Figuren hervorzuheben, während er für die Episode von Fleur eine Handkamera verwendete. Für Raphaël fand ein Schwebestativ Anwendung. Zabou Breitman als Marie-Jeanne wurde vor verschwommenen Hintergrund aufgenommen, während bei Robert mit einem kontrastreichen Licht im Stile der Werke Edward Hoppers gearbeitet wurde. „Es ging mir darum, mit der Kamera das Innenleben der jeweiligen Person zu verdeutlichen, die gerade im Mittelpunkt der Betrachtung steht“, so Bezançon. Die vergehende Zeit sah er als wichtiges Thema für sich an und verstärkte es mittels eigens kreierter Super-8-Filme und zahlreichen Rückblenden.

Für den Originaltitel ließ sich Bezançon ursprünglich von einer Dialogzeile aus Sam Mendes’ Oscar-prämierten Spielfilm American Beauty (1999) inspirieren. Nach Beendigung des Drehbuches machte ihn seine Produzentin Isabelle Grellat auf das Lied Le premier jour von Étienne Daho aufmerksam, woraufhin er es für seinen Film verwendete. auf der Offiziellen deutschsprachigen Website zum Film (aufgerufen am 14. Februar 2010). Abgerufen am 2. April 2024.

Als Komponist für den Film wurde Sinclair (bürgerlicher Name: Mathieu Blanc-Francard) gewonnen. Er erhielt bereits vor Drehbeginn das Filmskript, um innerhalb eines Jahres an der Verbindung der Lieder zu arbeiten, die Rémi Bezançon ausgewählt hatte – darunter Summertime von Janis Joplin und Time von David Bowie – und passte diese für die finale Filmversion an. „Ich schließe mich in meinem Studio mit den Bildern ein, die mir Rémi gesponnen hat und mache meinen kleinen Fraß“, so Sinclair.Christophe Carrière: Sinclair fait sa BO. In: L’Express, 7. Februar 2008, Nr. 2953, S. 110 Bezançon wollte einen Film mit sehr viel Musik drehen, weswegen er viele Songs verwendete, die Erinnerungen und Gefühle beim Zuschauer wecken sollen.

Neben den bereits bekannten Schauspielern Jacques Gamblin, Zabou Breitman, Déborah François und Marc-André Grondin verpflichtete Bezançon den jungen und unerfahrenen Theaterschauspieler Pio Marmaï in der Rolle des Albert. Laut eigenen Angaben hatte der Regisseur nach einem unverbrauchten Gesicht für den Part gesucht. Einige Kritiker sollten später auf die äußerliche Ähnlichkeit zwischen Marmaï und Vincent Elbaz hinweisen. Elbaz hatte in Bezançons vorangegangenen Spielfilm Ma vie en l’air die männliche Hauptrolle bekleidet.

Handlung mini|hochkant|Der im Film unerfahrene Theaterschauspieler Pio Marmaï spielt den ältesten Sohn Albert. mini|hochkant|Die Schauspielerin und Regisseurin Zabou Breitman ist als Mutter zu sehen. mini|hochkant|Der französische Schauspieler Jacques Gamblin spielt Robert Duval. Der Film ist in fünf Kapitel unterteilt, die jeweils das Leben eines Familienmitglieds in den Mittelpunkt stellen. Er beginnt mit einer Collage von Videoaufnahmen und Bildern der Familie, die Fröhlichkeit und Ausgelassenheit vermitteln.

Mittwoch, 24. August 1988 – Ein Hundeleben Der Taxifahrer Robert Duval lebt gemeinsam mit seiner Ehefrau Marie-Jeanne und den gemeinsamen Kindern Albert, Raphaël („Raph“) und der 10-Jährigen Fleur in einem vom Großvater finanzierten Einfamilienhaus in der Vorstadt. Die Familie beschäftigt der kränkelnde Hund Alberts. Medizinstudent Albert rät zur Einschläferung, der Rest der Familie ist dagegen. Nach einem Streit setzt sich Albert durch und begräbt später seinen Hund im Garten der Familie. Kurze Zeit später zieht Albert aus seinem Elternhaus aus und erhält eine kostenfreie Wohnung im Mietshaus seines exzentrischen Großvaters Pierre. Während des Umzugs rät Albert seinem unter Nikotinsucht leidenden Vater zu Nikotinpflastern. Gleichzeitig hat Robert Duval unter seinem Vater zu leiden. Dieser lässt ihn bei jedem Zusammentreffen spüren, dass er die Erwartungen nicht erfüllt hat. Nachdem die Nikotinpflaster nicht die erhoffte Wirkung erzielen, wünscht ihm sein Vater einen ordentlichen Krebs, nur so könnte Robert mit dem Rauchen aufhören.

Nach dem Auszug des Sohnes beginnt Marie-Jeanne erneut zu studieren. Sie schreibt sich für das Fach Bildende Kunst ein und besucht später dieselben Kurse wie ihr Sohn Raphaël. Der lässt seine Studien schleifen. Albert macht währenddessen in seiner neuen Wohnung die Bekanntschaft mit der alternativen Studentin Prune.

Freitag, 3. Dezember 1993 – Blutsbande Fleur hat sich zum rebellischen Teenager entwickelt mit einer Vorliebe für den Grunge-Stil. Sie sammelt erste sexuelle Erfahrungen mit dem älteren Mitschüler und Hobbysänger Sacha und experimentiert mit Drogen. Nachdem sie ihre Unschuld an Sacha verloren hat, will dieser nichts mehr von ihr wissen. Gleichzeitig vergisst Fleurs Familie ihren 16. Geburtstag. Daraufhin kommt es beim gemeinsamen Abendessen mit dem Großvater zum Streit zwischen den Familienmitgliedern. Robert wirft unter anderem seinem Vater vor, ihn niemals beachtet zu haben und nicht einmal Bilder von ihm aufzubewahren. Der verantwortungsscheue Raph beeindruckt währenddessen seinen Großvater, einen ehemaligen Winzer, bei der Weinverkostung und erhält von nun an den Schlüssel zu dessen Weinlager im elterlichen Keller. Albert nimmt sich seiner enttäuschten Schwester an und stellt Sacha zur Rede. Bei einer Party, auf die Albert und Raph ihre kleine Schwester zur Zerstreuung mitnehmen, kommt es zum Streit, als Robert nicht zur vereinbarten Zeit erscheint, um Fleur abzuholen. Im Handgemenge schlägt Albert seinem Bruder die Nase blutig und nennt ihn einen Versager. Albert und Prune kommen sich später näher.

Samstag, 22. Juni 1996 – Magic Fingers Von Drogen betäubt, lebt Raphaël nur noch in den Tag hinein. Die einzige Konstante in seinem Leben sind die wöchentlichen Treffen mit seinem Großvater Pierre, der ihn in der Kunst der Weinverkostung unterrichtet. Der Witwer weiht ihn dabei in seine eigene Vergangenheit und Nöte ein und vergleicht seine Wohnung mit einer Art Zeitmaschine. Raph kehrt daraufhin, am Tag der Hochzeit seines Bruders, ins Elternhaus zurück und richtet sein altes Zimmer wieder her. Er blickt dabei auf einen Luftgitarrenwettbewerb zurück, zu dem ihn im Herbst 1989 sein Vater begleitet hatte. Dort traf er auf die attraktive Teilnehmerin Moïra, die ihm heimlich ihre Telefonnummer zusteckte. Nach seinem erfolgreichen Auftritt als „Magic Fingers“ verliert Raph aber den Zettel mit der Nummer. Nach fast neun Jahren glaubt er, sich wieder an die richtige Telefonnummer zu erinnern und spricht der vermeintlichen Gitarrenlehrerin auf den Anrufbeantworter. Er irrt sich jedoch in der Nummer.

Nach der standesamtlichen Trauung zwischen Albert und Prune erfahren die Duvals, dass Großvater Pierre verstorben ist. Während sich Robert und sein Sohn Raph für eine Absage der weiteren Hochzeitsfeierlichkeiten einsetzen, sind Albert, Prune und Mutter Marie-Jeanne gegen eine Verschiebung. Es kommt daraufhin zum Bruch zwischen Albert und seiner Familie. Vater Robert findet später beim Ausfüllen des Sterbeformulars heraus, dass sein Vater Bilder von ihm in der Brieftasche aufbewahrte.

Freitag, 25. September 1998 – Dreht sich die Erde, drehst du dich mit Marie-Jeanne widmet sich nach wie vor der Kunst und experimentiert mit Fotografie. Sie beschwert sich über das wiederholte Fortbleiben ihrer Tochter, die ebenso wie Raph immer noch bei ihrer Familie lebt. Nachdem Fleur zwei Tage lang fortgeblieben ist, räumt ihre Mutter ihr Zimmer auf. Dabei stößt Marie-Jeanne auf das Tagebuch ihrer Tochter. Sie bricht das Schloss auf und erfährt so über die Schwärmereien, Sorgen und Nöte Fleurs von ihrem 10. Lebensjahr bis heute. Sie berichtet in ihrem Tagebuch über den ersten Sex – „der erste Tag vom Rest ihres Lebens“. Ebenso erfährt Marie-Jeanne über anonymen Sex und eine Abtreibung Fleurs.

Gleichzeitig beginnt sich Marie-Jeanne mit zunehmendem Alter unattraktiver zu fühlen. Sie hat mit Robert keinen Sex mehr. Eine Unterhaltung mit einem kiffenden Unbekannten bestätigt sie in ihren Selbstzweifeln. Bei der folgenden Führerscheinprüfung fährt die unsichere Marie-Jeanne einen Hund an, dessen 70-jährige trauernde Besitzerin sie für Schönheitsoperationen empfänglich macht. Marie-Jeanne besucht daraufhin die Arztpraxis ihres Sohnes Albert, der sich als Schönheitschirurg niedergelassen hat und bittet ihn um eine Brustvergrößerung. Albert versucht die Selbstzweifel seiner Mutter zu zerstreuen, während sie sich selbst nach den alten Zeiten zurücksehnt, als ihr Ehemann sie noch liebte und ihre Kinder klein waren. Sie stellt daraufhin ihren Sohn Raphaël zur Rede, der noch immer ziellos zu Hause bei den Eltern lebt. Am Abend trifft sie sich mit ihrem Fahrlehrer zum gemeinsamen Essen, geht aber trotz Avancen nicht weiter.

Nach Hause zu ihrem Ehemann zurückgekehrt, wird Marie-Jeanne von ihrer Tochter mit dem aufgebrochenen Tagebuch konfrontiert. Fleur verlässt nach kurzem aber heftigen Streit das Elternhaus. Ihre Mutter versucht ihr mit dem Taxi des Vaters zu folgen, verursacht aber dabei einen Autounfall und wird leicht verletzt. Der Unfall schweißt die Familie wieder zusammen. Raphaël bemüht sich von nun an etwas aus seinem Leben zu machen, während Robert eine vom Fahrlehrer zugesteckte Nachricht an Marie-Jeanne entdeckt.

Freitag, 26. Mai 2000 – Vater unser